Vergangene Woche berichteten österreichische Medien über eine trans Frau mit Bart und Penis in einer Frauensauna. Dahinter steckt ein deutscher, als “trans Muslima” auftretender Aktivist, der kürzlich in die AfD eingetreten sein soll. In Wien haben transfeindliche Akteur*innen erneut aus dem Nichts einen öffentlichen Aufreger über vermeintlich zu weit gehende Rechte transgeschlechtlicher Menschen produziert. In der vergangenen Woche berichteten österreichische Medien über eine angebliche transgeschlechtliche Frau, die Anfang Mai eine an jenem Tag für Frauen reservierte Sauna besucht und dort mit ihrer körperlichen Erscheinung für Irritation gesorgt hätte. In Österreichs Hauptstadt folgte wenige Wochen nach der rechten Aufregung um eine Drag-Kinderlesestunde so die nächste Kontroverse um Trans-Rechte. Doch nun wurde klar: Hinter dem Frauenraumkonflikt steckt wieder einmal gar keine transgeschlechtliche Frau, sondern ein kruder transfeindlicher Aktivist. Laut einem rechten Internetmedium soll es sich um Bijan Tavassoli handeln. Der hatte bereits in der Vergangenheit versucht, die transinklusive Politik des Hamburger Landesverbands der Linken vorzuführen, und war auch zu verschiedenen weiteren Anlässen als vermeintliche transgeschlechtliche Muslima aufgetreten. Am 25. Mai berichtete die österreichische Zeitung “Heute” unter der Überschrift “Frau mit Bart und Penis in Wiener Damensauna” über einen Vorfall im Hermannbad im Wiener Bezirk Neubau. “Der Bart war nicht zu übersehen, das Geschlecht mit Handtuch bedeckt, bloß beim Duschen zu erkennen”, soll eine Zeugin der Gratis-Zeitung von der Begegnung mit Tavassoli berichtet haben. Ein Mitarbeiter des Bades sagte “Heute” zudem, dass es sich “um eine Transfrau aus Deutschland” gehandelt haben solle. Die Frau habe demnach am Eingang ihren Ausweis mit passendem Geschlechtseintrag vorgezeigt und sei daraufhin eingelassen worden. (…) Vergangenen Freitag erschien dann beim rechten und transfeindlichen deutschen Internetmedium “Pleiteticker” des Ex-“Bild”-Chefs Julian Reichelt ein Artikel, in dem sich Tavassoli zu der Aktion bekannte. Bewusst zweideutig beziehungsweise wahrheitswidrig heißt es im Teaser etwa: “Transfrau packt aus: ‘Wer mich nicht in die Damensauna lässt, den verklage ich!'” und: “Jetzt äußert sich die Transfrau Bijan Tavassoli exklusiv auf Pleiteticker.de zu dem Vorfall.” Demnach habe Tavassoli beim Hinweis darauf, dass die Saunen an jenem Tag nur für Frauen geöffnet seien, einen Ergänzungsausweis der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität vorgezeigt. Der Ausweis dient eigentlich dazu, dass sich transgeschlechtliche Menschen in Deutschland auch vor einer Änderung von Namens- und Geschlechtseinträgen ausweisen können, ohne etwa ihren Personalausweis mit ihrem Deadname vorzeigen zu müssen. (…) Anfang April diesen Jahres veröffentlichte Tavassoli auf seinem Youtube-Kanal ein weiteres Video in seiner Rolle als transgeschlechtliche Muslima im Kopftuch. Darin sitzt er mit dem queerfeindlichen Berliner AfD-Mann Gunnar Lindemann in einem Dönerlokal und erklärt, kürzlich in die AfD eingetreten zu sein. Der Youtube-Kanal enthält auch ein Musikstück mit dem Namen “Ich bin jetzt eine Frau”, das mit einem Foto Tavassolis, nackt und mit Vollbart in einer Sauna, hinterlegt ist. Auch darin versucht der rechte Troll mit oder ohne AfD-Parteibuch, sich über transgeschlechtliche Menschen lustig zu machen.

via queer: “Gender Critical”-Bewegung Wien: Vorfall mit trans Frau in Frauensauna war inszeniert