Seit Jahren provoziert ein Politologe, der den Nachwuchs des Bundesnachrichtendienstes unterrichtet, mit rechten Thesen. Nun darf der Professor das BND-Gelände vorerst nicht mehr betreten. Ein Politikwissenschaftler, der seit Jahren mit rechten Äußerungen auffällt, kann vorerst keine angehenden Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) mehr unterrichten – wegen Extremismusverdachts. Es geht um den umstrittenen Professor Martin Wagener, der an der Hochschule des Bundes Sicherheitspolitik lehrt. Wie Wagener nun in einem Podcast öffentlich machte, sei gegen ihn am Montag ein Zutrittsverbot zum Zentrum für Nachrichtendienstliche Aus- und Fortbildung auf dem Gelände der BND-Zentrale in Berlin verhängt worden. Dort bilden Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz ihre Nachwuchskräfte aus. Seine Sicherheitsfreigabe sei »drastisch abgesenkt« worden, sagte Wagener, er könne seine Studenten auch nicht mehr über eine Lernplattform kontaktieren. Das sei »eine faktische Einschränkung meiner Lehrbefugnis«. Ausgesperrt wurde Wagener offenbar wegen eines Hinweises des Bundesamts für Verfassungsschutz. Ihm werde von der Kölner Behörde vorgeworfen, »Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung« zu verfolgen, so Wagener. Er bestreitet das. Anlass dürfte ein neues Buch des Politikwissenschaftlers mit dem Titel »Kulturkampf um das Volk« sein. Darin breitet Wagener die These aus, dass die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel »das Projekt der Ersetzung der deutschen Kulturnation durch eine multikulturell strukturierte Willensnation« verfolge. Den Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber – ebenfalls Professor an der Hochschule des Bundes – erinnern seine Ausführungen an das Gerede vom »Großen Austausch« in der Neuen Rechten.
via spiegel: BND-Ausbilder erhält Hausverbot