Rassismus in Algorithmen: Gesichtserkennung für die Tonne

In Detroit findet die Polizei per Gesichtserkennung einen mutmaßlichen Dieb. Der aber sieht nicht annähernd wie der Täter aus. Algorithmen sind nicht vorurteilsfrei. So ist schon lange bekannt, dass automatisierte Gesichtserkennung, neben vielen anderen Problemen, erhebliche Schwierigkeiten hat, nichtweiße Physiognomien zu identifizieren. Das „Normal“, auf dem die Software trainiert wird, ist nämlich weiß. Dass das ein ganz handfestes individuelles Problem werden kann, musste Anfang des Jahres Robert Williams aus dem US-Bundesstaat Michigan erfahren. Ein Schwarzer Mann hatte in einem Juweliergeschäft in Detroit Uhren im Wert von 3.800 US-Dollar gestohlen und war dabei gefilmt worden. Das Material wurde in der Polizeidatenbank abgeglichen und fand als Treffer das Bild von Williams Fahrerlaubnis. Schon in der ersten Befragung wurde klar, dass Williams nicht der gefilmte Übeltäter war. Nach Ansicht der NGO American Civil Liberties Union (ACLU) hätte es für diese Erkenntnis keiner Festnahme, sondern lediglich eines menschlichen Blicks auf die Bilder bedurft, und reichte in Williams Namen Beschwerde gegen das Detroit Police Department ein.
Dessen Chef musste nun einräumen, dass die false positives bei der Gesichtserkennung bei sagenhaften 96 Prozent liegen. Schon bei der oft behaupteten korrekten Trefferrate in etwa derselben Dimension ist die absolute Zahl der falschen Identifizierungen viel zu hoch, um einen praktischen Nutzen aus der Gesichtserkennung ziehen zu können, aber das Detroiter Ergebnis sprengt jeden Rahmen. Über die Gründe wird verschiedentlich spekuliert. Einer könnte die hohe Zahl an Schwarzen Verdächtigen sein. Im aktuellen Wochenreport der Detroiter Polizei werden von 70 per Gesichtserkennung gesuchter Personen 68 als „Black“ geführt. Es scheint, als träfen sich rassistische Vorurteile und eine diskriminierende Polizeipraxis ganz beiläufig mit dem bekannten racial bias der Algorithmen.

via taz: Rassismus in Algorithmen: Gesichtserkennung für die Tonne

siehe auch: Man Wrongfully Arrested Because Face Recognition Can’t Tell Black People Apart. ACLU Calls on Lawmakers to Immediately Stop Law Enforcement Use of Face Recognition Technology. Robert Williams, a Black man and Michigan resident, was wrongfully arrested because of a false face recognition match, according to an administrative complaint filed today by the American Civil Liberties Union of Michigan. This is the first known case of someone being wrongfully arrested in the United States because of this technology, though there are likely many more cases like Robert’s that remain unknown. Detroit police handcuffed Robert on his front lawn in front of his wife and two terrified girls, ages two and five. The police took him to a detention center about forty minutes away, where he was locked up overnight in a cramped and filthy cell. Robert’s fingerprints, DNA sample, and mugshot were put on file. After an officer acknowledged during an interrogation the next afternoon that “the computer must have gotten it wrong,” Robert was finally released — nearly 30 hours after his arrest. Still, the government continues to stonewall Robert’s repeated attempts to learn more about what led to his wrongful arrest, in violation of a court order and of its obligations under the Michigan Freedom of Information Act. (…) “Every step the police take after an identification — such as plugging Robert’s driver’s license photo into a poorly executed and rigged photo lineup — is informed by the false identification and tainted by the belief that they already have the culprit,” said Victoria Burton-Harris and Phil Mayor, attorneys representing Robert Williams, in an ACLU blog post published today. “Evidence to the contrary — like the fact that Robert looks markedly unlike the suspect, or that he was leaving work in a town 40 minutes from Detroit at the time of the robbery — is likely to be dismissed, devalued, or simply never sought in the first place…When you add a racist and broken technology to a racist and broken criminal legal system, you get racist and broken outcomes. When you add a perfect technology to a broken and racist legal system, you only automate that system’s flaws and render it a more efficient tool of oppression.”

Mutmaßliche #Brandstiftung in #Magdeburg: Feuer in #Shisha-Bar – #schauhin

Dem Brand in einer Shisha-Bar in Magdeburg könnte ein fremdenfeindliches Motiv zugrunde liegen. Eine Tür im Bereich des Brandes war mit dem Schriftzug „Ausländer raus“ besprüht worden. Ein Foto der ausgebrannten Tür hatte am Donnerstagnachmittag das Bündnis „Solidarisches Magdeburg“ verbreitet. Ein Sprecher der Polizei bestätigte der taz, dass die Tür mit der Aufschrift tatsächlich am Tatort gefunden wurde. Zuvor hatte die Polizei bekanntgegeben, dass es sich bei dem Brand auf der Halberstädter Straße in Magdeburg wahrscheinlich um Brandstiftung handele. Die Spurensicherung hatte ergeben, dass ein technischer Defekt als Ursache höchst unwahrscheinlich sei. Derzeit ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Ein fremdenfeindliches Motiv sei naheliegend.

via taz: Mutmaßliche Brandstiftung in Magdeburg: Feuer in Shisha-Bar

Vorwurf: Duo brüllt rechtsextreme Parolen – #kaltland

Rechtsextreme, verfassungsfeindliche Parolen sollen mehrere Männer am Dienstagabend, 14. Juli, im Bereich einer Schule gebrüllt haben. Zwei von ihnen wurden auf die Polizeiwache mitgenommen. Der Staatsschutz ermittelt. Anwohner von Röthe- und Erlenstraße alarmierten am Dienstag gegen 19.20 Uhr die Polizei. Vor Ort trafen die Beamten, die mit mehreren Streifenwagen anrückten, auf vier alkoholisierte Männer aus dem Landkreis. Das berichtet Marburgs Polizeisprecher Jürgen Schlick. Das Quartett äußerte sich demnach gegenüber der Polizei nicht zu den Vorwürfen. Aufgrund von Zeugenangaben leitete die Polizei wegen der rechtsextremen Parolen entsprechende Verfahren gegen einen 31 und 47 Jahre alten Mann ein. (…)Bei einem dieser Begleiter, einem 28 Jahre alten Mann, stellte die Polizei zudem ein Messer sicher. Dazu wurden ebenfalls Ermittlungen eingeleitet.

via op marburg: Vorwurf: Duo brüllt rechtsextreme Parolen

Dortmund: Mutmaßlicher Rechtsextremist im Gefängnis gestorben – #terror #GruppeSomogyi

Mutmaßlicher Terrorunterstützer im Dortmunder Gefängnis gestorben. 46-jähriger wurde leblos in seiner Einzelzelle gefunden. Nach WDR-Informationen ist es Ulf R. aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Ein mutmaßlicher Unterstützer der rechtsterroristischen Gruppe S. ist am Montag (13.07.2020) im Dortmunder Gefängnis gestorben. Nach WDR-Informationen handelt es sich dabei um Ulf R. aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Der Mann sei leblos in seiner Einzelzelle gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen zur Todesursache laufen noch. Vieles spricht wohl für einen Selbstmord. Ulf R. war Mitte Februar festgenommen worden, weil er die rechtsterroristische Gruppe S. unterstützt haben soll. Insgesamt kamen damals 12 Personen in Untersuchungshaft. Auch Thorsten W., bis Februar 2020 Mitarbeiter der Polizeiverwaltung in Hamm, werden Kontakte zu der “Gruppe S.” nachgesagt.

via wdr: Dortmund: Mutmaßlicher Rechtsextremist im Gefängnis gestorben

weitere Meldungen zu “Gruppe S”

siehe auch: “Gruppe S.” Terrorverdächtiger tot in JVA aufgefunden. Anfang Februar nahmen baden-württembergische Ermittler zwölf Personen wegen des Verdachts auf eine rechtsterroristische Vereinigung fest. Nach Informationen des SWR wurde nun einer der Verdächtigen tot in seiner Zelle aufgefunden. In Dortmund ist ein 46-Jähriger, dem der Generalbundesanwalt die Unterstützung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen hat, tot in der Justizvollzugsanstalt aufgefunden worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte das dem SWR auf Nachfrage. Der Mann sei zur Mittagszeit leblos in seiner Einzelzelle gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Dortmund habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und eine Obduktion des Mannes angeordnet. (…) Dem Mann aus Nordrhein-Westfalen hatte die Bundesanwaltschaft die Unterstützung der rechtsterroristischen “Gruppe S.” vorgeworfen. Er soll zugesagt haben, die Gruppe finanziell beim Waffenkauf unterstützt und deren Ziele geteilt haben.

Großeinsatz in #Oppenau – Täter mit Vorstrafe wegen rechtsextremer Taten

Der 31-Jährige, der im badischen Oppenau vier Polizisten entwaffnet hat und sich seitdem auf der Flucht befindet, hat offenbar auch einen politischen Hintergrund. Die Polizei sucht weiter mit einem Großaufgebot nach einem flüchtigen 31-Jährigen. Der Mann soll am Sonntagmorgen in Oppenau (Ortenaukreis) bei einer Kontrolle vier Polizisten entwaffnet haben und dann in die umliegenden Wälder geflüchtet sein. Jetzt werden weitere Details zu dem Mann bekannt. Er weist nicht nur zahlreiche Vorstrafen auf, unter anderem wegen versuchten Totschlags, sondern wird vom Staatsschutz auch dem rechtsextremen Umfeld zugeordnet. So ist er nach Informationen unserer Zeitung bereits als Jugendlicher wegen einer im September 2004 begangenen Tat wegen Volksverhetzung und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole zu einer hohen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

via stn: Großeinsatz in Oppenau Täter mit Vorstrafe wegen rechtsextremer Taten

Partially blinded by police – #blm

Eight people suffered severe eye injuries at protests across the country on May 30. In three instances, video evidence undermines official accounts of what happened. Protests erupted in cities across the country on May 30, the Saturday after George Floyd’s death in police custody in Minneapolis. As law enforcement officers moved to clear the streets, some fired what are called “less lethal” munitions. The Washington Post found that eight people lost vision in one eye after being struck by police projectiles, including lead pellets packed in cloth pouches that were fired from shotguns. They were among 12 people who were partially blinded by police during a week of national unrest. Of the eight who lost sight that day, six were protesters, one was a photojournalist, and another was a passerby.

via washington post: Partially blinded by police

#Hannover: Rechtsextremer bedroht Gastronomen – #schauhin #terror

In Hannover sind rechtsextreme Drohbriefe an türkische Geschäftsinhaber verschickt worden. Ein Hass-Brief mit Morddrohungen sorgt in Hannovers Steintorviertel für Beunruhigung bei türkischen Geschäftsinhabern, wie das NDR Regionalmagazin Niedersachsen 18 Uhr berichtet. In dem Brief, der dem NDR vorliegt, droht ein anonymer Verfasser “allen türkischen Geschäften und Moscheen”. Zu den Empfängern des Schreibens gehört neben anderen der Restaurantbesitzer Mehmet Kılıç. Kılıç fand den Brief nach eigenen Angaben am Sonnabend in seiner Post und erstattete umgehend Anzeige. In dem an Kılıç adressierten Brief heißt es wörtlich: “Ihr werdet vernichtet”, “haut endlich ab, ihr scheiß Drecks-Kanaken, wir hassen euch” und “wird bald schweren Krieg geben am Steintor – verlasst euch drauf”. Unterzeichnet ist der Text mit “Die Deutschen”. Natürlich mache ihm das Sorgen, sagt Kılıç mit Blick auf seine 30 Mitarbeiter und seine Familie. “Ich lebe seit 26 Jahren in Deutschland, meine Töchter sind hier geboren. Bisher hatten wir solche Probleme in Hannover nicht. Ich hoffe, dass die Polizei uns unterstützt.” Der Briefschreiber behauptet, Rocker würden bald Moscheen anzünden. Der Verfasser gibt an, die “Hells Angels”-Größe Frank Hanebuth “regelmäßig zu informieren”. Auf Anfrage des NDR distanzierte sich Hanebuth am Montag deutlich von dem Schriftstück. Sein Anwalt Michael Nagel schreibt dazu: “Herr Hanebuth ist seit 37 Jahren am Steintor tätig. Er hat einen guten, auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Kontakt zu allen dort tätigen Geschäftsleuten. […] alle dürften wissen, dass er mit solchen Briefen nichts zu tun hat. Er kennt weder den Verfasser noch den Inhalt der Briefe.” Frank Hanebuth distanzierte sich bereits 2012 von rechtsradikalen Rockern. Schlagzeilen machten aber die Überschneidungen der “Hells Angels” zur AfD und Facebook-Posts von Hanebuth, in denen er eine “Law and Order”-Politik vertritt.

via ndr: Hannover: Rechtsextremer bedroht Gastronomen