In Frankfurt-Riederwald soll ein Vereinsheim der „Reichsbürger“-Bewegung eröffnet werden. Die Anwohnerinnen und Anwohner zeigen sich besorgt. Frankfurt – Aufregung im Riederwald: In der Straße Am Erlenbruch, Hausnummer 94, soll ein Vereinsheim eröffnen, und es verdichten sich die Anzeichen, dass es sich dabei um ein Projekt der „Reichsbürger“-Bewegung handelt. Das Lokal soll dem Verein Lebensglück e.V., der seinen Sitz in Griesheim bei Darmstadt hat, als Vereinslokal dienen. Konzipiert ist das Ganze als sogenannter Gesundheitsknotenpunkt. Das bedeutet, dass sich mehrere Anbieter aus dem Gesundheitssektor präsentieren und ihre Produkte anbieten. Die sind in Fachkreisen allerdings umstritten. Zutritt erhalten nur Vereinsmitglieder; eine kostenlose Tagesmitgliedschaft kann aber beim Einlass abgeschlossen werden. All diese Informationen gibt David Ekwe Ebobisse. Der gebürtige Frankfurter wird – bisher als einziger Partner – mit seinem Unternehmen „Rohkosteria“ vertreten sein und an einer kleinen Theke vegane Speisen zum Mitnehmen anbieten. Doch mit Ekwe Ebobisse hat der Demokratiekreis Riederwald ein ziemliches Problem. Denn er ist „Reichsbürger“. Er ist im vergangenen Jahr dem Königreich Deutschland (KRD) beigetreten, einem 2012 gegründeten Fantasie-Staat. Ekwe Ebobisse, der im Internet unter den Namen „Dr. Raw“ und „Mr. Raw“ auftritt, geht damit sehr offen um. In mehreren YouTube-Videos redet er überschwänglich von seinem Austritt aus Deutschland und seinem Eintritt in das Königreich, schwärmt von den Vorteilen und gibt Tipps für Nachahmer:innen. Er gibt aber auch andere Sachen von sich. Spricht davon, dass Deutschland ein besetztes Land und die BRD kein souveräner Staat sei. Behauptet, dass in Deutschland eine Diktatur begonnen habe. Schwadroniert von den Rockefellers und Rothschilds, die er als Geldadel und Geld-Dynastien bezeichnet, die alle anderen Länder im Würgegriff hätten. Redet von Mächten, die alles orchestrieren würden. (…) Im Verein Lebensglück sei er einfaches Mitglied, mit „Reichsbürgern“ habe der Verein nichts zu tun. Als Ansprechpartner nennt er aber einen gewissen Jens Becker. Und der ist eigenen Angaben zufolge Mitglied des KRD, wenn auch „derzeit nicht aktiv“, wie er sagt. Er betont, dass der Verein kein Sprachrohr des KRD sei. Man werde im Lokal auch kein Infomaterial auslegen und keine „Reichsbürger“-Seminare anbieten. Eröffnen soll das Lokal an Silvester. Karten dafür werden für 25 Euro über eine Homepage von David Ekwe Ebobisse verkauft. Und in den dortigen AGB heißt es: „Wir weisen darauf hin, dass Sie für die Dauer der Geschäftsbeziehung […] eine temporäre Zugehörigkeit zum Königreich Deutschland (KRD) besitzen.“ Auch das bestätigt Ekwe Ebobisse, weist aber auf eine Abendkasse hin, wo dieser Passus nicht gelte.

via fnp: „Reichsbürger“ im Riederwald: Eröffnung eines Vereinsheims besorgt die Menschen

siehe auch: “Königreich Deutschland” Widerstand gegen Reichsbürger-Laden in Frankfurt. Ein Reichsbürger will im Frankfurter Riederwald einen Laden eröffnen. Doch die Immobilie gehört einem städtischen Wohnungskonzern – der hat reagiert und den Mietvertrag gekündigt. Es ist nicht der erste Versuch von Anhängern des “Königreich Deutschland”, im Rhein-Main-Gebiet Fuß zu fassen. Im Frankfurter Riederwald soll der “gesündeste Ort Deutschlands” entstehen, der mit Rohkost statt “alten Gewohnheiten und Saufritualen” an Silvester eröffnet werden soll. So steht es auf der Internetseite des Anhängers des “Königreichs Deutschland”, David Ekwe-Ebobisse, der für sein Vorhaben ein ehemaliges China-Restaurant angemietet hat. Städtische ABG kündigt den Mietvertrag Der Verfassungsschutz stuft das “Königreich” als extremistisch ein, die Gruppierung gehöre zur Reichsbürger-Szene. Es ist nicht der erste Versuch von Anhängern des “Königreichs” im Rhein-Main-Gebiet, eine Immobilie zur Vernetzung unter Gleichgesinnten zu finden. Im Mai scheiterten die Bürger des Fantasielandes mit dem Versuch, einen Reichsbürger-Supermarkt in Hasselroth (Main-Kinzig) zu eröffnen. Auch dieses Mal sind die Erfolgsaussichten schlecht: Die Immobilie im Frankfurter Riederwald in der Straße “Am Erlenbruch” gehört der städtischen Immobiliengesellschaft ABG Holding. Mieter ist ein Gastronom, der dort ein China-Restaurant betrieb und die Räumlichkeiten an einen Verein der Reichsbürger untervermietete. Darüber hatte die Frankfurter Rundschau zuerst berichtet. Vereinsheim für Gegner der Bundesrepublik Die ABG teilte dem hr am Dienstag mit, der Mietvertrag sei inzwischen gekündigt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG, Frank Junker, stellte klar, es sei angekündigt worden, dass in den Laden eine öffentliche Gastronomie rein solle. Nun sieht sich die ABG offenbar getäuscht: “Da der Mieter mit dem, was nun herauskam, gegen den Vertragsinhalt verstoßen hat, haben wir ihm gekündigt und die Untervermietung untersagt.”