Keine Hilfe mehr von Trump: Warum die Tate-Brüder jetzt vor der Auslieferung stehen

Er prügelte auf eine Frau ein, predigte männliche Dominanz und hatte Verbündete in der Trump-Familie: Nun wendet sich die US-Regierung vom mutmaßlichen Vergewaltiger Andrew Tate ab. An seinem vorläufig letzten Tag in Freiheit trug der vielleicht bekannteste Frauenhasser der Welt ein hautenges lilafarbenes Satinhemd. Als Vollzugsbeamte der US-Behörden Mitte Juli in Miami auf Andrew Tate zutraten, wirkte er überrascht. Der Influencer predigt Millionen jungen Männern absolute Dominanz über Frauen, auch Trumps jüngster Sohn Barron soll ein Fan sein. Tate wähnte sich wegen seiner Nähe zur US-Regierung in Sicherheit. Nun aber standen Andrew Tate und sein Bruder Tristan in ihrer Abendgarderobe – die online für viel Spott sorgte – auf einer Straße in Florida und wurden festgenommen. Die britischen Behörden werfen ihnen zahlreiche Sexualverbrechen vor und wollen ihre Auslieferung. Die Anschuldigungen dürften niemanden überraschen, der sich schon einmal mit den Tates beschäftigt hat. Trotzdem schienen die Brüder über Jahre unantastbar – geschützt von mächtigen Freundschaften. Doch das Kalkül hat sich geändert. Kickboxer mit Porno-Geschäft Die Brüder wuchsen als Kinder eines US-Vaters und einer britischen Mutter zuerst in Washington, dann in Großbritannien auf. Als junge Erwachsene feierten sie als Kickboxer internationale Erfolge, merkten aber bald, dass der Sport sie nicht reich machen würde. Sie gründeten deshalb eine Webcam-Porno-Plattform und zogen nach Rumänien. Dort seien die Behörden schwach und “Korruption für jeden zugänglich”, sagte Andrew in einem mittlerweile gelöschten Video. Dass er schwache Behörden als Standortvorteil begriff, hatte einen Grund: Sein Geschäftsmodell fußt auf einem Weltbild, das Frauen zum Eigentum des Mannes erklärt. Und auf Methoden, für die sich andernorts Staatsanwälte interessieren. In Videos brüstete sich der heute 39-Jährige mit sexueller Gewalt. Einmal schlug er eine Frau vor laufender Kamera mit einem Gürtel. Mehrfach wurde ihm vorgeworfen, Frauen bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Tate bestreitet alle Vorwürfe vehement. Seinen Hass verpackte er in eine Matrix-artige Erzählung: Die moderne Welt unterdrücke wahre Männlichkeit und züchte weiche Männer heran. Wer wirklich Mann sei, beweise das durch Härte – und durch Geld. Tate inszenierte sich als Ausbrecher aus diesem System und verkaufte der “Manosphere” den Ausweg in Online-Kursen und machte damit Millionen. Anklage in Rumänien Ende Dezember 2022 wurden die Brüder in Rumänien festgenommen. In ihrer Wohnanlage sollen sie Frauen systematisch ausgebeutet, festgehalten und vergewaltigt haben

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Suche nach zweitem Objekt an Flughafen Leipzig läuft weiter: Mitarbeiter holte Sprengstoff-Drohne mit Fußtritt aus der Luft #terror

Der Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle, der in der Nacht zum Mittwoch eine Drohne mit Sprengstoffvorrichtung auf einer Start- und Landebahn entdeckt hatte, hat großes Glück gehabt. Er holte das Fluggerät nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen mit einem Fußtritt aus der Luft und brachte es zu Boden.  Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen hatte er die Drohne auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ bemerkt. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Flugverkehr findet über die Südpiste statt Nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne steht der Flugverkehr auf der nördlichen Landebahn weiter still. In direkter Nähe der „Nordpiste“ standen zwischenzeitlich etwa 20 Einsatzwagen der Polizei, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Die Fahrzeuge fuhren demnach anschließend zurück in einen Bereich am Rande des Flughafens, wo sie bereits am Morgen abgewartet hatten. Seit dem Morgen starten und landen die Flugzeuge den Beobachtungen zufolge auf der sogenannten Südpiste, die gestern noch gesperrt war. Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei. Bei der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden, hieß es. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Die Suche nach diesem zweiten Objekt sollte nach Angaben des Landeskriminalamtes heute fortgesetzt werden.

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siehe auch: Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle gefunden und entschärft Am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Drohne mit einer Sprengstoffvorrichtung in der Nähe eines ukrainischen Frachtfliegers gefunden worden. Ein Großeinsatz legte den Flughafen zeitweise lahm. Eine politische Motivation wird nicht ausgeschlossen. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) spricht von einem “sehr ernsten Sicherheitsvorfall”. Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht zu Mittwoch eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gesichtet worden. Das sagte ein Nato-Sprecher. Die Polizei habe das Fluggerät gesichert. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) haben die Ermittlungen übernommen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur; Mann, der die Sprengstoff-Drohne fand, hat großes Glück gehabt Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Noch ist vieles unklar. Gewiss ist hingegen: Der Mann, der die Drohne entdeckte, hatte großes Glück. Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Viele Fragen sind nach wie vor offen. Aus den Ländern kommen Forderungen nach einem besseren Schutz der Flughäfen. Zugleich werden immer mehr Details des Vorfalls bekannt. So hat der Mitarbeiter des Flughafens, der die Drohne in der Nacht zum Mittwoch entdeckt hatte, großes Glück gehabt. Er holte das mit einer Sprengstoffvorrichtung bestückte Fluggerät nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen mit einem Fußtritt aus der Luft und brachte es zu Boden. Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen hatte er die Drohne auf der Start- und Landebahn “Südpiste” bemerkt. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Das Bundesinnenministerium hat derweil Berichte dementiert, wonach das Antonow-Flugzeug in der Nähe mit Munition beladen gewesen sei. In der Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen Inneres und Verteidigung wurde klargestellt, dass sich keine Munition in der Maschine befunden habe. Ein Bericht des “Focus” zu dem Dementi entspricht auch den Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Auf eine offizielle Anfrage äußerte sich das Ministerium zunächst nicht. Nach dpa-Informationen ist inzwischen bestätigt, dass für den Sprengsatz auch Semtex verwendet wurde. Der Plastiksprengstoff wird bei kommerziellen Sprengungen eingesetzt. Semtex gelangte während des Kalten Kriegs mehrmals in die Hände von Terroristen – so wurde der Sprengstoff beim Lockerbie-Bombenanschlag auf ein Verkehrsflugzeug über Schottland im Dezember 1988 verwendet.

„Bananen-Nolte“ im Visier: Dritter AfD-Abgeordneter in Bayern wird vom Verfassungsschutz beobachtet

Benjamin Nolte galt schon lange als rechtsextremer Hardliner. Nun wird der Politiker persönlich überwacht, ein weiterer AfD-Mann überprüft. Und Rufe nach einem AfD-Verbot werden wieder lauter. Benjamin Nolte hat in seinem politischen Leben schon so viele Affären und Fragwürdigkeiten angesammelt, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit war, bis er vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Er ist stramm rechtsextremer Vertreter des AfD-„Flügels“, der nur formal aufgelöst wurde. Er vertritt das menschenwürdewidrige „Remigrationskonzept“ von Martin Sellner und unterstützt die Identitäre Bewegung. Er agitiert laufend gegen das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip. Und dann ist da noch diese rassistische Geschichte mit der Banane aus früheren Zeiten. Nun ist Benjamin Nolte (44) nach Franz Schmid (Neu-Ulm) und Rene Dierkes (München) der dritte bayerische AfD-Abgeordnete, der trotz hoher rechtlicher Hürden vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze hervor, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. (…) Nolte stammt aus Nordrhein-Westfalen. Nach Abitur und Bundeswehr führte ihn ein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen nach München. Dort wurde er Mitglied in der rechtsextremen Burschenschaft Danubia. Seit 2013 ist Nolte AfD-Mitglied. Er war Gründungsmitglied der inzwischen aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA). Im Februar 2014 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der JA gewählt, musste diesen Posten aber schon zwei Monate später räumen, als seine Mitgliedschaft im Altherren-Verein der Danubia und ein rassistischer Vorfall auf dem Burschentag 2009 bekannt wurden, der ihm den fragwürdigen Spitznamen „Bananen-Nolte“ eintrug. Rassistische Aktion trug ihm den Spitznamen „Bananen-Nolte“ ein Auf diesem Burschentag in Eisenach überreichte Nolte Vertretern einer anderen Burschenschaft eine Banane, weil diese ein dunkelhäutiges Mitglied in ihre Reihen aufgenommen hatte. Im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) war man von der Aktion wenig begeistert. Nolte trat von seinem Amt als Obmann für Kultur und Politik in der DB zurück. Auch in den Jahren danach fiel Benjamin Nolte immer wieder durch rechtsextreme und menschenfeindliche Äußerungen auf, die ihm selbst in der AfD Ärger einbrachten. 2019 forderte er zum Beispiel auf einem Treffen des völkischen „Flügels“ die Abschaffung der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD, in der unter anderem geregelt ist, dass niemand Parteimitglied sein kann, der früher in der NPD war oder zeitgleich Mitglied der Identitären Bewegung ist. Diese Aktion brachte ihm ein Amtsenthebungsverfahren des Landesvorstands ein. Dennoch zog Benjamin Nolte 2023 für den Stimmkreis Weilheim-Schongau in den Landtag ein und hat heute einige einflussreiche Posten inne: Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Mitglied im Rundfunkrat und im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Auch diese hervorgehobene Position in der AfD führt der Verfassungsschutz als Begründung für die Beobachtung an. Neben vielen weiteren.

via augsburger allgemeine: „Bananen-Nolte“ im Visier: Dritter AfD-Abgeordneter in Bayern wird vom Verfassungsschutz beobachtet

Rassismus? Mann soll Kleinkind unter Wasser gedrückt haben

Der Vorfall ereignete sich in Rastatt. (Archivbild) © Uli Deck/​dpa Ein Mann soll einen spielenden Zweijährigen an einem Brunnen in der Rastatter Innenstadt für einige Sekunden unter Wasser gedrückt haben. «Als er noch auf den Jungen ausländerfeindlich eingeredet haben soll, kamen ihm die anwesende Mutter und weitere Passanten zu Hilfe», teilte die Polizei mit. Ein Sprecher machte auf Anfrage zunächst keine weiteren Angaben hierzu.

via zeit: Rassismus? Mann soll Kleinkind unter Wasser gedrückt haben

„Pflicht zum Schutz des Landes“ – Klingbeil fordert „ernsthafte“ Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

SPD-Chef Lars Klingbeil fordert nach einem Rechtsgutachten ein AfD-Verbotsverfahren und spricht von einer „demokratischen Pflicht zum Schutz unseres Landes“. Er warnt vor einer Ideologie, die „unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat kaputtmachen“ will. Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil sieht die Verfassungsorgane nach einem Rechtsgutachten über die Positionen der AfD in der Pflicht, ein Verbotsverfahren gegen die Partei zu prüfen. „Es muss jetzt ernsthaft geprüft werden, ob die Voraussetzungen für ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht vorliegen“, schreibt Klingbeil in einem am Mittwoch veröffentlichten Gastbeitrag für die „Zeit“. Ein Verbotsverfahren wäre dann „nicht nur eine Option, sondern eine demokratische Pflicht zum Schutz unseres Landes“, schreibt der Bundesfinanzminister und Vizekanzler weiter. Er verweist auf das Ende Juni von der Gesellschaft für Freiheitsrechte präsentierte juristische Gutachten, das anhand von Belegen zum Schluss kommt, dass die AfD gegen die Menschenwürde und das Demokratieprinzip verstößt. „Unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler belegen damit, dass die AfD planmäßig darauf hinarbeitet, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat kaputtzumachen“, schreibt Klingbeil.

via welt: „Pflicht zum Schutz des Landes“ – Klingbeil fordert „ernsthafte“ Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Frankfurter Reichsbürgerprozess – Angeklagter Ex-Soldat bestätigt versuchten Waffenkauf

Erstmals hat im Frankfurter Reichsbürgerprozess ein Angeklagter bestätigt, dass die mutmaßlichen Umstürzler um Heinrich XIII. Prinz Reuß versucht haben sollen, im größeren Umfang Waffen zu kaufen. Dabei fielen sie aber wohl auf Betrüger herein. Nach Angaben des angeklagten Ex-Soldaten Peter W. sei ein kriminelles Brüderpaar in der Schweiz mit der Beschaffung von Waffen beauftragt worden. Dies habe ihm sein ehemaliger Vorgesetzter, der mitangeklagte ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr, Rüdiger von P., berichtet. Insgesamt 30.000 Euro seien dafür an die beiden Brüder geflossen. Ziel sei es gewesen, Teile des militärischen Arms des Netzwerks vollständig auszustatten, erklärte Peter W. am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt. Allerdings seien die Waffen nicht – wie von der Anklage behauptet – für einen Sturm auf den Reichstag in Berlin bestimmt gewesen, sondern für die Befreiung von Kindern, die angeblich in unterirdischen Verliesen gefangen gehalten würden. Seines Wissens seien die Waffen jedoch nie geliefert worden. (…) Bereits vergangene Woche hatte W. eingeräumt, dass seitens der Gruppe eine militärische Aktion im Reichstag geplant gewesen sein soll und dass er dafür das Gebäude ausgekundschaftet habe. Damit widersprach er der Einlassung der mitangeklagten ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten Birgit Malsack-Winkemann, die ihn im Jahr 2021 zweimal durch den Reichstag geführt hatte.(…) Das Geld, das an das Schweizer Brüderpaar geflossen ist, sei für die Observierung von angeblich im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz existierenden unterirdischen Verliesen gedacht gewesen, in denen nach Vorstellung von Maximilian E. und weiterer Angeklagter massenweise Kinder gefangen, gefoltert und sexuell missbraucht würden. Laut Anklage soll insgesamt ein höherer sechsstelliger Betrag an das Schweizer Brüderpaar geflossen sein – ohne dass es jemals zu den versprochenen Ergebnissen oder Lieferungen kam. Der 58-jährige Peter W. war in den letzten Monaten immer stärker in den Fokus der Beweisaufnahme geraten. Chatprotokolle und Zeugenaussagen hatten nahegelegt, dass er tatsächlich an Planungen zur Erstürmung des Reichstags beteiligt war. Zudem hatte ihn ein Mitangeklagter im Münchner Reichsbürgerprozess unter anderem als “gewaltbereit” bezeichnet.

via hessenschau: Frankfurter Reichsbürgerprozess Angeklagter Ex-Soldat bestätigt versuchten Waffenkauf

siehe auch: REICHSBÜRGER UM PRINZ REUSS: Ex-Soldat bestätigt, dass es  Versuche gab, Waffen zu kaufen. In der Fortsetzung seiner Aussage bestätigt Peter Wörner im Frankfurter Reichsbürgerprozess einen weiteren Punkt der Anklage: Die Gruppe soll versucht haben, Waffen im größeren Stil zu beschaffen. Der im Frankfurter Reichsbürgerprozess angeklagte Peter Wörner hat am Mittwoch bestätigt, dass die Gruppe um Heinrich XVIII. Prinz Reuß versucht habe, Waffen zu beschaffen. Mit diesen sollten „Teile des Militärs vollständig ausgestattet“ werden – jedoch nicht, wie er sagt, für einen Angriff auf den Bundestag, sondern lediglich für die Befreiung missbrauchter Kinder.  Ob bei einem Sturm auf das Reichstagsgebäude, wenn es denn so weit gekommen wäre, auch Waffen eingesetzt worden wären, könne er nicht beantworten: „Weil ich nicht weiß, was bestellt wurde und in welchem Umfang.“ Vergangene Woche hatte der frühere KSK-Soldat Wörner ausgesagt, es sei eine „militärische Aktion“ am Bundestag geplant gewesen. „Bei einer militärischen Aktion ist man ausgerüstet und hat auch Waffen“, sagte er da. Er sei jedoch zu keiner Zeit davon ausgegangen, dass ein Mensch dabei zu Schaden komme, weil der vermeintliche Hellseher Thomas T. vorhergesagt habe, dass dies nicht geschehe. T. steht am Oberlandesgericht München wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den Plänen der Gruppe vor Gericht.

Bis zu fünf Jahre Haft für Mitglieder der “Letzten Verteidigungswelle” – #terror

Im Terrorprozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der “Letzten Verteidigungswelle” vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg sind am Mittwoch Haftstrafen von anderthalb bis fünf Jahren verhängt worden. Die Schuldsprüche gegen die Angeklagten, die zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahre alt waren, wurden unter anderem wegen versuchten Mordes, Brandstiftung, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und gefährlicher Körperverletzung gefällt. Die rechte Zelle hatte Spreng- und Brandanschläge auf Geflüchtete und Linke geplant und bereits erste Taten verübt. 28 Tage hatte der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichtes verhandelt, wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Erst zum Urteil waren wieder Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen. Richterin: “Eindeutig eine terroristische Vereinigung” Nach Überzeugung des Gerichts verübte und plante die Gruppe Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Außerdem sollen Mitglieder sogenanntes “Pädo-Hunting” – also Jagd auf Menschen, die sie für Pädophile hielten – gemacht haben. Die “Letzte Verteidigungswelle” sei eindeutig eine terroristische Vereinigung, sagte die Vorsitzende Richterin. Sie sei darauf ausgerichtet gewesen, Mord und Totschlag zu begehen. Es ist das erste Mal, dass ein Gericht das festgestellt hat. Die Angeklagten hätten sich in menschenverachtenden Chats ausgetauscht, so die Richterin. Ihr Ziel sei ein gesellschaftlicher Umsturz gewesen – ein damals 15-Jähriger habe dann die Regierung übernehmen wollen. Verurteilungen nach Jugendstrafrecht Die Verurteilungen der zur Tatzeit jugendlichen und heranwachsenden Angeklagten ergingen nach Jugendstrafrecht. Die Strafe für den jüngsten Angeklagten, anderthalb Jahre Haft, wurde zur Bewährung ausgesetzt. Noch immer sind vier der Verurteilten minderjährig – der jüngste ist 15 Jahre alt. Drei Verurteilte sind heute 17, zwei 19 und zwei 22 Jahre alt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Verfahren hatten die Angeklagten nach Angaben der Vorsitzenden Richterin zwar gestanden, einige hätten ihren Anteil jedoch heruntergespielt. Viele hätten aber aufrichtige Reue gezeigt. Einige hatten sich demnach auch bereit erklärt, an Deradikalisierungsprogrammen teilzunehmen.

via ndr: Bis zu fünf Jahre Haft für Mitglieder der “Letzten Verteidigungswelle”

siehe auch: Angriff auf Asylbewerberunterkunft in Schmölln: Neonazi-Teenager der „Letzten Verteidigungswelle“ zu Haftstrafen verurteilt Hamburg. Jung und radikal: Acht Angeklagten wird in Hamburg der Prozess gemacht. Sie sollen unter anderem eine Asylbewerberunterkunft in Schmölln angegriffen haben. Jetzt fiel das Urteil. Seit zwei Jahren sind die Sicherheitsbehörden in Alarmstimmung. Es ist Sommer 2024, als Polizei und Nachrichtendiensten junge Neonazis auffallen. Sie treten in geschlossenen Gruppen auf, organisieren Demonstrationen, mobilisieren vor allem gegen den Christopher Street Day und die queere Community. Und sie sehen aus wie Neonazis der 1990er-Jahre: Springerstiefel, rasierte Köpfe. Ihre Namen: „Jung & Stark“, „Letzte Verteidigungswelle“ oder „Deutsche Jugend Voran“. „Bomberjacke, plus TikTok“, sagt ein Verfassungsschützer unserer Redaktion. Denn die Gruppen treffen sich vor allem online, vernetzen sich in Chatgruppen. Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“ hatten etliche Chats, regionale Ableger, die Angeklagten nannten sich „Gauleiter“ oder „Propagandaminister“ – einer von ihnen war der „Führer“. Aus ihrer NS-Ideologie machten sie keinen Hehl, fühlten sich in ihren Messengerdiensten in einem geschützten Raum, und ahnten nicht, dass erst eine Journalistin undercover mitgelesen hatte – und später auch der Inlandsgeheimdienst. Prozess gegen die „Letzte Verteidigungswelle“: Junge Neonazis schwerster Verbrechen beschuldigt Sie verstehen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“, wollten mit Gewalt, vor allem gegen Migranten und politische Gegner, einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in Deutschland bewirken. So sieht es der Generalbundesanwalt. Zu diesen Taten zählten Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und Einrichtungen des politisch linken Spektrums – gegebenenfalls auch mit Todesopfern; Rechtsextremer Anschlag in Altdöbern: Haftstrafen im Terror-Prozess Das Oberlandesgericht Hamburg hat acht Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremistischen Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und fünf Jahren verurteilt. Nach Angaben des Gerichts ging es unter anderem um versuchten Mord, Brandstiftung und die Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Für die Lausitz ist das Urteil besonders relevant: Zu den abgeurteilten Taten gehört neben dem Brandanschlag auf das Kulturhaus „Kultberg“ in Altdöbern auch ein geplanter Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Senftenberg. Urteil nach monatelangem Prozess Das Oberlandesgericht Hamburg sprach am Mittwoch sieben mutmaßliche Mitglieder sowie einen Unterstützer der rechtsextremistischen Gruppierung „Letzte Verteidigungswelle“ schuldig. Nach übereinstimmenden Berichten von Deutschlandfunk und Tagesschau verhängte das Gericht Jugendstrafen zwischen eineinhalb und fünf Jahren. Ein 15-jähriger Angeklagter aus Hessen erhielt eine Jugendstrafe von eineinhalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Verurteilten wurden unter anderem wegen Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mordes, schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Da mehrere Angeklagte zur Tatzeit minderjährig waren, fand das Verfahren seit März überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich die Urteilsverkündung war öffentlich. Anschläge in Altdöbern und Senftenberg Teil des Verfahrens Zu den abgeurteilten Taten gehört auch der Brandanschlag auf das bewohnte Kulturhaus „Kultberg“ in Altdöbern im Oktober 2024. Nach Überzeugung des Gerichts und der Bundesanwaltschaft wurde das Gebäude in Brand gesetzt. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, das Kulturhaus brannte jedoch vollständig aus. Ebenfalls Bestandteil des Verfahrens war ein geplanter Brandanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft in Senftenberg. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollte die Tat Anfang 2025 verübt werden. Sie konnte jedoch durch die vorherige Festnahme der Tatverdächtigen verhindert werden. Darüber hinaus verübte die Gruppe nach Überzeugung des Gerichts einen versuchten Brandanschlag auf eine Asylunterkunft im thüringischen Schmölln. Außerdem griffen Mitglieder mehrfach Männer an, die sie für pädophil hielten. Laut Gericht kamen bei den Brand- und Sprengstoffanschlägen keine Menschen zu Schaden, was nach Einschätzung der Anklage lediglich glücklichen Umständen zu verdanken war.