Livestreamer “Aktivist Mann” AfD bremst den Schrei-YouTuber aus

Im Schatten des AfD-Wahlkampfs macht ein YouTuber seine ganz eigene Show. Wie “Aktivist Mann” dabei agiert, brachte Ulrich Siegmund aber jetzt zum Einschreiten. Diesmal hat es Matthäus Westfal alias Aktivist Mann offenbar übertrieben. Der YouTube-Streamer war mit Kamera schon in der Coronazeit der lauteste in erster Reihe, wenn irgendwo Menschen aus dem “Widerstand” versammelt waren. Jetzt reist er von AfD-Veranstaltung zu AfD-Veranstaltung. Zuletzt rempelte er live einen Spiegel-TV-Reporter an und fragte einen anderen YouTuber: “Was ist mit Dir los? Bist Du Jude, oder was?” “Aktivist Mann”, der sich als “Gonzojournalist” bezeichnet, droht mit seinem Auftreten in Livestreams zur Belastung zu werden für die AfD, die eigentlich tiefe Verbundenheit mit rechten Medienaktivisten pflegt. Während die Partei sich vor der Wahl zügelt, hat Aktivist Mann aufgedreht.
t-online ist der Frage nachgegangen, wie die AfD damit umgeht und was Leerlauf in langen Livestreams damit zu tun hat. Das vernichtendste Urteil zu Aktivist Mann kam von einem Kolumnisten des Krawallportals Nius, wo Brandmauern verpönt sind und sich AfD-Anhänger eigentlich meist gut angenommen fühlen. “Wenn der Typ das deutsche Volk ist”, schrieb Autor Benedikt Brechtken über den YouTuber, “bin ich für den Bevölkerungsaustausch.” Mit “Aktivist Mann” rückt plötzlich jemand in den Fokus, den sein YouTube-Publikum schon seit der Coronazeit kennt, der aber vielen Medien erst jetzt auffällt. Der 30-jährige ist gelernter IT-Systemkaufmann, lebt aber von Werbeeinnahmen und Spenden für seine Streams.
Westfal gibt dem deutlich kleineren Mann einen Stoß mit der Schulter: “Hören Sie auf, mich zu schubsen”, schreit er den Reporter an. “Was sind Sie für ein Medium, Sie kennen doch nur Gewalt.” Ganz ähnlich war er Tage zuvor an einem Stand der Linken in Halle-Neustadt aufgetreten. Der Spiegel-Journalist in Merseburg versucht, Westfals Tirade zu ignorieren, während der weiter tönt: “Wollen Sie eine Anzeige?” Westfal stimmt wenig später auf dem Parkplatz außerhalb des Geländes Sprechchöre “Der Spiegel muss weg” und “Lügenpresse” mit einer Gruppe junger Leute an, während das Team abgeschirmt hinter einem Polizeifahrzeug steht. Nach den Bildern vom Wochenende schrieb AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider auf X, er finde “den unmöglich” und meinte Matthäus Westfal. Tillschneider war Gründer der “Patriotischen Plattform” von Mitgliedern des aufgelösten Höcke-Flügels. Er könnte der Bildungsminister werden, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regieren kann und will, und er ist in der AfD eine Hausnummer. Aktivist Mann, schrieb Tillschneider, habe “schon in Querfurt körperlich höchst aufdringlich Interviews gestört.” Ihn würde es deshalb “nicht wundern, wenn der einen Auftrag als agent provocateur hätte”.

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Urteil nach Messerattacke – Kein Mord, kein Rassismus

Ein AfD-Anhänger ersticht Ayoub F. auf dem Weg zur Moschee. Das Gericht verurteilt ihn zu zehn Jahren Haft. Ein rassistisches Tatmotiv will es nicht erkennen. „13 Jahre durfte ich meinen Sohn Ayoub nicht in Deutschland besuchen. 13 Jahre konnten wir uns nur über Facetime sehen“, sagt Kheir Eddine F. „Erst jetzt, nachdem Ayoub ermordet wurde, habe ich ein Visum bekommen. Dabei haben wir immer auf ein Wiedersehen gehofft.“ Ruhig und aufmerksam verfolgte der Rentner aus einer algerischen Kleinstadt die Urteilsverkündung zum gewaltsamen Tod seines ältesten Sohns am Landgericht Lüneburg. Die 1. Große Strafkammer des Gerichts verurteilte den 26-jährigen Daniel F. wegen Totschlags an Ayoub F. zu einer Haftstrafe von zehn Jahren. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Staatsanwaltschaft. Diese hatte am vorletzten Prozesstag auf Totschlag plädiert und zum Motiv explizit festgestellt: „Ohne eine fremdenfeindliche Einstellung des Angeklagten wäre es nicht zu der Tat gekommen.“ Die Strafkammer sieht Ayoub F. dagegen als Zufallsopfer eines Mannes, der zwar ein möglicherweise rassistisches Weltbild habe, aber vor allem nach selbstprovozierten Auseinandersetzungen „einmal als Sieger“ dastehen wollte. Der Kieler Rechtsanwalt und Nebenklagevertreter Björn Elberling hatte auf Mord und Rassismus als Tatmotiv für die tödlichen Messerstiche auf Ayoub F. plädiert. Er warf dem Gericht vor, die gezielte Opferauswahl und den tödlichen Angriff eines „Rassisten und AfD-Anhängers“ auf eine trotzige Selbstbehauptungsreaktion zu reduzieren. „Der Angeklagte hat Ayoub F. angegriffen und getötet, weil er ihn stellvertretend für eine ganze abgewertete Gruppe als Ausländer und als Muslim wahrgenommen hat.“ Der 30-jährige Ayoub F. war am 11. Januar 2026 auf dem Weg zum Sonntagsgebet in der Moschee in der Uelzener Innenstadt, als ihm Daniel F. mit einer Schneeschaufel entgegenkam und einen Streit provozierte. Dann zog der Angeklagte, ein arbeitsloser Metallbauer und bekennender AfD-Anhänger, sein mitgebrachtes Küchenmesser und stach dem 30-Jährigen von hinten in den Rücken. Die 12 Zentimeter lange Klinge traf Lunge und Hauptschlagader. Ayoub F. starb wenige Stunden später im Krankenhaus an inneren Blutungen. Zeu­g:in­nen berichteten vor Gericht, wie der Angeklagte nach den tödlichen Messerstichen in ein nahe gelegenes Restaurant stürmte und laut fragte, ob jemand die Auseinandersetzung beobachtet habe. Dabei rief er unter anderem: „Es war Notwehr“ und „Das gibt bestimmt wieder Ärger mit Multikulti.“ Auch bei der Festnahme habe der Angeklagte auf eine vermeintliche Notwehrsituation hingewiesen, sagte eine Polizeibeamtin. „Als wir da ankamen, hat der Angeklagte gleich gesagt, ich bin das Opfer.“ Diese Behauptung wiederholte Daniel F., dem ein Gutachter volle Schuldfähigkeit bescheinigte, auch vor Gericht in einer Erklärung, die seine Verteidiger verlasen.

via taz: Urteil nach Messerattacke – Kein Mord, kein Rassismus

Sven Krüger erneut wegen Waffen vor Gericht

Der bekannte Neonazi Sven Krüger muss sich am Amtsgericht Wismar wegen illegalen Waffenbesitzes verantworten. Bei einer Razzia im Jahr 2023 wurden zahlreiche Schuss- und Stichwaffen bei ihm gefunden, obwohl ihm der Besitz verboten wurde. Jetzt plädiert sein Anwalt darauf, dass Krüger von dem Verbot nichts wusste. Im September 2023 gab es eine Razzia auf dem Grundstück von Sven Krüger in Jamel. Grund dafür war das Vereinsverbot der sogenannten Hammerskins. Krüger soll dort Mitglied sein. Neben zahlreichen Objekten mit Hammerskins-Bezug fanden die Behörden außerdem eine größere Anzahl Waffen.
Bei der heutigen Verhandlung am Amtsgericht Wismar wurde der Staatsanwalt genauer. Neben Kurz- und Langwaffen, Munition, einem präpariertem Luftgewehr und einem Wurfstern wurden außerdem zwei Sprengladungen gefunden. Auch mehrere Schwerter, Repetierkarabiner und ein Speer waren laut Staatsanwaltschaft in Krügers Besitz. Nichts davon hätte der rechtsextreme Lokalpolitiker besitzen dürfen, denn gegen ihn wurde ein Waffenverbot ausgesprochen.
Gegen einen entsprechenden Strafbefehl zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten wegen des illegalen Besitzes legte Krüger Mitte des Jahres Einspruch ein. Jetzt plädiert sein Anwalt Sven Rathjens darauf, dass Krüger von dem Verbot nichts gewusst habe. Das Verbot sei ausgesprochen worden, als Krüger wegen illegalen Waffenbesitzes und Hehlerei in der JVA Bützow saß. Dort habe es den Rechtsextremen aber nicht erreicht, so sein Anwalt. Auch im Rahmen der Jagdprüfung, die Krüger 2023 ablegte, sei das Verbot angeblich nicht zur Sprache gekommen.

via endstation rechts: Sven Krüger erneut wegen Waffen vor Gericht

Polizei schießt auf Schüler in München – Aussage gegen Aussage – #polizeigewalt

Ein 14-Jähriger wird wegen einer Spielzeugwaffe angeschossen. Gut, dass Betroffene der Darstellung der Polizei nun leichter in sozialen Medien widersprechen können. Die alte Form der Polizeikommunikation funktioniert nicht mehr: Ein Fall von Polizeigewalt spielt sich ab, jemand wird von Be­am­tin­nen angeschossen oder misshandelt, die Polizei gibt daraufhin Informationen – manchmal auch bewusst erfundene Details – und Rechtfertigungen heraus, viele Medien übernehmen diese unkritisch und dann fragt niemand mehr nach. Diese Symbiose zwischen Polizeibehörden und zu unkritischen Redaktionen geht im Zeitalter der demokratisierten Kommunikation in den sozialen Medien nicht mehr auf. Das zeigt auch ein aktueller Fall aus München. Am Dienstagabend wurde ein Jugendlicher im Münchner Stadtteil Schwabing von Po­li­zis­tin­nen angeschossen und schwer verletzt. Was mittlerweile bekannt ist: Der 14-Jährige trug eine Softair-Waffe bei sich, also ein Spielzeug. Das sei laut mehreren Berichten auch in einem Überwachungsvideo deutlich zu sehen. An­woh­ne­r*in­nen alarmierten daraufhin die Polizei. Ab hier gehen die Darstellungen der Behörden und der Familie des Opfers auseinander.Die Polizei sagt: Der Junge, den sie zunächst viel älter, ja sogar volljährig eingeschätzt hätten, habe eine Handbewegung gemacht, als hätte er durchgeladen und sich daraufhin in Richtung der Be­am­tin­nen mit erhobener Waffe umgedreht. Dann seien die Schüsse von Seiten der Polizei gefallen. Genau diese Darstellung gaben viele lokale und überregionale Medien als Tatsachenbehauptung an ein breites Publikum weiter. Kurze Zeit später meldete sich allerdings die Familie des Jungen zu Wort: Die Mutter berichtete, dass ihr Sohn seine Arme erhoben hätte, darauf hingewiesen habe, dass es sich um eine Attrappe handle. „Es ist ein Spielzeug“, soll er gesagt und daraufhin „Bitte nicht schießen!“ gerufen haben. Ihr Sohn sei dennoch angeschossen, gefesselt und auf dem Boden fixiert worden. Erst Sa­ni­tä­te­rin­nen hätten den schwer verletzten und traumatisierten Jungen befreit. Die Familie beklagt auch, dass sie von der Polizei nicht benachrichtigt worden sei. Die Frage, woher überhaupt das Waffen-Spielzeug kommt, schneidet ein viel größeres Thema an: Online machen Use­r*in­nen darauf aufmerksam, wie einfach es ist, im Billigwarenhaus Kik für einen Euro eine Spielzeugwaffe aus einer Grabbelkiste zu fischen und an der Kasse zu kaufen. Die Botschaft: Jedes Kind, das einen Euro zur Verfügung hat, kann so ein Plastikspielzeug erwerben und damit auf die Straße gehen. Dabei bleibt es fraglich, ob Waffenattrappen überhaupt als Spielzeug vertickt werden sollten.

via taz: Polizei schießt auf Schüler in München Aussage gegen Aussage

siehe auch: Demo nach Polizeischuss auf Schüler Die Veranstaltung verlief laut Polizei friedlich. Quelle: A9999/Michael Faulhaber/dpa Rund 100 Menschen demonstrieren in München gegen das Vorgehen der Polizei nach dem Schuss auf einen 14-Jährigen. Der genaue Ablauf des Vorfalls ist bisher nicht geklärt. Hintergrund der Demo ist der Fall eines Jugendlichen mit türkischer Staatsangehörigkeit, der laut Polizei am Dienstagabend mit einer Softair-Waffe im Stadtteil Schwabing unterwegs war. Dabei soll der Schüler aus dem Landkreis Miesbach, der in Begleitung eines etwa gleichaltrigen Mädchens gewesen sein soll, auf offener Straße mit der Pistole hantiert haben. Als Zivilbeamte ihn aufgefordert haben sollen, die mutmaßlich echte Waffe fallen zu lassen, habe er sich damit in der Hand zu den Polizisten umgedreht. Daraufhin habe ein Beamter geschossen und den Jugendlichen in den Oberkörper getroffen, so die Polizei. Die Mutter des Jungen berichtete dem Sender München.TV, wie ihr Sohn ihr die Situation geschildert habe: Er habe sich umgedreht und die Lage wahrscheinlich gar nicht richtig erfasst, sagte die Frau, die sich in einem kurdischen Dialekt äußerte. Dann habe ihr Sohn sofort die Arme hochgenommen und gerufen, dass die Waffe ein Spielzeug sei, die Polizisten sollten nicht schießen.

#PÖTTMES – Auseinandersetzung im Moospark: Junge Männer beleidigen 17-Jährige rassistisch

Zwei 18-Jährige beleidigen eine 17-Jährige in der Pöttmeser Diskothek rassistisch. Als ein 19-Jähriger einschreitet, wird ein 18-Jähriger handgreiflich. Zu einer Auseinandersetzung mit mehreren Personen ist es am frühen Sonntagmorgen in der Diskothek Moospark in Pöttmes gekommen. Ein 19-Jähriger erlitt dabei leichte Verletzungen. Wie die Polizei mitteilte, kam es gegen 4 Uhr zu dem Streit. Ursache war, dass zwei 18-jährige Männer eine 17-Jährige rassistisch beleidigten. Daraufhin wollte ein 19-jähriger die beiden Männer zur Rede stellen. Einer der 18-Jährigen attackierte ihn deshalb körperlich und verletzte ihn dabei. Eine medizinische Behandlung benötigte er laut Polizei aber nicht. Nach Beleidigung: Zeugen identifizieren die 18-Jährigen Als die Streife vor Ort eintraf, waren die beiden 18-Jährigen nicht mehr vor Ort. Die Polizei konnte sie aber durch Zeugen identifizieren

via augsburger allgemeine: PÖTTMES Auseinandersetzung im Moospark: Junge Männer beleidigen 17-Jährige rassistisch

Heimlich filmen mit der Meta-Brille: Firmen bieten Deaktivierung von Aufnahmelicht an

Unternehmen wie “Ghost Metas” deaktivieren die Video-LED und zeigen, wie wenig dieses Privacy-Feature eigentlich taugt Eine Brille mit KI, die allzeit bereit für Fragen ist. Und einer Kamera, die auf Knopfdruck Erlebnisse in Bild und Ton festhalten kann. Das ist Metas Werbeversprechen für seine aktuellen smarten Brillen, die man in Zusammenarbeit mit verschiedenen Designfirmen herstellt. Was als hippe Lifestyleentscheidung vermarktet wird, ist in den Augen vieler Menschen allerdings ein Privacy-Desaster. Dass Metas Pläne sogar noch viel weiter gehen und ein Patent gar Smart Glasses beschreibt, die ständig filmen und mithören, hebt nicht gerade das Vertrauen.
Der Leumund der Brillen ist kein guter. Eine Studie zeigte kürzlich, wie diese oft zur Belästigung von Frauen eingesetzt werden. Der Datenschützer Thomas Fuchs hält aufgrund der invasiven Merkmale des Produkts gar ein Verbot in Deutschland für möglich. Die NGO HateAid hat wegen mutmaßlichen Verstößen gegen Datenschutzgesetze Strafanzeige gegen Meta eingebracht.
Doch ein Anbieter weniger bedeutet nicht, dass es die Dienstleistung nicht mehr gibt. Ghost Meta hinterlässt keine Lücke. Schon kurz nachdem das Update zahlreiche Geräte erreicht hatte, meldeten erste Tüftler, dass sie die Manipulationserkennung erfolgreich austricksen konnten. “Ich habe schon hunderte [Brillen] bearbeitet und nur ein Kerl hat Probleme”, wird ein Anbieter zitiert. “Das kann ich darauf schieben, dass er ein Trottel ist. Meine [Brillen] funktionieren immer noch problemlos.” Hinzu kommt, dass die LED nicht einmal zwingend abgeschalten werden muss – es reicht, das von ihr emittierte Licht zu verdecken. Etwa, so zeigt ein Experiment bei Engadget, ein einfacher Sticker um zwei Dollar. Ein Katz- und Maus-Spiel zwischen den Bastlern und Meta ist absehbar. Und wie bei “Tom & Jerry” dürfte die Maus dabei am Ende immer im Vorteil sein.

via standard: Heimlich filmen mit der Meta-Brille: Firmen bieten Deaktivierung von Aufnahmelicht an

Schwert-Angriff hat offenbar rechtsradikalen Hintergrund – Todesopfer ist 17‑jähriges Mädchen

Schweden trauert um eine 17-Jährige, die bei einem Angriff mit einem Schwert an einer Schule starb. Der mutmaßliche Täter soll sich für Amokläufer und Massenmörder begeistert haben – ein Vorbild könnte die Tat auch haben. as Todesopfer bei dem Angriff mit einem Schwert an einer schwedischen Schule ist einem Medienbericht zufolge ein 17 Jahre altes Mädchen. Das berichtete am Morgen die Zeitung „Fagersta-Posten“ unter Berufung auf die Familie des Opfers. „Wir haben ein Mädchen verloren, das ihre ganze Zukunft noch vor sich hatte“, sagte die Lehrerin des Todesopfers der Zeitung „Dagens Nyheter.“ Bei dem Angriff am Freitag in Fagersta nordwestlich von Stockholm waren drei weitere Jugendliche verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Ein Jugendlicher konnte mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden, wie am Samstag berichtet wurde. Zwei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, von denen einer notoperiert werden musste, werden weiterhin im Krankenhaus behandelt. Ihr Zustand wird als stabil beschrieben. Der mutmaßliche Täter – ein 18‑jähriger Mann – wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Er befindet sich in Polizeigewahrsam. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, der 18-Jährige sei Schüler der Schule gewesen und habe über eine Zugangskarte für das Gebäude verfügt. Zum Motiv ist noch nichts bekannt, doch erste Recherchen schwedischer Medien deuten auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin. Die Zeitungen „Expressen“ und „Dagens Nyheter“ werteten auch Social-Media-Profile des mutmaßlichen Täters aus. Dort teilte er selbst erstellte Clips, in denen er Amokläufern und Massenmördern huldigt, darunter auch dem Rechtsextremisten und Terroristen Anders Breivik. Auch habe der 18-Jährige Clips der populistischen Örebro-Partei, der Alternative für Schweden und mehrere Beiträge aus dem rechtsextremen Milieu auf TikTok geteilt. Besonderen Raum nimmt demnach eine Tat ein, die eine Art Vorbild für den Angriff in Fagersta zu sein scheint: Anton Lundin Pettersson tötete 2015 in einer Koran-Schule in Trollhättan drei Schüler mit einem Schwert

via welt: Schwert-Angriff hat offenbar rechtsradikalen Hintergrund – Todesopfer ist 17‑jähriges Mädchen

siehe auch: Schwert-Angriff in schwedischer Schule: Tat hatte womöglich rechtsradikalen Hintergrund Nach der tödlichen Attacke berichten schwedische Medien über eine mögliche Verbindung zu früheren Schul-Amokläufen – und auch zum Massaker von Utøya 2011. Einen Tag nach dem Angriff mit einem Schwert an einer Schule in Schweden, bei dem eine 17-Jährige getötet und drei weitere Jugendliche zum Teil schwer verletzt wurden, gibt es Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund der Tat. Wie der schwedische öffentlich-rechtliche Rundfunk SVT am Samstag berichtete, hat sich der mutmaßliche Täter womöglich von einem anderen Anschlag im Jahr 2015 inspirieren lassen. Damals hatte ein 21-Jähriger in einer vor allem von Kindern mit Migrationshintergrund besuchten Schule in der Stadt Trollhättan in Westschweden drei Menschen mit einem Schwert getötet, bevor er selbst durch Schüsse getroffen wurde. Er starb später im Krankenhaus. Nach der Tat wurde bekannt, dass er Verbindungen in die Neonazi-Szene hatte und sich in einem Brief dazu bekannt hatte, mit der Tat „etwas gegen die schwedische Einwanderungspolitik“ unternehmen zu wollen. Schwertbild auf TikTok-Konto kurz vor der Tat Der Attentäter von Trollhättan trug seinerzeit schwarze Kleidung, eine Maske und einen Wehrmachtshelm – genau wie der mutmaßliche 18 Jahre alte Angreifer am Freitag in der Stadt Fagersta, etwa 170 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Der 18-Jährige wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Medienberichte, wonach ihm dabei ins Bein geschossen wurde, wies die Polizei am Samstag zurück. Er befindet sich jetzt in Gewahrsam. Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson (l.) und die Chefin der Sozialdemokratischen Partei, Magdalena Andersson, besuchten am Samstag den Anschlagsort. © IMAGO/TT/IMAGO/Magnus Lejhall/TT Offiziell ist zu seinem Motiv noch nichts bekannt. Es soll sich um einen früheren Schüler der Brinell-Schule handeln, einer weiterführenden Schule mit rund 500 Schülerinnen und Schülern. Laut SVT hatte ein TikTok-Konto am Freitag um 13:41 Uhr ein Bild eines Schwertes geteilt – aufgenommen womöglich auf der Toilette der Brinell-Schule. Um 14:06 Uhr wurde die Polizei zu der Schule in Fagersta gerufen. Dasselbe Konto hat zuvor Bilder geteilt, die als Verherrlichung von Gewalttaten gedeutet werden können. Kurz nach dem Schulangriff in Fagersta wurde das Konto auf Anweisung der Polizei gelöscht. Wem es gehört, ist unklar. Laut Informationen von SVT ermittelt die Polizei jedoch gegen das Konto. Lob für Anders Breivik und andere Attentäter Die Zeitung „Dagens Nyheter“ berichtet derweil, dass der Besitzer des TikTok-Kontos in rund 20 Beiträgen und Videos Täter wie Anders Behring Breivik und den Terroranschlag auf Utøya im Jahr 2011 lobte, des Weiteren den Attentäter von Trollhättan 2015 und ferner den Angreifer, der 2025 zehn Menschen auf dem Campus eines Bildungszentrums in der Stadt Örebro tötete und sich anschließend selbst das Leben nahm. Mehrere der von dem Konto verwendeten Hashtags deuten laut „Dagens Nyheter“ darauf hin, dass es Teil der sogenannten „True-Crime-Community“-Bewegung sei. In dieser Ansammlung von Konten werden Clips in sozialen Medien veröffentlicht, in denen Personen gepriesen werden, die Angriffe auf Schulen und Massenmorde verübt haben. 18-Jähriger war in Pflegefamilie untergebracht Wie SVT weiter berichtet, war der 18-Jährige bereits wegen Körperverletzung an einem anderen Schüler seiner ehemaligen Grundschule verurteilt worden. Demnach war er in einer Pflegefamilie untergebracht, nachdem das Jugendamt seiner Heimatgemeinde gravierende Mängel bei der Betreuung in seinem Elternhaus festgestellt hatte. Mehr zu Schweden auf Tagesspiegel.de Vom Heim in Norwegen ins britische Gefängnis Schwedens Banden exportieren ihre Gewalt Stockholm mietet Gefängnisse im Ausland Hinter schwedischen Gardinen – in Estland In Schweden fällt die Brandmauer „Eine Zusammenarbeit, die früher undenkbar war“ Bei dem Angriff am Freitag waren neben der getöteten 17-Jährigen drei weitere Jugendliche verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Ein Jugendlicher konnte mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zwei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, von denen einer notoperiert werden musste, wurden weiterhin im Krankenhaus behandelt. Ihr Zustand wurde als stabil beschrieben.

siehe dazu auch: Ein Todesopfer, mehrere Verletzte bei Schwert-Angriff an schwedischer Schule. Der Angreifer drang in die Schule ein und verletzte mehrere Menschen mit einem Schwert. Er wurde von der Polizei festgenommen An einer Schule in Schweden hat eine Person mit einem Schwert einen Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt, zwei davon schwer. Nach Informationen des schwedischen Rundfunks soll es sich bei den beiden um minderjährige Buben handeln. Der Angreifer soll ein 18 Jahre alter früherer Schüler sein. Er befinde sich in Polizeigewahrsam, teilte die Kommune Fagersta nordwestlich von Stockholm mit.