Der Direktor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, ist am Donnerstagabend von mutmaßlichen Neonazis in der Chemnitzer Innenstadt zusammengeschlagen worden. Die Polizei konnte wenig später die Tatverdächtigen festnehmen. Der Direktor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, wurde von Neonazis angegriffen. Der Generaldirektor der Chemnitzer Kunstsammlungen, Frédéric Bußmann, ist Opfer eines Übergriffs geworden. Er sei Donnerstagabend in Chemnitz von jungen Neonazis verprügelt worden, teilte Bußmann auf Twitter mit. Er habe die betrunkenen Männer zurechtgewiesen, weil sie “Sieg Heil” riefen und den Hitlergruß zeigten. Darauf sei er mit Schlägen und Tritten attackiert worden. Die Polizeidirektion Chemnitz bestätigte den Vorfall. Die Tat habe sich in einem Park in der Innenstadt ereignet. Die mutmaßlichen Täter im Alter von 15 bis 20 Jahren, drei Männer und zwei Frauen, seien gestellt worden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung und des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.
Am Freitag schilderte Frédéric Bußmann MDR SACHSEN, wie es zu dem Angriff kam. “Ich habe auf dem Heimweg im Concordiapark eine Gruppe grölender Leute gesehen. Als ich etwas näher kam, war da eine Gruppe von Jugendlichen, die den Hitlergruß zeigten und die ganze Zeit ‘Sieg Heil!’ riefen.” Er sei hingegangen und habe gesagt, dass er das nicht gut fände. “Während keine 2.000 Kilometer von hier Menschen im Ukraine-Krieg sterben, so einen Mist zu erzählen, geht gar nicht, habe ich gesagt.” Die Jugendlichen seien extrem aggressiv gewesen, hätten ihn sofort umringt und geschlagen. “Das ging ein, zwei Minuten so, dass ich geschlagen wurde. Als ich zur Leipziger Straße gehen wollte, ließ einer der Angreifer nicht von mir ab, hat mich getreten und geschlagen. Das war eine extrem brutale und aggressive Situation.” Glücklicherweise habe er einen Bus anhalten können. Der Busfahrer habe die Polizei gerufen und ihn in den Bus einsteigen lassen. “Ich hatte Glück, dass der Bus kam, weil ich nicht wusste, wie die weitergemacht hätten”, sagt Bußmann. Der Bus habe ihn zum Polizeipräsidium gebracht, wo er Anzeige erstattete. “Gleichzeitig wurden die Jugendlichen von der Polizei gefunden. Sie hatten offensichtlich überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Die Polizei hat die Identitäten aufgenommen und sie, da sie zum Teil noch minderjährig waren, nach Hause gebracht.”

via mdr: Überfall auf Museumschef in Chemnitz – rechter Hintergrund vermutet