Ein Niederländer ist kurz nach einer Wien-Demo in Haft, ein Foto aus dem Jahr 2024 zeigt ihn mit Köpfen der Identitären. Martin Sellner versuchte derweil, Spenden für sich über ein Bawag-Konto zu sammeln. Es war ungewöhnlich ruhig auf den Social-Media-Kanälen der europäischen Identitären, als Mitte August eine Hausdurchsuchung bei dem Niederländer T. D. stattfand. Bei ihm wurden verbotene Schusswaffen und Munition sichergestellt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft in den Niederlanden wiegt schwer. Sie wirft dem Mann die Vorbereitung einer terroristischen Straftat vor, er sitzt in U-Haft. Er ist Mitglied von Geuzenbond, einer Gruppierung, die in seiner Heimat schon lange als rechtsextrem eingestuft wurde. “Free T. D.”, würde man wohl in anderen Fällen auf Instagram-Kacheln, in Signal-Chats oder Bannern aus der rechtsextremen Szene lesen. Doch dieses Mal ist das anders. Dabei war der Verdächtige noch einen Monat zuvor umringt von zahlreichen Freunden aus der sogenannten Neuen Rechten. Und zwar in Wien, wo er am 24. Juli 2025 bei einem Fest der Identitären Bewegung, für das die Polizei den Rechtsextremen sogar die Straße für eine ungestörte Feierei absperrte, dabei war. Am 26. Juli marschierte er dann unter anderem mit dem Kopf der österreichischen Identitären, Martin Sellner, FPÖ-Mitarbeiter Gernot Schmidt und anderen durch Wien. T. D. dabei an vorderster Front. Für Sellner war der Mann kaum ein flüchtiger Bekannter, der zufällig auch auf der Demo war. Der Terrorverdächtige ist in der europäischen Rechten gut verankert. Ein Foto, das der Kanal Action Radar Europe auf der Plattform X schon im Juli 2024 veröffentlichte, zeigt T. D. beim Zusammensitzen mit Kadern der Identitären aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Dänemark oder “leaders and organizers”, wie es neben dem Bild heißt. Dort wird auch festgehalten, dass man sich schon bald in Wien wiedersehen möchte. Nämlich bei der Identitären-Demo im Juli 2024. Die Plattform Stoppt die Rechten kennt jede Person auf dem Foto: Am Tisch sitzen auch bekannte Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland, etwa Vincenzo Richter, der Leiter der IB Chemnitz und zwei Mitglieder der Jungen Tat, einer identitären Gruppierung aus der Schweiz. Für T. D. gilt die Unschuldsvermutung. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Kontakt von Sellner unter Terrorverdacht steht. Der rechtsextreme Terrorist B. T. wurde 2020 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte 2019 im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen ermordet.
via standard: TERRORISMUSVERDACHT Lautes Schweigen nach Terrorverdacht gegen Kontakt von Sellner
siehe dazu auch: Heikle Kontakte beim Bier Junge-Tat-Chefs trafen sich mit Terrorverdächtigem Der Niederländer T. D. sitzt seit August im Gefängnis. Bis zu seiner Verhaftung hielt er in Österreich, Italien und Deutschland engen Kontakt mit Schweizer Rechtsextremen. Was plante T. D.* (24)? Vor knapp sechs Wochen wurde der Rechtsextremist aus den Niederlanden in seiner Heimat festgenommen; nun sitzt er in Untersuchungshaft. Die Ermittler verdächtigen ihn, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden sie illegale Waffen und Munition. Der mutmassliche Terrorist ist international vernetzt. Als Kadermitglied der militanten Gruppierung Geuzenbond nahm er an Aktionen der Identitären Bewegung in Deutschland, Dänemark, Italien und Österreich teil. Und er stand in engem Kontakt zum Führungsduo der rechtsextremen Jungen Tat in der Schweiz. Stategietreffen in Deutschland Ein Foto, das Blick vorliegt, zeigt D. in geselliger Runde: beim Biertrinken mit Manuel Corchia und Tobias Lingg, den Chefs der Jungen Tat. Mit dabei war auch Martin Sellner, Kopf der Identitären Österreich. Die Aufnahme entstand im Sommer 2024 während eines Strategietreffens in Deutschland. Es war nicht die einzige Begegnung der beiden Anführer der Jungen Tat mit dem Terrorverdächtigen aus den Niederlanden. Wie auch die österreichische Recherche-Plattform «Stoppt die Rechten» berichtet, trafen sie sich an einem «Remigration Summit» in Mailand (I), Ende Juli reisten die drei an ein Aktionswochenende in Österreich. Drei Wochen später wurde D. verhaftet. (…) D. war führendes Mitglied des Geuzenbond. Die Behörden ordnen die Gruppierung den sogenannten «Active Clubs» zu, einer relativ neuen Organisationsform von Rechtsextremisten. Die gewaltbereiten Gruppen verbinden Rechtsextremismus mit Gesundheit, Fitness, Kraft- und Kampfsport; Gezellig bij de studentenvereniging, extreemrechts bij de jongerenbeweging: de nauwe banden tussen GNSV en Geuzenbond. De Groot-Nederlandse Studentenvereniging doet zich voor als een gezellige, maatschappelijk geëngageerde groep rechtse studenten. Veel leden blijken ook lid te zijn van de extreemrechtse Geuzenbond, die op de radar staat bij de veiligheidsdiensten. (…) Ook de Nationaal Coördinator Terrorismebestrijding (NCTV) waarschuwt voor het gevaar van zogeheten Active Clubs. De non-profitorganisatie Global Project Against Hate and Extremism schaart de Geuzenbond daaronder. Deze groepen benadrukken openlijk ‘het belang van vechtsporten, masculiniteit, gezond leven en broederschap’, schrijft de NCTV. Maar ‘onder de oppervlakte’ wordt een ‘wereldbeeld uitgedragen dat draait om de omvolkingstheorie’ en ‘het voortbestaan van het ‘blanke ras’’.