Hitlergruß beim CSD in Schwedt: Rechtsextreme versuchen, Demonstration zu stören

Mit Regenbogenfahnen sollte beim ersten CSD in Schwedt ein Zeichen gegen Hass und Hetze und für Toleranz gesetzt werden. Doch es kommt zu mindestens einem Zwischenfall. Bis zu 100 Menschen haben beim ersten Christopher Street Day (CSD) in Schwedt/Oder (Uckermark) für mehr Toleranz geworben. Die Polizei sprach von rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter gaben bis zu 90 Besucher an. Bei dem Zug am Samstag kam es zu mindestens einem Vorfall. Eine Person habe einen Hitlergruß gezeigt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Organisator Timo Achatzi sagte zudem, vier Rechtsextremisten hätten versucht, sich in den Zug einzubinden. Die Polizei habe sie davon abgehalten. Die Beamten bestätigten dies zunächst nicht. Die CSD-Teilnehmer gingen in bunten Outfits und mit Regenbogenfahnen gegen Hass und Hetze und für mehr Akzeptanz auf die Straße. Auf einer Fahne stand „Gegen rechts“ mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz, auf einem Transparent war „Love is love“ („Liebe ist Liebe“) zu lesen.

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iehe auch: CSD in Schwedt: Veranstalter berichten von Störversuch durch Rechtsextreme. Mit Regenbogenfahnen und bunter Kleidung ziehen Dutzende Menschen durch Schwedt in der Uckermark. Sie wollen ein Zeichen für mehr Toleranz setzen. Dabei kommt es zu mindestens einem Zwischenfall. Bis zu 100 Menschen haben beim ersten Christopher Street Day in Schwedt/Oder für mehr Toleranz geworben. Die Polizei sprach von rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter gaben bis zu 90 Besucher an. Bei dem bunten Zug am Samstag kam es zu mindestens einem Vorfall. Eine Person habe einen Hitlergruß gezeigt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Organisator Timo Achatzi sagte zudem, vier Rechtsextremisten hätten versucht, sich in den Zug einzubinden. Die Polizei habe sie davon abgehalten. Die Beamten bestätigten dies zunächst nicht.

Trump-Dinner: Verdächtiger verschickte Manifest kurz vor Anschlagsversuch

In US-amerikanischen Medien kursieren erste Details zum festgenommenen Verdächtigen. Der Bruder des Verdächtigen soll Minuten vor dem Anschlag die Polizei alarmiert haben – zu spät. Am Samstagabend ist es zu Schüssen bei einer Presse-Gala in Washington gekommen, nach denen US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in Sicherheit gebracht worden sind. Der mutmaßliche Schütze wurde überwältigt und verhaftet. Laut der Polizei handelt es sich um einen Mann Anfang 30 aus Los Angeles. Er sei mit einem Gewehr, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet gewesen. Er habe am Samstagabend (US-Ortszeit) an der Einlasskontrolle zu dem Fest das Feuer auf Agenten des Secret Service eröffnet. Ersten Medienberichten zufolge soll es sich beim Verdächtigen um einen 31-jährigen Nachhilfelehrer aus Kalifornien handeln. Er soll zudem kurz vor dem Anschlagsversuch ein Manifest an Familienmitglieder verschickt haben. Aus dem Schriftstück soll hervorgehen, dass der Verdächtige “Regierungsmitglieder treffen” wollte, heißt es in den Berichten. Auch der Bruder des Attentäters soll das Manifest erhalten und wenige Minuten vor dem Vorfall die Polizei im US-Bundesstaat Connecticut informiert haben – zu spät, um die zuständigen Behörden noch rechtzeitig zu warnen. Zahlreiche andere Fragen zum Geschehen im Hilton Hotel von Washington D.C. sind aber weiterhin offen. Der Verdächtigte soll in dem Bekennerschreiben seine Tat mit den Verfehlungen der Trump-Regierung, etwa ihrem Umgang mit Migrantinnen und Migranten und der Bombardierung lateinamerikanischer Fischerboote, rechtfertigen. Die Opfer könnten dem nichts entgegensetzen, er selbst aber könne etwas tun, soll es darin laut Medienberichten heißen. US-Justizminister Todd Blanche hatte vorher gesagt, der Verdächtige kooperiere nicht. Man gehe aber doch davon aus, dass der Mann Mitglieder der Regierung habe töten wollen, “wahrscheinlich auch Trump”. Beim Verdächtigen, der von Sicherheitskräften lebend festgenommen wurde, handelt es sich nach einem Bericht des TV-Senders CBS und vieler weiterer US-Medien um einen 31-Jährigen Maschinenbauingenieur aus Kalifornien, der zuletzt als Lehrer bei einem Nachhilfeinstitut gearbeitet hatte. Ob er dort aktuell noch tätig war, ist offen. Im Herbst 2024 war er aber zum “Lehrer des Monats” gewählt worden

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siehe auch: Nach Schüssen im Hilton Hotel: Ungerührte Gäste und ein Auftritt im Smoking beschäftigen das Netz Rund um die Schüsse im Hilton beschäftigen auch eine Reihe eigenwilliger Szenen zum möglichen Attentatsversuch auf Donald Trump bei einem Dinner für US-Medien das Internet. Chaotische Szenen aus Washington: Bei einem Gala-Dinner für Journalisten in einem Luxushotel fallen am Samstagabend (Ortzeit) Schüsse. US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania und Kabinettsmitglieder werden schnellstens in Sicherheit gebracht. Ein bewaffneter Verdächtiger wird festgenommen, ein angeschossener Polizist muss ins Krankenhaus gebracht werden. Doch neben dem Hauptgeschehen, sind es auch andere Details des Abends, die das Netz beschäftigen (…) Die Videoaufnahmen zeigen auch, dass US-Vizepräsident J.D. Vance bereits vor Trump aus der Gefahrenzone gebracht wird. Das sorgt ebenfalls für Erstaunen, könnte aber auch einfach mit Trumps Stolpern in Zusammenhang stehen – oder mit der, besonders für solche Fälle, dringenden Notwendigkeit, die Regierungsspitze der USA in einem Krisenfall nicht am exakt gleichen Ort zu sammeln. Was, andererseits, einen weiteren überraschenden Aspekt am Angriff zeigt: Dass so viele Mitglieder der Regierung bei einem schlichten Pressedinner anwesend waren, könnte in der Aufarbeitung noch für einige Fragen sorgen. (…) Manche Gäste des abrupt beendeten Dinners scheinen nicht akzeptieren zu wollen, dass die Party vorbei ist, bevor sie richtig angefangen hat. In Aufnahmen, die im Netz kursieren, sind etwa Gäste zu sehen, die mit vollen Sekt- und Weinflaschen in der Hand Selfies machen, die sie sich augenscheinlich angeeignet haben. Andere versorgen sich noch mit ein paar Flaschen, bevor sie sich wohl auf den Weg zum Ausgang machen.

Verteidigungsminister getötet: Tuareg und Jihadisten überrennen Russen und Regierung in Mali

Die Volksgruppe aus dem Norden des Landes hat mithilfe jihadistischer Gruppen eine für Bamako und Moskau peinliche Offensive gestartet. Nicht zum ersten Mal in jüngerer Zeit hat Russland bei seinen Bemühungen, weltweit militärischen Einfluss geltend zu machen, einen Rückschlag erlitten. In Mali haben Rebellen jihadistischer Gruppen gemeinsam mit Milizen der Tuareg-Volksgruppe eine Überraschungsoffensive gestartet und dabei die seit 2021 eng mit Moskau verbündete Junta-Regierung in schwere Bedrängnis gebracht. Wie der französische Sender RFI meldet, sollen Mitglieder der Jihadisten bei ihrem Vorstoß auch Verteidigungsminister Sadio Camara in einer Militärbasis außerhalb der Hauptstadt Bamako getötet haben. Bestätigt wurde das vorerst nicht. Zudem haben die Angreifer, die mehrere wichtige Städte zugleich ins Visier nahmen, offenbar auch die Stadt Kidal im Norden des Landes eingenommen. Deren Stabilisierung in den Händen der Regierung hatte als eine der großen Errungenschaften seit dem Militärputsch von 2021 gegolten. Angeblich zogen die dort stationierten russischen Truppen nach einem Deal mit den Rebellen am Sonntag ab, die malischen Soldaten in einer belagerten Basis blieben zurück.

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Neuer Rassismus-Bericht des Bundes – Besonders viele Fälle an Schulen und am Arbeitsplatz

Die Schweiz verzeichnete 2025 mit 1245 dokumentierten Fällen einen Höchststand der rassistischen Diskriminierung. Besonders betroffen: schwarze Menschen und Muslime. Rassistische Diskriminierung geschieht überall. Das zeigen die Vorfälle, die im neuesten Rassismus-Bericht des Bundes aufgelistet werden. Etwa im Zug, wo eine Frau von einem Mann rassistisch beleidigt wurde und dieser sie, als sie ihn daraufhin filmte, tätlich angriff. Oder in der Schule, wo ein muslimischer Junge von seinem Lehrer wegen seiner Religion angeschrien und beleidigt wurde. Im vergangenen Jahr haben Beratungsstellen insgesamt 1245 Diskriminierungsfälle dokumentiert und ausgewertet. Dies geht aus dem noch unveröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und der Organisation humanrights.ch hervor, der Blick vorliegt. Schwarze Menschen am häufigsten diskriminiert Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von drei Prozent. Damit bewegen sich die Fallzahlen weiterhin auf hohem Niveau, nachdem sie im Jahr zuvor um nahezu 40 Prozent gestiegen waren. Insgesamt haben die Fälle einen neuen Höchststand erreicht. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen. So schreiben die Autorinnen und Autoren im Bericht: «Wir gehen aber auch dieses Jahr davon aus, dass die Fälle, die im Beratungsnetz erfasst werden, nur die Spitze des Eisbergs sind.» Wie in den Jahren zuvor waren mit 406 Fällen auch 2025 am häufigsten Schwarze Menschen von Diskriminierung betroffen. So meldete sich etwa ein Schwarz gelesener Mann bei der Beratungsstelle, weil er an einem Bahnhof rassistisch beschimpft wurde und Todesdrohungen erhielt. Antimuslimischer Rassismus nimmt zu Laut den Autorinnen und Autoren des Berichts haben Beratungsfälle, bei denen es um antimuslimischen Rassismus ging, am meisten zugenommen. So waren insgesamt 281 Menschen davon betroffen. 113-mal waren die Diskriminierungen gegen Menschen aus dem arabischen Raum gerichtet. 95 der gemeldeten Fälle betrafen Personen aus dem asiatischen Raum. Als antisemitisch werden 60 der Ereignisse eingestuft. Der Bericht führt hier das Beispiel einer Studentin auf, die aufgrund ihres jüdischen Nachnamens eine Absage für ein WG-Zimmer hielt und beschimpft wurde.

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REAKTION – “Hitler-Redner” Alexander Eichwald wehrt sich gegen Rauswurf bei der AfD

Alexander Eichwald hielt bei der AfD eine Rede im Stil von Hitler. Nun wurde er aus der Partei ausgeschlossen, will den Rauswurf aber nicht hinnehmen. An den 29. November 2025 haben viele in der AfD noch gut im Gedächtnis. An diesem Tag gründete sich im hessischen Gießen die neue Jugendorganisation “Generation Deutschland”, Jean-Pascal Holm wurde zu ihrem Chef gewählt. Doch die Gründungseuphorie störte ein junger Mann gewaltig: Alexander Eichwald, ein Delegierter aus Herford in Nordrhein-Westfalen. Als er sich um ein Amt im Vorstand bewarb, hielt er eine Rede, die – noch während er auf der Bühne stand – viele im Saal aus der Fassung brachte. Denn Eichwalds Vortrag erinnerte nicht wenige an die Reden Hitlers. Er rollte das “R” stark, fuchtelte mit den Armen und sagte Sätze wie diese: “Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam” und “Es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen.” Er erklärte auch, dass Menschen, die sich dafür einsetzten, dass in Deutschland geborene Kinder automatisch deutsch seien, “bei einem Schwein, welches in einem Kuhstall geboren wurde”, niemals sagen würden “ja, es ist doch eine Kuh und kein Schwein”. (…) Am Wochenende folgte das parteiinterne Schiedsgericht der AfD-Nordrhein-Westfalen dem Antrag und schloss Eichwald aus der Partei aus. Der war nicht persönlich zur Verhandlung erschienen, hatte aber kurz vorher zwei Videos mit Vorwürfen gegen die AfD bei YouTube hochgeladen. In diesem erklärte er: “Ich bin weiterhin Mitglied der AfD und beabsichtige, es weiterhin zu bleiben.” Er betonte auch, dass er im November in Gießen von niemandem eingeschleust worden sei und für seine Rede auch kein Geld bekommen habe. Zum STANDARD sagte Eichwald, er sei nicht zum Termin vor dem Landesschiedsgericht erschienen, da er seine Argumente gegen den Ausschluss ohnehin schriftlich vorgebracht habe – etwa, dass Fuchteln mit den Armen oder das rollende “R” keinen AfD-Regularien widerspreche. Den Rauswurf nimmt er nicht hin, er geht nun zum Bundesschiedsgericht

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Ermittlungen in Mönchengladbach – Mobbing, sexualisierte Sprache und Fehlverhalten in Reihen der Polizei – #polizeiproblem

Gegen Polizei-Führungskräfte in der NRW-Stadt werden schwere Vorwürfe erhoben. Sie sind vorläufig suspendiert. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Anfangsverdacht. Bei der Polizei Mönchengladbach wird wegen „schwerwiegender Vorwürfe“ gegen drei Beamte mit Führungsaufgaben ermittelt. Es gehe um „Vorwürfe wegen grenzüberschreitenden Führungs- und Umgangsverhaltens, Mobbing, sexualisierter Sprache und Fehlverhaltens“ gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten, teilte die Polizei mit. Einzelheiten nannte die Behörde nicht. Die drei wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Noch gegen weitere Beamte stehen laut Polizei Vorwürfe im Raum. Zuvor hatte die Rheinische Post darüber berichtet. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach leitete wegen eines „Anfangsverdachts für Straftaten“ gegen mehrere Beschuldigte ein Ermittlungsverfahren ein. Die Ermittlungen habe die Polizei Aachen übernommen, sagte Behördensprecher Florian Scheffel. Um welche möglichen Straftatbestände es im Einzelnen geht, sagte er nicht. Bei den Beschuldigten handele es sich um Männer. (…) Die Vorwürfe sollen laut Polizei teilweise mehrere Jahre zurückliegen. Die Betroffenen seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, sagte die Polizeisprecherin. Wie viele es genau sind, sagte sie nicht. Die Sprecherin bestätigte Informationen der Zeitung, wonach noch gegen weitere Polizeibeamte der 18-köpfigen Dienstgruppe Vorwürfe im Raum stünden. Diese Beamten seien aber nicht suspendiert worden. Wie viele Beamte dies seien, wurde nicht bekannt. Polizeipräsident sieht Werteverstoß Die Vorwürfe gegen die drei Führungskräfte waren laut der Polizeimitteilung Mitte vergangener Woche, also etwa Mitte April, im Polizeipräsidium Mönchengladbach bekanntgeworden. Öffentlich wurden sie rund zehn Tage später. „Das vorgeworfene Verhalten widerspricht in jeder Hinsicht den Werten der Polizei Nordrhein-Westfalen und wird im Polizeipräsidium Mönchengladbach nicht geduldet“, hieß es. Polizeipräsident Stephan Zenker habe hierzu auch intern klar Stellung bezogen.

via taz: Ermittlungen in Mönchengladbach Mobbing, sexualisierte Sprache und Fehlverhalten in Reihen der Polizei

Rechte Gewalt – Erst Neonazi-Sticker verklebt, dann zugestochen – #terror

In Magdeburg soll ein Rechtsextremer einen 80-Jährigen fast erstochen haben. Eine politische Tat, die eines psychisch Kranken, oder beides? Ulrich C. schweigt. Seit sieben Prozesstagen schon sitzt der 56-Jährige im Saal A23 des Landgerichts Magdeburg. Brille, schütteres Haar, Anorak. Jeden Verhandlungstag wird der Küchenhelfer von Sicherheitsbediensteten in den Saal geführt, an den ersten Tagen noch in Handschellen, aus einer geschlossenen Psychiatrie kommend. Dann starrt Ulrich C. in den Saal. Bisher sagt er nichts zum Vorwurf, dass er einen mittlerweile 81-jährigen Magdeburger beinahe erstach, weil dieser sich über das Verkleben von ein paar Stickern beschwerte. Sticker des III. Wegs, eine der radikalsten Parteien im rechtsextremen Spektrum. Vor sieben Monaten, am 2. September 2025, gegen 21.20 Uhr, soll Ulrich C. in seiner Magdeburger Wohnsiedlung unterwegs gewesen sein. Ein Plattenbaugebiet im Norden der Stadt, nebenan ein Badesee. Kurz vorher soll Ulrich C. einem Bekannten per Handynachricht geschrieben haben, er gehe jetzt „Aufkleber kleben“. An Laternenpfähle und einen Altkleidercontainer soll er dann die Sticker des III. Wegs verteilt haben. Ulrich C. soll dabei auf den Rentner Wolfgang P. getroffen sein, der seine tägliche Abendrunde mit seinem Hund machte. Auch der damals 80-Jährige lebt in der Wohnsiedlung. Als er sah, wie der andere Mann die Aufkleber anbrachte und die Klebefolienreste auf den Boden warf, fragte er ihn, was er da mache, er solle den Müll aufheben. Dass es Aufkleber einer rechtsextremen Partei waren, habe er da gar nicht gesehen, erzählte Wolfgang P. später vor Gericht. „Wie eine Tarantel“ sei der andere Mann dann sofort auf ihn losgegangen, habe auch seinen Hund getreten. Ein unvermittelter Messerstich in den Oberkörper Auch in der Anklage gegen Ulrich C. heißt es, dass dieser unvermittelt dem Rentner einen Schlag ins Gesicht verpasste. Als der sich wehrte, soll Ulrich C. ein Pfefferspray hervorgeholt und Wolfgang P. damit besprüht haben. Dann habe er ein Messer gezückt. Mit Wucht habe er dieses in den Oberkörper von Wolfgang P. gerammt, neben die linke Achsel, 15 Zentimeter tief, es traf dessen Lunge. Der Rentner schaffte es noch, den Angreifer zu treten, dann sackte er zusammen. Ulrich C. soll danach das Messer aus dessen Oberkörper gezogen haben und durch ein Gebüsch geflüchtet sein. Zurück blieb Wolfgang P., blutüberströmt. Ein Fußgänger eilte herbei, leistete erste Hilfe, rief Rettungskräfte. Nur ihm sei es zu verdanken, dass Wolfgang P. noch am Leben sei, sagte die Staatsanwältin im Prozess. Als er im Krankenhaus eintraf, hatte er fast einen Liter Blut verloren, ein Lungenflügel war kollabiert, er schwebte in akuter Lebensgefahr. Ärzte versetzten ihn mehrere Tage in ein künstliches Koma. Er überlebte. Die Tat ist bisher öffentlich kaum bekannt. Nur Lokalmedien berichten darüber. Dabei erschreckt nicht nur ihre Brutalität. taz-Recherchen untermauern auch einen Aspekt, der bisher kaum vor Gericht thematisiert wurde: Dass hier offenbar ein Rechtsextremist fast einen Menschen tötete. Denn Ulrich C. soll nicht nur Aufkleber des III. Wegs verklebt haben, er ist auch bereits seit jungen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv.

via taz: Rechte Gewalt Erst Neonazi-Sticker verklebt, dann zugestochen