Selenskyj demütigt Putin – “Ein jämmerlicher Anblick”

Russlands Siegesparade ist zu einem Schatten ihrer selbst verkommen: keine Wunderwaffen, dafür Zeichentrickfilme. Für Wladimir Putin wurde der 9. Mai zur massiven Blamage. Im Eiltempo sind am vergangenen Samstag die russischen Soldaten über den Roten Platz marschiert. In 45 Minuten war die Parade zum “Tag des Sieges” in Moskau vorbei. Gerade einmal zwölf Paradeformationen schritten an Wladimir Putin vorbei, der mit einigen wenigen anderen Staatschefs auf der Zuschauertribüne hockte. Unter die zwölf Formationen mischte sich auch ein nordkoreanisches Kontingent – die einzige Premiere bei der diesjährigen Mini-Parade von Wladimir Putin. Insgesamt ließ Putin so wenige Soldaten aufmarschieren, dass das russische Militär nicht einmal ihre Gesamtzahl bekannt gab. Auf Technik verzichtete man gänzlich – erstmals seit 2007: keine Panzer, keine Raketenwerfer. Nicht einmal Wladimir Putins liebstes Spielzeug der vergangenen Jahre, die Mittelstreckenrakete Oreschnik, war zu sehen. Stattdessen bekam das Publikum Propagandafilmchen des russischen Militärs zu sehen. “Zeichentrickfilme” nennt man dieses Genre in Russland längst. Die Animationen priesen angebliche “Wunder” russischer Militärtechnik. Doch über dem Roten Platz zog lediglich eine Kunstflugstaffel die russische Trikolore in den grauen Himmel. “Ein virtuelles ‘Potemkinsches Dorf’, kombiniert mit Elementen einer militärischen Fuß-Parade”, lautete das Urteil des Chefredakteurs der unabhängigen Zeitung “Novaya Gazeta Europe”, Kirill Martynow. Kaum war die Flugschau zu Ende, eilte Putin von der Tribüne. Die wenigen Meter vom Roten Platz bis zum Ewigen Feuer am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kreml-Mauer legte er nicht wie sonst zu Fuß zurück, sondern im gepanzerten Mercedes. Eingerahmt vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko auf der einen und Kasachstans Staatschef Kassym-Schomart Tokajew auf der anderen Seite, die ihm offenbar als lebendige Schutzschilde dienten, legte Putin schließlich Blumen am Denkmal nieder. “Ein jämmerlicher Anblick”, fasste der russische Politologe Dmitri Oreschkin das Geschehen in Moskau an diesem “Tag des Sieges” zusammen.

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siehe auch: KI-generierte Su-30 und MiG-29 statt echter Kampfjets? Zum 81. Jahrestag des Kriegsendes rollten in Moskau keine Panzer über den Roten Platz und auch die Luftparade warf Fragen auf. Die russischen Staatsmedien zeigten bei den Kunstflugstaffeln offenbar computergenerierte Aufnahmen statt echter Flugbilder. (…) Während der Übertragung der Veranstaltung war eine Formation aus fünf Su-30SM der “Russischen Ritter” und vier MiG-29 der “Strischi” zu sehen. Das Bild wechselte in eine computergenerierte Innenperspektive, die einen Flug mitten durch den Verband simulierte. Nutzer in sozialen Netzwerken warfen schnell Fragen über die Echtheit des Videos auf. Tatsächlich sahen die Aufnahmen teilweise wenig realistisch aus. Es sind spektakuläre Nahaufnahmen der Kampfflugzeuge. Von einem Begleitflugzeug war aus einer anderen Perspektive allerdings keine Spur zu sehen. Sobald die sechs Su-25 zu sehen sind, die die Parade abschließen, gibt es wieder zweifelsfrei echte Aufnahmen. (,,,) Die Nahaufnahmen der Kampfjets waren laut Analysten computergeneriert. Das Wetter im Video passte nicht zum Wetter in Moskau und auch die Lackierung der Maschinen war eine andere. Im Vorjahr, 2020, waren bereits einige nicht-echte Bilder gezeigt worden; DEEPFAKE-DEBAKEL Putins peinliche Militärparade: KI-Flieger zeigen NATO-Abzeichen Statt echtem Kunstflug gab es bei der Moskauer Siegesparade KI-Müll im Video. Das lässt Rückschlüsse auf den Zustand Russlands zu. Die Länderkennungen zeigen eine ganze Reihe von Nato-Staaten in einem KI-generierten Video. Screenshot Russische Medien Die russische Militärparade war an sich schon ungewöhnlich. Statt dem üblichen Militärgerät und mit Motorschaden liegen bleibenden Superpanzern gab es diesmal nur Marschmusik und im Gleichschritt marschierende Soldaten zu sehen. Auch der traditionelle Überflug der Kunstflugstaffeln fiel heuer deutlich abgespeckter aus. Sie bestand aus einer Formation der “Russischen Ritter” (Russkiye Vityazi) mit ihren Su-30 und der “Schwalben” (Strizhi) mit ihren Mig-29, sowie einer Su-25-Staffel, die die russische Flagge in den Himmel zeichnete. Fernsehzuschauer bekamen im staatlichen Rundfunk aber darüber hinaus ein besonderes Schauspiel geboten: Der Livestream wechselte dann zu einer beeindruckenden Kameraeinstellung aus dem Inneren der Formation, wobei die Kamera dicht um die Flugzeuge schwenkte – während des Fluges wohlgemerkt. Unmögliche Kamerfahrten Selbst technisch weniger beschlagenen Zuschauern fielen sofort zahlreiche Glitches auf. Erstens war die Kamerafahrt in dieser Form auf natürliche Weise nicht möglich gewesen. Unter anderem hätte die Kamera frei schwebend zwischen den Triebwerken platziert werden müssen, was in der realen Welt schnell zum Ende der technischen Lebensdauer üblicher Kameras geführt hätte. Im Fachmagazin Airlive hat man weitere Fehler ausgemacht. So passten die Beleuchtung und der Schattenwurf der gerenderten Modelle nicht zur tatsächlichen Bewölkung über Moskau zum Zeitpunkt der Parade. Das auffälligste Merkmal war aber besonders skurril: Auf den Jets waren Flaggen einer ganzen Reihe von NATO-Mitgliedsstaaten angebracht. Darunter Frankreich, Deutschland, Polen, Kanada, Norwegen, Finnland, UK, Italien und Belgien. Das führte natürlich zu einiger Heiterkeit in den westlichen sozialen Medien, schließlich gelten all die genannten Länder wegen ihrer Unterstützung für die Ukraine aus russischer Sicht als “unfreundlich”.

Anti-Asyl Proteste in den Niederlanden – Es brennt wieder – #terror

Seit Monaten gibt es Proteste gegen die Unterbringung Geflüchteter, auch mit Gewalt und Brandanschlägen. Am Dienstag gleich an mehreren Orten. Rund vierhundert Personen haben am Dienstagabend vor einer Notunterkunft im Städtchen Loosdrecht bei Hilversum dagegen demonstriert, dass dort 70 Asylsuchende ein halbes Jahr bleiben sollen. Die ersten Flüchtlinge waren dort am Morgen angekommen. Aus der Menge wurden Fackeln und Feuerwerkskörper in Richtung des Gebäudes geworfen, Hecken standen in Flammen. Kurzzeitig wurde die Feuerwehr am Zugang gehindert, bevor sie den Brand löschen konnte. Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen sich zu der Zeit in dem Gebäude befanden. Verletzt wurde niemand. Das Bild des ehemaligen Rathauses, vor dem Flammen emporschießen, ging in der Nacht auf Mittwoch durch alle niederländischen Medien. Es steht für die Zuspitzung der Lage in Loosdrecht, wo An­woh­ne­rin­nen seit Ende April gegen die Unterbringung in dem leer stehenden Gebäude protestieren, weil sie sich von der lokalen Verwaltung übergangen fühlen. Wie an anderen Orten im Land berufen sich die Demonstranten auf Sorgen um ihre Sicherheit. Schon im April kam es in Loosdrecht zu einem Versuch von Brandstiftung, außerdem wurden bei teils gewalttätigen Demonstrationen Po­li­zis­tin­nen mit Steinen und Feuerwerk angegriffen und Fenster des Gebäudes eingeworfen. (…) Am Dienstag wurde auch in Apeldoorn und Den Haag gegen geplante Unterkünfte demonstriert. In Den Bosch kam es am Samstag zu einer Explosion in einem als Wohnheim vorgesehenen Gebäude, die durch Feuerwerkskörper verursacht wurde. Am Mittwoch wurde bekannt, dass im Zusammenhang mit dem Anschlag von Loosdrecht drei Personen festgenommen wurden: ein 28-Jähriger wegen des Verdachts auf Brandstiftung und zwei Minderjährige wegen Gewalt gegen Jour­na­lis­tin­nen und die Polizei, bzw. öffentlicher Gewaltanwendung sowie des Werfens von Steinen und Fackeln. Keiner der Festgenommenen wohnt in Loosdrecht. Das Letztere zeigt, wie sehr die lokalen Proteste Teil einer landesweiten Bewegung gegen Asylunterkünfte sind. Angefacht werden sie immer wieder von rechtsextremen Politikerinnen. Geert Wilders, Chef der Partij voor de Vrijheid (PVV), rief schon 2015/2016 Bür­ge­r*in­nen zum „Widerstand“ gegen die asielzoekerscentrum (AZC) genannten Unterkünfte. Letzten Winter begann er eine selbst betitelte „AZC-Tour“ zu mehreren Orten, an denen sich Protest regt

via taz: Anti-Asyl Proteste in den Niederlanden Es brennt wieder

Geheimdienste widersprechen Trump: Iran soll noch 70 Prozent seiner Raketen besitzen – und damit längst nicht geschlagen sein

Der US-Präsident betont immer wieder, dass das Regime in Teheran militärisch weitgehend besiegt sei. Geheimdienste geben US-Medien zufolge eine ganz andere Einschätzung. Der Republikaner tobt. (…) US-Medienberichten zufolge verfügen die Mullahs noch immer über den Großteil ihrer Bestände an mobilen Abschussrampen und Raketen. Die „New York Times“ berichtet über Erkenntnisse von US-Geheimdiensten, wonach das Regime im Iran noch etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent des Raketenarsenals habe, das es vor dem Krieg hatte. Dieser Bestand umfasse sowohl ballistische Raketen, die andere Staaten in der Region ins Visier nehmen können, als auch einen kleineren Vorrat an Marschflugkörpern, die gegen Ziele mit kürzerer Reichweite an Land oder auf See eingesetzt werden können. (…) Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf einer Pressekonferenz im Pentagon am 8. April, dass Operation Epic Fury – die gemeinsame US-israelische Kampagne, die am 28. Februar gestartet wurde – „Irans Militär dezimiert und es für Jahre als kampfunfähig gemacht“ habe. Die Einschätzung der US-Geheimdienste nach Angaben der „New York Times“: 90 Prozent der unterirdischen Raketenlager und Startanlagen im Iran sollen wieder teilweise oder vollständig einsatzfähig sein 70 Prozent der mobilen Abschussrampen und etwa 70 Prozent des Raketenbestands aus der Zeit vor dem Krieg sollen dem Regime in Teheran zur Verfügung stehen 30 von 33 Raketenstandorten in der Straße von Hormus könnten von Irans Militär wieder genutzt werden

via tagesspiegel: Geheimdienste widersprechen Trump: Iran soll noch 70 Prozent seiner Raketen besitzen – und damit längst nicht geschlagen sein

siehe auch: Iran soll noch Großteil seines Raketenarsenals besitzen – Trump spricht von „Verrat“. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge ist der Iran bei den US-Angriffen bei weitem nicht so hart getroffen worden, wie von der Trump-Regierung behauptet. „Demnach hat der Iran wieder Kontrolle über 30 seiner 33 Raketen-Abschussrampen“, so Reporter Max Hermes. Der Iran soll militärisch nicht so geschwächt sein, wie es die US-Regierung darstellt – so berichten es gleich zwei US-Medien unter Berufung auf Geheimdienstquellen. US-Präsident Trump bezeichnet das als „Fake News“. (,,,) Die Berichte der „New York Times“ und „Washington Post“ stehen in starkem Kontrast zur Darstellung der US-Regierung, wonach der Iran durch den von Israel und den USA Ende Februar begonnenen Krieg militärisch weitestgehend geschlagen sei. Sie fallen zudem in eine Zeit, in der die direkten und indirekten Kosten des Kriegs in den USA immer wieder Thema sind.

Bild KI-generiert (Grok)

Betrunkener Neonazi ohne Führerschein baut Unfall in Palma und versucht zu flüchten

Der 46-Jährige fuhr nach dem Zusammenstoß weiter, riss ein Straßenschild um und hatte mehr als das Doppelte des erlaubten Alkoholwerts. Die Ortspolizei Palma ermittelt gegen einen 46-Jährigen ohne Führerschein, der nach einem Verkehrsunfall eine ganze Batterie weiterer Straftaten angesammelt hat. Der Mann soll mit seinem Fahrzeug ein anderes Auto gerammt, anschließend die Flucht ergriffen und dabei Straßenschilder und weitere Infrastruktur beschädigt haben. Zudem übertraf ein Alkoholtest den erlaubten Alkoholgrenzwert. Damit noch nicht genug: Der mutmaßliche Unfallverursacher zeigte den Beamten ein Hakenkreuz-Tattoo auf seinem Bauch und beleidigte Passanten. Was war passiert? Der Vorfall ereignete sich am 8. Mai gegen 18.15 Uhr. Nach Angaben von Zeugen war der Mann im Camí de la Vileta auf Höhe der Hausnummer 79 auf ein Auto aufgefahren, das an einer roten Ampel stand. Nach dem Zusammenstoß setzte er seine Fahrt zunächst fort, prallte gegen den Bordstein eines Kreisverkehrs, fuhr auf eine Verkehrsinsel und riss ein Straßenschild um. (…) Die Ortspolizisten stellten bei Überprüfungen fest, dass der Mann nie einen Führerschein der Klasse B besessen hatte. Seine Mofa-Lizenz war ihm bereits im Jahr 2014 nach dem vollständigen Verlust aller Punkte entzogen worden. Den vorgeschriebenen Kurs zur verkehrserzieherischen Nachschulung hatte er nicht absolviert.

via mallorcazeitung: Betrunkener Neonazi ohne Führerschein baut Unfall in Palma und versucht zu flüchten

siehe auch: Betrunkener Neonazi ohne Führerschein crasht Auto auf Mallorca Der Mann fuhr mit seinem Pkw an einer Ampel von hinten auf ein Fahrzeug auf, setzte seine Fahrt danach einfach fort und krachte in einem Kreisverkehr gegen Verkehrsschilder. Dann griffen Bürger ein Blick auf das Unfallfahrzeug. Gegen einen 46-jährigen spanischen Staatsbürger ermittelt derzeit die Lokalpolizei in Palma de Mallorca wegen Fahrerflucht nach einem Verkehrsunfall. Der Verdächtige war mit einem Fahrzeug zusammengestoßen, hatte versucht zu flüchten und dabei einige Verkehrsschilder beschädigt, wobei er den zulässigen Alkoholgrenzwert überschritten hatte. Zudem beleidigte er die Beamten und zeigte ein Nazi-Tattoo. Die Vorfälle ereigneten sich laut einer Pressemitteilung vom Donnerstag am 8. Mai gegen 18:10 Uhr. Mehrere Beamte des „Equipo Comunitario de Proximidad“ begaben sich zum Camí de la Vileta, wo sie mehrere Bürger vorfanden, die den Verdächtigen festhielten, als dieser versuchte, den Ort zu Fuß zu verlassen. Bei der Befragung durch die Beamten gab der Mann an, keinen Führerschein zu besitzen, und bat sie, dieses Detail zu ignorieren

Rechtsextreme Parolen in Lostau: Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

Ein Zeuge alarmierte am Dienstagnachmittag die Polizei, nachdem ein Mann in einem Wohngebiet in Lostau über Stunden hinweg verfassungswidrige Parolen gerufen hatte. Die Beamten konnten einen 44-jährigen Tatverdächtigen identifizieren. Ein Vorfall im beschaulichen Lostau beschäftigt seit Dienstagnachmittag die Behörden. In einem Wohngebiet im Bereich „Am Krankenhaus“ kam es laut Polizeibericht zu einer massiven Störung des öffentlichen Friedens durch rechtsextremistische Äußerungen. Zeuge reagiert besonnen Gegen 17:00 Uhr meldete sich ein 28-jähriger Zeuge bei der Polizei. Er gab an, dass ein Mann bereits seit mehreren Stunden lautstark rechtsextreme Parolen durch die Nachbarschaft brüllte. Der Hinweisgeber präzisierte seine Angaben dahingehend, dass dabei eindeutig verfassungswidrige Phrasen wie „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ zu hören gewesen seien. Polizei ermittelt Tatverdächtigen Die alarmierten Einsatzkräfte konnten vor Ort zügig einen 44-jährigen Deutschen als Tatverdächtigen feststellen. Gegen ihn wurde umgehend ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

via meetingpoint-jf: Rechtsextreme Parolen in Lostau: Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

Verfahren gegen AfD-Kreischef wegen SA-Parole eingestellt

Das Landgericht Fulda stellte das Verfahren gegen den 90-Jährigen ein. Er muss 1000 Euro an das Anne-Frank-Zentrum zahlen. HDas Landgericht Fulda hat am Mittwoch das Verfahren gegen einen 90-jährigen Bad Hersfelder eingestellt, der in seiner Funktion als Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg ein Essay auf der Website des Kreisverbands veröffentlicht hatte, in dem er sich kritisch mit der Verwendung der verbotenen SA-Parole „Alles für Deutschland“ auseinandergesetzt hat.

via hna: Verfahren gegen AfD-Kreischef wegen SA-Parole eingestellt

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten. Eine Umfrage erschütterte vergangene Woche die politische Landschaft: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wollen 41 Prozent der Befragten die AfD wählen. Damit ist die Alleinregierung für die Partei in dem Bundesland zum Greifen nah. Nach den aktuellen Umfragewerten kämen Grüne, FDP und BSW nicht mehr ins Landesparlament – und der AfD fehlten nur wenige Sitze zur absoluten Mehrheit. Zynisch könnte man anmerken: Ein weiterer Anstieg der Benzinpreise oder ein islamistischer Anschlag kurz vor der Wahl – und wir haben im Herbst das erste rechtsextrem regierte Land der Bundesrepublik. Alsbald hörte man die üblichen Besänftigungen: Der Druck des realpolitischen Alltags würde die Partei schon zu einer gemäßigteren Politik zwingen, die Versprechen der Populisten würden sich als nicht umsetzbar entpuppen, ihre Anti‑System‑Haltung entzaubert werden. Diese Argumentationslinien verkennen aber, welchen Schaden bereits eine Legislatur der AfD anrichten könnte. Beispiel Erinnerungspolitik: Schon heute deuten AfDler fleißig die Geschichte um. Zum 8. Mai machte die Landespartei auf »X« klar, sie werde diesen Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus nicht feiern, denn: »Es war eine Befreiung um den Preis einer totalen Niederlage der Nation.« Sie kritisierte einen »zunehmend absurden Schuldkult« und zitierte den ehemaligen CSU‑Minister Franz Josef Strauß: »Die ewige Vergangenheitsbewältigung als gesellschaftliche Dauerbüßaufgabe lähmt ein Volk!«

via ja: Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht