Gemeinsamkeiten von Frauenhass und Rechtsextremismus: #Incels

Die Publizistin Veronika Kracher beschreibt in ihrem Buch „Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ eine frauenfeindliche Subkultur. Darin werden immer wieder Gemeinsamkeiten mit dem Rechtsextremismus deutlich. Analysiert man die Hintergründe von einigen Lone Actor-Terroristen von rechts, insbesondere ihre „Manifeste“ zu den Taten, so fällt nicht selten eine ausgeprägte Frauenfeindlichkeit auf. Dabei lassen sich viele Gemeinsamkeiten mit den „Incels“ konstatieren. Mit dieser Abkürzung kann man meist in Deutschland noch nichts anfangen. Sie steht für „Involuntary Celibates“, was so viel heißt wie „Unfreiwillige Zölibatere“. Dies sind Männer, die keine Beziehung zu einer Frau haben und eine solche Erfahrung mit Frauenhass verarbeiten. Dabei handelt es sich nicht nur, aber primär um ein Online-Phänomen. Denn es gibt viele einschlägige Foren, worin sich die „Incels“ kommunikativ austauschen. Ihnen kommt nicht nur die Funktion einer Selbsthilfegruppe zu, hat der Frauenhass doch mitunter auch tödliche Konsequenzen. Dafür sprechen einschlägige Gewalthandlungen. Dies und noch mehr beschreibt die Publizistin Veronika Kracher in ihrem Buch zum Thema mit dem Titel „Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“.
Die soziale Basis: junge, narzisstisch gekränkte Männer. Darin will sie einen Einblick in diese Subkultur geben, wobei immer wieder Erkenntnisse aus einer intensiven Internet-Recherche präsentiert werden. Es handele sich um junge narzisstisch gekränkte Männer, die erstens der Auffassung seien, dass es eine feministische Dominanz gebe und dadurch männliche Werte verschwinden würden, und zweitens daher keine Frau als Partnerin gefunden hätten und diese Erfahrung durch Frauenhass verarbeiteten. Nach Ausführungen zur Rolle von Memes innerhalb der „Incel“-Community zeichnet Kracher deren bislang noch kurze Entwicklung nach, welche von der Kommunikation als Selbsthilfegruppe bis zum misogynen Terrorismus reiche. Anhand von vielen Beispielen aus der Internet-Kommunikation wird danach ein Einblick in deren Vorstellungswelt gegeben. Daraus versucht die Autorin eine eigene Ideologie abzuleiten, wobei sie viele Gemeinsamkeiten mit rechtsextremistischem und rechtspopulistischem Gedankengut entdeckt. Mittlerweile würde es auch eine Fülle von einschlägigen Internet-Foren geben.
Gemeinsamkeiten mit rechtsextremistischem Gedankengut. Als dortige Leitfigur gilt immer wieder Elliot Rodger, der 2014 sechs Menschen ermordete, weil er selbst keine sexuellen Kontakte fand. Rodgers hatte ein 130-seitiges „Manifest“ hinterlassen und Kracher nimmt eine ausführliche Analyse von diesem Text vor. Danach geht sie gesondert auf die „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ bei den „Incels“ ein, wobei sie Antisemitismus, LGBTQ-Feindlichkeit und Rassismus konstatiert. Indessen merkt die Autorin auch an, dass mehr als ein Drittel der „Incels“ wohl keine Weißen seien. Ausführlich geht sie immer wieder um einer psychologischen Analyse willen auf deren Selbstbilder ein. Dabei beschränkt sie ihren Blick nicht auf die „Incels“ selbst, denn es bestünden zwischen deren Frauenhass und dem in der männlichen Mehrheitsgesellschaft kursierenden Mentalitäten durchaus Schnittmengen. Am Ende des Buches berichtet Kracher noch von Erfahrungen mit Aussteigern aus der Szene, die einmal mehr ein plastisches Bild von den dortigen Mentalitäten vermitteln. Wichtige Begriffe erklärt dann noch ein Glossar.

via bnr: Gemeinsamkeiten von Frauenhass und Rechtsextremismus: Incels

Mark Zuckerberg defends not suspending Steve Bannon from Facebook

CEO told staffers Bannon had not violated enough policies to justify ban when he called for beheading of Anthony Fauci. Mark Zuckerberg told Facebook staffers on Thursday that former Donald Trump adviser Steve Bannon had not violated enough of the company’s policies to justify his suspension from the platform when he called for the beheading of two US officials and the posting of their heads outside the White House as a “warning”. Bannon appeared to endorse violence against the FBI director, Christopher Wray, and the infectious disease expert Dr Anthony Fauci on an episode of his podcast on 5 November. The podcast, the War Room, was distributed in video form on a number of social media outlets, including Facebook. Twitter banned Bannon’s War Room account permanently, saying it had suspended the podcast account for violating its policy on the glorification of violence. Facebook removed the video after about 10 hours online, but did not suspend the account. “We have specific rules around how many times you need to violate certain policies before we will deactivate your account completely,” Zuckerberg told an all-staff meeting on Thursday. “While the offenses here, I think, came close to crossing that line, they clearly did not cross the line.” Facebook spokesman Andy Stone told Reuters the company would take further action against Bannon’s page “if there are additional violations”. Last Friday, Facebook took down a network of other Bannon-linked pages that were pushing false claims about the presidential election, after they were flagged by activist group Avaaz.

via guardian: Mark Zuckerberg defends not suspending Steve Bannon from Facebook

NS-Propaganda bei »Blut und Boden Oberstdorf«

Weil ein 56-Jähriger Ausschnitte aus nationalsozialistischen Propagandafilmen an die 257 Mitglieder der WhatsApp-Gruppe »Blut und Boden Oberstdorf« schickte, erhält er eine Geldstrafe. Weil der 56-jährige Bernhard M. am 3. März 2019 in die WhatsApp-Gruppe »Blut und Boden Oberstdorf« mit 257 Mitgliedern ein Video mit kurzen Ausschnitten nationalsozialistischer Filmpropaganda versandte, erhielt er einen Strafbefehl (Az 1 Cs 360 Js 7310/20). Insbesondere waren darin Reden Hitlers, der Hitlergruß und NS-Aufmärsche zu sehen, so die Staatsanwaltschaft. Dabei sei es dem Oberstdorfer gerade darauf angekommen, die Zeichen weiter zu verbreiten. Das sei strafbar als Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Dagegen legte M. zunächst Rechtsmittel ein und musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Sonthofen verantworten. In der Hauptverhandlung vor Amtsrichterin Gramatte-Dresse nahm er jedoch seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Dadurch ist die Geldstrafe in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 40 Euro rechtskräftig geworden. Somit kostet die NS-Propaganda Bernhard M. 3200 Euro.

via allgäu rchtsaußen: NS-Propaganda bei »Blut und Boden Oberstdorf«

Gewaltdrohungen in „Querdenker“-Chats Corona-Skeptiker wollen Bundestag blockieren

Die sogenannten „Querdenker“ wollen am Mittwoch aufmarschieren. Rechtsextreme sehen den „Tag X“ gekommen – und drohen mit Gewalt. Keine zwei Wochen nach den von Gewalt überschatteten Protesten sogenannter Corona-Leugner in Leipzig droht der nächste große Aufmarsch – diesmal in Berlin. In sozialen Netzwerken, über den Messengerdienst „Telegram“ und auf Veranstaltungen der „Querdenken“-Initiative wird bundesweit dazu aufgerufen, am kommenden Mittwoch den Bundestag zu blockieren. Auch von einem erneuten Sturm auf das Parlament ist die Rede. Beobachter warnen vor der Mobilisierungskraft der hunderttausendfach gelesenen Aufrufe und der Breite ihrer Absender. Neben Impf-Gegnern, Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und AfD-Mitgliedern mobilisieren auch rechtsextreme Organisationen wie NPD oder Identitäre Bewegung nach Berlin. Von einer gefährlichen Gemengelage ist die Rede und von der Sorge davon, dass Politik und Polizei die Dynamik des Protests einmal mehr unterschätzen könnte. Ein Sprecher der Berliner Polizei erklärte am Sonntag, zu Lageeinschätzung und Einsatzplanung zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen zu können. Er bestätigte, dass für Mittwoch eine Kundgebung unter dem Titel „Stoppt das Infektionsschutzgesetz“ auf dem Platz der Republik, dem Vorplatz des Bundestages, mit 500 Teilnehmern angemeldet ist. Ebenfalls angemeldet sind zwei Gegenproteste in unmittelbarer Nähe zum Bundestag. (…) Anlass für die geplanten Proteste der Corona-Leugner ist die für Mittwoch im Bundestag vorgesehene Beratung des Gesetzentwurfs für das „Dritte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung“, das sogenannte Infektionsschutzgesetz. In zahlreichen Aufrufen wird der Entwurf mit dem „Ermächtigungsgesetz“ von 1933 verglichen und behauptet, der Entwurf besiegele den Weg Deutschlands in eine Diktatur. Der unter Rechtsextremen seit Jahren propagierte „TagX“ sei am Mittwoch gekommen, die Gewaltanwendung gegen den Staat und seine Behörden legitimiert, heißt es weiter.

via tagesspiegel: Gewaltdrohungen in „Querdenker“-Chats Corona-Skeptiker wollen Bundestag blockieren

#Anschlag geplant? Schwere Vorwürfe gegen rechtsradikalen “Feuerkrieger” – #terror #feuerkriegDivision #FKD

Unter seinesgleichen nannte er sich “Heydrich” oder “Reinhard” – nach dem brutalen Organisator des Holocaust unter Adolf Hitler, Reinhard Heydrich. In Wahrheit heißt der 23-Jährige Fabian, wohnte bisher bei seinen Eltern in einem Dörfchen in der Oberpfalz, nahe der Stadt Cham. Er arbeitete Schicht als Elektriker – soweit war alles noch okay. Inzwischen sitzt der junge Mann in U-Haft – zumindest bis ihm am kommenden Donnerstag vor der Staatsschutz-Kammer am Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess gemacht wird. Die Generalstaatsanwaltschaft München, wo die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt ist, wirft dem mutmaßlich Rechtsradikalen die Vorbereitung eines Terroraktes vor. Der Oberpfälzer sympathisiert mit der international vernetzten Gruppe “Feuerkrieg Division”, die sich Anschläge gegen Juden und Muslime zum Ziel setzt, und bewegt sich in deren Chatforen, wie das Landgericht Nürnberg-Fürth mitteilte. Nach Medienberichten gilt er sogar als Kopf der etwa eine Handvoll deutschen Mitglieder. “Heydrich” soll sich in den Chatforen auch über mögliche Anschlagsziele erkundigt haben. So habe er etwa nach einem “Ort der Andacht” gesucht, heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Dahinter könnte sich nach Auffassung von Polizei und Staatsanwaltschaft eine Moschee oder eine Synagoge verbergen. Zudem soll sich der 23-Jährige im Archiv der Gruppe über die rechtsextremistisch motivierten Anschläge in Christchurch (Neuseeland) und Halle (Sachsen-Anhalt) informiert haben. Zudem habe er Waffenteile im Internet besorgt – unter anderem eine Replika eines “Kalaschnikow”-Sturmgewehrs, die er mit echten und funktionstüchtigen Teilen versehen haben soll. Die “Feuerkrieg Division”, die sich früher auch als “Atomwaffen Division” bezeichnete, ist ein loser Zusammenschluss einzelner Terrorzellen. Weltweit wird die Zahl der Mitglieder auf 70 bis 150 geschätzt; Schwerpunkte sind die USA und Großbritannien.

via tag24: Anschlag geplant? Schwere Vorwürfe gegen rechtsradikalen “Feuerkrieger”

Terrorist group founder now running online neo-Nazi T-shirt business

Exclusive: National Action co-founder Ben Raymond tells followers extremist designs can be ‘comfortably displayed on any occasion’. The co-founder of a far-right terrorist group has set up an online business selling neo-Nazi T-shirts, The Independent can reveal. Ben Raymond, who started National Action in 2013, distanced himself from the group after it became the first far-right association to be banned under British terror laws. More than a dozen people have been jailed for membership of the organisation, and other followers mounted terror plots, but Raymond has never been prosecuted. He can now be revealed as the operator of an online retailer called Blackguard, which sells T-shirts and posters covered in neo-Nazi designs. A post on the retailer’s Twitter account said its mission was “esoteric [mystical Nazism] design with professional style”. (…) The T-shirts on sale display swastikas, swords, guns, the Nazi black sun symbol and references to occult Nazism. Some feature figures including the Nazi ideologue Savitri Devi, who was among the founders of the World Union of National Socialists, and cult leader Charles Manson. An expert told The Independent the eclectic images “fit perfectly with the cults that neo-Nazi groups and the far right have developed”. (…) Dr Jackson said the designs would be readable to an “online world” of white nationalists familiar with the symbolic meanings behind them. When a Twitter follower suggested a design depicting a soldier with prominent SS symbols, the Blackguard account replied: “I will need to make it a little more circumspect.” Raymond created much of National Action’s propaganda before it was banned as a terrorist group in 2016, and court cases heard that he designed stickers for splinter organisations that were set up afterwards. Dr Jackson said National Action had attempted to create a “new look and style” for neo-Nazism in the UK, following similar pushes by international groups including the US Atomwaffen Division. Alongside the neo-Nazi T-shirt designs, Blackguard’s Instagram page contained references to the eco-fascist “pine tree gang” movement and Asatru paganism, which has been co-opted by the far right. The account’s handle was “Blackguard graphic design” but the name displayed was Benito Raymondo. Benito is also the first name of Italian fascist dictator Mussolini. Raymond and Alex Davies founded National Action as university students in 2013, recruiting young and vulnerable followers with online propaganda, demonstrations and publicity stunts.

via independent: Terrorist group founder now running online neo-Nazi T-shirt business

Mit allen Mitteln – Wie #Corona-Kritiker #Kinder instrumentalisieren – #kaltland #covidioten #verantwortungslos

Seit Monaten machen so genannte Querdenker Stimmung gegen die Masken-Pflicht. REPORT MAINZ zeigt, wie die Corona-Leugner dafür Kinder und Jugendliche instrumentalisieren. In Videos wird die Fake-News verbreitet, Kinder seien durch das Tragen einer Maske gestorben. In einer geschlossenen Chatgruppe für Jugendliche werden zudem Verschwörungstheorien geteilt. (…) Burkhard Rodeck, Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin e. V.: “Alltagsmasken sind nicht gefährlich für Kinder. Wir kennen ja aus der Kinder- und Jugendmedizin natürlich auch einen großen Bereich, in dem auch ganz kleine Kinder Masken tragen. Das ist die Kinderonkologie. Kinder-Krebserkrankung. Und all diese Kinder tragen diese Maske ohne irgendein Problem.” Trotzdem hält sich wochenlang das Gerücht, drei Kinder seien durch Masketragen gestorben. Dabei gibt es dafür bis heute keine Beweise.
In einem der Fälle stellt sogar die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion eines Mädchens ausdrücklich fest, es gebe keinen Hinweis, dass es durch das Tragen des Mund-Nase-Schutzes gestorben sei. Er hat diese Gerüchte maßgeblich befeuert: Bodo Schiffmann. HNO-Arzt aus Baden-Württemberg. Seit Wochen tritt er bei Kundgebungen auf, verharmlost Corona. (…) Pia Lamberty, Expertin für Verschwörungsmythen: “Indem man Kinder für politische Proteste nutzt, versucht man auch anschlussfähig zu werden und zwar eben nicht nur die Kinder zu erreichen, sondern auch Eltern, vielleicht Großeltern und sich als vielleicht sogar bürgerlich zu geben. Also ich halte es für unverantwortlich, wenn Kinder für die eigenen politischen Ziele instrumentalisiert werden.” Doch genau darum scheint es Aktivisten wie Samuel Eckert und Bodo Schiffmann zu gehen. Im Kampf gegen die Corona-Maßnahmen scheint manchen Kritikern jedes Mittel recht.

via swr: Mit allen Mitteln Wie Corona-Kritiker Kinder instrumentalisieren