Die AfD in Sachsen ist laut Landesverfassungsschutz gesichert rechtsextrem – und stellt nun den zweiten Bürgermeister in dem Bundesland. Rolf Weigand hat die Wahl in der Kleinstadt Großschirma klar gewonnen. In Sachsen ist erneut ein AfD-Politiker zum Bürgermeister gewählt worden. Rolf Weigand gewann die Bürgermeisterwahl im mittelsächsischen Großschirma klar. Laut vorläufigem Wahlergebnis erhielt er im ersten Wahlgang am Sonntag 59,4 Prozent der Stimmen. Der Landtagsabgeordnete Weigand war als Einzelbewerber gegen zwei weitere Kandidaten angetreten. André Erler kam für die Unabhängige Bürgervereinigung auf 22,3 Prozent. Gunther Zschommler erreichte für die CDU 18,2 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 4400 Bürger, die Wahlbeteiligung lag bei 73,9 Prozent. (…) Anfang Dezember wurde der Landesverband der AfD in Sachsen vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Eine mehrjährige juristische Prüfung habe »unzweifelhaft« ergeben, dass der AfD-Landesverband verfassungsfeindliche Ziele verfolge, erklärte Verfassungsschutzpräsident Dirk-Martin Christian in Dresden. »An der rechtsextremistischen Ausrichtung der AfD Sachsen bestehen keine Zweifel mehr

via spiegel: Sächsische Kleinstadt AfD-Politiker Rolf Weigand gewinnt Bürgermeisterwahl in Großschirma

siehe auch: AfD-Bürgermeister in Sachsen :Normalisierung und ihre Folgen Großschirma hat Rolf Weigand (AfD) zum Bürgermeister gewählt. Sein Vorgänger litt unter rechten Anfeindungen – und hatte sich das Leben genommen. Während am Sonntag in Wiesbaden, Erfurt, Nürnberg, Würzburg und anderen Städten erneut Zehntausende gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen sind, haben die 4.400 Wahlberechtigten der sächsischen Kleinstadt Großschirma einen AfD-Bürgermeister mit 59,4 Prozent der Stimmen gewählt. Der AfD-Landtagsabgeordnete Rolf Weigand brauchte nur einen Wahlgang und ist damit bereits der zweite Bürgermeister der AfD in Sachsen – nach Pirna, wo die AfD sogar einen Oberbürgermeister stellt. Weigand setzte sich gegen einen Kandidaten einer unabhängigen Bürgervereinigung (22,3 Prozent) und einen CDU-Mann (18,2 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,9 Prozent. Der Ausgang der Wahl in Großschirma zeigt nicht nur, wie Stadt und Land auseinanderdriften. Er zeigt auch wie unter einem Brennglas, was die regionale politische Alltagskultur in ländlichen Regionen, in denen die AfD durch eine rechte Hegemonie weitgehend normalisiert ist, für diejenigen bedeutet, die sich der AfD entgegenstellen. (…) Im Stadtrat fuhr Weigand anschließend eine Taktik der zermürbenden Fundamentalopposition gegen den Verwaltungschef, Stadtratssitzungen zogen sich in die Länge, Weigand allein reichte sechs Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Schreiter ein. Großschirma ist in Sachen Anfeindung kein Einzelfall. Eine Studie von 2021 zeigte, dass 72 Prozent der Bürgermeister in Deutschland bereits beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen wurden – im Zuge der Pandemie hat sich der Trend verstärkt. Warum Schreiter sich das Leben genommen hat, ist nicht abschließend geklärt, einen Abschiedsbrief hinterließ er nicht. Sicher ist: Er litt unter Depressionen, hatte eine Auszeit wegen Burnouts genommen. Viele in der Gemeinde sind sich sicher, dass die permanenten Anfeindungen von rechts damit zu tun haben. (…) Auch in Großschirma war vor allem nach Pegida zusehends die Stimmung verroht. Schon bei der Bundestagswahl 2017 holte die AfD hier starke Ergebnisse. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Hessenkemper verbreitete Verschwörungsideologien vom „Großen Austausch“ und redete mit NS-Vokabular von „Umvolkung“. Der neue AfD-Bürgermeister, Rolf Weigand, 39 Jahre, war Vorsitzender der selbst innerhalb der AfD als besonders radikal geltenden Jugendorganisation Jungen Alternative. Sowohl diese als auch die AfD Sachsen sind mittlerweile vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Weigand selbst ist Treiber der Radikalisierung: Er besuchte Treffen des völkischen Höcke-Flügels, im Landtag fiel er mit rassistischen Forderungen auf wie die nach einer Liste aller gebärfähigen Frauen, aufgeschlüsselt nach Nationalität und Staatsangehörigkeit. Er ist mit der extrem rechten Identitären Bewegung vernetzt. Weigand wollte Plakate hängen gegen Geschlechtergerechtigkeit, die selbst die Bild für eine widerliche Kampagne hielt.; Mit Phallus-Teddy gegen Trans-Aufklärung – So radikal tickt der neue AfD-Bürgermeister in Großschirma. Die AfD in Sachsen einen zweiten Bürgermeister. Der fuhr eine Kampagne gegen Sexualkundeunterricht – und verbreitet auch sonst allerlei Verschwörungserzählungen. (…) Der promovierte Ingenieur trat nach eigenen Angaben im Gründungsjahr 2013 in die AfD ein. Im Landtag ist er bildungspolitischer Sprecher der Partei. In dieser Funktion forderte er, wie er in seinem Telegram-Kanal schrieb, deutsche Nationalflaggen vor Schulen zu hissen. An gleicher SteIle verbreitete er im Anfang Februar ein Spruchband der rechtsextremen Chemnitzer Ultra-Szene mit der Aufschrift „Es gibt nur 2 Geschlechter, das sieht selbst ein Blinder“. Im Sommer 2023 behauptete er: „Gendern verdummt unsere Kinder“ und forderte ein Verbot genderinklusiver Sprache an allen staatlichen sächsischen Bildungseinrichtungen – inklusive Universitäten und Vereinen, die Bildungsarbeit leisteten.

Grossschirma Rathaus.jpg
Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Unukorno” title=”User:Unukorno”>Unukorno</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link