Mit Videoserien wirbt die Bundeswehr seit mehreren Jahren um Nachwuchs. In einem Youtube-Video über den Bundeswehreinsatz in Mali war seit 2017 ein Soldat in einer Hose der Neonazimarke „Thor Steinar“ zu sehen. Erst nach einer RND-Anfrage ließ das Verteidigungsministerium das Kleidungsstück unkenntlich machen. Fast vier Jahre lang war in einem Werbevideo der Bundeswehr aus dem Einsatzgebiet der MINUSMA-Mission in Mali ein Soldat in einer Hose der Neonazikleidungsmarke „Thor Steinar“ zu sehen. Trotz früherer Hinweise durch Zuschauer auf der Videoplattform Youtube machte die Bundeswehr das Kleidungsstück erst nach einer Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) unkenntlich. Mit ihren Webvideoserien will sich die Bundeswehr als „cooler“, moderner Arbeitgeber präsentieren. Mit Action, Abwechslung und einer guten Beschäftigungsperspektive. Denn die Truppe hat ein Nachwuchsproblem. (…) Eine weitere auf der Videoplattform Youtube veröffentlichte Serie sollte 2017 einen Einblick in den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali geben. Doch ausgerechnet aufgrund eines dieser Werbevideos wird die Bundeswehr nun von der Frage eingeholt, wie es um ihren Umgang mit Rechtsextremisten in den eigenen Reihen bestellt ist. In Folge 21 begleitet die Kamera eine Übung für einen Rettungseinsatz, in dem Verletzte mit einem Helikopter geborgen werden. Außerdem werden die Vorbereitungen eines Soldaten und einer Soldatin für den „Malithon“ gezeigt – eine Sportveranstaltung mit 21-Kilometer-Lauf im Lager der MINUSMA-Truppen nahe der Stadt Gao. Zu sehen war dabei auch die Sporthose eines Soldaten – eine Hose der rechtsextremen Kleidungsmarke „Thor Steinar“. Auf dem Hosenbein ist der Schriftzug „Nordic Brand“ der Marke zu sehen. „Thor Steinar“ ist eine der wichtigsten und die mit Abstand bekannteste rechtsextreme Kleidungsmarke in Deutschland, die von Neonazis für Neonazis vertrieben wird. Seit dem Erscheinen des Videos vor fast vier Jahren wiesen Zuschauer in den Kommentaren auf Youtube zweimal darauf hin, dass hier ein rechtsextremes Kleidungsstück zu sehen ist. Vom Social-Media-Team der Bundeswehr wurden diese Hinweise jedoch offenbar übersehen oder nicht beachtet. Erst nach einer Anfrage des RND reagierte die Bundeswehr. Sie nahm das Video allerdings nicht aus dem Netz, sondern machte die Hose des Soldaten durch einen Unschärfefilter unkenntlich

via rnd: Erst nach vier Jahren unkenntlich gemacht: Soldat trägt in Bundeswehrvideo Neonazikleidung