Immer mehr Videos lassen auf eine Geheimoperation ukrainischer Spezialkräfte in Afrika schließen. Das mutmaßliche Ziel: russische Wagner-Söldner auszuschalten. Es klingt wie eine ziemlich verrückte Geschichte: ukrainische Spezialeinheiten, die in geheimer Mission in Afrika operieren, um dort russische Söldner zu töten. Was zunächst als Gerücht auf Telegramkanälen der Gruppe Wagner und in ukrainischen Medien kursierte, scheint sich nun zu verdichten. In den sozialen Medien und im Internet zirkulieren immer mehr Videos, die angeblich Beweise liefern.Bei Einsatz im Sudan Wagner-Söldner gehen wohl Ukrainern ins Netz Auf dem jüngsten Video, das in der vergangenen Woche online ging, knien drei Kriegsgefangene im Wüstensand. Drumherum liegen Leichen und verbrannte Palmwedel, offenbar nach einem Drohnenangriff oder Feuergefecht. Im Hintergrund ruft ein Muezzin von einer Moschee aus zum Gebet. Alle drei haben Wagner-Abzeichen auf ihren Uniformen, die ihnen abgenommen werden. Einer der Gefangenen hat weiße Haut und antwortet auf Russisch, die anderen beiden sind offenbar Afrikaner und sagen nichts. Vermummte Uniformierte verhören den Weißen, dessen Augen verbunden sind, auf Russisch. Ihre Stimmen sind verzerrt: “Wie bist du in den Sudan gekommen?”, fragen sie. Er antwortet, dass er für Wagner arbeite und von der Zentralafrikanischen Republik bis Karthum, Sudans Hauptstadt, vorgedrungen sei, “um die Regierung zu stürzen”. In seiner Einheit hätten 100 Mann gedient. Russland stützt die Rebellen im Sudan Auf weiteren Videos sind Luftaufnahmen zu sehen, Drohnen schweben über Karthum; genauer gesagt über Omdurman, der Schwesterstadt auf der westlichen Seite des Nils, der die Millionenmetropole in zwei Teile teilt. Omdurman ist fast vollständig unter Kontrolle der sudanesischen RSF-Rebellen unter ihrem Anführer General Mohammed Hamdan Daglo, besser bekannt unter seinem Kriegsnamen Hemedti. Die RSF arbeitet seit Kriegsausbruch im April 2023 eng mit der russischen Wagner-Truppe zusammen. Diese schickte Hemedti Waffen und andere Kriegsausrüstung, sogar ein Privatflugzeug, das ihn nach Moskau brachte. Nur wenige Tage vor Beginn der russischen Invasion in die Ukraine traf Hemedti in Moskau den damaligen Vizeverteidigungsminister Alexander Fomin. POLITIK 20.04.23 Blutiger Machtkampf im Sudan Milizenchef Daglo pflegt Verbindungen zum Kreml Die Drohnenaufnahmen zeigen nun mutmaßlich Wagner-Söldner, die in kleinen Einheiten in Omdurman operieren. Sie tragen Hightech-Kriegsausrüstung, darunter Nachtsichtgeräte und moderne Helme. In den Videos sieht man, wie Geschosse – offenbar abgefeuert von einer Drohne – plötzlich diese Einheiten oder deren Fahrzeuge treffen. Insgesamt sind es 14 Videos mit verschiedenen Angriffszielen. Sudanesische Journalisten bestätigen: Bei den Luftaufnahmen handelt sich um Omdurman.

via ntv: Wagner-Söldner im Visier Ukrainische Geheimoperation im Sudan?

siehe auch: Russlands Afrikakorps Putins neue Militärstrategie für Afrika. Jahrelang kämpften in Afrika Söldner der Gruppe Wagner inoffiziell im Auftrag Russlands. Nach dem Tod von deren Chef Prigoschin baut der Kreml eine neue Truppe auf, die direkt dem Verteidigungsministerium untersteht: das “Afrikakorps”. Drei Monate ist es her, da feierte die Gruppe Wagner einen ihrer größten Erfolge in Mali. Gemeinsam mit der malischen Armee befreite sie die Stadt Kidal im Norden des Landes. Kidal war seit 2012 nicht mehr von der malischen Hauptstadt Bamako aus kontrolliert worden, sondern erst von dschihadistische Terrormilizen, später von Rebellengruppen.Einige Stunden lang wehte die Flagge der paramilitärischen Wagner-Gruppe über der Festung Kidals. Ein russischer Telegram-Kanal sprach seine Glückwünsche aus – ein Telegram-Kanal des Afrikakorps, wie die französische Zeitung Le Monde herausfand.Ausgerechnet dieses Afrikakorps soll die Gruppe Wagner ablösen. Der Name ist angelehnt an das Afrikakorps des Dritten Reichs, das zwischen 1941 und 1943 in Tunesien, Libyen und Ägypten Krieg führte. Der Unterschied zur Gruppe Wagner ist, dass jene auf dem Papier ein privates Sicherheitsunternehmen war, geleitet von Jewgeni Prigoschin. Nach dessen gescheitertem Aufstand kam er jedoch mit dem Rest der Führungsriege von Wagner bei einem Flugzeugabsturz am 23. August ums Leben. Lange war unklar, wie es mit seiner Söldnertruppe in Afrika weitergehen würde.Das Afrikakorps untersteht im Gegensatz zu Wagner dem russischen Verteidigungsministerium. Ein kapitaler Unterschied, sagt der Ex-KGB-Agent Sergei Schirnow dem ARD-Studio Nordwestafrika im Interview: “Denn diese Einheit ist eindeutig abhängig vom russischen Staat. Der russische Staat muss sich für alles verantworten, was dieses Afrikakorps unternimmt.” Zum Beispiel bei Verhandlungen vor internationalen Gerichten.