In Berlin und Dresden hat es mehrere offenbar rassistisch motivierte Attacken gegeben. Nur in einem Fall konnte die Polizei einen Tatverdächtigen stellen. In Berlin und Dresden ist es in den vergangenen Tagen zu mindestens vier Angriffen durch mutmaßlich rechtsextreme Täter in der Öffentlichkeit gekommen. Zunächst attackierten zwei Jugendliche am Freitag in der Berliner Ringbahn einen Mann und schlugen auf ihn ein. Wie die Berliner Polizei mitteilte, war das 22-jährige Opfer gegen 17.30 Uhr in der Ringbahn S42 unterwegs, als die beiden Angreifer am S-Bahnhof Ostkreuz zustiegen. Die Jugendlichen sollen den Mann aufgefordert haben, einen antirassistischen Aufkleber von seinem Rucksack zu entfernen. Als dieser sich weigerte, wurde er bedroht. Einer der Jugendlichen soll dem 22-Jährigen zunächst mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Dann hätten beide Angreifer nach dem Mann getreten. Als die Bahn am Bahnhof Landsberger Allee anhielt, sollen die Jugendlichen zudem eine verfassungsfeindliche Parole gerufen und den sogenannten Hitlergruß gezeigt haben, bevor sie in unbekannte Richtung geflüchtet seien. Die Angreifer entkamen unerkannt. Das Opfer erstattete Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Tritte in den Bauch Nur wenig später, gegen 22.40 Uhr, sollen Unbekannte einen Kanadier mit asiatischen Wurzeln am Bahnhof Klosterstraße in Berlin-Mitte angegriffen haben. Laut ersten Erkenntnissen der Polizei traten zwei vermummte Männer dem 25-Jährigen in den Bauch und zeigten eine verfassungsfeindliche Geste. (…) In Dresden soll ein 33-jähriger Einzeltäter Handwerker rassistisch beleidigt, bedroht und attackiert haben. Laut Angaben der Polizei soll er die Bauarbeiter am Freitagabend zunächst angesprochen und sich rassistisch geäußert haben. Dann habe er auf einen 36-Jährigen eingeschlagen und dessen Kollegen mit einem Messer und einem Böller bedroht. Die Handwerker überwältigten den Mann und hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf. Auch die Beamten habe er rassistisch beschimpft, hieß es. Nun ermittelt die Polizei gegen den Deutschen wegen Volksverhetzung, Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung.
via spiegel: Schläge, Tritte, verfassungsfeindliche Parolen Mutmaßlich rechtsextreme Übergriffe in Berlin und Dresden
siehe auch: Schläge, Tritte und Nazi-Grüße: Zwei rechtsextreme Angriffe in Berliner Zügen an einem Tag – Grüne fordern Sicherheitsgipfel Erst attackieren Jugendliche in der Ringbahn einen 22-Jährigen, wenig später Vermummte einen 25-Jährigen in einer U-Bahn in Mitte. Der Staatsschutz ermittelt in beiden Fällen. Schläge, Tritte und Nazi-Grüße: Binnen weniger Stunden hat es am vergangenen Freitag in Berlin zwei rechtsextreme Angriffe gegeben. Der erste ereignete sich am Nachmittag in der S-Bahn, der zweite am Abend in der U-Bahn. Ario Mirzaie von den Grünen im Abgeordnetenhaus, Sprecher für Strategien gegen Rechts, forderte am Sonntag angesichts der Angriffe „einen Sicherheitsgipfel gegen Rechtsextremismus“. Dieser solle Politik, Sicherheitsbehörden, Verkehrsbetriebe, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch bringen.
