Auch nach dem Teilrückzieher bei Kürzungen für Landwirte steht die Bundesregierung weiter massiv in der Kritik – das musste am Donnerstagnachmittag auch Wirtschaftsminister Robert Habeck erfahren. Während seines Urlaubs blockierten Landwirte in Schlüttsiel (Kreis Nordfriesland) eine Fähre, auf der sich der Grünen-Politiker befand, wie zuerst der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (SHZ) berichtete. Rund 30 der Demonstranten hätten sogar versucht, die Fähre zu stürmen, als diese wieder ablegte. Die Polizei schritt ein, setzte dabei auch Pfefferspray ein, wie ein Sprecher am Abend bestätigte. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Flensburg ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Nötigung eingeleitet. Darüber hinaus werde geprüft, ob weitere Straftaten wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch vorliegen, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit werde gegen unbekannt ermittelt. Zuvor hatten sich im Internet Gerüchte über einen Bürgerdialog mit Habeck in Schlüttsiel verbreitet – ein Sprecher des Ministers sagte dem SHZ allerdings, von einem solchen Plan wisse man nichts. Zahlreiche Landwirte hielt das nicht davon ab, den Anleger im Fährhafen, wo Habeck auf dem Rückweg aus seinem Urlaub anlegen sollte, zu blockieren – laut Polizei handelte es sich um mehr als 100 Demonstranten. Die Stimmung sei sehr aufgeheizt gewesen, schilderte ein Ministeriumssprecher der „Berliner Zeitung“.

via rnd: Landwirte wollen Fähre mit Robert Habeck an Bord stürmen – Polizei setzt Pfefferspray ein

siehe auch: Erstürmung von Fähre knapp verhindert Reederei-Chef: „Es war keine Minute zu spät, sonst wäre der Mob an Bord gewesen“. Die Fähre im Hafen von Schlüttsiel mit Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) an Bord ist nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei am Donnerstagabend um ein Haar von Demonstranten erstürmt worden. Dies habe der Kapitän im letzten Moment verhindert, indem er wieder ablegte, sagte der Geschäftsführer der Reederei, Axel Meynköhn, der dpa am Freitag. Alle etwa 30 Fahrgäste, die von den Halligen kamen, seien am Verlassen der Fähre gehindert worden. Ein Lastwagenfahrer sei genötigt worden, von der Rampe rückwärts wieder auf die Fähre zu fahren. „Das ist aus meiner Sicht Nötigung. Das ist ein schlimmer Vorgang“, sagte Meynköhn. Es hätten auch medizinische Notfälle an Bord sein können. Der Kapitän habe mit den Personenschützern an Bord und nach Rücksprache mit der Polizei an Land entschieden, wieder abzulegen. (…) „Es war keine Minute zu spät, sonst wäre der Mob an Bord gewesen, mit nicht auszudenkenden Folgen.“