Die erste Sitzung der AfD-Fraktion geriet turbulent: Neuparlamentarier Matthias Helferich hat auf seine Fraktionszugehörigkeit verzichtet. Er hatte sich als »freundliches Gesicht des NS« bezeichnet. In einer stürmischen ersten Sitzung hat sich die neue AfD-Fraktion im Bundestag formiert. Noch vor der Wahl der neuen Fraktionsvorsitzenden beriet die Fraktion am Mittwoch darüber, ob die erstmals in den Bundestag gewählten Abgeordneten Matthias Moosdorf aus Sachsen und Matthias Helferich aus Nordrhein-Westfalen der Fraktion angehören sollen oder nicht. Als die Debatte hitzig wird, werden die Mitarbeiter der Fraktion vor die Tür geschickt. Am Abend verlässt Helferich die Sitzung. Helferich habe sich nach einer längeren Diskussion entschieden, der Fraktion nicht angehören zu wollen, sagte der scheidende Fraktionschef Alexander Gauland. (…) Gegen ihn war noch im Wahlkampf eine Ämtersperre verhängt worden. Hintergrund der vom Bundesvorstand beschlossenen Ordnungsmaßnahme waren Äußerungen in älteren Chats. Helferich bestreitet nicht, dass er sich darin als »freundliches Gesicht des NS« bezeichnet hatte. Auch sprach er von sich als »demokratischer Freisler«.

via spiegel: Nach NS-Äußerung – AfD-Politiker Helferich verzichtet auf Fraktionszugehörigkeit

siehe auch: Bundestagsabgeordnete erhalten Warnung vor AfD-Mann Helferich. Der Dortmunder AfD-Politiker Matthias Helferich zieht über die Landesliste in den Bundestag ein. Mit einer anonymen Mail wurde nun die Aufmerksamkeit etlicher Parlamentarier auf ihn gelenkt. Und: Mitglied in der AfD-Fraktion kann Helferich nun nicht mehr sein. “Passen Sie bitte alle gut auf sich auf!”, heißt es in dem Schreiben, das Abgeordneten aller Fraktionen im Bundestag zugegangen ist. Die E-Mail stammt aus der AfD oder deren Umfeld – und warnt die Parlamentarier vor einem neuen Kollegen. “Aus Reihen der AfD wird mindestens eine Person, die man zurecht als Nazi bezeichnen kann – nein, als Nazi bezeichnen muss – in den Bundestag als Abgeordneter einziehen.” Es handele sich, so das Schreiben, um Matthias Helferich, “der aus den Medien als ‘das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus’ oder auch als der ‘demokratische Freisler’ bekannt sein dürfte.” (…) Die anonyme E-Mail spiegelt die Position all jener in der AfD, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Helferich die Partei im Bundestag vertritt. Verschickt wurde sie von einem Account mit dem Namen Klaus Retter. In angehängten Dokumenten zeigt und analysiert der anonyme Urheber Chat-Einträge Helferichs aus dem Jahr 2017. Dabei geht es nicht nur um Helferichs Selbstbeschreibung, ein “freundliches gesicht des ns” zu sein und einen “‘demokratischen’ Freisler” geben zu wollen. Die angeschriebenen Abgeordneten erfahren auch, dass der AfD-Mann Bezug auf die NS-Organisation Lebensborn nahm, dass er bekannte, sein bürgerliches Image sei “nur schein” und dass er ankündigte, einen Parteifreund “im persönlichen gespräch” zu bedrohen.

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