Spezialeinsatzkommando nimmt 20-Jährigen in Hagen fest

Im nordrhein-westfälischen Hagen ist ein Mann wegen einer möglichen Gefährdungslage festgenommen worden. Er hatte sich zuvor verdächtig im Internet geäußert. Wegen einer möglichen Gefährdungslage hat ein Spezialeinsatzkommando in Hagen einen 20-Jährigen in seiner Wohnung festgenommen. Der Mann soll in einem Messengerdienst mit Anschlagsdrohungen geprahlt haben. Wie die Hagener Polizei mitteilte, fand der Zugriff nach verdächtigen Äußerungen in einem sozialen Netzwerk statt, über welche die Polizei kurz zuvor unterrichtet worden war. »Aufgrund einer vermuteten Bewaffnung des 20-Jährigen erfolgte die vorläufige Festnahme in der elterlichen Wohnung durch Spezialkräfte der Polizei«, hieß es in einer Mitteilung. Bei der anschließenden Durchsuchung im Hagener Stadtteil Haspe seien jedoch keine Waffen gefunden worden.

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Vernichtungsantisemitismus, Nazi-Tattoos und immer wieder WhatsApp

In einer gro­ßen Anzahl an Pro­zes­sen, über die wir berich­ten, spie­len straf­ba­re Whats­App-Nach­rich­ten eine Rol­le. Der Mes­sen­ger hat damit Face­book-Grup­pen, in denen frü­her reich­lich Brau­nes aus­ge­tauscht wur­de, abge­löst – quer durch alle Alters­grup­pen. Heu­te: ein 59-Jäh­ri­ger, der sich in den „sozia­len Medi­en” aus­ge­tobt hat und ein ca. 80-Jäh­ri­ger auf der Anklagebank. Ein etwa 80-jäh­ri­ger Ange­klag­ter, der nicht weiß, dass der pri­mi­ti­ve Ver­nich­tungs­an­ti­se­mi­tis­mus, der ihm so gefal­len hat, straf­bar ist? Der dümm­li­che Hit­ler-Bild­chen, oft Memes, ver­schickt und den Geschwo­re­nen ver­kli­ckern will, dass das ja nichts ande­res sei als Aus­stel­lun­gen zum Natio­nal­so­zia­lis­mus in Museen? Peter V., der sich am 9.12. wegen § 3g Ver­bots­ge­setz und eigent­lich auch wegen § 50 Waf­fen­ge­setz am Lan­des­ge­richt Wien als Ange­klag­ter ein­fin­den muss­te, hat es mit die­ser Argu­men­ta­ti­on versucht. (…) Von Schuld­ein­sicht ist bei V., der auch als „Don Pedro“ unter­wegs ist, nichts zu bemer­ken. Nur die Flos­kel, dass es ihm leid­tue, kommt ihm über die Lip­pen. Natür­lich mit dem Zusatz, er habe ja nicht gewusst, sich damit straf­bar zu machen. Einem Geschwo­re­nen ist die­ses Gesül­ze zu viel, und er fragt den Ange­klag­ten, ob er denn sein gan­zes Leben zuhau­se ein­ge­sperrt ver­bracht habe – ohne Kon­takt nach außen? Der erklärt, dass ihm sei­ne Freun­de „irgend­wann“ gesagt hät­ten, das sei ver­bo­ten, und dar­auf­hin habe er das eh nicht mehr gemacht. „Irgend­wann“ muss nach dem Dezem­ber 2023 gewe­sen sein, denn zwi­schen August 2019 und Dezem­ber 2023 lie­gen die Vor­fäl­le, die ihm die Staats­an­walt­schaft in der Ankla­ge zur Last leg­te. Dass der Tipp zur Zurück­hal­tung aus sei­nem tief­blau­en Freun­des­kreis gekom­men sein soll, ist über­ra­schend – aber wir glau­ben ja an das Gute in den Menschen. Die Geschwo­re­nen glaub­ten den Mär­chen von Don Pedro nicht und spra­chen ihn schul­dig. Die 18 Mona­te Stra­fe, bedingt auf drei Jah­re, hat der Ange­klag­te akzep­tiert, aber die Staats­an­walt­schaft gab zum Ende der Ver­hand­lung noch kei­ne Erklä­rung ab.

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„Gewachsene #Radikalisierung“: Kramer ordnet Anschlag in #Magdeburg dem rechtsextremen Spektrum zu – #terror

Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident ist sich sicher: Die Todesfahrt war nicht islamistisch motiviert. Bei Taleb Al Abdulmohsen sieht er eine Radikalisierung in eine andere Richtung. Der Todesfahrer von Magdeburg ist nach Einschätzung des Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan Kramer in den vergangenen Jahren zunehmend ins rechtsextreme Spektrum abgedriftet. „Selbst wenn sich eine psychische Störung herausstellen sollte, lässt sich an den Beiträgen des mutmaßlichen Täters im Internet eine gewachsene Radikalisierung mit Extremismusbezügen nach rechts in den letzten Jahren feststellen“, sagte Kramer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Insofern sei es zwar widerwärtig, aber nicht überraschend, dass sich während der Trauerfeier im Magdeburger Dom Hunderte von Rechtsextremisten in der Stadt versammelt und Hass und Hetze verbreitet hätten. „Denn sie sind wohl mitverantwortlich, wenn man sich die Radikalisierung auch des Täters anschaut“, so Kramer.

via tagesspiegel: „Gewachsene Radikalisierung“: Kramer ordnet Anschlag in Magdeburg dem rechtsextremen Spektrum zu

Mediziner, #Islamkritiker, AfD-Befürworter – Das ist der mutmaßliche #Attentäter des Weihnachtsmarkts in #Magdeburg Taleb A. – #terror

Der Verdächtiger des Attentats auf den Magdeburger Weihnachtsmarkts fällt im Netz mit seinen abstrusen Aussagen auf. Er bezeichnet sich selbst als Ex-Muslim. Magdeburg – Der Schock sitzt bei vielen Menschen immer noch tief. Am Freitagabend (20. Dezember) rast der 50-jährige mutmaßliche Täter Taleb A. in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Dabei kamen mehrere Menschen, darunter ein Kleinkind, ums Leben. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg verletzt. Der Verdächtige soll den Behörden zuvor nicht als Extremist aufgefallen sein. Im Gegenteil, noch im Jahr 2019 zeigte sich Taleb A. in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau als Aktivist, der anderen Menschen helfen wolle. Das ganze FR-Interview mit Taleb A. können Sie hier im Wortlaut nachlesen. Doch im Netz gibt es zahlreiche Indizien, die seine Radikalisierung nachweisen. (…) Im Juli 2016 soll er als Flüchtling anerkannt worden sein und eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Der Grund dafür war seine Abkehr vom Islam und Todesdrohungen, denen er danach ausgesetzt gewesen sei. (…) Der mutmaßliche Täter, der sich selbst als Ex-Muslim bezeichnet, scheint sich im Laufe der Jahre radikalisiert zu haben. Er verbreitete die Behauptung, dass Deutschland Europa „islamisieren“ wolle, was auf der Beschreibung seines X-Accounts, der mittlerweile gesperrt wurde, zu lesen war. Außerdem schrieb er dort: „Deutschland jagt saudische Asylbewerberinnen innerhalb und außerhalb Deutschlands, um ihr Leben zu zerstören“. Zu dieser Behauptung verfasste er im Dezember 2023 einen Post, der danach gelöscht wurde, der Welt allerdings vorliegt: „Ich versichere euch, dass zu 100 Prozent bald die Rache kommt. Auch wenn es mich mein Leben kostet.“ Weiter hieß es: „Deutschland wird den Preis zahlen müssen. Einen riesigen Preis.“ (…) Außerdem scheint der Verdächtige Sympathien für die AfD zu haben, wie der Spiegel berichtet. In weiteren Beiträgen auf X soll Taleb A. über gemeinsame Projekte mit der AfD fantasiert haben. Demnach solle er sich eine Akademie für Ex-Muslime vorgestellt haben. Dazu schrieb er: „Wer sonst bekämpft den Islam in Deutschland?“ Laut einem Bericht der AFP soll er die Linken als „verrückt“ bezeichnet haben und über die AfD folgendes geschrieben haben: „Wir brauchen AfD um die Polizei vor sich zu schützen.“

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#Anschlag auf #Weihnachtsmarkt in #Magdeburg: Auf X – Mutmaßlicher Attentäter drohte Faeser persönlich – #terror

Wie nun bekannt wurde, soll Taleb A. bereits im Mai direkte Drohungen unter einem X-Beitrag von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ausgesprochen haben. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich dieses Jahr sterben werde, um Gerechtigkeit zu schaffen“, schrieb er unter anderem. Das berichtete die Bild. In den vergangenen Jahren war er immer wieder durch radikale und verwirrte Äußerungen aufgefallen. Bisher konnten Experten sein Weltbild keiner eindeutigen Ideologie zuordnen. So zeigte A. Sympathien für die AfD und Elon Musk, sieht sich aber politischer eher links. (…) Bundesinnenministerin Faeser hat die AfD vor einer Instrumentalisierung des Attentats von Magdeburg gewarnt. Über die Partei sagte die SPD-Politikerin gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Jeder Versuch, eine solch furchtbare Tat zu instrumentalisieren und das Leid der Opfer zu missbrauchen, ist widerwärtig.“ (…) Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident stuft den Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg als rechtsextremistische Gewalttat ein. Das lege die Radikalisierung des Tatverdächtigen Taleb A. nahe, so Stephan Kramer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Selbst wenn sich eine psychische Störung herausstellen sollte, lässt sich an den Beiträgen des mutmaßlichen Täters im Internet eine gewachsene Radikalisierung mit Extremismusbezügen nach rechts in den letzten Jahren feststellen“, sagte Kramer. Dass sich Rechtsextremisten während der Trauerfeier in Magdeburg versammelt hatten, um Hass und Hetze zu verbreiten, sei widerwärtig, aber nicht überraschend. „Denn sie sind wohl mitverantwortlich, wenn man sich die Radikalisierung auch des Täters anschaut“, sagte der Thüringer Verfassungsschutzchef dem RND weiter

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#Terror in Deutschland : Wie 2016 in #München: Zum #Magdeburger #Anschlag gibt es auffallende Parallelen

Taleb al-A. und der OEZ-Attentäter David S. haben einige Gemeinsamkeiten: Hass auf Muslime, Sympathien für die AfD und womöglich auch psychische Probleme. Die Ersten, die sich nach der Tat zu Wort melden, wollen es immer schon gewusst haben. Weil ihre Ideologie nichts anderes zulässt. Ein Migrant! Islamist! Merkel ist schuld! Dann ist plötzlich alles anders. Weil sich herausstellt, dass der Attentäter selbst muslimische Migranten gehasst hat. Weil er geglaubt hat, dass nur noch die AfD Deutschland vor der befürchteten „Umvolkung“ retten könne. Und weil er gemordet hat, um diese vermeintliche Rettung voranzutreiben. So wollten es seine wirren Gedanken. Von Magdeburg könnte hier die Rede sein. Aber auch von München im Jahr 2016. Damals ermordete an einem Juliabend ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun zumeist junge Menschen am und im Münchner Einkaufszentrum OEZ, ehe er von der Polizei gestellt wurde und sich selbst tötete. Die Parallelen zwischen dem Münchner David S. und dem Bernburger Taleb al-A. sind erschreckend. (…) Der in München geborene David S. hasste Muslime so sehr, dass er kurz vor seiner Tat seinen Geburtsnamen „Ali“ offiziell ablegte. Er war ihm zu „billig“. Die deutsche Politik gehe nicht hart genug gegen radikale Muslime vor Wie der Arzt aus Bernburg hasste der Schüler aus München auch die deutsche Politik und die Gesellschaft, weil sie nicht hart genug gegen radikale Muslime vorgingen. Beide sahen das Heil in der AfD – und in den eigenen Mordplänen. David S. verknüpfte die beiden Ideen immer wieder, etwa wenn er in einem Chat Lkw-Anschläge ankündigte: „Unsere Gegner sind jetzt Salafisten, Wirtschaftsflüchtlinge, Merkel.“ Das erhoffte Ziel: „Die AfD wird durch uns in die Höhe gepusht, die Salafisten werden in die Zielscheibe geraten.“ So wie al-A. seinem Hass auf Muslime auf X offen Ausdruck verlieh, tat S. das in rassistischen, islamfeindlichen Gruppen auf diversen Spiele-Plattformen. Dort vernetzte er sich mit Rechtsextremisten, Amok-Fans und Rassisten. In Gruppen wie dem „Anti-refugee club“ bewunderte man den norwegischen Massenmörder Anders Breivik. Bei geheimen Schießübungen vor dem Anschlag rief S. in einem Keller unter der heimischen Wohnung: „Ihr salafistischen Bastarde. Ihr habt hier in Deutschland nichts zu suchen, die AfD wird euch alle ausschalten.“ „Rechtsextremismus setzt menschenfeindliche Ideologie, aber keine weiße Haut oder deutsche Abstammung voraus“, konstatierte am Samstag der an der Hochschule Magdeburg-Stendal lehrende Extremismusforscher Matthias Quent unter Verweis auf München 2016. Quent verfasste 2017 nach dem OEZ-Anschlag im Auftrag der Stadt ein Gutachten, das dem Münchner Attentäter rassistische Motive nachwies. Bis die Behörden dieser Einschätzung folgten, vergingen weitere zwei Jahre.

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#Radikalisierungsforscher: Tat von #Magdeburg in einer Reihe mit #Halle und #Hanau – #terror

Der mutmaßliche Täter von Magdeburg war vor allem im digitalen Raum vernetzt. Dem Radikalisierungsforscher Hans Goldenbaum zufolge stehen die Geschehnisse in einer Reihe mit den Taten von Halle und Hanau. Dass gerade die Akteure, denen der Tatverdächtige anhing, von einem migrantisch islamistischen Anschlag sprechen, sollte aus Sicht des Forschers nicht verwundern. Es zeige, wie abgedichtet der rechtsextreme Diskurs gegen die Realität sei. MDR AKTUELL: Durch Ihre Arbeit in der Fachstelle Gewalt- und Radikalisierungsprävention in Sachsen-Anhalt kannten Sie Taleb A. bereits. Warum? Hans Goldenbaum: Ja, bei uns hat’s geklingelt, als die Informationen zum Täter kamen und auch der Name letztlich rauskam. Der war uns als randständige Figur in dem, was wir Filterblase des digitalen globalen Rechtsextremismus nennen, ein Begriff. Wir kannten ihn aufgrund seiner Agitation insbesondere online in sozialen Medien im Bereich anti-islamischer und auch migrationsfeindlicher Diskurse der transnationalen Rechten. Er hat dort nicht nur Inhalte rezipiert, sondern auch aktiv Inhalte beigesteuert. Wir beobachten auch die Polarisierung zwischen militantem Rechtsextremismus und militantem Islamismus und in dem Kontext war er für uns am Rande relevant. Ist das für Sie ein besonderer Fall? Wie würden Sie das Weltbild des Mannes beschreiben? Ganz klassisch. Es gibt sicherlich einige besondere Elemente aufgrund der Biografie. Aber im Kern hat er Ideologeme dieser globalen digitalen Vergemeinschaftung im Bereich des Rechtsextremismus geteilt: der angebliche sogenannte große Austausch, die angebliche Islamisierung, andere Elemente der klassischen Verschwörungsideologie, und dass man annimmt, alles sei gesteuert. Presse sei gesteuert, politisches Handeln. Das sind so Chiffren in diesem Milieu. Und wir sehen bei ihm stark und über Jahre hinweg, wie er an diesem Diskurs, an dieser digitalen Vergemeinschaftung teilgenommen hat, wie er diese Inhalte übernommen hat, bei X, ehemals Twitter, retweetet, aber auch eigene Inhalte beigesteuert hat – insbesondere im Kontext antiislamischer Agitation.

via mdr: Radikalisierungsforscher: Tat von Magdeburg in einer Reihe mit Halle und Hanau

Debatte um Täter und seine Motive erinnert an Corona-Proteste. Tausende Straftaten wurden damals als politisch nicht zuordenbar registriert. Kritisiert wurde, Behörden verstünden neuen digitalen, individualisierten & von Verschwörungsdenken geprägten Rechtsextremismus offenbar nicht.

— Daniel Mullis (@daenumullis.bsky.social) 2024-12-23T09:00:45.214Z