Keine Zwischenfälle bei Lesung von Rechtsextremist Sellner in Schwerin

Der Ort der Lesung wurde lange geheim gehalten. Trotzdem demonstrierten rund 25 Menschen gegen eine Lesung des bekannten Rechtsextremisten aus Österreich. Veröffentlicht:09.10.2025, 12:51 Von: Mirko Hertrich Artikel teilen: Der Auftritt des rechten Aktivisten Martin Sellner in Schwerin ist am Mittwochabend aus polizeilicher Sicht ohne Zwischenfälle verlaufen. Gegen die Lesung im Norden der Stadt sei eine Spontanversammlung mit etwa 25 Teilnehmern angemeldet worden, sagte eine Schweriner Polizeisprecherin auf Anfrage. Die Vorlesung in einem geschlossenen Saal hätten rund 40 bis 50 Menschen verfolgt. Beide Veranstaltungen seien ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei habe die Versammlungen abgesichert. Veranstaltungsort wurde lange geheim gehalten Die Lesung fand nach Informationen unserer Zeitung im Treffpunkt Nord statt, wo schon mehrfach AfD-Veranstaltungen abgehalten wurden. Der Ort der Vorlesung war lange geheim gehalten worden. Eingeladen worden sein soll zu dem Termin der sogenannten Lesereise über geschlossene Gruppen eines sogenannten Messanger-Dienstes.

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Tarnung auf der Wiesn – Rechtsextreme Banner-Aktion knapp verhindert

Unter falscher Identität versuchten Rechtsextreme, auf der Wiesn ein “Remigration”-Banner zu zeigen. Videoaufnahmen deuten auf bekannte Akteure hin. Auf dem Münchner Oktoberfest wäre es am Samstag beinahe zu einer rechtsextremen Banner-Aktion gekommen. Eine Gruppe bestehend aus mehreren Männern trat nach Informationen von t-online gegen 15 Uhr auf die Stufen vor der Bavaria und versuchte dort offenbar, eine politisch motivierte Botschaft öffentlich zu inszenieren – getarnt als harmlose Fotoaktion. Auf Anfrage bestätigte die Polizei München, dass es deswegen zu einem Einsatz gekommen sei. Laut einem Augenzeugenbericht auf Instagram gaben sich die Personen zunächst als angebliche Mediengruppe “Arabella FM” aus – offenbar versuchten sie, sich in die Nähe des Münchner Radiosenders “Arabella München” zu rücken. Die Männer verteilten weiß-blaue Papierbögen an Wiesn-Besucher und behaupteten, man wolle eine “Fotoaktion zum letzten Festwochenende” machen, so der Zeuge weiter. Ziel war es scheinbar, Unbeteiligte für eine gestellte Szene zu gewinnen. Laut des Augenzeugen wollten die Männer anschließend ein Transparent über die Treppen der Bavaria hinweg spannen. Als Passanten nach dem Inhalt fragten, reagierten sie abweisend und versuchten, das Banner zu verdecken, wie auf einem Instagram-Video zu sehen ist. Schließlich sei laut eines weiteren Augenzeugen deutlich geworden, dass auf dem Transparent eine Parole mit dem Wort “Remigration” geschrieben war. Der Begriff stammt aus der rechtsextremen Ideologie und bezeichnet die zwangsweise Rückführung von Migranten. Offenbar bekannte Figuren aus rechtsextremer Szene dabei In dem Video ist weiter zu sehen, wie einige Besucher versuchten, das Banner an sich zu nehmen, während andere nach der Polizei riefen. Nach Informationen von t-online soll es sich bei den Beteiligten um führende Akteure der Identitären Szene handeln. Darunter soll sich unter anderem ein rechtsextremer Aktivist, welcher in den sozialen Medien als “ArminiusDD” auftritt, befinden. Ebenfalls beteiligt gewesen sein soll ein Mann, der als deutscher Kopf der Identitären Bewegung in Wien gilt.

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#TERRORISMUSVERDACHT – Lautes Schweigen nach Terrorverdacht gegen Kontakt von #Sellner

Ein Niederländer ist kurz nach einer Wien-Demo in Haft, ein Foto aus dem Jahr 2024 zeigt ihn mit Köpfen der Identitären. Martin Sellner versuchte derweil, Spenden für sich über ein Bawag-Konto zu sammeln. Es war ungewöhnlich ruhig auf den Social-Media-Kanälen der europäischen Identitären, als Mitte August eine Hausdurchsuchung bei dem Niederländer T. D. stattfand. Bei ihm wurden verbotene Schusswaffen und Munition sichergestellt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft in den Niederlanden wiegt schwer. Sie wirft dem Mann die Vorbereitung einer terroristischen Straftat vor, er sitzt in U-Haft. Er ist Mitglied von Geuzenbond, einer Gruppierung, die in seiner Heimat schon lange als rechtsextrem eingestuft wurde. “Free T. D.”, würde man wohl in anderen Fällen auf Instagram-Kacheln, in Signal-Chats oder Bannern aus der rechtsextremen Szene lesen. Doch dieses Mal ist das anders. Dabei war der Verdächtige noch einen Monat zuvor umringt von zahlreichen Freunden aus der sogenannten Neuen Rechten. Und zwar in Wien, wo er am 24. Juli 2025 bei einem Fest der Identitären Bewegung, für das die Polizei den Rechtsextremen sogar die Straße für eine ungestörte Feierei absperrte, dabei war. Am 26. Juli marschierte er dann unter anderem mit dem Kopf der österreichischen Identitären, Martin Sellner, FPÖ-Mitarbeiter Gernot Schmidt und anderen durch Wien. T. D. dabei an vorderster Front. Für Sellner war der Mann kaum ein flüchtiger Bekannter, der zufällig auch auf der Demo war. Der Terrorverdächtige ist in der europäischen Rechten gut verankert. Ein Foto, das der Kanal Action Radar Europe auf der Plattform X schon im Juli 2024 veröffentlichte, zeigt T. D. beim Zusammensitzen mit Kadern der Identitären aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Dänemark oder “leaders and organizers”, wie es neben dem Bild heißt. Dort wird auch festgehalten, dass man sich schon bald in Wien wiedersehen möchte. Nämlich bei der Identitären-Demo im Juli 2024. Die Plattform Stoppt die Rechten kennt jede Person auf dem Foto: Am Tisch sitzen auch bekannte Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland, etwa Vincenzo Richter, der Leiter der IB Chemnitz und zwei Mitglieder der Jungen Tat, einer identitären Gruppierung aus der Schweiz. Für T. D. gilt die Unschuldsvermutung. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Kontakt von Sellner unter Terrorverdacht steht. Der rechtsextreme Terrorist B. T. wurde 2020 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte 2019 im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen ermordet.

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siehe dazu auch: Heikle Kontakte beim Bier Junge-Tat-Chefs trafen sich mit Terrorverdächtigem Der Niederländer T. D. sitzt seit August im Gefängnis. Bis zu seiner Verhaftung hielt er in Österreich, Italien und Deutschland engen Kontakt mit Schweizer Rechtsextremen. Was plante T. D.* (24)? Vor knapp sechs Wochen wurde der Rechtsextremist aus den Niederlanden in seiner Heimat festgenommen; nun sitzt er in Untersuchungshaft. Die Ermittler verdächtigen ihn, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden sie illegale Waffen und Munition. Der mutmassliche Terrorist ist international vernetzt. Als Kadermitglied der militanten Gruppierung Geuzenbond nahm er an Aktionen der Identitären Bewegung in Deutschland, Dänemark, Italien und Österreich teil. Und er stand in engem Kontakt zum Führungsduo der rechtsextremen Jungen Tat in der Schweiz. Stategietreffen in Deutschland Ein Foto, das Blick vorliegt, zeigt D. in geselliger Runde: beim Biertrinken mit Manuel Corchia und Tobias Lingg, den Chefs der Jungen Tat. Mit dabei war auch Martin Sellner, Kopf der Identitären Österreich. Die Aufnahme entstand im Sommer 2024 während eines Strategietreffens in Deutschland. Es war nicht die einzige Begegnung der beiden Anführer der Jungen Tat mit dem Terrorverdächtigen aus den Niederlanden. Wie auch die österreichische Recherche-Plattform «Stoppt die Rechten» berichtet, trafen sie sich an einem «Remigration Summit» in Mailand (I), Ende Juli reisten die drei an ein Aktionswochenende in Österreich. Drei Wochen später wurde D. verhaftet. (…) D. war führendes Mitglied des Geuzenbond. Die Behörden ordnen die Gruppierung den sogenannten «Active Clubs» zu, einer relativ neuen Organisationsform von Rechtsextremisten. Die gewaltbereiten Gruppen verbinden Rechtsextremismus mit Gesundheit, Fitness, Kraft- und Kampfsport; Gezellig bij de studentenvereniging, extreemrechts bij de jongerenbeweging: de nauwe banden tussen GNSV en Geuzenbond. De Groot-Nederlandse Studentenvereniging doet zich voor als een gezellige, maatschappelijk geëngageerde groep rechtse studenten. Veel leden blijken ook lid te zijn van de extreemrechtse Geuzenbond, die op de radar staat bij de veiligheidsdiensten. (…) Ook de Nationaal Coördinator Terrorismebestrijding (NCTV) waarschuwt voor het gevaar van zogeheten Active Clubs. De non-profitorganisatie Global Project Against Hate and Extremism schaart de Geuzenbond daaronder. Deze groepen benadrukken openlijk ‘het belang van vechtsporten, masculiniteit, gezond leven en broederschap’, schrijft de NCTV. Maar ‘onder de oppervlakte’ wordt een ‘wereldbeeld uitgedragen dat draait om de omvolkingstheorie’ en ‘het voortbestaan van het ‘blanke ras’’.

Ex-Neonazi packt über #Potsdam-Treffen aus: #Remigration laufe auf “ethnische Säuberung” hinaus

Ahrens hat gegenüber der Rechercheplattform Correctiv neue Details zum umstrittenen Treffen mit Martin Sellner in Potsdam 2023 enthüllt. Die vergangenen Jahre beschreibt Erik Ahrens als “Fiebertraum”. Er sei “digitaler Nazi-Sektenführer” gewesen, nun will er den Ausstieg geschafft haben – und packt über seine früheren Kameraden aus. Etwa über jenes berüchtigte Treffen von Rechtsextremen in der Villa Adlon in Potsdam, dessen Enthüllung durch Correctiv im Jänner 2024 zu großflächigen Demos gegen rechts führte. Correctiv berichtete damals, dass Identitären-Kopf Martin Sellner in Potsdam einen “Masterplan zur Remigration” vorgestellt habe. Dabei sei es auch um die Vertreibung von nicht-assimilierten deutschen Staatsbürgern gegangen. Unter den Teilnehmern befanden sich etwa mehrere AfD-Politiker, der Jurist Ulrich Vosgerau und ein Kärntner Arzt. (…) Ahrens, früher Social-Media-Berater von AfD-Politiker Maximilian Krah, gab an, dass Sellner in Potsdam sehr wohl über deutsche Staatsbürger gesprochen habe. Diese “nicht-assimilierten” Personen seien “das größte Problem”, so Sellner laut Ahrens. Diese müsse man durch “maßgeschneiderte Gesetze” und hohen Assimilations- und Anpassungsdruck dazu bewegen, das Land zu verlassen. Die Remigration sei ein “Jahrzehnte-Projekt”, soll Sellner laut Ahrens gesagt haben. Der mutmaßliche Ex-Nazi gibt weiter in einer eidesstättigen Versicherung an, er habe das Konzept der Remigration zuvor in seiner Arbeit für “Die Österreicher”, eine – so Ahrens – “Tarnorganisation” der Identitären Bewegung, behandelt. Die Überlegungen liefen “faktisch auf eine ethnische Säuberung bzw. Vertreibung” hinaus, der Assimilationsdruck solle “freiwillig oder unfreiwillig” zur Ausreise führen. Hintergrund der Remigration ist die rechtsextreme Verschwörungstheorie des “großen Austauschs”: Migrationsfreundliche Parteien würden Zuwanderung ermöglichen, um sich eine Stimmenmehrheit zu sichern. Deshalb müsse man Migration stoppen und “nicht-assimilierte” Personen außer Landes bringen.

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siehe auch: Potsdamer Treffen Ende 2023 Früherer AfD-Influencer bestätigt »Remigrations«-Plan Der frühere AfD-Influencer Erik Ahrens hat eidesstattlich versichert, dass bei dem Treffen in einer Potsdamer Villa 2023 ein Plan zur »Remigration« besprochen wurde. Es sei um ein Konzept »ethnischer Säuberung« gegangen. Erik Ahrens, Teilnehmer des geheimen Treffens  von Rechtsextremen, Rechtskonservativen und AfD-Funktionären in der Potsdamer Villa Adlon im November 2023, hat erstmals eidesstattlich bestätigt, dass dort Pläne zur sogenannten Remigration entwickelt wurden. Die schriftliche Erklärung wurde von einem Notar in Berlin beurkundet. (…) In der eidesstattlichen Versicherung schreibt Ahrens nun, er sei an der Ausarbeitung des »Remigrations«-Konzepts, das in Potsdam vorgetragen wurde, beteiligt gewesen. Er beschreibt das Vorhaben als einen Plan, der auf »ethnische Säuberungen bzw. Vertreibungen« hinauslaufe – »freiwillig oder unfreiwillig«. Das Konzept wurde demnach von Martin Sellner, dem bekanntesten Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung, vorgestellt. Besonders brisant: Der AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, soll laut Ahrens bei dem Treffen angekündigt haben, das Konzept in seinem Bundesland umzusetzen, sollte die AfD dort an die Regierung kommen. »Correctiv« hatte bereits damals berichtet, dass Siegmund bei dem Treffen davon sprach, ausländische Restaurants unter Druck zu setzen, um das Leben für »dieses Klientel« unattraktiv zu machen; Teilnehmer an Potsdam-Treffen versichert: „Remigration“ von Staatsbürgern wurde geplant Erstmals bestätigt ein Teilnehmer des Potsdamer Treffens vor dem Notar: Die Zusammenkunft war geheim – und dort wurde ein „Masterplan“ besprochen, in dessen Verlauf die „Remigration“ auch für „nicht-assimlierte Staatsbürger“ vorgeschlagen wurde. Für den Teilnehmer war dies ein Tarnbegriff für Vertreibung und sogar „ethnische Säuberung“. (…) Ahrens erklärt schriftlich und vom Notar beurkundet: Das in Potsdam vorgestellte „Remigrations“-Konzept laufe auf „ethnische Säuberungen bzw. Vertreibungen“ auch von deutschen Staatsbürgern hinaus – „freiwillig oder unfreiwillig“. Und weiter: Der Kopf der rechtsextremen Gruppe „Identitäre Bewegung“, Martin Sellner, schlug bei der Zusammenkunft explizit die „Remigration“ für „nicht-assimilierte Staatsbürger“ vor. Ahrens schreibt in seiner eidesstattlichen Versicherung auch: Der Organisator des Treffens in Potsdam schlug die Einrichtung einer Expertenkommission vor, die für die Umsetzung des „Remigrations“-Konzepts zuständig sein solle. Diese Kommission solle die juristischen, logistischen und ethischen Aspekte möglichst konkret vorbereiten. Im Falle, dass eine patriotische Kraft in Deutschland an die Macht komme, habe man auf diese Weise schon einmal einen möglichst konkreten Plan in der Schublade – so äußerte sich der Organisator laut Ahrens.

Auszug / screenshot eidesstaatliche Erklärung; https://kurzlinks.de/x09k

OVG Rheinland-Pfalz – AfD-Kan­didat Paul bleibt von OB-Wahl in Lud­wigs­hafen aus­ge­sch­lossen – #KickHimOut

AfD-Kandidat Joachim Paul darf nicht an der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen teilnehmen. Nun bestätigte auch das OVG seinen Ausschluss wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue. Deren Überprüfung kann erst nach der Wahl stattfinden. Der AfD-Politiker Joachim Paul wird endgültig nicht zur Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen am 21. September zugelassen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz wies am Montag seine Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts (VG) Neustadt an der Weinstraße zurück (Beschl. v. 25.08.2025, Az. 10 B 11032/25.OVG). Damit bestätigte das OVG, dass Pauls Name nicht auf dem Wahlzettel stehen wird. Paul, Mitglied des AfD-Bundesvorstands, war vom Wahlausschuss nicht zur Wahl zugelassen worden. Begründet wurde dies mit Zweifeln an seiner Verfassungstreue. Als kommunaler Wahlbeamter sei der Oberbürgermeister nach § 53 Abs. 3 S. 1 Gemeindeordnung (GemO RLP) in besonderer Weise an die freiheitliche demokratische Grundordnung gebunden. Nach Ansicht der Behörden spreche insbesondere Pauls Befürwortung von Konzepten der sogenannten Remigration dafür, dass er diese Grundordnung nicht uneingeschränkt anerkenne. Das VG Neustadt hatte diese Einschätzung Mitte August geteilt und Pauls Eilantrag auf Zulassung zur Wahl abgewiesen. Seine dagegen eingelegte Beschwerde blieb nun erfolglos.

via lto: OVG Rheinland-PfalzAfD-Kan­didat Paul bleibt von OB-Wahl in Lud­wigs­hafen aus­ge­sch­lossen

siehe auch: OB-WAHL IN LUDWIGSHAFEN Oberverwaltungsgericht bestätigt Ausschluss von AfD-Kandidat. Joachim Paul bleibt von der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen ausgeschlossen. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz bestätigt in zweiter Instanz, dass der AfD-Politiker „nicht die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung“ einzutreten. Der AfD-Politiker Joachim Paul ist auch vor dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz mit einem Eilantrag gegen seinen Ausschluss von der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen gescheitert. Schon das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hatte seinen Antrag in erster Instanz abgelehnt. Die Beschwerde dagegen wurde nun ebenfalls abgewiesen, wie das Oberverwaltungsgericht in Koblenz mitteilte. Paul ist Lehrer, kommt aus Koblenz und gilt als einer der schärfsten Redner in der AfD-Fraktion im Landtag in Mainz. Er ist seit 2013 Mitglied der AfD und 2016 in den Landtag eingezogen. Der Wahlausschuss der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz hatte Anfang August mit Mehrheit beschlossen, ihn wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue nicht als Kandidaten zuzulassen; Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Koblenz Beschwerde abgewiesen: AfD-Politiker Paul darf bei der OB-Wahl in Ludwigshafen endgültig nicht antreten. Das Oberverwaltungsgericht in Koblenz hat entschieden, dass der AfD-Kandidat Joachim Paul weiterhin von der Oberbürgermeister-Wahl in Ludwigshafen ausgeschlossen bleibt. Paul hatte eine Beschwerde bei dem Gericht eingereicht, weil er von der Oberbürgermeisterwahl ausgeschlossen worden war. Diese Beschwerde hat das Gericht jetzt zurückgewiesen. Die Nichtzulassung sei nicht rechtswidrig, heißt es in einer Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts (OVG). (…) Das Oberverwaltungsgericht hat die Entscheidung jetzt bestätigt. Es bestünden hinreichende Anhaltspunkte, dass der Antragsteller nicht die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten, so das Gericht. Grundlage für die Zweifel an Pauls Verfassungstreue sei unter anderem, dass Paul wiederholt sogenannte Remigrationspläne verbreitet hat. Dabei habe er sich nicht hinreichend von Aspekten in diesen Plänen distanziert, die nicht im Einklang mit der Verfassung stehen, so das Gericht. Zudem sei der Rechtsextremist Martin Sellner in Pauls Wahlkreisbüro in Koblenz aufgetreten. All das schüre Zweifel daran, dass Paul in Zukunft jederzeit für die Verfassung eintritt. Daher sei die Entscheidung des Wahlausschusses nicht offensichtlich falsch. Die Entscheidung des Wahlausschusses noch vor der Wahl im September umzuwerfen sei nur bei “offenkundigen Willkürakten” zulässig, gab schon das Neustadter Verwaltungsgericht an. Ein solcher Fall liege nicht vor. Stadt Ludwigshafen druckt Stimmzettel – ohne Paul Als Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts hat die Stadt Ludwigshafen angekündigt, jetzt die Stimmzettel für die Wahl drucken zu wollen. Joachim Paul wird darauf nicht zu finden sein. Außerdem fordert die Stadt Paul auf, seine Wahlplakate innerhalb der kommenden zwei Wochen abzuhängen.

File:Ludwigshafen RathausCenter (1).jpg
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„Remigration“-Rufe am Reichstag: Rechtsextreme wollten TV-Interview mit Söder stören – kommen aber zu spät

Erneut gibt es eine Störaktion bei einem „ARD-Sommerinterview“. Diesmal trifft es den CSU-Chef. Eine Gruppe der „Identitären Bewegung“ demonstriert unangemeldet. Die Polizei schreitet ein. Mehrfach hat es in den vergangenen Wochen Proteste bei TV-Interviews von Politikern gegeben. Jetzt war offenbar der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder das Ziel. Einem Bericht zufolge ist am Sonntag eine Gruppe von Rechtsextremisten nur knapp mit dem Versuch gescheitert, das „ARD-Sommerinterview“ mit Söder zu stören, so die dts Nachrichtenagentur. Der Morgenlage Newsletter Die wichtigsten Nachrichten des Tages — morgens direkt in Ihr E-Mail-Postfach. E-Mail-Adresse kostenlos anmelden Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Demnach kamen die Rechtsextremen offenbar wenige Sekunden zu spät: Am Mittag versammelten sich dem Bericht zufolge binnen Sekunden und für die Umstehenden überraschend etwa ein bis zwei Dutzend Männer in schwarzen T-Shirts, mit schwarzen und gelben Fahnen und einem großen Banner auf der Treppe vor dem Reichstagsgebäude, die normalerweise bei den „Sommerinterviews“ des ARD-Hauptstadtstudios im Hintergrund zu sehen ist. Wir haben eine störungsfreie Sendung aufgenommen. Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios Aber die Sendung war wohl gerade abgedreht, vor der Aufnahme eines weiteren Interviews für die sozialen Netzwerke machten Söder und das ARD-Team Pause. „Wir haben eine störungsfreie Sendung aufgenommen“, sagte eine Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios dem Bericht zufolge.

via tagesspiegel: „Remigration“-Rufe am Reichstag: Rechtsextreme wollten TV-Interview mit Söder stören – kommen aber zu spät

Stellenanzeigen der Hamburger AfD-Fraktion in umstrittenem Magazin

Die Hamburger AfD-Fraktion sorgt für neuen Gesprächsstoff: Sie hat in einem umstrittenen Burschenschafts-Magazin zwei halbseitige Stellenanzeigen geschaltet. Zuerst hatte die “Hamburger Morgenpost” darüber berichtet. Welchen Ton die “Burschenschaftlichen Blätter” anschlagen, wird gleich auf den ersten Seiten deutlich: “Deutscher Selbsthass als Staatsräson” – so die Überschrift eines Artikels in der neuen Ausgabe, in dem mit der deutschen Erinnerungskultur abgerechnet wird. Gleich gegenüber ist eine halbseitige Stellenanzeige der Hamburger AfD-Fraktion für einen Social-Media-Referenten zu sehen. Beim Umblättern zeigt sich schon die nächste Stellenanzeige der Fraktion.

via ndr: Stellenanzeigen der Hamburger AfD-Fraktion in umstrittenem Magazin

siehe auch: AfD sucht Mitarbeiter ausgerechnet unter völkischen Burschen Schreiben Sie den ersten Kommentar Sie, lieber Leser, finden, dass Ausländer massenhaft „remigriert“ gehören, dass die Nazi-Diktatur nur ein „Vogelschiss der Geschichte“ war und es sich beim Holocaust-Denkmal in Berlin um ein „Denkmal der Schande“ handelt? Und kennen sich auch noch mit TikTok, Instagram & Co. aus? Dann sind Sie vielleicht ein geeigneter Bewerber: Die Hamburger AfD-Fraktion sucht derzeit nämlich einen „Referenten für Social Media“. Eine Stellenanzeige wurde auch schon platziert – und zwar in den „Burschenschaftlichen Blättern“ (BBl), also der offiziellen Verbandszeitung der völkischen Deutschen Burschenschaft (DB). Das spricht Bände, findet das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR): Damit sei klar, wo sich die Hamburger AfD positioniert: ganz weit rechts außen. Die „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist nicht weniger als der Zusammenschluss der extrem rechten, deutschnationalen Burschenschaften in Deutschland und Österreich. Wie das Hamburger Bündnis gegen Rechts in einer Pressemitteilung schreibt, ist die DB in den vergangenen 20 Jahren noch einmal weiter nach rechts gerückt, als sie es ohnehin schon war – und zwar so weit nach rechts, dass es sogar für manche Rechte nicht mehr tragbar ist. (…) Ein HBG-Mitglied mischt sogar besonders intensiv beim DB mit: Der Hamburger Kevin Dorow ist nämlich „Schriftleiter“ der „Burschenschaftlichen Blätter“, also der DB-Vereinszeitschrift – und damit genau der Publikation, in der die Hamburger AfD-Fraktion nun ihre Stellenanzeige platzierte. Laut Hamburger Bündnis gegen Rechts war Dorow auch noch Funktionär der gesichert rechtsextremistischen Jungen Alternative (JA) – bis der Jugendverband der AfD vorsichtshalber von der Mutterpartei aufgelöst wurde. „Dass die Hamburger AfD nun in solchem Umfeld nach einem Referenten für Social Media sucht, ist bezeichnend“, so das Hamburger Bündnis gegen Rechts. „Social-Media-Accounts der Partei dienen oftmals als Radikalisierungsmaschine und strahlen weit in das Umfeld der Partei bis hinein in militante Szenen wie die Identitäre Bewegung und neonazistische Kreise aus. Außerdem spricht die Partei über TikTok, Instagram und Co. gezielt junge potenzielle Wähler an.“