Rechtsextremer Jugendbund: Sie haben ein Einser-Abi. Und gehen zur »Führerschule«

Sonnwendfeiern, Fahnenrituale, NS-Literatur: Über Jahre hat sich im Geheimen ein rechtsextremer Jugendbund formiert – mit gutem Kontakt in den Bundestag. An einem Julitag 2019 bricht eine merkwürdige Reisegruppe in den Südwesten Polens auf. Sechs junge Frauen, die jüngste ist 16 Jahre alt. Sie haben Gitarre und Fahne im Gepäck, tragen lange, dunkelblaue Röcke und geflochtene Zöpfe. Etwas altmodisch angezogene Pfadfinderinnen, könnte man denken. Von Görlitz aus trampen und wandern die jungen Frauen übers Riesengebirge bis nach Breslau. Ihre auf den ersten Blick harmlosen Abenteuer halten sie in einem Reisebericht fest. (,,,( Die jungen Frauen sind keine Pfadfinderinnen. »Schlesiengroßfahrt 2019« steht, in Frakturschrift hingeschnörkelt, auf dem 28 Seiten langen Reisebericht, der der ZEIT abfotografiert vorliegt. Eine der jungen Frauen schreibt darin, sie habe sich gefragt, »wie sich die Polen und Tschechen wohl fühlten, wenn sie unser Schlesien bewohnten?! Ob es ihnen egal war, wem sie die Heimat weggenommen hatten? Ob es ihnen egal war, dass sie nicht in ihrer RICHTIGEN Heimat wohnten? Freuten sie sich, weil sie uns dieses Land weggenommen hatten?« Die jungen Frauen sprechen auch über ihre künftige Rolle als Mütter, die für sie noch wichtig sei – anders als für andere Mädchen. In den Bericht eingeklebte Bilder zeigen nicht nur die Teilnehmerinnen beim Feuerholzsammeln, Kochen und Trampen, sondern auch eine schwarze Fahne mit einem Sonnenrad darauf. Es ist das Logo einer geheimen Organisation. Ihr Name: Jungadler. Wohl mindestens ein Jahrzehnt lang blieb der Jungadler im Verborgenen, agierte in ganz Deutschland, veranstaltete Lager und Fahrten wie die »Schlesiengroßfahrt«. Erst Anfang 2025 wurden die Sicherheitsbehörden auf den Jungadler aufmerksam. Seitdem steht die Frage im Raum: Ist in Deutschlands Wäldern und Wohnzimmern etwas sehr Altes zu neuem Leben erwacht, eine Organisation, die junge Menschen im Geist der Hitlerjugend indoktriniert?

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Quebec man faces terrorism charges tied to 764 extremist network

764 actively targets children and teenagers online, says RCMP. A Quebec City resident is facing terrorism charges and is accused of promoting the ideology of the 764 network that promotes violent extremism. Jeffrey Roussel, 26, from Quebec City, allegedly promoted and published graphic, violent and highly disturbing content, with the aim of inspiring and recruiting others, through a group on Telegram, according to the RCMP. He is accused of participating in activity of a terrorist group, facilitating terrorist activity and the commission of offence for a terrorist group. His victims, who have not yet been identified, are mainly teenagers, according to the RCMP’s news release issued Wednesday. The investigation was conducted by the Integrated National Security Enforcement Team. The RCMP says 764 actively targets children and teenagers on online gaming or social media platforms and popular mobile apps such as Discord, Telegram, Roblox and Minecraft with an objective to manipulate, recruit and radicalize youth to commit violent acts.

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Nach dem Vorbild »White Tiger« – Anklage wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen in Onlinegruppen – #terror #764 #com

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat einen Jugendlichen angeklagt, dem in 37 Fällen unter anderem schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die mutmaßlichen Taten ähneln denen des pädokriminellen Netzwerks »746«. In Hamburg hat ein Jugendlicher mutmaßlich die Taten des internationalen Sadisten-Netzwerks »764«  nachgeahmt: Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Jugendlichen erhoben, der sieben Mädchen in sozialen Medien zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen vor der Kamera genötigt haben soll. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Teils soll er Mittäter gehabt haben. Der Angeschuldigte soll Onlinegruppen nach dem Vorbild des Sadisten-Netzwerks »764« gegründet haben, teilte die Behörde der dpa zufolge mit. Verbindungen zum angeklagten Shahriar J., der das Pseudonym »White Tiger« benutzte, bestünden aber nicht, hieß es. Unter diesem Foren-Namen soll der 21 Jahre alte Deutsch-Iraner aus Hamburg zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben (…) Der jetzt angeklagte Jugendliche habe 12- bis 15-jährige Mädchen emotional manipuliert und zu immer gravierenden Verhaltensweisen gezwungen, teilte die Staatsanwaltschaft laut dpa mit. Eines der Mädchen habe er überredet, sich die Namen des Angeschuldigten und von ihm gegründeter Gruppen in die Haut zu ritzen. In der Anklage geht es um 37 Fälle, die Taten sollen zwischen Mai 2023 und März 2024 verübt worden sein. Vorgeworfen werden ihm schwere sexuelle Missbräuche von Kindern, sexuelle Nötigungen und gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft. Laut Anklage auch homophobe Attacken Zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 soll der Jugendliche zudem Straftaten gegen Homosexuelle begangen haben. In elf Fällen vereinbarte er der Anklage zufolge über Dating-Portale Treffen mit Männern, um sie dann aus vermutlich homophoben Motiven unvermittelt anzugreifen und zu verletzen.

via spiegel: Nach dem Vorbild »White Tiger« Anklage wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen in Onlinegruppen

siehe auch: Mutmaßliches „Com“-Mitglied soll Mädchen zu Selbstverletzungen gezwungen haben Dem Beschuldigten werden schwere Sexualdelikte gegen Kinder, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Fall spielt im Umfeld des sogenannten „Com“-Netzwerks. Artikel anhören -4:20 1.0x Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat eine weitere Anklage gegen ein mutmaßliches Mitglied des weltweiten sogenannten „Com“-Netzwerks zum Landgericht Hamburg erhoben. Inhalt der Anklage sind nach Angaben der Behörde insbesondere schwere sexuelle Missbräuche von Kindern, sexuelle Nötigungen und gefährliche Körperverletzungen in mittelbarer Täterschaft. Der Beschuldigte war während der vorgeworfenen Taten den Angaben zufolge noch jugendlich. Nach der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft soll der Angeschuldigte zwischen Mai 2023 und März 2024 in 37 Fällen auf sieben Mädchen eingewirkt haben. Die Taten soll er teils allein, teils gemeinsam mit weiteren Tätern begangen haben. Über soziale Medien soll er die Geschädigten zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm weiter vor, nach dem Vorbild der Gruppierung „764“ eigene Gruppen gegründet zu haben. Den Ermittlern zufolge soll er Mädchen im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren emotional manipuliert und bereits erlangte persönliche Informationen sowie kompromittierende Aufnahmen genutzt haben, um den Druck auf die Betroffenen zu erhöhen. Einer Geschädigten soll er eingeredet haben, sich seinen Namen beziehungsweise die Namen von ihm gegründeter Gruppen – „the espada“ und „A.L.I.C.I.A“ – in die Haut zu ritzen. Bei weiteren Geschädigten soll er Ähnliches versucht haben. Hinzu kommt ein weiterer Tatkomplex. Zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 soll der Beschuldigte in elf Fällen über Dating-Portale für homosexuelle Männer Treffen in Hamburg vereinbart haben, um die Geschädigten anschließend unvermittelt anzugreifen und körperlich zu verletzen. Die Staatsanwaltschaft nennt dafür mutmaßlich homophobe Motive.

Ermittlungen gegen X: Elon Musk kommt Vorladung nach Paris nicht nach

Der US-Milliardär Elon Musk ist am Montag nicht zu einer Vorladung in Paris erschienen, die im Zuge der Ermittlungen gegen den Kurznachrichtendienst X und den dort verfügbaren Chatbot Grok ausgesprochen wurde. Das berichtet unter anderem France24 unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. „Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass die ersten vorgeladenen Personen nicht erschienen sind. Ihre An- oder Abwesenheit steht der Fortsetzung der Ermittlungen nicht im Wege“, zitiert das französische Auslandsfernsehen aus der Mitteilung. Die Ermittlungen haben die Verstimmungen zwischen Frankreich und den USA vertieft, erst am Wochenende wurde berichtet, dass das US-Justizministerium mitgeteilt hat, nicht helfen zu wollen. Die Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft laufen seit über einem Jahr, anfangs wegen des Vorwurfs, dass Algorithmen auf X verändert worden sein sollen, um rechtsextremen Inhalten mehr Aufmerksamkeit zu bescheren. Im Herbst waren die berichteten Fälle von Holocaustleugnung durch den Chatbot Grok hinzugekommen, die unter anderem vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau publik gemacht worden waren. Die KI hatte damals Text generiert, in dem es hieß, der Massenmord durch die Nationalsozialisten habe nicht stattgefunden. Anfang Februar waren die Räumlichkeiten von X in Paris dann durchsucht und Vorladungen an Elon Musk und Linda Yaccarino ausgesprochen worden. Deren Teilnahme sei aber freiwillig, hieß es dazu.

via heise: Ermittlungen gegen X: Elon Musk kommt Vorladung nach Paris nicht nach

„Sie hilft Leuten, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen”: Spiegel analysiert Reichelts Verhältnis zur AfD

Sieben Autoren, ein Hinterhof in Kreuzberg: Der Spiegel hat Julian Reichelt getroffen – und enthüllt, warum die AfD Nius als ihre wichtigste Brücke zu CDU-Wählern betrachtet. Der Spiegel hat eine umfangreiche Recherche über Julian Reichelt und sein Portal Nius veröffentlicht – unter dem Titel „Die neue, alte Welt des Julian Reichelt”. Sieben Autoren – Alexander Kühn, Ann-Katrin Müller, Martin U. Müller, Marcel Rosenbach, Vicky Bargel, Jonas Schaible und Anton Rainer – haben den ehemaligen Bild-Chefredakteur unter die Lupe genommen. Sie haben Reichelt persönlich getroffen – in einem Hinterhof in Berlin-Kreuzberg, wo die Nius-Redaktion sitzt. Das Gespräch dauerte anderthalb Stunden. Reichelt selbst sagt: „Ich bin konsequent furchtlos geworden. Ich sehe mich als Teil einer medialen Befreiungsbewegung.” Gotthardt: Der väterliche Freund und Millionen-Mäzen Als Reichelt bei Bild rausflog, meldete sich Frank Gotthardt. Der Multimillionär hält heute 88,5 Prozent an Nius und soll mehr als 50 Millionen Euro in das Portal investiert haben. Gotthardt sah Reichelt als Opfer einer medialen Kampagne. Seitdem verbindet beide eine ungewöhnlich enge Beziehung: Gotthardt bezeichne Reichelt vor Dritten als genialen Medienmann und wahren Freund, berichtet der Spiegel. Einer, der Nius mit auf den Weg gebracht hat, beschreibt das Verhältnis plastisch: Gotthardt und Reichelt wirkten wie Vater und Sohn. Reich gemacht hat Gotthardt seine Koblenzer Firma CompuGroup Medical, die Software für Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken vertreibt. Den Reputationsschaden, den das ideologisch getriebene Projekt Nius dem Kerngeschäft womöglich beschert, nehmen die Gotthardts laut Spiegel in Kauf. Reichelt und Trump: Zwei, die sich als Opfer inszenieren Der Spiegel zieht einen ausführlichen Vergleich zwischen Reichelt und Donald Trump. Beide verstünden es, sich als Opfer zu inszenieren, obwohl sie Teil des Establishments seien. Beide hätten die klassischen Medien zu ihren Feinden erklärt und unterstellten ihnen Lügen. Beide gäben Volksnähe vor. (…) Zur AfD stellt der Spiegel fest: Nius werde in der Partei als Bereicherung empfunden – egal wen man frage. Das Portal bespiele „Themen, die für uns wichtig sind”, sagt ein AfD-Mann. Noch deutlicher wird ein anderer: „Sie hilft Leuten, die eigentlich eher zur CDU tendieren, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen.” Nius etabliere einen hetzerischen Ton auch jenseits der rechtsradikalen Blase und mache die Konservativen nervös. Wie vertraut die Partei mit Nius ist, zeigt ein Detail vom CDU-Parteitag in Stuttgart: Als AfD-Politikerin Beatrix von Storch dort erfuhr, dass Nius die Aussagen Daniel Günthers verfälscht hatte, soll sie sich laut Insidern entrüstet gezeigt haben – der Spiegel beschreibt das so, als wolle sie gute Freunde zurechtweisen. Storch bestreitet das. Im Bundestagswahlkampf sah Nius zudem kein Problem darin, mit AfD-Kandidatin Alice Weidel einen gemeinsamen Instagram-Post zu verschicken. Reichelt selbst distanziert sich im Spiegel-Gespräch – ein Stück weit: Er sei nicht für Schwarz-Blau, solange die AfD so sei, wie sie aktuell sei.

via kress: „Sie hilft Leuten, ohne Umwege zu uns herüberzulaufen”: Spiegel analysiert Reichelts Verhältnis zur AfD

siehe auch: Die neue, alte Welt des Julian Reichelt Sein Portal »Nius« hetzt gegen Migranten, trans Menschen und verbreitet völkisches Gedankengut. Was Julian Reichelt bei »Bild« begonnen hat, setzt er nun fort, finanziert von einem Multimillionär. (…) »Nius« ist so etwas wie die deutsche Miniversion von Fox News oder The Daily Wire, beides rechte US-Propagandamedien. Reichelt ist damit ein Kunststück gelungen: »Nius« steht nicht nur deutlich rechts von seinem früheren Arbeitgeber »Bild«, es geht auch noch freihändiger mit der Wahrheit um. Wer eine Weile durch die »Nius«-App scrollt, empfindet bild.de anschließend als erholsam. Während das Springer-Blatt die journalistischen Grenzen öfter mal austestet, sie aber weitgehend respektiert, setzt »Nius« vornehmlich auf Propaganda. (…) »Nius« nennt sich »Stimme der Mehrheit«. Doch im September schaffte »Nius« es nicht einmal in die Liste der 100 wichtigsten Onlinemedien des Branchenportals Meedia. Mit 5,69 Millionen Visits reichte es für Rang 115. Der ähnlich weit rechts außen stehende Konkurrent »Tichys Einblick«, finanziell weniger üppig ausgestattet, belegte mit 6,39 Millionen Visits Rang 104. Reichelt sagt, man habe die »Nius«-Klientel untersuchen lassen: »Die größte Gruppe sind CDU-Wähler, die zweitgrößte AfD-Wähler, danach kommt SPD, gefolgt von BSW und FDP.« Das mit der CDU ist ihm wichtig. Es ist die Partei, die ihm Relevanz gegeben haben soll. »Die bei der CDU lieben uns, die wollen ständig mit uns reden«, behauptet Reichelt. Unter den treuesten Gästen findet sich zwar auch der FDP-Altvordere Wolfgang Kubicki, fast schon ein »Nius«-Maskottchen. Die Liste der Unionsgrößen aber, die »Nius« in den vergangenen Jahren Interviews gegeben haben, ist bemerkenswert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU). CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Der heutige Innenminister Alexander Dobrindt, damals noch CSU-Landesgruppenchef. JU-Chef Johannes Winkel. Klaus Holetschek, Chef der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Die Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß und Caroline Bosbach äußerten sich regelmäßig. (…) Glaubt man Reichelt, sind die Zeiten günstig für »Nius«: »Wenn über uns geschrieben wird, wir würden Hass und Hetze verbreiten – dann verfängt diese Parole nicht mehr.« Dabei ist selbst die gängige Bezeichnung »Krawallportal« zu harmlos für ein Medium, das auch mal rassistisches und völkisches Gedankengut verbreitet. Und dessen Autoren Sätze schreiben wie diesen: »Wenn es keine ›höheren‹ Kulturen gibt, wieso fliehen dann die Menschen aus den ›niederen‹ Kulturen immer in dieselben ›höheren‹ Länder und nicht in friedliche ›niedere‹ Länder?« Vor einigen Wochen schwurbelte »Nius«: Das Volk werde »überhaupt nur von der AfD noch in seiner ethnischen Form anerkannt. Für wen das Deutschsein also mehr ist als nur der Besitz eines Passes, findet dort seinen politischen Anknüpfungspunkt«. Erlaubt ist, was Klicks bringt, gern auch in der extrem rechten Blase. Ganz gleich, ob es der Wahrheit entspricht. Daniel Günther von der CDU wurde im Januar ungewöhnlich deutlich. Im ZDF-Talk »Markus Lanz« sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident: In »Nius«-Artikeln, mit denen er etwas zu tun habe, »stimmt in der Regel nichts«. Portale wie »Nius« seien »Feinde der Demokratie«. Danach trat Reichelt eine Kampagne gegen Günther los. Bis heute behauptet »Nius«, Günther wolle das Portal abschaffen. Davon war eigentlich nicht die Rede. Doch viele glaubten das, weil »Nius« eine zusammengeschnittene Version von Günthers Auftritt verbreitete, die diesen Eindruck erweckte. Es sind Techniken, wie man sie von Donald Trump kennt.

Opferschutzstelle Zara verliert Finanzierung und muss Arbeit einstellen

Die Beratungsstelle gegen Hass im Netz war in den letzten Jahren vom Familienministerium gefördert worden – nun droht bis Juni das endgültige Aus. Die Zara-Beratungsstellen gegen Hass im Netz und Rassismus müssen ihre Arbeit ab sofort massiv einschränken: Für neue Fälle werden keine Beratungen mehr angeboten. Ende Juni droht dem Verein ohne eine kurzfristige Finanzierung das endgültige Aus. Der Grund: Das Bundeskanzleramt streicht sämtliche Fördergelder für den Kampf gegen Hass im Netz. Seit 2018 wurde der Verein vom Bund mitfinanziert, in den vergangenen Jahren durch das Familienministerium. Die Entscheidung unter Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) kam für den Verein überraschend. Das Ministerium nennt auf STANDARD-Anfrage “budgetäre Gründe” und betont, dass “Gewaltschutz und Gewaltprävention gesamtgesellschaftliche Aufgaben” seien, “zu deren Erfüllung mehrere Ministerien Verantwortung tragen”. Bisher deckte der Bund etwa die Hälfte des Zara-Budgets in Sachen Hass im Netz. Der Betrag variierte, zuletzt waren es 330.000 Euro, wie es aus dem Ministerium heißt. Damit finanzierte der Verein kostenlose rechtliche und psychosoziale Beratungen für Opfer von digitaler Gewalt. Der Rest seiner Ausgaben, darunter auch für die Beratung bei rassistischen Übergriffen, wird durch Förderungen der Stadt Wien, private Spenden und Eigenmittel gedeckt. Verein musste Geld vorstrecken Da der Förderstopp den Verein erst im April erreichte, der Förderzeitraum aber im Jänner begann, musste “Zara in Vorleistung gehen”, sagt eine Sprecherin zum STANDARD. Das Defizit ist für die NGO nicht abzufedern; vorsorglich wurden alle Arbeitsverhältnisse gekündigt. “Wir hatten keinen Grund anzunehmen, dass uns die Förderungen gestrichen werden”, so die Sprecherin. Schließlich werde der Verein seit acht Jahren vom Bund mitfinanziert, und auch die politischen Bekundungen in den letzten Monaten hätten keinen Paradigmenwechsel suggeriert. So erfolgt die Streichung unmittelbar nach Ankündigungen der Regierung, digitale Gewalt konsequenter bekämpfen zu wollen: Erst kürzlich verlautbarte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) im Zuge eines Regierungsgipfels, den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen (NAP) rasch umsetzen zu wollen. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Gewalt im digitalen Raum. Auch Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) betonte dort, dass digitale Gewalt “echte Gewalt” sei, die verfolgt werden müsse. Zara galt bisher als ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Unterstützungssystems in diesem Bereich: Während es zwar Hilfsangebote für spezifische Zielgruppen wie Kinder oder Jugendliche gibt, betreibt Zara die einzige bundesweite Beratungsstelle in Österreich, die allen von Hass im Netz, aber auch von Rassismus Betroffenen offensteht. Ihre Klienten seien meistens Menschen, “die bereits mehrfach belastet sind und schwer Zugang zu Unterstützung finden”, sagt die Sprecherin.

via standard: Opferschutzstelle Zara verliert Finanzierung und muss Arbeit einstellen

https://zara.or.at

Kanye West concert in Poland cancelled over antisemitic comments

A Kanye West concert in Poland has been cancelled, the venue has announced, following government pressure and condemnation over a string of antisemitic, racist and pro-Nazi comments by the US rapper. West, also known as Ye, was scheduled to appear at the Silesian Stadium in Chorzów on 19 June, his first performance in Poland for 15 years, but the venue said on Friday it would now not take place “due to formal and legal reasons”. Marta Cienkowska, Poland’s culture and heritage minister, had described the decision to book West as “unacceptable”. It comes days after West postponed a gig in France and a week after the UK banned him from entering the country to headline Wireless Festival. In February last year, West started selling swastika T-shirts, prompting the commerce platform Shopify to take down his web store. Three months later, he released the track Heil Hitler, in which he claimed a child custody battle and the freezing of his financial assets turned him towards Nazism. In January, prior to the announcement of his European tour and the release of his latest album, the rapper apologised for his actions in a statement published as a full-page advert in the Wall Street Journal. “I am not a Nazi or an antisemite,” he wrote. “I love Jewish people.” West added that he had “lost touch with reality” because of his bipolar disorder. Promoting Nazi symbols is a criminal offence in Poland and anyone found guilty of publicly promoting Nazism can be imprisoned for up to three years. The rapper’s comments were particularly painful in Poland, where under Nazi occupation during the Second World War, the Germans built and operated the concentration and extermination camps to carry out their plans to murder Europe’s Jews, including three million Polish Jews. The town of Chorzów itself was one of the first invaded by German forces at the outset of the conflict in September 1939. “We are talking about an artist who has publicly expressed antisemitic views, downplayed crimes, and profited from selling swastika T-shirts,” Cienkowska wrote on X. “This is a deliberate crossing of boundaries and the normalisation of hatred. “Culture cannot be a space for those who exploit it to spread hatred.”

via bbc: Kanye West concert in Poland cancelled over antisemitic comments

siehe auch: Kanye Faces Being Cancelled in Yet Another Country Over Nazi Storm. “In a country scarred by the history of the Holocaust, we can’t pretend this is just entertainment,” Poland’s culture minister said. A third country is moving to cancel a Kanye West concert, as the rapper’s tour of Europe continues to collapse under the weight of his antisemitic history. Stadion Slaski, in southern Poland, plans to cancel West’s scheduled June 19 show, local newspaper Wyborcza reported, days after France’s second-largest city declared him unwelcome and Britain barred him from entering the country entirely to headline London’s largest music festival. Poland’s Culture Minister Marta Cienkowska had already signaled authorities would seek to block the concert. “These aren’t ‘controversies.’ They’re consciously crossing boundaries and normalizing hatred,” she said. “In a country scarred by the history of the Holocaust, we can’t pretend this is just entertainment.” More than 1.1 million people, most of them Jews, were murdered at Auschwitz during World War II. Nazi Germany killed over three million of Poland’s 3.2 million Jewish population.