Bei dem Treffen von Neonazis soll ein Vorstandmitglied des Vereins Deutsche Sprache anwesend gewesen sein. Höchste Zeit, den Club ins Aus zu schießen. Die Rechten organisieren sich, haben Geld und Macht. Ein weiteres Beispiel dafür, was die AfD, Neonazis und ihre Geldgeber in Deutschland vorhaben, lieferte das Recherchezentrum Correctiv am vergangenen Mittwoch. Seitdem ist das Medienecho groß, zu Recht bekommt die Frage eines bundesweiten AfD-Verbots weiteren Aufwind. Dass hochrangige Politiker in einem Potsdamer Hotel die Vertreibung von Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland planen sollen, darf nicht ohne Konsequenz bleiben. Doch auf diese wartet man bisher vergeblich. Einer der Initiatoren des Treffens, Hans-Christian Limmer, Investor und „Hans im Glück“- Gesellschafter, musste die Restaurantkette nach den veröffentlichten Vorwürfen verlassen. Aber: Sein Rausschmiss ist eine Formsache, die ihm wohl als finanzstarken Investor wenig schaden wird. Eine weiterhin fast unbeachtete Person, die Teil der Runde gewesen sein soll, ist Silke Schröder. In der Correctiv-Recherche kommt sie als interessierte Fragestellerin vor, die sich nicht sicher sei, wie man Deutsche mit „entsprechendem Pass“ umsiedeln soll. Die Immobilienunternehmerin hat unter anderem ein eigenes Youtube-Format bei dem Kanal des Senders TV.Berlin. Dieser ist bekannt für regimefreundliche Beiträge zu Aserbaidschan. Darin spricht sie auch mit bekannten Ver­tre­te­r*in­nen der rechten Szene. Bekannte Gäste sind Alice Weidel, Thilo Sarrazin und Hans-Georg Maaßen. Als Vorstandsmitglied des Vereins Deutsche Sprache setzt sie sich laut Website für den „Erhalt der Deutschen Sprache“ und gegen die „ideologisch motivierte Genderbewegung“ ein. Konsequenzen aus ihrer Teilnahme in Potsdam zieht der Verein nicht. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme distanziert er sich von Schröders „privaten Tätigkeiten“. Der Verein vertrete Menschen „aus allen politischen und gesellschaftlichen Schichten, die sich um die deutsche Sprache bemühen“, außerdem lehne er „Diskriminierung jeder Form ab“. Kurz gesagt: Die politische Gesinnung eines Vorstandsmitgliedes ist egal, Konsequenzen gibt es keine. Überraschend ist das nicht, denn der Verein und sein Gründer Walter Krämer glänzen seit Jahren mit rechtspopulistischer Rhetorik. In dem Vereinsblatt „Sprachnachrichten“ und anderen Veröffentlichungen wettert der ehemalige Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik regelmäßig gegen die „Genderpest“ und legt sich in einem Interview in der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ über die „Medienmafia“ mit „rot-grüner Weltverbesserungsidologie“ auf.

via taz: Geheimtreffen mit Rechtsextremen :Sprachschutzpolizei auf Abwegen

siehe auch: Verein Deutsche Sprache – Ultrarechte Gesinnung bei Vorstandsmitglied Der Verein Deutsche Sprache kämpft gegen Anglizismen und das Gendern. Doch wie geht er mit den Vorwürfen gegen Vorstandsmitglied Silke Schröder um, die ein rechtes Treffen besuchte? Gegen ein Mitglied des Vorstands im Verein Deutsche Sprache gibt es Rücktrittsforderungen: Silke Schröder nahm laut einem Medienbericht an einem Treffen mit Rechtsextremisten teil. Zurücktreten musste sie bislang nicht. Wie rechts ist der Verein? Der Verein Deutsche Sprache hat sich der Erhaltung der deutschen Sprache in ihrer althergebrachten Form verschrieben – und kämpft besonders gegen den Einfluss des Englischen und das Gendern. Vorstandsmitglied Silke Schröder ist nun mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Grund ist: Sie hat laut Recherchen von „Correctiv“ Ende 2023 an einem Treffen in Potsdam teilgenommen, bei dem auch Rechtsextremisten waren. Laut „Correctiv“ ging es dabei um die Vertreibung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland. (…) Silke Schröder ist Mitglied im Vorstand des Vereins Deutsche Sprache (VDS) und stellt sich auf der Vereinswebseite als Chefin eines Luxus-Immobilien-Unternehmens vor, das unter anderem ausländischen Investoren in Berlin hilft, Immobilien für Investments zu finden. Sie soll im November 2023 bei einem Geheimtreffen unter anderem von AfD-Politikern und Rechtsextremen gewesen sein, weshalb sie mit Rücktrittsforderungen für ihr Amt beim VDS konfrontiert ist. Auf Silke Schröders Social-Media-Kanälen waren Worte wie „Remigration“ zu finden – was nichts anderes bedeutet als Deportation. Sie verwendete den Begriff in Bezug auf Journalisten, die ihrer Meinung nach „an Ausbildungsstätten“ gebracht werden sollten, „die ihnen ideologiebefreit die Grundlagen ihres Handwerks beibringen“. Momentan ist das allerdings nicht öffentlich einsehbar – wenige Tage nach der „Correctiv“-Veröffentlichung war ihr Account bei „X“ nicht mehr zu erreichen. Bei der Recherche des Deutschlandfunks im Umfeld Silke Schröders rücken weitere Aktivitäten in den Blick: Neben ihren Social-Media-Aktivitäten ist sie auch regelmäßig als Video-Kolumnistin auf dem Rechtsaußen-Boulevardportal „Deutschland-Kurier“ zu sehen, für das vor allem AfD-Funktionäre schreiben, darunter viele Bundestagsabgeordnete. Schröder tritt dort auf mit Aussagen wie: „Deutschland ist eben nur ein reiches Land für die im Zuge des Bevölkerungsaustausches neu Ankommenden, die sich mit dem steigenden Bürgergeld einen flotten Lenz machen können und für die die neue Sparsamkeitsoffensive eben nicht gilt.“ Zudem ist sie beim rechtsextremen Fernsehportal „Auf1“ aktiv. Und sie betreibt einen so genannten Salon mit dem Titel „Der konservative Aperitif“ – in dem Landhaus am Lehnitz-See in Potsdam, das auch Ort des Vernetzungstreffens war.

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