Vor gut einer Woche schlossen die Behörden die Firma des Nordenhamer „Königreich“-Unternehmers Thomas Tillis. Jetzt geht der Streit in die nächste Runde – wegen eines gebrochenen Siegels. Der Streit zwischen dem Unternehmer Thomas Tillis und der Stadt Nordenham (Landkreis Wesermarsch) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Stadtverwaltung hatte am 24. Oktober den Zugang zu Tillis’ Brennstoffhandel TiNo im Gewerbegebiet in Atens versiegelt. Dieses amtliche Siegel wurde in der Zwischenzeit aber gebrochen, wie der stellvertretende Verwaltungschef Bert Freese am Freitag mitteilte. Ein zusätzliches „Pfandsiegel“ am Werktor könnte bei erneuten Verstößen nun ernsthafte Konsequenzen haben. Denn mit dem neuen Siegel sei der Betrieb offiziell „gepfändet“ worden, sagte Freese. Kunden, die dort jetzt noch etwas erwerben, bedienen sich also am Eigentum der Stadt. Wer sich über das erste Siegel hinweggesetzt hat – ob Tillis selbst oder einer seiner Kunden –, ist laut Freese unklar. Sollte sich der Verantwortliche finden, droht ihm laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu ein Jahr oder eine Geldstrafe. Tillis hatte den Betrieb im Sommer 2023 aus der ursprünglichen Tillis KG heraus neu eröffnet und als Teil des „Königreichs Deutschland“ (KRD) erklärt. Diese Gruppierung der „Reichsbürger“- und „Selbstverwalter“-Szene wirbt unter anderem damit, dass ihre Mitglieder keine Steuern zahlen müssen. Tillis sieht in TiNo einen privaten Tauschhandel zwischen „Zu- und Angehörigen“ des KRD und die Maßnahme der Stadt als unrechtmäßigen Eingriff, wie er unserer Redaktion sagte. Aus Sicht der Stadt ist TiNo dagegen ein nicht angemeldetes Gewerbe
via nwz online: REICHSBÜRGER IN NORDENHAM Streit um Betrieb im „Königreich Deutschland“ eskaliert weiter