AfD-Kandidat für das Amt des Landtagsvizepräsidenten in Sachsen-Anhalt stößt auf breite Ablehnung. Wenn der Sitzungsleiter im Landtag von Sachsen-Anhalt künftig den Namen Matthias Büttner aufruft, werden sich einige fragende Blicke gen AfD richten: Welcher von beiden ist gemeint? Es gibt in der neuen Fraktion der Rechtsradikalen tatsächlich zwei Abgeordnete, die denselben Namen tragen: einer aus Staßfurt, einer aus Stendal. Nun hat die AfD den Staßfurter Büttner für das Amt des Landtagsvizepräsidenten nominiert – jedoch ist nicht davon auszugehen, dass bald der eine Matthias Büttner den anderen zum Rednerpult bittet. Denn alle anderen Parteien haben bereits deutlich gemacht, dass sie bei der konstituierenden Sitzung des Landtags am 6. Juli gegen Büttner stimmen wollen. Grund für die breite Ablehnung ist eine Rede, die der 37-Jährige in der abgelaufenen Legislaturperiode gehalten hat: Am 12. Juni 2020 debattierte der Landtag über einen Antrag der AfD-Fraktion, den Bußgeldkatalog zu entschärfen. Eine abermalige Gelegenheit für die sich als Fürsprecherin des »einfachen Volkes« inszenierende extreme Rechte, mit populistischer Tonalität die Stimmung anzuheizen. »Eines Tages kommt der Tag«, wütete Büttner, »da stehen die Pendler und Autofahrer hier auf dem Domplatz mit Fackeln und Mistgabeln. Ich führe die dann zu den Büros, die die richtigen Büros sind. Zu denjenigen, die sich heute hier hingestellt haben, und dann können Sie den Leuten das erklären.« Eine Rhetorik, die unter den demokratischen Fraktionen auf breiten Widerstand stößt – gerade angesichts der noch frischen Bilder vom sogenannten Sturm auf den Reichstag und auf das Kapitol in Washington. Dass Büttner zu genau solchen Aktionen aufhetzen wolle, weist die AfD jedoch zurück: Sein Kandidat habe nicht zu Gewalt, sondern zum Dialog aufgerufen, sagte AfD-Fraktionschef Oliver Kircher der »Mitteldeutschen Zeitung«. Die mit Fackeln und Mistgabeln Bewaffneten sollten »mit den Abgeordneten reden – das hat Matthias Büttner gemeint und nichts anderes«.

via nd: »Mistgabeln« unerwünscht