Die FDP hat oft gelitten unter den Sitznachbarn von der AfD. Kommt es zur Ampel, könnte es zum Sitzordnungs-Tausch mit CDU/CSU kommen – die Union wehrt sich. Die Sitzordnung im Deutschen Bundestag hat eine durchaus lange Geschichte, sie reicht quasi bis zur Französischen Revolution zurück. „Nach dem Sturz von Napoleon Bonaparte im Jahre 1814 bildete sich in der französischen Deputiertenkammer die klassische Unterscheidung in “links” und “rechts”, indem der Adel den Ehrenplatz zur Rechten des Präsidenten beanspruchte, während der dritte Stand zu seiner Linken saß“, heißt es in einer Erläuterung des Bundestags. Daraus entstand dann die Einordnung politischer Parteien, doch passt dieses Rechts-Links-Schema noch in heutiger Zeit? Die FDP mit ihrem Partei- und Fraktionschef Christian Lindner hat jetzt sehr zum Verdruss von CDU/CSU eine Debatte angestoßen, die Sitzordnung im neuen Bundestag, der auf 735 Abgeordnete angewachsen ist, zu ändern. Bisher sitzt ganz rechts die AfD, es folgt die FDP, dann CDU/CSU, die SPD, Grüne und ganz links die Linke – vom Sitz des Bundestagspräsidenten aus gesehen. Auf Tagesspiegel-Anfrage heißt es aus der FDP, man habe schon 2017 versucht, in die Mitte zu rücken, weil sich die Liberalen eben als politische Kraft der Mitte sehen. Und man strebe den Platzwechsel nun erneut an. Damals gab es keine Mehrheit für einen Tausch mit CDU/CSU und so hatte die FDP plötzlich die AfD-Fraktion als Nachbarn an ihrer Seite. Eine Erfahrung, die man nicht wiederholen will. Gerade anfangs in der Corona-Krise verstärkte das zudem ein Bild der politischen Nähe. Als „menschlich schlimm und gruselig“, werden das Gebaren und die Zwischenrufe von FDP-Leuten beschrieben, die man unmittelbar dort mitbekam.

via tagesspiegel: Ampel könnte CDU/CSU zum Platztausch zwingen – FDP will nicht mehr neben AfD im Bundestag sitzen