Sachsen-Anhalt: AfD kassiert erste Absagen für Sondierungsgespräche

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lädt die AfD alle Parteien zum Gespräch. Grüne und SPD sagen klar Nein. Wie es weitergeht, ist offen. Die Grünen haben Sondierungsgespräche mit der AfD über eine mögliche Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt abgelehnt. „Es ist absurd anzunehmen, dass wir mit der rechtsextremen AfD Gespräche über die Zukunft unseres Landes führen werden“, sagte Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz der Deutschen Presse-Agentur. (…) Die SPD wird ebenfalls nicht darauf eingehen. Das Schreiben der AfD sei per E-Mail beim Landesverband eingegangen, bestätigte ein Sprecher auf Anfrage. „Wir nehmen das Gesprächsangebot nicht an.“

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siehe auch: WAHL IN SACHSEN-ANHALT: AFD KASSIERT ERSTE ABSAGEN ZU SONDIERUNGSGESPRÄCHEN. Sachsen-Anhalt hat gewählt! Mit deutlichem Vorsprung konnte die AfD die Wahl für sich entscheiden, verpasste jedoch die absolute Mehrheit. Die CDU hat ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung eingefahren. Die Regierungsbildung dürfte spannend werden.

„MGGA!!!“ – Trumps AfD-Jubel ist ein transatlantischer Eklat

Der große Donald Trump interessiert sich plötzlich fürs kleine Sachsen-Anhalt? Kein Wunder – denn er kann den AfD-Sieg gerade gut gebrauchen. Für Merz ist diese Einmischung fatal. Donald Trump reichen drei Buchstaben, um Friedrich Merz nach dem Wahldesaster der CDU zu brüskieren: „Wow!“, schreibt der US-Präsident in der Nacht zu Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social: „Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade einen wirklich großen Abend.“ Populistische Partei? Ein großer Abend? Während der Bundeskanzler und CDU-Chef in der größten Krise seiner bisherigen Amtszeit steckt, bejubelt der US-Präsident den Sieg seines schärfsten politischen Gegners. Ein Eklat in den transatlantischen Beziehungen. Und deshalb ganz nach Trumps Geschmack. Trump nennt die „populistische“ Partei in seinem Post zwar nicht namentlich, doch es gibt keinen Zweifel, wen er meint: die AfD. (…) Denn nicht nur diplomatisch ist es eine Provokation, dass sich ein US-Präsident überhaupt zu einer Landtagswahl äußert. Mit 2,1 Millionen Einwohnern und einem jährlichen US-Exportvolumen von knapp einer Milliarde Euro ist Sachsen-Anhalt auch wirtschaftlich kaum von Bedeutung für die Vereinigten Staaten. Entscheidender ist aber Trumps Interpretation für den Erfolg der AfD. Die ist am Sonntag mit 43,8 Prozent stärkste Kraft geworden, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzte und kein einziges Direktmandat gewinnen konnte. Trump deutet den Wahlsieg als Teil eines internationalen Aufstiegs seiner MAGA-Bewegung – und legt das Ergebnis entsprechend aus. MGGA!!! DONALD TRUMP US-Präsident Die Deutschen hätten die „absolut schrecklichen Einwanderungsregeln und -vorschriften“ satt, die ihrem Land so sehr geschadet hätten, schreibt der US-Präsident auf Truth Social. Die Bewegung sei „im Aufwind“ und werde sich das nicht länger gefallen lassen – dann folgt ein Slogan mit Ausrufezeichen: „MGGA!!!“ Make Germany Great Again.

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siehe auch: „Ratschläge aus Weißem Haus brauchen wir nicht“: Bundesregierung reagiert auf Trump-Aussagen zur AfD Immer wieder kritisiert der US-Präsident Deutschland für seinen Umgang mit Migranten. Den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt kommentierte er euphorisch. Die Bundesregierung reagiert kühl. Die Bundesregierung hat die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. „Wir Deutschen entscheiden selbst, wie wir mit Migration umgehen, und auch, wen wir wählen“, sagte der Transatlantik-Koordinators der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), dem Tagesspiegel: „Ratschläge aus dem Weißen Haus brauchen wir dabei nicht.“

Schlagabtausch im Bundestag: Merz wirft AfD vor, “ethnische Säuberung nach Hautfarbe und Herkunft” zu wollen

Es war das erste Rededuell zwischen Merz und Weidel nach dem haushohen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Zweimal hat die Bundestagspräsidentin eingreifen müssen. Drei Tage nach dem haushohen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Partei im Bundestag scharf attackiert. Er warf der AfD in der Generaldebatte zum Haushalt “Verachtung unserer demokratischen Institutionen” vor. “Sie wollen unser Land destabilisieren”, sagte der CDU-Chef. Mit Blick auf den Begriff “Remigration” hielt er der Partei außerdem vor, “ethnische Säuberung” nach Herkunft und Hautfarbe betreiben zu wollen. Merz wurde seine ganze Rede über von Zwischenrufen der AfD unterbrochen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner rügte das Verhalten der Abgeordneten der Partei, die vom Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern als rechtsextremistisch eingestuft wird. “Wir sind hier nicht auf dem Fußballplatz”, sagte die CDU-Politikerin – und drohte Abgeordneten der AfD, sie aus dem Plenarsaal zu werfen.

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Ex-Stasi-Offizier, Neonazi-Vergangenheit und Vorstrafen: Wer für die AfD in den Landtag einzieht

Die AfD zieht mit 39 Abgeordneten in den Magdeburger Landtag ein – unter ihnen ein Ex-Stasi-Offizier, mutmaßliche Neonazi-Netzwerker und ein Urkundenfälscher. Magdeburg – Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD einen Rekordsieg eingefahren. 39 Abgeordnete aus dem als gesichert rechtsextrem eingestuften Landesverband ziehen in den Magdeburger Landtag ein. Bei einem Blick in die Biografien einiger künftiger AfD-Landtagsabgeordneter tut sich der ein oder andere Abgrund auf.
Frank-Ronald Bischoffs Vergangenheit hatte bereits vor der Landtagswahl für Ärger gesorgt, denn: Bischoff arbeitete zwischen 1977 und 1989 als Offizier im besonderen Einsatz für das Ministerium für Staatssicherheit. (…) Für Schlagzeilen sorgte kurz vor der Wahl auch der AfD‑Politiker Simon Lansmann. In fünf Bundesländern hatte die Polizei Objekte mutmaßlicher Mitglieder der verbotenen rechtsextremen Vereinigung „Artgemeinschaft“ durchsucht – darunter das Anwesen Lansmanns. Den Beschuldigten wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle vorgeworfen, die „Artgemeinschaft“ trotz eines bundesweiten Verbots fortgeführt zu haben. (…) Betroffen von der Durchsuchung kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war auch Sebastian Koch, der ebenfalls bei Lansmanns Sonnenwendfeier anwesend war. Auch Koch bestritt jede Nähe zu der Organisation. Der AfD-Mann ist seit Jahren in der rechtsextremistischen Szene vernetzt, wie Correctiv berichtet. Bereits 2009 habe er bei einer Sonnenwendfeier der rechtsextremen NPD teilgenommen und organisiere zudem „Sommerfeste“ im sachsen-anhaltischen Roxförde als Vernetzungstreffen für die rechtsextreme Jugend. Wie der Spiegel berichtet, soll er seine politische Laufbahn in einer Neonazi-Kameradschaft begonnen haben. (…)
Mit 48,1 Prozent der Erststimmen wurde auch der AfD-Kandidat Phillipp-Anders Rau direkt in den Landtag gewählt. Wie etwa der MDR berichtete, hatte sich Rau 2012 mit einem gefälschten Abiturzeugnis einen Studienplatz an der Hochschule Magdeburg-Stendal erschlichen: Statt seines tatsächlichen Notendurchschnitts von 3,5 wies das gefälschte Zeugnis eine 1,0 aus. Die Hochschule exmatrikulierte ihn später wegen arglistiger Täuschung. Für die Urkundenfälschung wurde er 2017 zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem soll Rau an Pornoproduktionen mitgewirkt haben, wurde wegen Diebstahls verurteilt und räumte vor Gericht eine frühere Kokainabhängigkeit ein. CDU-Politiker über AfD-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt: „Von braun bis kriminell ist alles dabei“ Ein Kommentar zu den Biografien der künftigen AfD-Abgeordneten aus Sachsen-Anhalt kommt unter anderem aus der CDU. So repostete Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels, auf der Online-Plattform X eine Auflistung einiger künftiger Abgeordneter inklusive stichpunktartiger Biografie mit den Worten: „Von braun bis kriminell ist alles dabei. Auch ne Art von Volkspartei Charakter.“ Der Politikwissenschaftler Peter R. Neumann schrieb zu der Liste, versehen mit einem Zwinker-Smiley: „Wer glaubt, die AfD sei eine ‚normale‘ Partei, sollte sich ansehen, wer gerade gewählt wurde: ehemalige Neonazis, ein verurteilter Fälscher, zwei Pornoproduzenten, diverse Putin-Bewunderer – und sogar ein ehemaliger hauptamtlicher Stasi-Offizier. Deutschlands Zukunft!“

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Hans-Thomas Tillschneider, das Mastermind hinter dem radikalen AfD-Programm

Der 48-jährige gebürtige Rumäne könnte in einer blauen Regierung Kultus- und Wissenschaftsminister werden. Uli hier, Uli da. Seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch mehr Popstar-Status als schon zuvor. Er ist und bleibt das Gesicht jener Landespartei, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden ist. Inhaltlich aber zieht ein anderer die Fäden, der während des Wahlkampfes nicht so im Vordergrund stand: Hans-Thomas Tillschneider. Er ist das Mastermind hinter dem radikalen Regierungsprogramm der AfD, in dem Sätze wie jener stehen: “Dieser pervers-linke, radikal feministische und individualistische Ungeist zersetzt (…) nicht nur traditionelle Familien- und Rollenbilder, er leugnet und kriminalisiert selbst biologische Tatsachen.” Tillschneider selbst findet das Programm “moderat”. Dass die AfD gar nicht so extrem sei und etwa in der Migrationspolitik immer wieder missverstanden werde, macht er an seiner eigenen Person fest. Er selbst sei ja auch kein gebürtiger Deutscher und dennoch in der AfD aufgestiegen. (…) Der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt beobachtet ihn seit 2020 und sieht ihn am ganz rechten Rand der AfD. Tillschneider gehörte dem mittlerweile offiziell aufgelösten völkisch-nationalistischen “Flügel” um Björn Höcke an, er hat Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) und nach Russland. Wladimir Putin ist für ihn “ein richtiger Mann mit gesundem Wertegerüst”.

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Wüst will verfassungsrechtliche Prüfung der AfD

Hendrik Wüst fordert eine neue Arbeitsgruppe von Bund und Ländern. Diese soll überprüfen, wie die AfD zum Grundgesetz steht. Um ein Verbot gehe es nicht unbedingt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat nach der Wahl in Sachsen-Anhalt eine Arbeitsgruppe gefordert, die die AfD verfassungsrechtlich prüfen soll. Ziel eines solchen Gremiums von Bund und Ländern soll nicht unbedingt ein Verbotsverfahren gegen die Partei sein: Die Prüfung müsse vielmehr ergebnisoffen sein, sagte Wüst der Nachrichtenagentur dpa. »Ich warne vor Schnellschüssen bei einem AfD-Verbot, denn das Verbot einer politischen Partei kann nur der letzte Weg sein, wenn wir unsere Verfassung schützen wollen«, sagte Wüst. Dennoch sei offen, »wie der Staat verfassungsrechtlich mit einer Partei umgeht, die mindestens in einzelnen Bundesländern verfassungsfeindliche Ziele verfolgt«. Wüst warnt vor AfD-Regierungsbeteiligung Deshalb sei eine Struktur nötig, »in der diese Fragen von Bund und Ländern sorgfältig, professionell und seriös geprüft werden«. Mitwirken an einer Arbeitsgruppe sollten Experten aus Bund und Ländern, sagte der CDU-Politiker. Außerdem Verfassungsrechtler und der Verfassungsschutz.

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Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, reagiert mit Sorge auf den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. »Die Wahl in Sachsen-Anhalt am Wochenende sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland am Herzen liegt. Nur 80 Jahre nach der Schoa erzielte eine Partei, deren Führungskräfte das Berliner Holocaust-Mahnmal als «Denkmal der Schande» bezeichneten, Rekordzuwächse«, sagte Prosor der Funke Mediengruppe. Antisemitismus sei ein Gift, das nicht toleriert werden dürfe. »Deutschland braucht an allen Fronten eine Brandmauer gegen Antisemitismus – nicht nur Worte der Verurteilung, sondern konkrete Taten«, forderte Prosor.

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