Ende November will Klaus Püschel eine Lesung bei einer schlagenden Verbindung halten. Deren rechtsextreme Umtriebe scheinen ihn nicht zu stören. „Landsmannschaft Mecklenburgia“ erwartet renommierten Besuch. Am 27. November hat die rechtsextreme Burschenschaft den Rechtsmediziner Klaus Püschel als Referenten eingeladen – und er hat zugesagt. Der ehemalige Leiter des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf wird offenbar aus seinem Buch mit dem Titel „Wahrheit: Tote haben Recht(e)“ lesen, das er 2019 gemeinsam mit einer Staatsanwältin und einem Kriminalbeamten veröffentlicht hat. (…) Zu Gast war unter anderem Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof, der mit seinem Buch „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ ein Standardwerk des Geschichtsrevisionismus vorlegte. Oder Matthias Matussek, der Ex-Spiegel-Kulturchef, der bei einer rechtsextremen „Merkel muss weg“-Kundgebung sprach. „Während die Türen des Verbindungshauses nach rechts weit offen stehen, müssen andere Menschen draußen bleiben“, sagt Felix Krebs vom „Hamburger Bündnis gegen Rechts“. Schon die Prinzipien der Verbindung gebieten, dass Frauen, Zivildienstleistende und „Ausländer“ nicht aufgenommen werden können, wobei der „lockere Umgang Deutschlands bei der Vergabe seiner Staatsangehörigkeit“ angemahnt wird.

via taz: Umstrittener Rechtsmediziner Püschel – Zu Besuch bei den Braunburschen