Online-Händler entfacht mit Anti-AfD-Werbung heftige Diskussion

Ein Online-Händler plante mit zweideutigen Aussagen im Internet Werbung für sich zu machen – auf Kosten der AfD. Die Kampagne hatte ein Nachspiel. Der Online-Händler Galaxus Deutschland steht wegen einer umstrittenen Werbekampagne in den sozialen Netzwerken in der Kritik. Hintergrund ist ein kurzer Clip, in dem eine junge Frau bei dem Spiel „Wer bin ich?“ mehrere Anspielungen zur AfD-Vorsitzenden Alice Weidel macht und sich dabei ausfällig äußert. Das Video wurde innerhalb weniger Tage mehr als zehn Millionen mal aufgerufen. Die AfD reagierte mit einem Statement. Bei dem Spiel „Wer bin ich?“ wird einer Person ein Zettel mit einem Begriff auf die Stirn geklebt, den sie anschließend durch einfache „Ja“- oder „Nein“-Fragen erraten muss. In dem Werbevideo des Online-Händlers sitzt eine junge Frau ebenfalls auf dem Bett, auf ihrer Stirn prangt ein Post-It mit dem Begriff „Galaxus“. Durch ihre Fragen folgt sie aber erst einmal einer anderen Spur: „Bin ich in manchen Teilen Deutschlands erfolgreicher?“, fragt sie und legt nach mit „Kennt man mich in letzter Zeit vor allem wegen einer blonden Frau? Hatte die was mit der Schweiz zu tun? Bin ich queerer, als ich tue? Und wählen mich auch Idioten?“ „Diffarmierung“ und „unterste Schublade“ – AfD reagiert in Stellungnahme auf umstrittene Werbung In dem knapp 50 Sekunden lange Werbeclip blickt die Frau am Ende genervt in die Kamera, schnaubt „Ernsthaft?“ und rät anschließend: „Dann bin ich Alice…“ Der Nachname wird mit einem Piepton zensiert. Die Frau simuliert einen Würgereiz und ist erleichtert, als sie erfährt, dass sie falsch liegt. Mit ihrem zweiten Versuch tippt sie richtig, wer sie ist. Dann endet der Clip.

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Landeselternrat MV: AfD-Landtagskandidatin in den Vorstand gewählt

Die AfD ist erstmals im Vorstand des Landeselternrats vertreten. Die etwas mehr als 50 Delegierten haben die AfD-Landtagskandidatin Manuela Medrow in das neunköpfige Spitzengremium gewählt. Der Landeselternrat vertritt die Interessen der Eltern von Schülern in Mecklenburg-Vorpommern. Das Spitzengremium ist regelmäßig im Austausch mit dem Bildungsministerium in Schwerin und den Schulbehörden. Es geht dabei auch um eine bessere Qualität der Schulangebote. Am vergangenen Wochenende haben die Delegierten, die von den Kreis- und Stadtelternräten entsandt wurden, in Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim) für die nächsten zwei Jahre einen neuen Vorstand gewählt. Für ihre Kandidatur bekam auch die AfD-Landtagsbewerberin Manuela Medrow eine Mehrheit, für sie stimmten 32 der 58 Delegierten. (…) Im Nachhinein hat die Wahl Medrows den Landeselternrat “kalt erwischt”, wie es intern heißt. Medrow habe vor ihrer Wahl ihre AfD-Mitgliedschaft und ihre politische Ambitionen für den Landtag verschwiegen, berichten Teilnehmer dem NDR. “Wäre das bekannt gewesen, wäre sie nicht gewählt worden”, erklärte ein Teilnehmer. Jetzt müsse man mit der Situation umgehen. Die AfD-Politikerin sitzt seit Ende Oktober auch im Stadtelternrat Schwerin, von dort wurde sie als Delegierte für die Versammlung des Landeselternrats entsandt. Auch im Stadtelternrat waren ihre politischen Ambitionen für die AfD nicht bekannt.

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#Brandmauer bei #Landwirten – Niedersächsischer #Bauernverband lädt AfD zu Diskussion ein

Das Landvolk, Niedersachsens größter Bauernverband, hat ein Podium angekündigt, auf dem auch ein AfD-Politiker sprechen soll. Trägt das zur Normalisierung der Partei bei? 3.12.2025 15:18 Uhr teilen Rechte schmeißen sich gern an Landwirte ran: Mann mit AfD-Weste bei Bauernprotest Foto: Imago Von Jost Maurin Der größte Bauernverband in Niedersachsen, das Landvolk, hat einen AfD-Politiker zu einer Podiumsdiskussion auf seiner Mitgliederversammlung eingeladen. In der Einladung zum „Polit-Talk“ am Donnerstag in Hannover steht neben den agrarpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen auch der AfD-Politiker Alfred Dannenberg. In der Runde solle die „Agrarpolitik in Niedersachsen beleuchtet“ werden, heißt es in dem Schreiben, das der taz vorliegt. „Solche Auftritte normalisieren eine Partei, die der Verfassungsschutz in Niedersachsen als rechtsextremen Verdachtsfall führt“, kritisierte der Agrarsprecher der Grünen im Landtag, Pascal Leddin. Die Strategie, die AfD in derartigen Diskussionen inhaltlich zu stellen, funktioniere nicht. Die Partei leugne sogar den Klimawandel. „Mit denen ist keine faktenorientierte Diskussion möglich. Mit der AfD zu diskutieren ist, wie einen Pudding an die Wand zu nageln.“ Er hätte die Veranstaltung am liebsten gemeinsam mit CDU und SPD boykottiert, sagte Leddin. „Aber nachdem klar war, dass die CDU bei der Zusage bleiben würde, wäre das Podium faktisch zu einer AfD-CDU-Runde geworden und das kam für mich nicht infrage.“ Das Landvolk hätte die AfD nicht einladen müssen, so der Grüne. Die Partei regiert in Niedersachsen nicht, sondern ist die kleinste Oppositionsfraktion. Das Landvolk hatte zuvor erklärt: „Unser Umgang mit der AfD beschränkt sich auf das protokollarisch gebotene Maß.“ „Protokollarisch geboten ist es, in einem Landtagsausschuss auf Fragen der AfD zu antworten. Aber nicht, sie einzuladen“, so Leddin. Auch die agrarpolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Karin Logemann, forderte das Landvolk auf, „den AfD-Vertreter vom Podium zu nehmen.“ Logemann wäre es auch am liebsten gewesen, die Veranstaltung gemeinsam mit CDU und Grünen zu boykottieren – wenn „wir uns einig gewesen wären“.

via taz: Brandmauer bei Landwirten Niedersächsischer Bauernverband lädt AfD zu Diskussion ein

siehe auch: Landvolk und AfD: Spürbare Distanz bei Podiumsdiskussion Die AfD ist bei der Mitgliederversammlung des Landvolks in Hannover am Donnerstag auf offenen Widerspruch und spürbare Distanz gestoßen. Bei einer Podiumsdiskussion mussten sich alle Parteien den Fragen der Mitglieder stellen. Als die agrarpolitischen Sprecher der vier im Landtag vertretenen Parteien vorgestellt werden, zeigt sich die Grundstimmung im Saal sofort: Applaus für die CDU, auch für die SPD, verhaltener Applaus für die Grünen. Für die AfD bleibt es bei einem kurzen, pflichtbewussten Klatschen. Es wird für die Partei der letzte Applaus des Tages bleiben. Die Landwirte achten bei ihrer Mitgliederversammlung sichtbar darauf, keine missverständlichen Signale zu senden. Obwohl es im Verlauf einzelne inhaltliche Schnittmengen mit der AfD gibt, wird nicht geklatscht. Zurückhaltung bleibt Leitmotiv während der Veranstaltung. Die Fragen der Landwirte sind direkt und ungeschönt. “Warum dulden Sie einen Herrn Höcke in Ihrer Partei?” So lautet eine der ersten Fragen der Diskussion. Die Antwort des AfD-Landtagsabgeordneten Alfred Dannenberg bleibt ausweichend. Die Folge: Kopfschütteln im Saal und unruhiges Rutschen auf den Stühlen. Noch deutlicher wird es, als Landvolk-Präsident Holger Hennies die AfD mit ihrer Europapolitik konfrontiert. “Das wäre für viele Landwirte, aber auch für viele andere Gewerbetreibende, wirtschaftlich das Ende. Das ist Ihnen klar, oder?” AfD-Abgeordneter Dannenberg antwortet: “Das ist uns klar, und auch hier steht ein möglicher Austritt an letzter Stelle.” Die Reaktionen sind sofort da: Raunen, ungläubiges Lachen, Kopfschütteln. Niemand klatscht – der Abstand ist spürbar. Die Europafrage als Kernargument Viele Landwirte benennen heute klar, wo die Grenze verläuft. Ein Austritt aus der EU – für die Landwirte im Saal undenkbar. “Protektionismus trifft am Ende die Bevölkerung”, sagt Andre Brunemund vom Landvolk Ammerland. Landwirt Felix Müller ergänzt “Die AfD ist unwählbar, nicht nur für die Landwirtschaft.” Aussagen wie diese fallen bei der Veranstaltung am Donnerstag immer wieder. Während bei den inhaltlichen Debatten oft Einigkeit herrscht, wird die Einladung der AfD zur Mitgliederversammlung an sich unterschiedlich bewertet.

US-Einwanderungspolitik: Trump beleidigt somalische Einwanderer rassistisch

Wegen einer angeblichen Affäre um Sozialbetrug hat Donald Trump Menschen aus Somalia angegriffen. Auch die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar bezeichnet er als “Müll”. US-Präsident Donald Trump hat gegen somalische Einwanderer gewettert und Menschen aus dem Land rassistisch beleidigt. “Wir werden in die falsche Richtung gehen, wenn wir weiterhin Müll in unser Land aufnehmen”, sagte er über geplante Verschärfungen von Aufenthaltsregeln. Trump behauptete in einer selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich ausfallenden Rede, somalische Migranten würden das soziale Sicherheitsnetz der USA übermäßig beanspruchen.  Trump griff auch die demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar direkt an. “Sie ist Müll. Ihre Freunde sind Müll”, sagte der US-Präsident über die in Somalia geborene Politikerin. Omar wurde in der Vergangenheit immer wieder Ziel von rassistischen Angriffen durch Trump. Über einen Sprecher ließ Omar in Bezug auf den US-Präsidenten ausrichten: “Die Kongressabgeordnete hält seine Besessenheit mit ihr für ungesund und hofft, dass er Hilfe bekommt.” (…) Trump nannte Afghanistan ein “Höllenloch auf Erden” und nutzte den Vorfall, um seine ohnehin harte Migrationspolitik noch weiter zu verschärfen und Ressentiments gegen Geflüchtete und Asylsuchende aus mehreren Ländern zu schüren. Geflüchtete bezeichnete er als Hauptgrund für gesellschaftliche Probleme in den USA. Die US-Einwanderungsbehörde hatte kurz nach dem Vorfall auf Weisung Trumps hin angekündigt, die Greencards “aller Ausländer aus allen problematischen Ländern” umfassend zu überprüfen. Betroffen von dem Schritt sind neben Afghanen und Somaliern auch Menschen aus 18 weiteren Ländern wie dem Iran, Libyen, dem Jemen, Kuba und Venezuela. Das US-Heimatschutzministerium teilte nach dem Angriff mit, das Ziel sei nie klarer gewesen: “Remigration jetzt.” Rechtsextremisten in Deutschland und anderen Ländern benutzen den Begriff ebenfalls. Der Ausdruck wird beschönigend für die Forderung nach Zwangsausweisungen und Deportationen von Menschen mutmaßlich ausländischer Herkunft verwendet.

via zeit: US-Einwanderungspolitik: Trump beleidigt somalische Einwanderer rassistisch

Reichsbürger-Prozess – Lebensgefährtin von Prinz Reuß aus Untersuchungshaft entlassen

Im Frankfurter Reichsbürger-Prozess ist eine der Angeklagten überraschend aus der U-Haft entlassen worden. Nach drei Jahren hinter Gittern hält das Gericht eine weitere Haft nicht mehr für verhältnismäßig. Die Lebensgefährtin des Hauptangeklagten im Frankfurter Reichsbürger-Prozess ist wieder frei. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hob den Haftbefehl gegen die 44-Jährige am Montag auf, wie eine Sprecherin des Gerichts am Dienstag mitteilte. Das OLG begründete die Entscheidung damit, dass die erwartete Strafe nicht mehr im Verhältnis zu der bereits verbrachten Zeit im Gefängnis stehe. Vitalia B. war – wie die weiteren acht Angeklagten – seit drei Jahren in Untersuchungshaft.

via hessenschau: Reichsbürger-Prozess Lebensgefährtin von Prinz Reuß aus Untersuchungshaft entlassen

„Neues Ausmaß erreicht“ – Beratungsstellen berichten von „zehnjährigen Neonazis an Schulen“

Die Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus sind nach eigenen Angaben immer mehr gefordert: Bei den bundesweit 50 Teams gingen so viele Nachfragen ein, dass die Berater über Überlastung klagen würden. Besorgniserregend sei, dass die Problemfälle oft sehr junge Schüler seien. unge Neonazis, die Mitschüler einschüchtern, verunsicherte Kommunalpolitiker, für die es angeblich ein „Neutralitätsgebot“ gibt, Verwaltungen, die um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fürchten: Die Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus sind laut dem Bundesverband Mobile Beratung immer mehr gefordert. Zwischen fünf und 20 Prozent mehr Beratungsanfragen seien in diesem Jahr bei den bundesweit rund 50 Teams eingegangen, sagte Romy Arnold von der Mobilen Beratung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Thüringen bei der Vorstellung des Jahresberichtes des Bundesverbandes. Viele der mehr als 200 Berater berichteten von einer enormen Arbeitsbelastung. Auch die Intensität und Komplexität der Fälle habe zugenommen. Als Beispiele nennt der Bundesverband die Unterstützung von Lehrkräften bei der Aufarbeitung rechtsextremer Vorfälle an ihren Schulen, Aufklärung über das von rechten Kräften immer wieder eingeforderte angebliche „Neutralitätsgebot“ von Kommunalpolitikern und Lehrkräften oder die Unterstützung von Verwaltungen. Junge Neonazis – darunter auch schon Zehn- bis Zwölfjährige – bauten laut den Beratern ihren Einfluss an Schulen aus. Sie würden auch immer selbstbewusster auftreten, so Romy Arnold bei der Pressekonferenz in Berlin weiter. In einigen Schulen drohe bereits eine rechte Hegemonie. Berater aus allen Bundesländern hätten zudem von teils gewaltbereiten Neonazi-Gruppen berichtet. Die Schlussfolgerung: „Die Normalisierung des Rechtsextremismus hat ein neues Ausmaß erreicht“, so die Expertin. Die extreme Rechte habe sich im Alltag festgesetzt und die viel beschworene Brandmauer zur AfD habe bereits „tiefe Risse“. Angriffe auf die Arbeit von Schulen, Vereinen, Bündnissen oder Behörden gingen immer häufiger auch von demokratischen Politikern aus, die rechte Narrative aufgriffen.

via welt: „Neues Ausmaß erreicht“ – Beratungsstellen berichten von „zehnjährigen Neonazis an Schulen“

Freigestellte Polizeischüler – Rassismusvorwurf: Kapo Graubünden verzichtet auf Entlassungen

Die Kantonspolizei Graubünden sieht nach der Freistellung von Polizeischülern keinen Entlassungs- oder Kündigungsgrund. Im November wurden fünf Polizeischüler von ihren Korps wegen Rassismus- und Sexismusvorfällen an der Polizeischule freigestellt, darunter zwei Angehörige der Kantonspolizei Graubünden. Die anderen drei betroffenen Korps haben ihre fehlbaren Polizeischüler entlassen. Vor knapp zwei Wochen vermeldete die Kommandanten-Konferenz des Ostschweizer Polizeikonkordats Ostpol, dass fünf Polizeischüler wegen rassistischer und sexistischer Äusserungen an der Polizeischule in Amriswil TG von ihren Korps freigestellt wurden. Sie sollen in «nicht-öffentlichen» Bereichen der Polizeischule entsprechende Inhalte verbreitet haben. In welcher Form oder in welchem Ausmass, ist unbekannt.

via srf: Freigestellte Polizeischüler – Rassismusvorwurf: Kapo Graubünden verzichtet auf Entlassungen