Der langjährige Rechtsextremist ist Gast bei einer Veranstaltungsreihe des Neonazis Küssel. Den offiziellen diplomatischen Kanälen traute der blaue Reisetrupp offenbar nicht: Höchstpersönlich reisten die langjährigen früheren FPÖ-Abgeordneten Andreas Mölzer und Johannes Hübner im September 2023 nach Kabul, um mit den islamistischen Taliban über die Freilassung eines Gefangenen zu sprechen: des Rechtsextremisten Herbert Fritz. (…) Es dauerte noch mehrere Monate, bis das Außenministerium unter Vermittlung von Katar die Freilassung des Gefangenen erwirken konnte. Der damals 84-jährige “Völkerfreund” hatte beweisen wollen, wie sicher Afghanistan sei, daraufhin war er von den Taliban der Spionage verdächtigt worden. Wie weit rechts Fritz steht, zeigt nun erneut eine geplante Veranstaltung im burgenländischen Gols: Dort wird er am Freitag bei dem mehrfach verurteilten Neonazi Gottfried Küssel und der Corona-Maßnahmen-Kritikerin Konstantina Rösch auftreten, wie die Rechercheplattform Stoppt die Rechten entdeckt hat. Das Hotel, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte, gab auf Anfrage des STANDARD jedoch bekannt, dass man das Event “sofort stornieren” werde. Küssel und Rösch betreiben schon länger eine Veranstaltungsreihe, die allerdings nur auf mäßige Resonanz stößt – zumindest auf deren Youtube-Kanal. Vergangenheit mit Küssel Herbert Fritz ist für Küssel ein alter Bekannter. Die beiden waren bereits in den 1980er-Jahren gemeinsam unterwegs, etwa rund um die neonazistische Wahlliste “Nein zur Ausländerflut”. Küssel wurde mehrfach wegen seiner Umtriebe verurteilt. Bekannt wurde Küssel außerhalb von Neonazi-Kreisen vor allem durch seine militante Neonazi-Gruppe Vapo (Volkstreue außerparlamentarische Opposition), die von 1986 bis Mitte der 1990er-Jahre aktiv war und auf deren “Wehrsportübungen” jungen Männern unter anderem gezeigt wurde, wie man politischen Gegnern effizient die Kehle durchschneidet. 2013 wurde Küssel abermals – diesmal wegen der neonazistischen Website “Alpen Donau Info” – in Haft genommen. Gegen Fritz war in den 1960er-Jahren wegen des Verdachts auf Terrorismus in Südtirol ermittelt worden, es kam aber zu keinem Schuldspruch. Der Burschenschafter – wie Mölzer bei der Olympia – hielt sich seither am rechten Rand der Republik auf, gründete etwa die Gesellschaft der Völkerfreunde und lud zu Veranstaltungen des Holocaust-Leugners David Irving ein.

via der standard: Von FPÖ unterstützter Ex-Taliban-Häftling Fritz tritt mit Neonazi Küssel auf

siehe auch: Rechtsextremer Talk mit Neonazi Küssel in Gols Mor­gen will der Neo­na­zi Gott­fried Küs­sel mit sei­nem seit Juni lau­fen­den Talk­for­mat im bur­gen­län­di­schen Gols auf­tre­ten. Dabei will er mit sei­nem Gast Her­bert Fritz über die öster­rei­chi­sche Real­ver­fas­sung reden. Der lang­jäh­ri­ge Neo­na­zi Gott­fried Küs­sel hat vor eini­gen Mona­ten ein live gestream­tes Talk­for­mat ins Leben geru­fen, in dem er regel­mä­ßig zu ver­schie­de­nen The­men spricht. Das bewirt­schaf­tet er zusam­men mit Kon­stan­ti­na Rösch, die sich dafür qua­li­fi­ziert hat, weil sie gegen die Pan­de­mie­maß­nah­men geschwur­belt und des­we­gen ihren Job als Ärz­tin am LKH Graz ver­lo­ren hat. (…) Als Gast wur­de der noch län­ger als der Gast­ge­ber im brau­nen Milieu ver­keh­ren­de Her­bert Fritz gela­den, der zuletzt damit Auf­se­hen erregt hat­te, weil er wäh­rend einer Rei­se nach Afgha­ni­stan ver­haf­tet und ein hal­bes Jahr die Real­ver­fas­sung des Mul­lah-Regimes in einem dor­ti­gen Gefäng­nis stu­die­ren konn­te. Dass in Gols bis­lang ein Auf­schrei unter­blie­ben ist, ist hof­fent­lich nur der Tat­sa­che geschul­det, dass der Küs­sel-Rösch-Club bis­lang unter der Wahr­neh­mungs­schwel­le einer brei­te­ren Öffent­lich­keit dahin­ge­däm­mert ist. Update 17.o5: Auf Anfra­ge des „Stan­dard” (14.11.24) ant­wor­te­te „Dani­els Wein­hof”, „dass man das Event „’sofort stor­nie­ren” wer­de’ ”.