Was können Forschende tun, um Falschinformationen und Wissenschaftsleugnung effektiv zu entkräften? Psychologe Philipp Schmid identifiziert vier Problembereiche als apokalyptische Reiter des postfaktischen Zeitalters und beschreibt einen systematischen Ansatz für die Wissenschaftskommunikation, um damit umzugehen. Wissenschaftskommunikation könnte so einfach sein. Eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler verkündet: „Impfen ist sicher!“, die Öffentlichkeit empfängt die frohe Botschaft und steigert als Reaktion die eigene Impfbereitschaft. Der Alltag sieht jedoch anders aus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen sich im sogenannten postfaktischen Zeitalter vier apokalyptischen Reitern gegenüber, die jegliche Wissenschaftskommunikation zu torpedieren scheinen. Der erste apokalyptische Reiter, der Wissenschaftsleugner, generiert Falschinformationen ohne Unterlass. Der zweite Reiter, die Medien, multiplizieren nach Belieben die Reichweite dieser Falschinformationen. Der dritte Reiter, die Korrekturbotschaft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, entpuppt sich als ineffektiv oder verstärkt die Falschinformation sogar. Und der vierte Reiter, die menschliche Informationsverarbeitung, macht den Empfänger der Falschinformationen blind für eine faktenbasierte Sichtweise. Um in diesem postfaktischen Szenario einen angemessenen Durchblick zu behalten, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf eine ihrer Kernfähigkeiten zurückgreifen – analytisches Denken. Wenn wir das Schreckensszenario des postfaktischen Zeitalters in Problemfelder gliedern, dann können wir die Reiter entmystifizieren, sie verstehen lernen und ihnen einen nach dem anderen entgegentreten.

via wissenschaftskommunikation: Postfaktische Apokalypse? – Vier Strategien gegen Wissenschaftsleugnung

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