Die Schweiz will von Sanktionen gegen Putin nichts wissen und friert russische Guthaben nicht ein. Journalisten, die Daten über Konten von Diktatoren veröffentlichen, droht Gefängnis. In der Schweiz befindet sich ein Drittel der russischen Auslandsvermögen. Der Handel mit Rohstoffen wird in Zug abgewickelt. Die Separatisten im Donbass setzen Waffen aus der Schweiz ein. Die russischen Konten will sie nicht einfrieren. Doch brechen Journalisten das Bankgeheimnis, riskieren sie eine Gefängnisstrafe. Dutzende von Zeitungen in der ganzen Welt berichten seit Tagen von den Geschäften der Schweizer Großbank Credit Suisse mit dem Schwarzgeld von Diktatoren, Oligarchen, Milliardären. Monatelang haben die Redaktionen geheime Kundendaten ausgewertet. Die „New York Times“, der „Guardian“, „Le Monde“ und die „Süddeutsche“ gehören dem Verbund an. In der Schweiz sind die führenden Regionalzeitungen der TX Group dabei: „Tages-Anzeiger“, „Basler Zeitung“, „Tribune de Genève“. Sie haben sich an den Recherchen jetzt aber nicht beteiligt. Die Enthüllung läuft unter dem Namen „Swiss Secrets“. Sie kommt nach einer Reihe von Skandalen, die das Bankenparadies erschütterten und die Schweiz auf die Anklagebank der Weltöffentlichkeit brachten. Unter ihrem Druck musste vor einem Jahrzehnt das Bankgeheimnis abgeschafft und der Automatische Informationsaustausch (AIA) eingeführt werden.
via faz: SCHWEIZ SCHONT PUTIN: Maulkorb für Medien
siehe auch: Die Schweiz entzieht sich den Sanktionen gegen russische Oligarchen. Ein großer Teil russischer Auslandsguthaben liegt in der Schweiz – und soll trotz der Invasion in die Ukraine unangetastet bleiben. Die eidgenössische Regierung kommt in Erklärungsnot. Ignazio Cassis ist diplomatische Drahtseilakte gewohnt. Doch nie wurde das diplomatische Geschick des amtierenden Bundespräsidenten der Schweiz, der gleichzeitig das Außenressort der eidgenössischen Regierung verantwortet, stärker gefordert als in diesen Tagen: Er muss erklären, warum die Schweiz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine die EU-Sanktionen nicht übernimmt – während er parallel dazu an einem Neustart der EU-Schweiz-Beziehungen arbeitet. Ignazio Cassis ist diplomatische Drahtseilakte gewohnt. Doch nie wurde das diplomatische Geschick des amtierenden Bundespräsidenten der Schweiz, der gleichzeitig das Außenressort der eidgenössischen Regierung verantwortet, stärker gefordert als in diesen Tagen: Er muss erklären, warum die Schweiz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine die EU-Sanktionen nicht übernimmt – während er parallel dazu an einem Neustart der EU-Schweiz-Beziehungen arbeitet.