Aufmarsch der Erfolglosen – #weimar0708 #we0708

Die Neonazi-Demonstration in Weimar war ein Treffpunkt für erfolglose Rechtsradikale. Doch ein altgedienter Kader zeigt Interesse an den militanten Außenseitern. Die rechte Einheitsfront ist ausgeblieben. Der Neonazi-Aufmarsch im thüringischen Weimar endete sogar früher als geplant – und schließlich ist einer der Kameraden auch noch von einer Wasserbombe getroffen worden. Aktivisten hatten mit Wasser gefüllte Luftballons von einem Dach auf die rechtsradikalen Demonstrierenden geworfen. Michel Fischer, ein wenig zimperlicher Neonazi, fährt sichtlich aus der Haut und verlangt aufgebracht von der Polizei, sie solle für Sicherheit sorgen. Für die, die Samstag in Weimar aufmarschierten, muss dies der Tiefpunkt einer auch insgesamt eher glücklosen Demonstration gewesen sein. Michel Fischer und Enrico Biczysko vom Erfurter Neonazi-Verein Neue Stärke Erfurt (NSE) wollten „die nationalen Kräfte bündeln“ und trommelten für den „organisationsübergreifenden Widerstand“. Am Samstag kamen lediglich rund 120 Neonazis nach Weimar, am Gegenprotest haben nach Schätzungen der Polizei über 1.200 Menschen teilgenommen. Die Parteien NPD und Die Rechte waren angekündigt, regional bekannte Gewaltbereite und eine kaum bekannte Gruppe namens „Speerspitze Widerstand“. Was vielen von ihnen gemeinsam ist: Mit ihrer rechten Agitation waren sie bislang nicht sonderlich erfolgreich.
Rechte Randfiguren Fischer und Biczysko von der NSE haben sich schon mit NPD, Die Rechte und dem III. Weg zerstritten, also fast allen relevanten Neonazi-Parteien. Die Kameradschaft Rheinhessen hat sich vergangenes Jahr einen viertägigen „Demo-Marathon“ vom pfälzischen Kusel bis nach Ingelheim vorgenommen. Mit ihren antisemitischen Parolen konnten sie allerdings kaum Anhänger auf die Straßen locken. Florian Grabowski, der in Weimar eine Rede für die Kameradschaft hielt, war auch Vorstand für Die Rechte im Landesverband Südwest. Den Posten ist er offenbar los, und sein ehemaliger Landesverband hat sich von Rheinland-Pfalz ins überschaubare Saarland verlagert. Bei der ominösen Speerspitze Widerstand handelt es sich um eine eher unbedeutende Gruppe aus dem Reichsbürger-Milieu in Berlin. Doch Jakob Brock, der im Namen der Speerspitze eine Rede in Weimar hielt, ist eigentlich im Januar aus der Gruppe rausgeworfen worden, weil er einen seiner Mitstreiter bedroht hat.

via störungsmelder: Aufmarsch der Erfolglosen

2021.08.07 Weimar - Neonaziaufmarsch und Proteste (15)

“Vogelschiss – Die Graphic Novel gegen Rechts”: Ein Comic gegen die AfD

Das Guano Project hat den aufwendigen satirischen Comic “Vogelschiss – Die Graphic Novel gegen Rechts” veröffentlicht, der auf die Gefahren des Rechtspopulismus aufmerksam machen will.
Die Geschichte um die alleinerziehende Mutter Eleni und ihren Nachbarn Rudi ist fiktiv, die gezeigten AfD-Politikerinnen und Politiker und ihre Zitate sind aber real. Der Comic zeichnet ein treffendes Bild des teilweise vergifteten politischen Diskurses in Deutschland, was die Lektüre spannend, aber auch bedrückend macht. “Und wenn wir einen Comic über die AfD machen? “, fragt Eleni ihren Nachbarn Rudi an einer Stelle des Comics “Vogelschiss – Die Graphic Novel gegen Rechts”. “Was soll das bringen?”, entgegnet Rudi: “So ein Quatsch, das wird dem Thema doch gar nicht gerecht. Außerdem liest sowas doch keiner. ” (,…) “Vogelschiss – Die Graphic Novel gegen Rechts” hat eine fiktive Handlung, die aber sehr nah an der Wirklichkeit ist. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die politisch gegen die AfD und andere rechte Umtriebe aktiv werden. In gewisser Weise erzählt das Guano Project also seine eigene Geschichte. Der Comic “Vogelschiss” verwendet echte Zitate von AfD-Politikern Sämtliche Politikerinnen und Politiker, die in der Story auftauchen, sind reale Personen. Zitate, die tatsächlich gesagt wurden, sind blau eingefärbt und heben sich von der ansonsten schwarzen Schrift des Buches ab. In einer großen Fleißarbeit haben die Macher des Comics im Anhang die Urheberinnen und Urheber der Zitate zusammengetragen und vermerkt, wann diese gesagt wurden. (…) Wahlplakate der AfD werden übermalt, in einer Guerilla-Aktion wird die AfD-Parteizentrale mit einer Konfettikanone mit Vogelfutter beschossen, was eine Unmenge an Tauben anlockt, die das Haus mit dem titelgebenden “Vogelschiss” eindecken. Eleni und Rudi erhalten viel Zuspruch im Netz, aber auch genauso viel Hass. Sie bekommen Drohmails, sie müssen sich mit den Bedenken und Warnungen von Freunden und Verwandten auseinandersetzen. Rudi wird schließlich zusammengeschlagen und landet im Krankenhaus. Der Comic ist spannend, aber auch bedrückend “Vogelschiss” wird als satirische Abenteuergeschichte beworben, tatsächlich bildet der Comic aber ziemlich realistisch ab, wie vergiftet der politische Diskurs und das gesellschaftliche Klima in Deutschland zumindest in bestimmten Bereichen sind. Und welchen Anteil die AfD daran hat.

via web: “Vogelschiss – Die Graphic Novel gegen Rechts”: Ein Comic gegen die AfD

#Braunschweiger Musiker sticht die #AfD aus: „Eine unmittelbare Gefahr für Menschen“ – #klareKante

Die AfD muss sich eine neuen Bleibe suchen. Einmieten in die Milleniumhalle in Braunschweig kann sie sich nicht mehr. Die AfD wird nicht mehr in die Braunschweiger Milleniumhalle einchecken können. Ein Musiker aus Braunschweig hat einen entsprechenden Deal eingefädelt. Laut „Braunschweiger Zeitung“ will der Musiker Billy Ray Schlag die Halle ab sofort einmal jährlich für eine Jugendmesse mieten. Dafür habe er mit Betreiber Rouven Hartmann vereinbart, dass die AfD die Halle nicht mehr bekommt. „Alles, was Parteien wie der AfD Aufmerksamkeit verschafft, birgt eine unmittelbare Gefahr für Menschen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören“, so der 27-jährige Musiker.

via news38: Braunschweiger Musiker sticht die AfD aus: „Eine unmittelbare Gefahr für Menschen“

Abschied von Esther Bejarano – #weremember

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben sich Familie, Freunde und Politiker heute in Hamburg von der KZ-Überlebenden Esther Bejarano verabschiedet. Die Musikerin und Aktivistin war am 10. Juli nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 96 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg gestorben. Die Kapelle auf dem Jüdischen Friedhof in Ohlsdorf durfen wegen der Corona-Pandemie nur wenige Gäste. Zu den Gästen gehörten unter anderem die Publizistin Peggy Parnass, der Schauspieler Rolf Becker, Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Stefan Hensel, Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, Bürgermeister Peter Tschentscher. Hunderte verfolgten draußen eine Übertragung. Ein großes Foto erinnerte an die mutige Frau, die sich gegen Judenhass, Rechtsextremismus und Rassismus engagierte. In der Kapelle stand der Sarg, umgeben von brennenden Kerzen und zahlreichen Kränzen. »Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement hat Esther Bejarano über viele Jahrzehnte wichtige Impulse gegeben für Demokratie, Erinnerungskultur und Gleichberechtigung in Deutschland«, sagte Tschentscher bei der Zeremonie. »Wir werden ihr Andenken würdigen und uns dafür einsetzen, ihre Botschaft weiterzutragen.« Veit betonte anlässlich der Trauerfeier: »Als Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück hat sie wichtigste Aufklärungsarbeit an Schulen und Universitäten geleistet.« Unter Tränen erinnerte Schauspieler Rolf Becker an seine Freundin Bejarano. »Nicht zurückzuweichen – Esther hat es vorgelebt«, sagte der 86-Jährige. Bejarano hatte in ihrem Leben zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Zusammen mit ihrem Sohn Yoram und ihrer Tochter Edna sang sie jüdische und antifaschistische Lieder, zuletzt tourten sie mit der Kölner Hip-Hop-Band Microphone Mafia durch Deutschland. Im Mai dieses Jahres hatte sie noch mit einer Lesung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten in Hamburg erinnert. Bejarano war unter anderem Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. »Dein Kampf geht weiter«, stand auf einem Kranz der Antifaschistischen Jugend.

via jüdische allgemeine: Abschied von Esther Bejarano

Wir trauern um Esther Bejarano – #WeRemember. “Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig! NIE WIEDER FASCHISMUS – NIE WIEDER KRIEG”.
Esther Bejarano 1924 – 2021

“FASCHOSCHWEIN” und eingeschlagene Scheiben: Vandalismus an AfD-Lokal in Oberstaufen

Die Pizzeria “Bassano” in Oberstaufen: Treffpunkt der AfD im Ober- und Westallgäu. Es ist das Restaurant von Wirt Axel Keib, selbst bekennender AfD-ler und Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Oberallgäu-Kempten-Lindau. Bei ihm trifft sich die AfD regelmäßig zu Veranstaltungen und Stammtischen. Diese Woche hatte der AfD-Direktkandidat und Kreisvorsitzende Rainer Rothfuß einen Wahlkampf-Auftritt im “Bassano” gehabt. Zwei Tage später, in der Nacht auf Donnerstag, haben Unbekannte am “Bassano” Fensterscheiben eingeschlagen und die Hauswand mit dem roten Schriftzug “FASCHOSCHWEIN” besprüht. Ein Zufall? Rainer Rothfuß selbst spricht in einer Pressemitteilung von einem “politisch motivierten Anschlag”, der mit seinem Besuch im “Bassano” zusammenhängt. Er sieht sich also auch selbst als Ziel. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf etwa 5.000 Euro. Der Polizeibericht nennt es “Sachbeschädigung”. (…) Was die Außenwirkung für den Tourismusort Oberstaufen angeht, ist für Beckel auch eher das “Bassano” an sich das Problem. Rothfuß spricht in seiner Pressemitteilung speziell die Auffahrt zum Erlebnisbad “Aquaria” an, dass Besucher “an der zerstörten Fassade des ‘Bassano’ entlang zum Parkhaus fahren oder zum Bad gehen”. Beckel dazu: “Die Zufahrt zum ‘Aquaria’ leidet eher am schlechten Zustand des gesamten Anwesens des ‘Bassano’ und Oberstaufen als Tourismus-Magnet leidet unter den Versammlungen der AfD.”

via all.in: “FASCHOSCHWEIN” und eingeschlagene Scheiben: Vandalismus an AfD-Lokal in Oberstaufen

screenshot FB; archive is E9v2q

Wir trauern um Esther Bejarano – #WeRemember

“Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig! NIE WIEDER FASCHISMUS – NIE WIEDER KRIEG”

Esther Bejarano 1924 – 2021

EstherBejarano : “Wir sind da” – #WeRemember. Mit 96 Jahren starb die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano. Eine bedeutende Zeitzeugin ist verstummt – und eine Stimme der Aufklärung und Toleranz, die fehlen wird. (…) Sie sang auf Deutsch, Jiddisch und Hebräisch, sie sang Lieder der Sinti und Roma, Lieder der Kommunisten, Lieder von Widerstand, Befreiung und vom Überleben. “Mir lebn eybik, mir zenen do” – “Wir leben ewig, wir sind da!” So endet das Lied, das Lejb Rosenthal 1943 im Ghetto schrieb. Esther Bejarano hebt in dem Video zum Schluss die Arme hoch, mit geballten Fäusten. Was für ein Zeichen. Was für ein Triumph über die Nationalsozialisten, Antisemiten, Menschenhasser und Völkermörder. Bejarano hat ihnen getrotzt. Bereits als Jugendliche sollte sie sterben. Die Deutschen hatten sie in ihre Vernichtungslager gesperrt. Aber sie überlebte den Holocaust. Sie lernte, zu kämpfen, widerständig zu sein, unangepasst. Das war sie bis zum Schluss. Bis zum Ende ihres Lebens trat sie für Toleranz ein. Bejarano kämpfte gegen das Vergessen, sie war eine der wichtigsten Zeitzeuginnen für die Verbrechen im sogenannten “Dritten Reich”.

“VOR #FASCHISMUS WARNEN” – Kern-Sohn mit #Guerilla-Aktion gegen #Identitäre – #noIB #AntifaIstHandarbeit

Die Aufregung um die Islam-Landkarte ist um eine Facette reicher: Nachdem die Identitären “Islam”-Warnschilder vor Moscheen platzierten, drehten Niko Kern – Sohn des Ex-Kanzlers Christian Kern und Mitbegründer der “Sektion ohne Namen” – und Neos-Bezirksrätin Lisa Maria Goger den Spieß um. In einer Guerilla-Aktion beklebten sie am Samstag, nun im Gegenzug ein Identitären-Lokal im 5. Wiener Bezirk. Mit einem Sticker warnen sie vor “politischem Faschismus”. Auf den Aufklebern ist “Achtung! Politischer Faschismus in deiner Nähe” zu lesen. “Wir haben den Identitären einen Besuch abgestattet. Wenn vor dem “politischen Islam” gewarnt wird, muss man erst recht vor dem politischen Faschismus warnen!”, beschreibt Niko Kern die Sticker-Aktion auf Twitter. Neos-Bezirksrätin Lisa Maria Goger sagt dazu: “Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass Faschismus in meinem Bezirk und unserer Stadt keinen Platz hat. Ich werde daher einen Antrag auf Schließung dieses rechtsextremen Treffpunkts in unserem Bezirk einbringen.”

via oe24: “VOR FASCHISMUS WARNEN” – Kern-Sohn mit Guerilla-Aktion gegen Identitäre

https://www.facebook.com/KernNiko/posts/4374501575946794