#MASSNAHMENBESCHWERDE – Aus dem Bett geholt, abgetastet und überwacht: Opfer von #Hausdurchsuchung gewinnt gegen #Polizei – #polizeiproblem #polizeigewalt

Ein Polizeieinsatz in einer Grazer WG war teils rechtswidrig. Beamte hatten einen Mann gesucht, der einem Burschenschafter die Kappe von Kopf gerissen hatte. Es war ein Polizeieinsatz, der mehrere Personen schockiert zurückließ. Mitte März brachen mehrere Dutzend Polizeibeamte um fünf Uhr morgens die Wohnungstür zu einer WG in Graz auf und “beamtshandelten” unter anderem eine junge Frau, die schlafend im Bett gelegen war und mit dem Grund für den Einsatz nichts zu tun hatte. Neben der Cobra waren auch Hundeführer dabei. Der Anlass war ein Vorfall am 25. Jänner in Graz, bei dem ein 60-jähriger FPÖ-Lokalpolitiker und Burschenschafter nach dem Besuch des Grazer Akademikerballs von einem jungen Mann attackiert wurde. Konkret riss der Mann dem Burschenschafter seine Kappe vom Haupt. Der Ballbesucher stürzte in der Folge und brach sich mehrere Rippen. Vom Vorfall gibt es auch Aufnahmen aus Überwachungskameras. Da Stunden davor eine Demo gegen den Ball stattgefunden hatte, suchte die Polizei auch im Umfeld von Aktivistinnen nach dem mutmaßlichen Täter. Jene Frau, die vom Polizeieinsatz aus dem Bett gerissen wurde, hatte, wie eine weitere Person in der Wohngemeinschaft, das Pech, in derselben Wohnung mit zwei Verdächtigen zu wohnen. Sie sprang aus dem Bett, nur mit einer Unterhose bekleidet, und musste sich auf den Boden legen, während die Polizei Nachschau hielt, ob sich eine weitere Person in ihrem Bett oder ihrem Zimmer befand. Was nicht der Fall war. Später durfte sie sich ein T-Shirt anziehen, und eine Polizeibeamtin wurde gerufen, die sie untersuchen, das heißt, abtasten musste. Die Frau will schon da gefragt haben, warum man sie untersuche, wenn sie doch gerade mit nichts als einer Unterhose vor den Beamten am Boden gelegen war. Wo sollte sie denn eine Waffe versteckt haben, fragte auch ihr Anwalt Clemens Lahner, der die Frau am Mittwoch in Graz vor dem Landesverwaltungsgericht vertrat. Denn die Anfang 30-Jährige hatte eine Maßnahmenbeschwerde gegen die Amtshandlung eingebracht. Konkret richtete sich die zweiteilige Beschwerde dagegen, dass sie sich auf den Boden legen und durchsuchen lassen sowie dass sie sich überwachen lassen musste. Eine weitere Beschwerde wurde beim Oberlandesgericht gegen den Hausdurchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft eingebracht. Eine Verhandlung dort ist noch ausständig. Morgengrauen Die Erlebnisse der Frau in ihrem Schlafzimmer waren aber nach der Abtastung durch eine Beamtin noch nicht zu Ende. Sie wurde vor die Wahl gestellt, im Morgengrauen sofort ihre Wohnung zu verlassen oder in ihrem Zimmer zu bleiben. Sie entschied sich für Letzteres. Ein Polizist blieb daraufhin etwa eine Stunde im Türrahmen stehen und beobachtete sie. Als um 5.50 Uhr ihr Handywecker abging, kontrollierte er auch ihr Handy. Laut der Frau wurde ihr auf ihre Nachfrage, warum sie unter Beobachtung stehe, gesagt, weil man nicht wolle, dass sie Beweismittel vernichte. Doch die Polizisten durchsuchten ihr Zimmer am Ende überhaupt nicht. Vor Gericht stritten die Polizisten ab, dass die Frau jemals am Boden gelegen habe. Für die Richterin am Landesverwaltungsgericht stand es in diesem Fall Aussage gegen Aussage. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin abgetastet wurde, bestätigte die Beamtin nicht nur, sondern gab auf Nachfrage auch zu, dass sie die Frau nicht gefragt hatte, ob sie mit dem Vorfall im Jänner überhaupt etwas zu tun hatte.

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Razzia bei Küssel: Geheime Keller, Kader und Kampfausrüstung – #terror

Die rechtsextreme Szene in Österreich wächst – und mit ihr die Zahl der Straftaten. Die Kader werden jünger und aggressiver. Doch wie mächtig und gefährlich ist die Szene wirklich? Und was haben alte Weinkeller in Niederösterreich damit zu tun? (…) Gottfried Küssel selbst erwarb in seinem Namen zwei Keller – 2019 und 2021. Die Kaufverträge sowie die exakten Adressen der Presskeller liegen profil vor, insgesamt bezahlte Küssel 7000 Euro für seine Liegenschaften in der kleinen Gemeinde. Was er mit diesen Kellern vorhat, bleibt unklar. Wie Küssel die Keller nutzt, beantwortete Michael Dohr, der langjährige Anwalt Küssels, auf profil-Anfrage nicht.  In der Gasse könnte die Truppe rund um Küssel noch mehr Liegenschaften besitzen: Laut einem Eintrag auf der Plattform „Stoppt die Rechten“ soll Gottfried Küssel im Herbst 2019 über eine Mittelsperson Keller in der Ortschaft Wetzelsdorf der Gemeinde Poysdorf gekauft haben. (…) Küssel gründete die Volkstreue außerparlamentarische Opposition, kurz VAPO und werkte an der Website „Alpen-Donau.info“ mit, die rechtsextremes und neonazistisches Gedankengut verbreitete. Zufall oder nicht: Der Name der Website hatte die Initialen ADI – ein in rechtsextremen Kreisen häufig benutzter Spitzname für Adolf Hitler.  Die früheren Betreiber von „Alpen-Donau.Info“ sollen bis heute zu Küssels engstem Kreis gehören und sind teils Mitglieder der Ferialverbindung Imperia Wien. Die Plattform „Alpen-Donau.info“ ist nach Einschreiten der Behörden seit 2014 offline. Ein Jahr später entstand eine neue Website namens „Unwiderstehlich“, die laut Medienberichten von früheren Weggefährten Küssels unterstützt werden soll und immer noch online ist. Texte über Widerstand, das Verbotsgesetz oder Buchrezensionen rechtsextremer Publikationen zieren die Plattform, auf der hauptsächlich Ideologisierung stattfindet.  Der Nachwuchs Der Nachwuchs der Szene ist hochaktiv und ideologisch ähnlich gefestigt wie Küssel. Auf den ersten Blick wirkt die „Tanzbrigade“ wie ein Musik-Kollektiv – ihren Techno veröffentlichen sie unter anderem auf Youtube. Doch die Gruppe ist neofaschistisch, ihr wird eine hohe Gewaltbereitschaft nachgesagt. Auch hier ist die Verbindung zwischen der neonazistischen und Hooligan-Szene erkennbar: Der Telegram-Kanal „Regel 17: Auswärts ist man asozial“ ist eine Hooligan-Gruppe, dennoch wird sie von der „Tanzbrigade“ geführt. Auch die Inhalte des Kanals sind von neonazistischem Gedankengut durchzogen.  Noch jünger in der neonazistischen Szene ist die „Division Wien“, eine weitere faschistische Gruppierung. Die Mitglieder sind überwiegend junge Männer und Buben, die jüngsten gerade 13 Jahre alt: Sie betreiben Kampfsport, filmen ihr Training oder das Sprayen von Grafitti. Die Gewaltbereitschaft ist laut Szenekennern in der „Division Wien“ sehr hoch, was vor allem mit dem jungen Alter der Mitglieder zusammenhängt, die sich beweisen wollen.

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Olivier Botteron – Nach Rassismus-Skandal – Lausanner Polizeichef geht frühzeitig

Der Kommandant der Stadtpolizei, Olivier Botteron, will per 1. Juli 2026 frühzeitig in den Ruhestand treten. Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter Skandale und anstehender Reformen. Botteron musste sich in den letzten Monaten mit Rassismus und Antisemitismus in Whatsapp-Gruppen von Polizeibeamten und Todesfällen bei Festnahmen auseinandersetzen. «Die kommenden Monate werden es dem Polizeichef ermöglichen, die Weichen zu stellen, damit sein Nachfolger die langfristig geplanten Reformen fortsetzen kann», schreibt die Stadt Lausanne in einer Medienmitteilung. Der 59-jährige Botteron leitet die Polizei von Lausanne seit 2018. In den letzten Monaten musste sich der Kommandant mit mehreren Krisen innerhalb seines Korps auseinandersetzen. Ende August hatte die Stadtverwaltung von Lausanne die Existenz von zwei Whatsapp-Gruppen aufgedeckt, in denen rassistische, sexistische, antisemitische oder diskriminierende Nachrichten zwischen Lausanner Polizisten ausgetauscht wurden. Daraufhin wurden acht Suspendierungen ausgesprochen. Die Lausanner Polizei stand auch nach Todesfällen im Zusammenhang mit Festnahmen in der Kritik. Im Mai dieses Jahres starb ein 39-jähriger Nigerianer in den Räumlichkeiten der Stadtpolizei, kurz nachdem er wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen worden war. Im Jahr 2018 starb ein weiterer 39-jähriger Nigerianer nach seiner Festnahme bei einer gewaltsamen Drogenrazzia in der Nähe des Bahnhofs von Lausanne. Die sechs beteiligten Polizisten, denen fahrlässige Tötung vorgeworfen wurde, wurden in erster und zweiter Instanz freigesprochen. Es wurde jedoch Berufung beim Bundesgericht eingelegt.

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#Razzia bei Neonazis – Polizei findet #Waffen bei Rechtsextremen vom „#Nordbund“ – #terror

Acht Rechtsradikale sollen eine bewaffnete Gruppe gebildet haben. Die Polizei durchsuchte am Dienstag 14 Objekte in 3 Bundesländern. Sie haben Sprengmittel und scharfe Waffen gefunden: Spezialkräfte der Polizei durchsuchten am Dienstag 14 Objekte in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die richterlichen Beschlüsse ergingen gegen insgesamt acht Beschuldigte zwischen 32 und 57 Jahren. Sie sollen eine rechtsradikale bewaffnete Gruppe gebildet haben. Die Ermittler fanden laut einer Mitteilung vom Dienstagnachmittag mehrere scharfe Kurz- und Langwaffen, Munition unterschiedlichen Kalibers, Bargeld, sowie Gegenstände, die als Sprengmittel geeignet sind. Ursprünglich hatten sie auch nach unerlaubte Kriegswaffen und andere vollautomatische Schusswaffen gesucht. (…) Nach Informationen der taz stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit der rechten Gruppierung „Nordbund“. Unter anderem wurde auch ein Tattoostudio des bekannten Neonazis Johannes K. in Hildesheim durchsucht. K. war Bundeswehrsoldat, Söldner und ehemals Wortführer der verbotenen Vereinigung „Blood & Honour“ in Niedersachsen. Die Gruppe gehörte zur Unterstützerstruktur des NSU-Terrornetzwerkes. Der Beschuldigte verfügt über weitreichende internationale Kontakte: zu Militärs, ins kriminelle Rocker-Milieu der „Hells Angels“, zu der 2023 verbotenen völkischen „Artgemeinschaft“. Bereits Ende der 1990er Jahre hatte er eine Schule für „Wehrsportübungen“ gegründet, lehrte Schießtechniken und Messerkampf. Spätestens 2017 bildete sich laut antifaschistischen Recherchen um K. herum dann die Gruppe „Nordbund“ – ein Zusammenschluss auch aus aktiven Soldaten. MAD ermittelt gegen Feldjäger Im Jahr 2022 wurden Ermittlungen des „Militärischen Abschirmdienstes“ (MAD) bekannt, der mehrere Feldjäger – Personenschützer auch für Generäle und Staatssekretäre des Bundesverteidigungsministeriums – zu ihren mutmaßlichen Aktivitäten in dem rechtsextremen Netzwerk Nordbund befragte. In mehreren Kasernen in Niedersachsen kam es zu Durchsuchungen

via taz: Razzia bei Neonazis Polizei findet Waffen bei Rechtsextremen vom „Nordbund“

siehe auch: Polizei sucht Kriegswaffen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass Rechtsextremisten in Niedersachsen eine bewaffnete Gruppe gebildet haben. Am Dienstag gab es umfangreiche Durchsuchungen. Anhören Merken Teilen Drucken Die Sicherheitsbehörden haben am Dienstagmorgen in mehreren Bundesländern Durchsuchungen bei insgesamt acht Personen durchgeführt, die eine bewaffnete rechtsextremistische Gruppe gebildet haben sollen. Vier der Beschuldigten sollen zudem unerlaubt Kriegswaffen und weitere vollautomatische Schusswaffen besessen haben. Das Verfahren wird vom niedersächsischen Landeskriminalamt (LKA) und der Zentralstelle Terrorismusbekämpfung der Generalstaatsanwaltschaft Celle geführt. Die acht Beschuldigten sind zwischen 32 und 57 Jahre alt. Die Durchsuchungen fanden in insgesamt 13 Objekten statt. Ziel sei es gewesen, Waffen zu finden und sicherzustellen sowie die Aktivitäten der Gruppe und ihre möglicherweise geplanten Aktionen aufzuklären, teilten die Behörden mit. An den Durchsuchungen, die in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen stattfanden, waren auch Spezialkräfte mehrerer Landespolizeien beteiligt. Der Schwerpunkt der Aktion lag offenbar im Raum Hannover und Hildesheim; Razzia an 14 Orten Ermittler finden Waffen bei mutmaßlich rechtsradikaler Gruppe Bei der Razzia, die am Dienstag bei einer mutmaßlich rechtsextremen Gruppe durchgeführt wurde, fanden die Ermittler unter anderem Munition. Nach SPIEGEL-Informationen sind auch Bundeswehrsoldaten unter den Beschuldigten. Bei einer Razzia gegen eine mutmaßliche bewaffnete Gruppe aus dem rechtsradikalen Milieu haben Ermittler umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Das teilt die Generalstaatsanwaltschaft in Celle mit. Unter anderem entdeckten die Fahnder den Angaben zufolge mehrere scharfe Kurz- und Langwaffen, Munition unterschiedlichen Kalibers, Bargeld sowie »Gegenstände, die als Sprengmittel geeignet sind«. (…) Nach SPIEGEL-Informationen sind zwei aktive sowie zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten unter den Beschuldigten, außerdem ein Bundespolizist. Die Razzia steht nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Zusammenhang mit früheren Ermittlungen im Umfeld der rechtsextremen Gruppe »Nordbund«.

Razzia bei Personen aus Umfeld der rechtsextremen Gruppierung „Nordbund“ mit Schwerpunkt Niedersachsen (Raum Hannover) wegen u.a. Verdacht auf illegale Waffen. Würde mich nicht wundern, wenn am Ende des Tages unter den Durchsuchten auch aktive/ehemalige Polizisten, Soldaten und Reservisten sind.

Martina Renner (@martinarenner.bsky.social) 2025-09-16T08:56:06.713Z

Rechtswidrige Hausdurchsuchung bei SPD-Politikerin – NRW-Innen­mi­nister stellt Dis­zi­p­li­nar­ver­fahren in Aus­sicht

Der Wirbel um Charlotte Merz hat sich gelegt, doch der Fall einer rechtswidrigen Hausdurchsuchung bei einer Juso-Vorsitzenden wirft weiter Fragen auf. Ein an den Ermittlungen beteiligter Beamter rückt nun in den Fokus: War er befangen? Im Fall der rechtswidrigen Hausdurchsuchung bei einer jungen SPD-Politikerin im Sauerland wegen Anti-Merz-Graffitis geht die Polizei auch möglichem Fehlverhalten in den eigenen Reihen nach. Wegen der noch genauer zu untersuchenden Rolle eines aus seiner Sicht befangenen Kriminalhauptkommissars bei den Ermittlungen werde zur Zeit die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen Dienstpflichtverletzungen geprüft, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags. Nachdem Ende Januar vor einem Auftritt des damaligen CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz in Menden großflächige Schmierereien gegen den CDU-Vorsitzenden und seine Partei rund um die Schützenhalle gefunden worden waren, war der Beamte als Mitglied des Schützenvorstands selbst vor Ort. Danach trat er mehrfach im Rahmen der Ermittlungen in Erscheinung. Das frühere Landtagsmitglied sitzt für die CDU im Stadtrat von Menden. “Er war und ist allerdings nicht offiziell mit Ermittlungen betraut”, so Reul. Dennoch habe er einen Ermittlungsbericht angefertigt, in dem er auf mögliche Zeugen hinwies, und eine Anzeige entgegengenommen. “Warum der Mann aktiv wurde, können wir gegenwärtig noch nicht sagen. Einen dienstlichen Auftrag hat es nach den gegenwärtigen Erkenntnissen nicht gegeben.” War der Beamte befangen? Polizistinnen und Polizisten seien zur Neutralität verpflichtet, deshalb wolle er genau untersucht wissen, wie genau das Verhalten des Kriminalhauptkommissars aussah. Dass der Beamte befangen war, sei für ihn “glasklar”, unterstrich der CDU-Politiker auf Nachfrage. Zu untersuchen sei, ob er sich an den Ermittlungen beteiligt habe. Werde diese Frage bejaht, “dann hat das Folgen”, stellte Reul klar. Strafrechtlich relevantes Verhalten sei aber auch nach Einschätzung der Justiz nicht zu erkennen. Nach § 21 des Verwaltungsverfahrensgesetzes NRW ist ein Verfahrensbeteiligter verpflichtet, bei Besorgnis der Befangenheit den Behördenleiter zu informieren und sich auf dessen Anordnung “seiner Mitwirkung zu enthalten”. Ein Verstoß gegen diese Regel kann eine disziplinarrechtlich relevante Pflichtverletzung darstellen. Für Befangenheit reicht eine Parteizugehörigkeit allein oft nicht aus. Etwas anderes gilt für die Eigenschaft als Geschädigter des Delikts, weswegen ermittelt wird. Geschädigter der gemeinschädlichen Sachbeschädigung ist hier jedenfalls auch der Schützenverein, allerdings ist dieser nicht personenidentisch mit dem handelnden Vorstandsmitglied. Für eine Befangenheit könnte allerdings die Gesamtkonstellation sprechen, zumal die bloße Besorgnis, also der Anschein einer nicht mehr neutralen Amtsführung, genügt.

via lto: Rechtswidrige Hausdurchsuchung bei SPD-Politikerin NRW-Innen­mi­nister stellt Dis­zi­p­li­nar­ver­fahren in Aus­sicht

Er feiert Höcke und sitzt im Bundestag – Dienstherr geht gegen AfD-Polizisten vor – #polizeiproblem

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing wirbt im NRW-Wahlkampf mit seiner Erfahrung als Duisburger Polizist. Doch sein Dienstherr hat eine Disziplinarklage angestrengt, wie Recherchen von t-online zeigen. Als der Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing beim Wahlkampfabschluss der AfD in Gelsenkirchen auf der Bühne spricht, zitiert er am Ende den umstrittensten Politiker seiner Partei: Björn Höcke. “Prophetisch” hätten Höckes Worte 2018 geklungen, heute seien sie auch im Westen Realität. “Es rutscht etwas durch”, trägt er den Auszug aus Höckes damaliger Rede vor. “Das Alte und Morsche zerfällt vor unseren Augen.” Ergreifen müsse man den “Mantel der Geschichte”, bis die Zukunft “unserer Nation”, “unseres Volkes”, gesichert sei. Es ist der Teil seiner eigenen Wahlkampfrede, der Lensing offenbar am besten gefällt. Später teilt er, der hauptberuflich Polizist ist, ein Video nur von diesen Sätzen in seinem Telegram-Account. Seit er im Frühjahr das Bundestagsmandat errang, nennt er sich Kriminalhauptkommissar a. D. (“außer Dienst”). Dieses Kürzel dürfen Beamte im Bundestag führen, wenn ihr Dienstverhältnis aufgrund des Mandats ruht. (…) Dabei könnten Beiträge wie dieser allerdings für ihn zum Problem werden – und ihn den Job als Polizist kosten. Denn sein Dienstherr, das Polizeipräsidium Duisburg, hat laut Recherchen von t-online bereits vor über einem Jahr ein Disziplinarverfahren gegen den 51-Jährigen angestrengt. Vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagt die Behörde gegen Lensing – mögliche Konsequenzen bei Erfolg einer solchen Klage sind Degradierung oder Entlassung. Lensing selbst sagte vor rund drei Monaten bei einer Wahlkampfveranstaltung in Duisburg, es sei versucht worden, ihn wegen seiner AfD-Mitgliedschaft aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen. Ein Video davon liegt t-online vor. Auf Anfrage sagte er nun: “Aktuell ist eine Disziplinarklage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen mich anhängig.”

via t.online: Er feiert Höcke und sitzt im Bundestag Dienstherr geht gegen AfD-Polizisten vor

Ex-Nordkreuz-Aktivist aus Polizeidienst entfernt – #terror

Erst durfte der AfD-Politiker Haik Jaeger aufgrund von Zweifeln an seiner Verfassungstreue nicht zur Bürgermeisterwahl antreten, jetzt der nächste Rückschlag: Das frühere Nordkreuz-Mitglied ist aus dem Polizeidienst entfernt worden. Haik Jaeger ist nicht länger Polizist: Laut Urteil des Verwaltungsgerichts Greifswald von Donnerstag vergangener Woche ist der Kommunalpolitiker der AfD aus dem Beamtenverhältnis entfernt worden. Das zuständige Polizeipräsidium Rostock hatte im Juni 2024 Disziplinarklage gegen Jaeger eingereicht. Im Wesentlichen waren dem bis dahin suspendierten Polizeioberkommissar drei Sachverhalte vorgeworfen worden: unberechtigte Datenabfragen im Einwohnermelderegister und Weitergabe an unbefugte Dritte, waffenrechtliche Verstöße sowie ein Verstoß gegen die Verfassungstreuepflicht –  also jederzeit für die verfassungsmäßige Ordnung einzutreten und sich zu ihr zu bekennen. Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt Bis zum Sommer 2017 war Haik Jaeger eine für die Öffentlichkeit größtenteils unbekannte Person – das änderte sich schlagartig mit den Nordkreuz-Durchsuchungen des Generalbundesanwalts wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, von denen auch Jaeger betroffen war. Auch wenn diese über vier Jahre später eingestellt wurden – der Verfassungsschutz attestiert dem Mann, zur Radikalisierung der rechtsextremen Preppergruppe Nordkreuz beigetragen zu haben. (…) Nicht der einzige Rückschlag: Erst im Mai war der AfD-Politiker aufgrund von Zweifeln an seiner Verfassungstreue nicht zur Bürgermeisterwahl in Neukloster zugelassen worden. Der Gemeindewahlausschuss hatte Jaegers Kandidatur abgelehnt, der Kreiswahlausschss später dessen Beschwerde gegen die Nicht-Zulassung. Der Verfassungsschutz hatte in dem Zusammenhang von einem gewaltbereiten Rechtsextremisten gesprochen, der die Radikalisierung von Nordkreuz „maßgeblich vorangetrieben“ hätte. In der AfD, in deren Umfeld sich gleich mehrere Nordkreuz-Mitglieder bewegten, legte Jaeger hingegen einen steilen Aufstieg hin. So wurde er bereits Anfang 2018 – und somit nur wenige Monate nach den Hausdurchsuchungen – zum Vorsitzenden des Fachausschusses „Innere Sicherheit, Justiz und Datenschutz“ bestimmt. Zudem ist Jaeger AfD-Gemeindevertreter in Neukloster, Mitglied für die AfD im Kreistag Nordwestmecklenburg und seit März im Kreisvorstand der AfD Nordwestmecklenburg vertreten.

via endstation rechts: Ex-Nordkreuz-Aktivist aus Polizeidienst entfernt