In einem Seniorenheim in Rudolstadt-Cumbach sind seit Anfang November 28 Bewohner an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Die meisten waren nicht geimpft. Wie Betreiber und Gesundheitsamt dies erklären. (…) Dass seit dem 5. November insgesamt 28 Heimbewohner an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, ist nur schwer zu verkraften (…) Warum mehr als ein Drittel der 141 Heimbewohner nicht geimpft war? Laut dem Heimbetreiber gab es seit rund einem Jahr mehrere Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. “Wir haben drei Mal ein mobiles Impfteam im Haus gehabt”, sagt die Sprecherin. Viele Impfungen seien auch durch die Hausärzte im Heim gemacht worden. Die Heimleiterin habe mit Angehörigen oder Betreuern gesprochen, die der Impfung nicht zugestimmt hatten. “In diesen Gesprächen kam immer wieder das Argument, dass sie Sorge vor Nebenwirkungen hatten”, sagt sie. Aber auch: Dass manche Bewohner hochbetagt waren, ein sehr hohes Alter hatten, dazu mehrere Vorerkrankungen. “Dann war das Argument, dass das Risiko durch eine zusätzliche Belastung durch die Impfung nicht eingegangen werden sollte.” “Da können Sie nur noch hinterherlaufen”
Der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Christian Stiehler, akzeptiert zwar, dass sich Angehörige Sorgen machen, kann diese aber nicht nachvollziehen. “In dieser Altersgruppe auf die Impfung zu verzichten, ist nicht sinnvoll”, sagt er. “Das Risiko, Corona zu bekommen und daran zu sterben, ist viel höher, als das Risiko, das eine Impfung vielleicht hat.” Stiehler sieht da keinen Fehler beim Heim, dass sich das Virus so ausbreiten konnte. Für ihn sei vielmehr auffällig, dass in dem Heim eine große Menge von Menschen nicht geimpft war. Laut Stiehler rund 50 Heimbewohner nicht. (…) Schneller als die Informationen des Heimbetreibers verbreiteten sich die Gerüchte über die Situation in dem Heim in sozialen Netzwerken. Dort wird etwa behauptet, dass die Bewohner nach einer Boosterimpfung gestorben sind. Heim und Gesundheitsamt widersprechen. “Das ist glatt gelogen”, sagt Stiehler. “Wir haben hier wirklich jemanden, der aggressiv Falschmeldungen vertreibt.”
via mdr: Rudolstadt – Nach 28 Todesfällen in Seniorenheim: Das sagen Betreiber und Gesundheitsamt