In St. Petersburg ist bei der Explosion eines Autos offenbar ein russischer Offizier getötet worden. Unterdessen setzten Russland und die Ukraine ihre Angriffe fort. Kiew stellt neue Friedensgespräche in Aussicht. In der russischen Großstadt St. Petersburg ist bei der Explosion einer Autobombe offenbar ein Offizier getötet worden. Russischen Medien zufolge handelt es sich um einen Oberstleutnant der russischen Streitkräfte. Ermittler bestätigten nur den Tod eines Militärangehörigen, nannten aber keine Details. Die Ehefrau des Mannes wurde demnach verletzt in ein Krankenhaus gebracht.Die Explosion ereignete sich im südlichen Stadtbezirk Puschkinski. Nach Angaben des Nachrichtenportals Fontanka diente der getötete Mann bei den russischen Luftstreitkräften und der Luftverteidigung. Das Paar soll angegriffen worden sein, als es sein Haus verließ. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren ein. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall.
siehe auch: Russischer Offizier stirbt bei Sprengstoffexplosion in seinem Auto In einem für Militärangehörige gebauten Viertel Sankt Petersburgs ist eine Bombe in einem Auto explodiert. Ein Offizier starb, seine Frau wurde verletzt. Es war nicht der erste Fall dieser Art. In Sankt Petersburg ist ein russischer Offizier bei der Explosion eines Sprengsatzes in seinem Auto getötet worden. Ermittler bestätigten den Tod eines Militärangehörigen, nannten aber keine Details. Die Ehefrau des Mannes sei verletzt worden, teilten die Ermittler mit. Ein Petersburger Nachrichtenportal meldete laut der Nachrichtenagentur dpa, dass es sich bei dem Toten um einen Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte handle. Die Explosion ereignete sich demnach am Morgen, als das Paar seine Wohnung in einem für Militärangehörige gebauten Viertel verlassen habe. Die Hintergründe der Explosion waren zunächst unklar.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird mit großer Spannung erwartet. Wenige Tage vor der Wahl tauchen fragwürdige Aufnahmen mit AfD-Mann Ulrich Siegmund auf. Es ist eine befremdliche Szene, die sich in dem fraglichen Video abspielt, das in sozialen Medien kursiert. Die Aufnahmen zeigen den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Miguel Klauß und den Spitzenkandidaten der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Beide sind mit Wintermänteln bekleidet, die im Hintergrund zu sehende Vegetation deutet auf eine Aufnahme in der eher kalten Jahreszeit hin. Die beiden AfD-Politiker schlendern vor dem Stuttgarter Landtag in Richtung einer Grünfläche, auf der sich laut Klauß „ägyptische Nilgänse“ tummeln. Klauß zeigt auf eine Nilgans und sagt zu Siegmund: „Das ist eine Nilgans, das ist eine invasive Art. Hochaggressiv. Scheißt hier alles voll und vertreibt die heimischen Enten.“ Anschließend fragt der Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg den Parteikollegen aus Sachsen-Anhalt: „Kommt Dir das irgendwie bekannt vor?“ Weiter heißt es in dem Gespräch, dass die Gans ein „großes Stadtbildproblem“ sei. Man lasse sie gewähren, „weil sie jetzt nun mal da sind“. Außerdem habe sie „keine natürlichen Feinde“. Klauß endet mit den Worten: „Das kommt uns sehr bekannt vor.“ Siegmunds vielsagende Antwort: „Viele Parallelen.“ (…) „Wie bewertet Ulrich Siegmund das obige Gespräch und den Gedankenaustausch? Vergleicht Ulrich Siegmund in dem Gespräch die Nilgans mit Migranten? Was meint Siegmund mit ,viele Parallelen’?“, wollte unsere Redaktion wissen. Auch 48 Stunden nach Eingang der schriftlichen Anfrage und zwischenzeitlicher zweimaliger telefonischer Nachfrage: Schweigen im Siegmund-Kosmos.
Active Clubs are a modern, decentralized form of white-supremacist organizing that uses fitness, combat sports, friendship, and online culture as gateways into neo-Nazi and broader white-supremacist politics. Active Club leaders have explicitly described the combination of athletics and social activity as a way of introducing people who might not otherwise be interested in far-right extremism to white-supremacist politics. Over the past few years, neo-Nazi Active Clubs have been growing like wildflowers, with many dedicated to recruiting and training white-supremacist teenage boys and girls. The Global Project Against Hate and Extremism”s (GPAHE) most recent investigation into these white supremacist fighting groups has found “a 28 percent increase in Active Club (AC) chapters, along with a 142 percent increase in Youth Clubs, which are Active Club chapters reserved for teenagers aged 15 to 18 years old” (https://globalextremism.org/post/neo-nazi-active-clubs-increasingly-recruiting-teenage-boys-and-girls/). “These chapters, which now include girls-only groups,” GPAHE noted, “are using mainstream social media platforms, such as Instagram and YouTube, to recruit new members.” Including Youth Clubs, there are now 220 active AC chapters in 33 countries – representing a 28 percent increase in chapters from the 187 active chapters in 27 countries recorded by GPAHE in June 2025. Likewise, Youth Clubs (included in the above count) have seen their chapter numbers grow from 19 in 2025 to 46 in 2026, a staggering 142 percent increase. The United States alone saw the creation of thirteen Youth Clubs over the past year. Since 2023, GPAHE has identified 298 Active Club chapters, of which 78 have either had their social media accounts deleted, have not posted to their accounts since January 2026, or lack other evidence showing they are still functioning. It is unclear whether any of these groups have truly disbanded, simply been deplatformed, or are operating underground. Active Clubs first emerged as a network in 2020, when white nationalist Robert Rundo began developing the concept while in Europe. The network grew in the United States beginning in 2021. Rundo had previously founded the Rise Above Movement (RAM), a predecessor to the Active Clubs, in 2017. According to the Southern Poverty Law Center’s Active Club profile, the clubs “first evolved from Rundo’s collaboration with Russian-German neo-Nazi activist Denis Yevgenyevich Kapustin, who is known in the movement as ‘Denis Nikitin’ and ‘White Rex’ (https://www.splcenter.org/resources/extremist-files/active-clubs/).
An associate of the Aryan Brotherhood prison gang was convicted of fatally shooting two men in Lomita, California, on orders from an incarcerated Aryan Brotherhood member, the Justice Department announced. Justin Gray, 40, of San Pedro, California, was found guilty of two counts of murder in aid of racketeering for the Oct. 4, 2020, killings. Prosecutors said the killings were carried out at the direction of Aryan Brotherhood member Francis Clement, who was serving a sentence at Kern Valley State Prison in Kern County. According to court documents and evidence presented at trial, Gray lured the two victims from San Diego to Lomita, where he and another Aryan Brotherhood associate shot both men in the head. The order stemmed from what prosecutors described as “disrespect” one victim had shown the gang. Gray is a member of the Baby Blue Wrecking Crew, which the department described as a white-only gang that takes orders from and works under the Aryan Brotherhood. He faces a mandatory life sentence and is scheduled to be sentenced Nov. 23 by U.S. District Judge Jennifer L. Thurston of the Eastern District of California.
Ein Oberarzt der Universitätsmedizin Rostock ist nach menschenverachtenden und gewaltbilligenden Äußerungen in sozialen Netzwerken mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Die Klinik prüft weitere arbeits- und strafrechtliche Konsequenzen. Auch Wissenschaftsministerin Martin fordert harte Konsequenzen. Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) hat nach eigenen Angaben unmittelbar auf Äußerungen eines Oberarztes in sozialen Netzwerken reagiert. In einem internen Schreiben des Vorstands an die Mitarbeiter, das dem NDR vorliegt, informiert die Klinik über den Vorgang. Der Arzt soll über einen längeren Zeitraum Beiträge veröffentlicht haben, in denen Gewalt gegen Menschen gebilligt und Personengruppen herabgewürdigt werden. Der Vorstand der UMR konfrontierte den Mitarbeiter mit den Vorwürfen und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. Nach Angaben der Klinik bestätigte er dabei mündlich die Urheberschaft der Äußerungen. Daraufhin wurde er mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit freigestellt. Die UMR prüft nun weitere arbeits- und strafrechtliche Schritte. Konkrete Äußerungen sorgen für Kritik Die konkreten Vorwürfe waren am Dienstagabend über den Instagram-Account “Hogesatzbau” (“Hooligans gegen Satzbau”) öffentlich gemacht worden. Die Initiative gegen rechte Hetze im Netz veröffentlichte dort Beiträge, die dem Oberarzt der Universitätsmedizin Rostock zugeschrieben werden. In den Beiträgen finden sich unter anderem rassistische und gewaltverherrlichende Äußerungen. So soll der Mediziner über Migranten geschrieben haben, er wolle sie “remigrieren oder kremieren”, sowie eine Passage, in der Menschen als “Heizmasse” bezeichnet und in “Lager” gewünscht werden. In einem weiteren Beitrag heißt es demnach: “Ölaugen bekommen 6×6 in die Stirn, wenn sie mich oder meine Familie bedrohen.” Die Universitätsmedizin selbst nennt in ihrem internen Schreiben keine konkreten Beispiele für die Äußerungen. Initiative konnte Posts direkt zuordnen Nach Angaben von Frauke Seeba von “Hogesatzbau” war für die Initiative relativ eindeutig, dass das öffentliche Profil dem Mediziner gehört. “Er hatte Bilder von sich selbst auf dem Profil”, sagte Seeba dem NDR. Außerdem habe der Arzt dort einen persönlich an ihn gerichteten Brief veröffentlicht. Das Profil sei öffentlich gewesen, sodass die Initiative die Entwicklung des Accounts seit 2011 habe nachvollziehen können. Klinik betont Schutz der Patienten Die Universitätsmedizin stellt klar, dass Aussagen, die Gewalt gegen Menschen billigen, nahelegen oder androhen, nicht mit den Grundsätzen der Klinik vereinbar seien. Menschlichkeit, Respekt, Verantwortung und der Schutz des Lebens gehörten zu den grundlegenden Werten des Hauses. Dabei betont die UMR ausdrücklich, dass alle Patientinnen und Patienten unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Identität oder Weltanschauung dieselbe Behandlung und Zuwendung erhalten müssten. Beschäftigte sowie Patientinnen und Patienten, die sich durch die Äußerungen betroffen fühlen oder im Zusammenhang mit dem Mitarbeiter Diskriminierung erlebt oder beobachtet haben, bittet die Klinik, sich zu melden. Die Hinweise sollen vertraulich behandelt werden.
siehe auch: Rassismus-Skandal: Unimedizin Rostock wirft Oberarzt wegen menschenverachtender Posts raus. Ein Palliativmediziner soll sich im Internet menschenverachtend über Migranten geäußert und von Massenmord fantasiert haben. Gegenüber der Klinikleitung hat der Mann nach OZ-Informationen die Vorwürfe eingestanden. Die Ärztekammer prüft nun, ob er jemals wieder Patienten behandeln darf. Ein Skandal erschüttert die Rostocker Universitätsmedizin (UMR): Ein Oberarzt soll in sozialen Medien mit menschenverachtenden rassistischen Äußerungen aufgefallen sein. Der Mediziner soll unter anderem geschrieben haben, er wolle Migranten „remigrieren oder kremieren“. Und: „Ölaugen bekommen 6×6 in die Stirn, wenn sie mich oder meine Familie bedrohen.“ Die Äußerungen wurden im Internetportal „Hogesatzbau“ („Hooligans Gegen Satzbau“), einem Zusammenschluss von Aktivisten gegen Rechtsextremismus, enthüllt. Der Arzt habe, wie die Unimedizin auf OZ‑Anfrage bestätigt, gesagt, dass die entsprechenden Posts wirklich von ihm stammen. „Mit großem Entsetzen hat die Universitätsmedizin Rostock durch eine Vielzahl von Nachrichten am Dienstagabend (25. August 2026) von dem Sachverhalt Kenntnis erhalten. Die Universitätsmedizin Rostock stellt unmissverständlich klar: Aussagen, die Gewalt gegen Menschen billigen, nahelegen oder androhen, sind für uns nicht akzeptabel“, so die Vorstandsvorsitzende der Klinik, Dr. Christiane Stehle (63). Die Äußerungen des Oberarztes „widersprechen fundamental den Werten, für die unser Haus und unsere Mitarbeitenden stehen: Menschlichkeit, Respekt, Verantwortung und der Schutz des Lebens.“ Noch am Abend habe die Klinik „den Mitarbeiter mit den getätigten Aussagen konfrontiert, und er hat den Verdacht bestätigt“, so die UMR auf OZ‑Anfrage. Der Mediziner wurde im Anschluss unverzüglich freigestellt. „Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen werden aktuell ergriffen und es wurde Strafanzeige gestellt.“ Nach OZ-Informationen soll der Vorstand eine unverzügliche fristlose Kündigung ausgesprochen haben; Rassismus-Skandal an Uniklinik : Oberarzt gefeuert! „Respekt, Vielfältigkeit, Weltoffenheit, Freundlichkeit“. Dieses Leitbild hat die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Universitätsmedizin Rostock auf ihrer Homepage stehen. Ein Oberarzt konterkariert durch rassistische, volksverhetzende und gewaltverherrlichende Aussagen auf Social Media aktuell mutmaßlich die Werte seines eigenen Hauses. Ziel seiner Tiraden: offenbar Migranten! Oberarzt spricht von „Ölaugen“ Kostprobe seiner radikalen Aussagen (Schreib- und Interpunktionsfehler aus Original übernommen, d. Red.), die er im Netz getätigt haben soll: „Ölaugen bekommen 6×6 in die Stirn wenn sie mich oder meine Familie bedrohen!“ Schusswaffen solle man mitführen und im Bedarfsfall einsetzen. Mutmaßlich gemeint: Menschen mit dunklen Augen, also Ausländer. Das Wort Ölauge wird in bestimmten Kreisen als Herabwürdigung von Migranten verwendet. „6×6 in die Stirn“ ist sehr wahrscheinlich eine Anspielung auf einen Angriff mit sechs Schüssen bzw. eine Schusswaffe mit entsprechender Munition. Schlimm auch der Satz: „Remigrieren oder kremieren.“ Mutmaßlich meint er: Abschieben oder verbrennen. In einem Krematorium werden Verstorbene eingeäschert. So widerlich äußerte sich Oberarzt Ronald S. auf Social Media Foto: X Arzt fantasiert über Erschießen und Verbrennen Weiterer Spruch von Dr. S.: „Also ich sehe nur Heizmasse die unsere Energieproblem lösen kann. Remigrieren oder Lager.“ Im Klartext: Menschen, mutmaßlich Migranten, sollen zum Heizen verbrannt werden. Übel auch dieses Posting: „Finaler Rettungsschuss und gut. Weg mit dem und viel Geld gespart!“ Gemeint ist wohl der gezielte Todesschuss eines Polizisten, um eine vermeintliche Gefahr abzuwenden.
DER STANDARD hat am Dienstag enthüllt, dass im Umfeld von FJ und identitärer “Aktion 451” Schädel vermessen und Jobs bei der FPÖ beworben werden. Die Recherchen des STANDARD über die engen Verflechtungen von Freiheitlicher Jugend, Identitärer Bewegung und deren Tarnorganisation “Aktion 451” haben zu einer Vielzahl politischer Reaktionen geführt. Der STANDARD hat am Dienstag enthüllt, dass in internen Chats der Identitären Jobs bei der FJ oder der FPÖ beworben wurden und dass die Organisationen auf dasselbe Personal setzen. In Teilen der “Aktion 451” herrscht braunes Gedankengut vor, zum Zeitvertreib werden Schädel auf Arierknochen vermessen und der Holocaust gefeiert. Der Pakt zwischen FJ und Identitären hat nun Kanzleramtsministerin Claudia Bauer (ÖVP, vormals Plakolm) auf den Plan gerufen. Sie kündigt gegenüber dem STANDARD an, den Sachverhalt zu prüfen. “Sollten sich die kolportierten Zahlungen der FJ an den identitären Subverein mit Mitteln der Bundesjugendförderung bestätigen, wäre das mutmaßlich Fördermissbrauch”, hält Bauer fest und kündigt eine umgehende und eingehende Prüfung der Bundesjugendförderung für die Jugendorganisation der FPÖ an. Die FJ erhält jährlich mehrere hunderttausend Euro für die “Förderung von Aufgaben und Maßnahmen der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit der parteipolitischen Bundes-Jugendorganisationen”. Diese Förderung steht allen Jugendorganisationen von Parlamentsparteien zu. Sie ist jedoch an bestimmte Auflagen geknüpft. Antisemitismus-Klausel Bauer werde auch prüfen, ob die unter ihr eingeführte Antisemitismusklausel zur Anwendung gebracht werden könne. “Jedenfalls ist es widerlich und macht fassungslos, dass Menschen nicht nur den Holocaust verharmlosen, sondern sich auch nach dessen Wiederholung sehnen”, so die Ministerin. Entsetzt zeigten sich auch Vertreter von SPÖ, Grünen und Neos. Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler forderte FPÖ-Chef Herbert Kickl auf, “in der FPÖ-Jugend aufzuräumen und alle personellen, inhaltlichen und organisatorischen Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen” zu kappen. “Das Hohe Haus ist keine Jobbörse für Rechtsextreme”, sagte Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos. Der Grüne Lukas Hammer zeigte sich “fassungslos”. Es liege der Verdacht nahe, dass “hier Steuergeld gezielt dafür eingesetzt wird, um verfassungsfeindliche rechtsextreme Kader in den Parlamentsbetrieb einzuschleusen”.
siehe dazu auch: Geheime Dokumente belegen Pakt zwischen FPÖ-Jugend und Identitären sowie braune Umtriebe Die FPÖ-Jugend nutzt die identitäre Tarnorganisation “Aktion 451” als Kaderschmiede, während dort “Arierknochen” vermessen werden. Whistleblower packen aus, die FJ reagiert empört. “Bitte keine FJ-Kleidung anziehen”, schrieb Jan Staudigl, Wiener Landesjugendsekretär der Freiheitlichen Jugend (FJ), im Juli 2024 in eine interne Chatgruppe. “Erklärung bei Bedarf vor Ort.” Der Ort: die Sommerdemo der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). Doch es braucht keine Logos auf T-Shirts, um zu erkennen, wie eng die FPÖ und ihre Jugendorganisationen FJ, früher RFJ, mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung verwachsen sind. Recherchen des STANDARD belegen anhand von geheimen internen Dokumenten wie Transkripten von Vorträgen, Chatverläufen, Fotos und Videos, wie eng diese Verbindung wirklich ist – und welcher Mechanismus dahintersteckt. So dient der identitäre Uni-Ableger “Aktion 451” nicht nur der theoretischen Schulung junger Rechtsextremer. Aus dessen Umfeld werden Personen für Jobs im Umfeld der FPÖ und sogar im Parlament rekrutiert. Besonders brisant ist, aus welchem Milieu der Nachwuchs stammt. Die Recherchen zeigen, dass bei den Identitären und der “Aktion 451” nationalsozialistisches, frauenfeindliches und gewaltverherrlichendes Gedankengut auf der Tagesordnung steht. Mehrere Personen, die selbst in der blauen Jugend und der IB waren, haben sich in den vergangenen Monaten an den STANDARD gewandt. (…) Ein wichtiger Aktivist verglich sich gegenüber Dritten selbst mit Reinhard Heydrich, einem der Hauptorganisatoren des Holocaust. Eine Person beschreibt die Ideologie einer Clique innerhalb der Identitären und ihrer “Aktion 451” dabei so: “Den Holocaust leugnet da niemand. Die finden den gut und wollen den wiederholen.” Auf X hat sich Identitären-Kader Yannick Wagemann schon im vergangenen September darüber echauffiert, dass der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Holocaust-Gedenken in Tränen ausbrach. “Hat er je für ein ermordetes deutsches Mädchen so geflennt?”, fragte der damalige Sprecher der Wiener Identitären. Aus seiner Sicht seien “Juden keine Deutschen”. Auch Identitären-Kopf Sellner fragte: “Hat er jemals für deutsche Opfer geweint?” Der damalige Wiener Identitären-Sprecher Yannick Wagemann attackiert den deutschen Kanzler Merz. Faksimilie Im blauen Gleichschritt Die Freiheitliche Jugend (FJ) stört so etwas offenbar nicht. Schon im Verfassungsschutzbericht 2023 war zu lesen: “An der ‘Aktion 451’ nahmen bekannte Aktivistinnen und Aktivisten der IBÖ, Funktionärinnen und Funktionäre der ‘FJ’ sowie Mitglieder rechtsextremer deutschnationaler Burschenschaften teil.” “Die Partei weiß so ziemlich alles”, sagt ein früher Involvierter. So soll ein hochrangiger FJ-Aktivist selbst davon gesprochen haben, dass eine Kameradin das “Messgerät” für die Arier-Untersuchung dabeihabe. Vor einer geplanten identitären Störaktion an der Uni sammelte man sich laut Chats im Wiener FJ-Büro in der Loidoltgasse und flüchtete sich nach der Aktion auch wieder dorthin.
SPIEGEL-Reporter werden angepöbelt, es gibt Pläne für eine »Bürgerwacht«: Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich erneut, dass Ignorieren, Verharmlosen und Relativieren im Umgang mit Parteien wie der AfD in die Irre führen. (…) Diese Partei und dieser Mann wurden genug ignoriert, relativiert und normalisiert. Hinter der scheinbar freundlichen Fassade, die der Spitzenkandidat so gern auf seinem Simson-Moped präsentiert, hinter all dem Gerede über den vermeintlich gut gemeinten Einsatz für ein besseres Deutschland tun sich Abgründe auf. Wer wissen will, wofür Herr Siegmund und seine rechtsextreme AfD-Truppe wirklich stehen, braucht sich nur drei Ereignisse aus den vergangenen Tagen anzuschauen. Ereignis eins: Beim Sommerfest der AfD Sachsen-Anhalt in Merseburg wurden am Wochenende zwei SPIEGEL-Reporter von einem Streamer und offenkundigen Siegmund-Sympathisanten bedrängt, angerempelt und beschimpft: »Ihr habt mit dem deutschen Volk nichts zu tun. Ihr seid Antideutsche«, schrie der Mann den Kollegen ins Gesicht. Und: »Verzieht euch … es braucht euch hier keiner in Sachsen-Anhalt.« Begleitet wurde das alles vom hämischen Grinsen der umstehenden AfD-Anhänger. Ereignis zwei: Der AfD-Europaabgeordnete aus Sachsen-Anhalt, Arno Bausemer, jagt zwei Jugendliche mit einem Baseballschläger, als die sich spätabends an einem Banner seiner Partei zu schaffen machen. Einer entwischt und erzählt hinterher, der andere sei von dem AfD-Mann mit dem Baseballschläger vom Roller »geholt worden«. Die Jungs waren erst 14 Jahre alt. Ereignis Nummer drei: Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla verteidigt im ARD-Sommerinterview den Plan seiner Parteifreunde in Sachsen-Anhalt, eine »Bürgerwacht« einzuführen. Also eine Hilfstruppe, die die Polizei unterstützen solle. Klingt vertraut? Stimmt, weil Blockwart-Systeme zur deutschen Diktaturerfahrung zählen, ebenso wie Parteischlägertruppen. Mit Milizen hat speziell unser Land keine guten Erfahrungen gemacht. Deshalb kann man sich nur wundern, dass das so schnell in Vergessenheit zu geraten scheint. Im Jahr 2026 sind wir offenbar wieder so weit, dass ein Parteiführer über solche Dinge im Fernsehen reden kann, ohne dass im ganzen Land die Alarmglocken schrillen. Stärkung der Extremisten Es zeigt sich: Eine der größten Gefahren, die von Bewegungen wie der AfD ausgehen, ist, dass sie ein Klima schaffen, in dem Verrohung im politischen Diskurs und sogar die Anwendung von Gewalt zur Normalität gehören. Mit einem Mal fühlen sich extremistische Menschen gestärkt, deren Vorstellungen bislang aus vielen guten Gründen nur am Rande der Gesellschaft existierten. Sie glauben, einen Freifahrtschein zu haben, weil ihre Ideen plötzlich auch von gewählten Volksvertretern propagiert werden. So wird legitimiert, was nicht zu legitimieren ist: ein autoritäres Weltbild, xenophobe Engstirnigkeit, die Verfolgung politischer Gegner.