FRÄNZI KÜHNE – „Ich weiß nicht, wie wir reagieren, sollte ein Großkunde sich AfD-nah äußern“

Die Berlinerin Fränzi Kühne sitzt im Vorstand des Stiftherstellers Edding. Im Interview spricht sie über AfD-nahe Geschäftspartner und politische Äußerungen. WirtschaftsWoche: Frau Kühne, Sie sprechen sich öffentlich immer wieder gegen Diskriminierung aus. Sollte man sich als Unternehmerin auch politisch engagieren? Fränzi Kühne: Ich glaube, die Firmen sind in der Pflicht, das zu tun. Das machen wir bei der Edding-Gruppe auch. Wir können nicht darauf warten, dass sich verschiedene Einzelpersonen positionieren. Denn das ist mitunter kritisch und manchmal auch ein bisschen gefährlich. Inwiefern zeigt Edding politische Haltung? Wir kommunizieren sehr klar im Sinne unserer Werte und positionieren uns für Demokratie, Vielfalt und Freiheit. Die Edding-Gruppe positioniert sich nicht erst seit der Bundestagswahl, sondern hat dies auch schon früher getan. Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat Edding beispielsweise einen Stift namens Peace Marker herausgebracht. Alle Einnahmen wurden für die Ukraine gespendet. Aus dem deutschen Mittelstand kamen zuletzt AfD-Großspenden, in den USA äußern sich Unternehmer rechtspopulistisch. Wie reagieren Sie auf solche Geschäftspartner? Wie wir künftig damit umgehen, das ist gerade die große Frage. Ich finde es wichtig, solche Einzelfälle immer wieder neu zu bewerten. Man braucht intern ein Gremium, das in der Lage ist, innerhalb von wenigen Tagen oder sogar Stunden auf Situationen zu reagieren. Darüber muss der Vorstand entscheiden, es sollten aber ebenfalls Vertreter aus der Kommunikationsabteilung und dem Vertrieb dabei sein. Ich habe heute keine pauschale Antwort darauf, wie wir reagieren, sollte ein Großkunde sich AfD-nah äußern. Wir wollen uns nicht gegen bestimmte Partner oder Kunden stellen, solange alles im Rahmen des Gesetzes ist, sondern unsere Haltung zeigen.

via wiwo: FRÄNZI KÜHNE „Ich weiß nicht, wie wir reagieren, sollte ein Großkunde sich AfD-nah äußern“

Fränzi Kühne bei einem Vortrag, 2023
Von Kaffeeringe – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Einsiedeln in der Schweiz – Bündnis kündigt Demo an Weidels Wohnort an

An ihrem Schweizer Wohnsitz formiert sich Widerstand gegen Alice Weidel. Aktivisten haben eine Demonstration in Einsiedeln angekündigt. Im schweizerischen Einsiedeln soll es am Samstag eine Demonstration gegen AfD-Chefin Alice Weidel geben. Das berichtet das Portal “20 Minuten”. Demnach planen Aktivisten eine Kundgebung in dem Ort, wo Weidel mit ihrer Ehefrau und ihren Kindern lebt. Die Veranstalter begründen die Aktion mit Solidarität gegenüber den Protesten gegen die AfD in Deutschland. (…) Die Kantonspolizei Schwyz hat Kenntnis von der Demonstration. Polizeisprecher Roman Gisler bestätigte “20 Minuten”, dass der Bezirk Einsiedeln die Kundgebung genehmigt habe. Die Polizei werde vor Ort sein und die Lage beobachten. Genauere Angaben zu den Sicherheitsmaßnahmen machte er nicht

via t-online: Einsiedeln in der Schweiz Bündnis kündigt Demo an Weidels Wohnort an

Präsident des FC Bayern – Hainer sieht keinen Platz für AfD-Politiker in den Gremien des Vereins

Das Erstarken der AfD und gesellschaftlicher Rechtsruck: Bayern-Präsident Herbert Hainer blickt besorgt auf die politische Lage in Deutschland. Gegen die AfD bezieht er Stellung – und sieht Fußballklubs in der Pflicht. Bayern Münchens Vereinspräsident Herbert Hainer hat ausgeschlossen, dass ein AfD-Politiker Mitglied in einem Gremium des deutschen Fußball-Rekordmeisters wird. »Nein, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen bei einer Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft wird, unsere Gesellschaft spaltet und versucht, unsere Demokratie auszuhöhlen«, sagte Hainer in einem Interview der »Sport Bild«. Der 70-Jährige verwies zudem darauf, dass es nicht mit der Satzung der Bayern zu vereinbaren wäre. »Der FC Bayern ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, und die freiheitlich-demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik ein einzigartiges Gut.« Derzeit sind im Aufsichtsrat der ehemalige Ministerpräsident Bayerns, CSU-Politiker Edmund Stoiber, und im Verwaltungsbeirat SPD-Parteichef Lars Klingbeil sowie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) vertreten.

via spiegel: Präsident des FC Bayern Hainer sieht keinen Platz für AfD-Politiker in den Gremien des Vereins

Ordnungsamt Neustadt: Keine Einwände mehr Ein-Mann-Demo vor AfD-Stand in Neustadt: Protest jetzt doch erlaubt

Wieder hat sich ein Südpfälzer als Kackhaufen verkleidet. Wieder hat er vor einem AfD-Stand protestiert. Dieses Mal gab es aber dafür keinen Platzverweis. Warum? Zweimal hatte der Südpfälzer Patrick Christmann in einem Kackhaufen-Kostüm vor einem Stand der AfD protestiert – zweimal hatte er dafür vom Ordnungsamt einen Platzverweis bekommen. Der Bericht dazu war auf großes Interesse gestoßen. Nun hat es Christmann noch einmal getan: als braunes Häufchen auf zwei Beinen hat er sich erneut in der Neustadter Fußgängerzone vor einen Wahlkampfstand der AfD gestellt. Und dieses Mal durfte er stehen bleiben. Polizei und Ordnungsamt hätten ihm gesagt, er müsse lediglich zwei bis drei Meter Abstand halten. Etwa eine Stunde lang dauerte sein Protest. Auch seine Schilder hatte er wieder dabei, mit Aufschriften wie “Braune Kacke gegen braune Kacke” oder “Keine Schorle für Nazis”. Das Ordnungsamt von Neustadt an der Weinstraße hatte nach eigenen Angaben “gegen die Durchführung der Aktion an diesem Standort keine Einwände”. Die Wahlwerbung hätte “ungestört” stattfinden können und das Recht des Mannes auf freie Meinungsäußerung auch. Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass ein Platzverweis ausgesprochen würde, sollte er erneut versuchen, den Infostand gezielt zu behindern. Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße Gegen den Vorwurf, den Infostand der AfD bei seinen ersten beiden Protestaktionen gezielt behindert zu haben, wehrt sich der Träger des Kackhaufen-Kostüms. “Das war nicht der Fall. ich stand bei meinen kurzen Protestaktionen, wie man ja auch auf den Fotos davon sehen kann, immer zwei bis drei Meter vom Stand weg.” Christmann vermutet, dass die Berichterstattung dabei geholfen habe, dass sich das Ordnungsamt beim dritten Mal anders verhalten hat.

via swr: Ordnungsamt Neustadt: Keine Einwände mehr Ein-Mann-Demo vor AfD-Stand in Neustadt: Protest jetzt doch erlaubt

TV-Zwischenfall mit Weidel: AfD-Chefin beendet Interview nach Frage zu Wohnort

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Weidel in TV-Runden oder Interviews deutlich verärgert zeigt. Nun warf sie einem Journalisten vor, „Suggestiv-Fragen“ zu stellen. Überlingen – Nicht zum ersten Mal wird AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel nach ihrem Wohnsitz gefragt. Nicht zum ersten Mal reagiert die AfD-Chefin gereizt. Bei einem Dreh in Überlingen am Bodensee ging Weidel allerdings einen Schritt weiter, als nur sichtlich genervt zu antworten. Für ein ZDF-Portrait traf der Journalist David Gebhard Weidel am Seeufer in Überlingen – dort befragte er Weidel zu ihrem – nach eigener Aussage – Hauptwohnsitz. AfD-Chefin wird nach ihrem Wohnort befragt: Weidel reagiert genervt – „Können wir jetzt weitermachen?“ Wie viel Einwohner der Wahlkreis hat, fragte Gebhard die AfD-Chefin: „Ja, schon viele.“ Auf weitere Nachfrage wird klar: Sie weiß es nicht. Ob Überlingen ihr zu Hause sei, möchte der ZDF-Journalist wissen. Auch hier eine knappe und anscheinend schon genervte Antwort: „Ja, auch.“ Bei der Frage, wie oft Weidel es geschafft habe, im vergangenen Jahr in ihrem Hauptwohnsitz zu übernachten, grinst die AfD-Chefin schließlich sichtlich gereizt: „Ja, das ist eine suggestive Frage, die Sie hier stellen. Beantworte ich so nicht, wenn sie so gestellt ist. Können wir jetzt weitermachen?“ Portrait vor Bundestagswahl: AfD-Chefin bricht Interview nach Wohnsitz-Frage ab Wie er die Fragen stellen solle, hakte Gebhard nach. Weidel reagierte abweisend. „Nein. Bestimmt nicht so. Sie fragen ja andere Politiker auch nicht, wie oft sie zu Hause übernachten.“ Ein Schnitt zum Co-Vorsitzenden der AfD, Tino Chrupalla, zeigt jedoch, dass er die Frage sehr wohl auch anderen Politikern stellt, die sich davon offenbar nicht angegriffen fühlen. Chrupalla erklärte, circa die Hälfte des Jahres in seinem Hauptwohnsitz im Wahlkreis verbracht zu haben. Die Frage finde er legitim. Völlig anders sieht das offenbar Weidel, die auf die Frage die Dreharbeiten am Seeufer abbrach. Weidel lebt mit einer Schweizerin zusammen und zieht mit ihr zwei Kinder groß.

via merkur: TV-Zwischenfall mit Weidel: AfD-Chefin beendet Interview nach Frage zu Wohnort

siehe auch: Alice Weidel bricht Interview nach Wohnsitz-Frage ab Dass AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel nicht gerne über ihren Wohnsitz oder de facto ihre verschiedenen Wohnsitze spricht, ist bekannt. Die Fragen eines ZDF-Reporters scheinen die 46-Jährige aber dermassen aufzuregen, dass sie das Interview kurzerhand abbricht.

Standortrisiko AfD – IW-Studie analysiert das Wahlprogramm

In der Wirtschaft wächst die Sorge vor einem starken Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl. Anlass ist eine Analyse der wirtschaftspolitischen Vorschläge der Partei. (…) „Die wirtschaftspolitischen Ideen der AfD sind für die Wirtschaft schädlich und würden in der Umsetzung einen massiven Wohlstandsverlust bedeuten“, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller anlässlich der Veröffentlichung einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Unternehmensinitiative „Vielfalt ist Zukunft“. Das Institut kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass die Pläne der AfD dem Land mehr schaden als nutzen. Für ihre Studie haben die Forscher das Wahlprogramm der Partei analysiert, insbesondere die Themenfelder Steuerpolitik, Europapolitik, Fachkräftesicherung und Klimapolitik. Hintergrund, dass die Unternehmen in Deutschland mehrheitlich (69 Prozent) der in weiten Teilen rechtsextremen Partei ablehnend gegenüberstehen

via handelsblatt: Standortrisiko AfD – IW-Studie analysiert das Wahlprogramm

siehe auch: Ist die Wirtschaftspolitik der AfD schädlich für Deutschland? Die AfD kritisiert die Wirtschaftspolitik der Ampel. Ein Gutachten hat nun die eigenen Ideen der Partei zur Wirtschaft untersucht und warnt: Sie würden Deutschland schaden. (…) In dem Gutachten mit dem Titel “Rechtsaußen-Erstarken in Deutschland: Implikationen für den Wirtschaftsstandort” stellen die Experten die Auswirkungen für vier Themenfelder vor: Steuerpolitik, Europapolitik, Fachkräftesicherung und Transformationspolitik

Streit um AfD im Bus eskaliert

Skurrile Szenen während einer Busfahrt in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis. Der Fahrer hört nebenbei über sein Handy einen Radio-Beitrag mit Ausschnitten der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel. Darüber kommt es zum Streit mit Fahrgästen. (…) Mit im Bus saß zufällig auch einer seiner Lehrer. Der berichtete, wie es zu dem Streit im Bus der Linie 522 gekommen ist: “Ich saß mit dem Rücken zum Busfahrer und vernahm deutlich eine Rede der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel.” Er habe den Fahrer gebeten, “diese Form der politischen Agitation zu unterlassen”. Daraufhin habe ihm der Busfahrer gesagt, er könne hören, was er wolle. Laut Aussage des Busfahrers handelte es sich dabei um eine politische Sendung im Radio. Busfahrer bedauert die Eskalation So ergab auf der Fahrt mit der Linie 522 ein Wort das andere. Ein zweiter Fahrgast mischte sich ein, bis der Busfahrer lautstark beide Männer zum Aussteigen aufforderte. (…) Einen der beiden Männer bedrohte der 52-Jährige kurze Zeit auf der Straße mit einem Besenstiel, den er zuvor aus dem Bus geholt hatte. “Ich dachte wirklich, dass er ihn jetzt schlagen wird, aber Gott sei Dank hat er es nicht getan”, erzählt Jordan Tuaya von dem Schreckmoment. Ein Schüler filmte die Szenen im Bus Er habe nie die Absicht gehabt, das zu tun, beteuert Pier Luigi Lombardo. “Der Mann hatte mir vorher Prügel angedroht. Ich habe mit dem Besen nur so getan. Ich sagte ‘hau ab’, und dann beruhigte sich das auch wieder.” Ein Verhalten, das für den 52-Jährigen harte Folgen hat. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Videos teilte die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mit: “Als Konsequenz haben wir das in unserem Auftrag fahrende Unternehmen (…) angewiesen, den Fahrer nicht mehr einzusetzen. Er wird für den weiteren Einsatz auf unseren Linien gesperrt.” Das Unternehmen hat inzwischen reagiert und Pier Luigi Lombardo fristlos entlassen.

via wdr: Streit um AfD im Bus eskaliert