Fast täglich postet der rechtsextreme Basler Grossrat Eric Weber Videos auf Tiktok. Erfolg hat er damit besonders bei Jungen. Auch wenn die meisten seine Ansichten nicht teilen – laut Fachleuten ist das gefährlich. Fast täglich lädt der Basler Skandalpolitiker Eric Weber neue Videos auf seinen Tiktok-Kanal hoch. Er gibt Einblicke in sein Privatleben, teilt seine Ängste, Gedanken und immer wieder auch seine radikalen Ansichten. Eric Weber war schon mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Der als Rechtsextremist verurteilte Grossrat spricht direkt in seine Kamera und äussert sich aktuell auch offen über die Trennung von seiner Partnerin. Der 59-jährige Basler wurde erst im Februar wegen Rassendiskriminierung, übler Nachrede und Hetze vor Gericht schuldig gesprochen. Auch wurde Weber wegen Fälschungen von Wahlunterlagen verurteilt. Auf den ersten Blick scheint der Kanal von Eric Weber nicht allzu politisch zu sein. Doch Weber nimmt seine Follower auch mit in seine Arbeit im Grossen Rat. Für viele andere Ratsmitglieder gilt er als Querulant, der regelmässig den Ratsbetrieb stört. Mit seinem Verhalten erzeugt Weber laut Social-Media-Experte Nähe Trotz seiner Vorgeschichte wurde er zu einem Social-Media-Phänomen. Die Resonanz auf Tiktok ist gross, von Zuspruch über Belustigungen bis hin zu Hasskommentaren, ist in der Kommentarspalte fast alles zu lesen.  Auf Tiktok erreicht er mit seinen Videos teilweise Hunderttausende – vor allem Jugendliche. Davor warnt der Psychotherapeut Felix Hof: «Man landet zufällig auf einem von Webers Videos, findet es vielleicht lustig und merkt gar nicht, welch radikalen Ansichten er daneben auch noch vertritt.» Laut Hof finden es gerade junge Menschen sympathisch, wenn eine Person Klartext spricht und eine klare Haltung zeigt. Für den Zürcher Psychotherapeut ist klar: «Menschen, die schon ohnehin verunsichert sind und Orientierung suchen, identifizieren sich schneller mit solchen extremen Inhalten.» (…) Doch wieso gehen Webers Videos immer wieder viral? Der Social-Media-Experte Daniel Koss ist sich sicher: «Solche Inhalte funktionieren, weil sie extrem sind. Die Videos, die uns am meisten triggern, kommen am besten an. Vor allem Hass funktioniert auf Tiktok gut.» Auch betont er: «Es ist, als würde man diese Person ständig im Ohr haben. Die Meinung dieser Person wird einem immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Nach dem x-ten Video hört sich die Meinung dieser Person normal an und die extremen Meinungen werden normalisiert und immer weniger als extrem wahrgenommen.»

via 20min: Rechtsextremer Politiker begeistert auf Tiktok – diese Gefahren drohen