Im Prozess um eine gewaltsame Auseinandersetzung an einem AfD-Werbestand hat das Amtsgericht Hamburg-Altona einen 62-Jährigen zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte müsse wegen Bedrohung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung 90 Tagessätze zu je 10 Euro zahlen, teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit. Die drei übrigen Angeklagten im Alter von 53, 73 und 81 Jahren wurden vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Das Urteil vom 2. Mai ist noch nicht rechtskräftig. In dem Prozess ging es um einen Vorfall am 1. September 2018 auf dem Wochenmarkt im Stadtteil Groß Flottbek. Ein heute 44-jähriger Mann hatte Broschüren von dem Werbestand heruntergewischt, wie er als Zeuge bestätigte. Dabei stürzte er auch den Tisch um. Bei der folgenden Rangelei hielt der 62-Jährige nach Überzeugung des Gerichts dem AfD-Gegner ein Messer an den Hals und drohte: «Ich schlitz dich auf, du Schwein!» Der 44-Jährige wehrte das Messer ab und erlitt dabei eine Verletzung an der Hand. Es sei hochgefährlich, jemandem ein Messer an den Hals zu halten, und es sei auch völlig unverhältnismäßig, so zu reagieren, erklärte die Richterin nach Angaben des Sprechers.

vi ZEIT. AfD-Unterstützer wegen Bedrohung zu Geldstrafe verurteilt