Psychisch Kranker drohte, sich und andere umzubringen. Das Fachwerkhaus im Marbachweg fällt seit vielen Jahren negativ auf. Immer wieder öffnet der 50jährige Bewohner Fenster, ruft rechte Parolen. Am dem Tag, an dem Juden ihr Neujahrsfest feiern, drohte er, sich selbst und andere umzubringen. Die Polizei konnte den Mann schließlich festnehmen. Kommen Sie raus, oder wir kommen rein”, tönt es aus dem Megafon der Polizei. Rund um den Marbachweg sind die Straßen abgeriegelt. Niemand kommt rein. SEK, Überfallkommando und andere Polizei-Einheiten bereiten sich auf das Schlimmste vor. Bereits mittags hatte Georg B. (50) gedroht, “etwas zu machen”, sagt Novak Petrovic, der bestellte Betreuer des Mannes, der Physik studiert hat und vor 20 Jahren in die Nazi-Szene geriet. “Seit Wochen hat er gedroht, sich und das Haus anzuzünden. Heute Mittag hat er dann Flaschen auf Autos geworfen. Er hat seinem Arzt gesagt, dass er seine Waffe holt”, so der Betreuer. Dieser Arzt rief sofort die Polizei. Und die Polizei rief Petrovic dazu. Mehrere Stunden lang hat die Polizei auf den Mann eingeredet, der sich Bunker in seinem Garten und im Haus gebaut hat. Eine Mitarbeiterin einer Bäckerei gegenüber war beim Einsatz in der Nähe. “Das war schon gefährlich”, sagt sie. “Der Mann ist verrückt. Der ruft immer Nazi-Parolen aus dem Fenster oder hebt den Arm. Der ist richtig aggressiv”, sagt sie.” Das Geschäft musste geschlossen bleiben. Anwohner sorgen sich wegen des riesigen Polizeiaufgebots und Absperrungen. Schwer bewaffnete und maskierte Einsatzkräfte sind überall. Auch das Not-Interventions-Team ist da. Die Männer tragen besondere Kleidung. “Das kann Leben retten. Der Kragen und die Schürzen-ähnlichen Uniform-Bedeckungen sind ballistischer Schutz”, erklärt einer der Beamten. Die Atmosphäre ist angespannt, Anwohner sind verunsichert. Manche schimpfen, die meisten zeigen Verständnis. (…) Als die Sperren aufgehoben werden, öffnet Petrovic das innen völlig verwahrloste Haus. Es besteht komplett aus Müll. Beißender Geruch hängt in der Luft zwischen NPD-Aufklebern und bergeweise Flaschen, Tüten und Unrat.
via fnp_ Großeinsatz am Nazi-Haus im Dornbusch