Niemals vergessen: 9./10.11.1938

9.-10. November 1938 – Zum Gedenken: Vor 86 Jahren fand das Novemberpogrom gegen die Juden in ganz Nazi-Deutschland statt. Hunderte wurden getötet und starben durch Selbstmord, 30.000 Männer wurden verhaftet, über 1.000 Synagogen wurden niedergebrannt und über 7.000 jüdische Geschäfte wurden zerstört oder beschädigt. Juden wurden ermordet, gedemütigt und in Konzentrationslager deportiert.

9-10 November 1938 – In remembrance: 86 years ago November Pogrom organized against the Jews throughout Nazi Germany. Hundreds were killed & died by suicide, 30,000 men were arrested, over 1,000 synagogues were burnt, and over 7,000 Jewish businesses were destroyed or damaged. Jews were murdered, humiliated and deported to concentration camps.

Infos und Zeitzeug:innenberichte: https://yadvashem.org/yv/de/exhibitions/novemberpogromnacht/index.asp
https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/the-night-of-broken-glass

#9Nov #Novemberpogrome #keinVergessen

Unbekannte verschütten übelriechende Flüssigkeit vor AfD-Landesparteitag in #Henstedt-#Ulzburg – #stinker

Ein Vorfall im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg sorgt für Aufsehen: Unbekannte verschütten eine stark riechende Flüssigkeit, während am nächsten Tag der AfD-Landesparteitag geplant ist. Die Polizei ermittelt. Am Freitag haben Unbekannte gegen 18 Uhr im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg eine stark riechende Flüssigkeit im Toilettenbereich verschüttet, wie die Polizei mitteilt. In dem Bürgerhaus soll am Samstag der AfD-Landesparteitag stattfinden. Zur Sicherheit untersuchte die Feuerwehr die stark riechende Flüssigkeit und stellte fest, dass gesundheitsgefährdende Substanzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht enthalten waren. Zur Tatzeit wurden zwei verdächtige Personen am Tatort in Halloween-Kostümen beobachtet. Das Bürgerhaus war zum Tatzeitpunkt aufgrund einer Veranstaltung, die weder einen AfD-Bezug hatte noch nach bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit den verdächtigen Personen stand, frei zugänglich.

via shz: Unbekannte verschütten übelriechende Flüssigkeit vor AfD-Landesparteitag in Henstedt-Ulzburg

EIN KÄMPFER GEGEN RECHTSEXTREMISMUS – Trauergottesdienst in Jena: Mehr als 1.000 Menschen nehmen Abschied von Lothar König

Mehr als 1.000 Menschen haben am Donnerstag in Jena von Lothar König Abschied genommen. In einem Trauergottesdienst wurde dem ehemaligen Jenaer Stadtjugendpfarrer gedacht. König war ein deutschlandweit bekannter Kämpfer gegen Rechtsextremismus. Weit über eintausend Menschen haben am Donnerstag in Jena von Lothar König Abschied genommen. Der langjährige Stadtjugendpfarrer und deutschlandweit bekannte Kämpfer gegen Rechtsextremismus war am 21. Oktober gestorben. Er wurde 70 Jahre alt. In Erinnerung an den sogenannten “Antifa-Pfarrer” mit langem Haar und Rauschebart waren am Mittag zunächst etwa 300 Trauergäste durch die Jenaer Innenstadt gezogen. Auch der als “Lauti” bekannte Lautsprecherwagen, den der Pfarrer vielfach bei Demonstrationen eingesetzt hatte, war dabei. Anschließend versammelten sich weit über eintausend Trauergäste in und vor der Stadtkirche. Neben der großen Familie, auch Freunde, ehemalige Mitglieder der Jungen Gemeinde und langjährige Weggefährten, die aus ganz Deutschland angereist waren.

via mdr: EIN KÄMPFER GEGEN RECHTSEXTREMISMUS Trauergottesdienst in Jena: Mehr als 1.000 Menschen nehmen Abschied von Lothar König

LETZTE „PEGIDA“-DEMO: Polizei ermittelt wegen möglicher Straftaten

Am Sonntag hat „Pegida“ in Dresden ihre letzte Kundgebung abgehalten. Nun ermittelt die Polizei – gegen Demonstranten und Gegendemonstranten. Nach der vorerst letzten „Pegida“-Versammlung hat die Polizei in Dresden Ermittlungsverfahren gegen Demonstrationsteilnehmer eingeleitet. Ihnen würde das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen, teilte die Polizeidirektion am Sonntagabend in Dresden mit. Die asyl- und fremdenfeindliche „Pegida“-Bewegung hatte am Sonntagnachmittag ihre nach eigenen Angaben letzte Kundgebung mit anschließendem Aufzug veranstaltet. Laut Beobachtern beteiligten sich rund 1000 Menschen daran. Zum Gegenprotest hatten sich laut Veranstalter rund 1000 Teilnehmende versammelt. Die Polizei ermittelt gegen einige von ihnen wegen des Vorwurfs der Beleidigung von Teilnehmern der „Pegida“-Versammlung.

via faz: LETZTE „PEGIDA“-DEMO: Polizei ermittelt wegen möglicher Straftaten

Fußballerinnen kritisieren FIFA-Saudi-Deal – „Tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen“

Im April verkündete die FIFA einen Sponsoren-Deal mit dem größten saudi-arabischen Ölkonzern. Dagegen protestieren mehr als 100 Topspielerinnen nun in einem offenen Brief. Mehr als 100 Profifußballerinnen aus 24 Ländern haben den Weltverband FIFA dazu aufgefordert, den Sponsorenvertrag mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco zu beenden. Saudi-Arabien habe „Milliarden für Sport-Sponsoring ausgegeben, um von dem brutalen Ruf des Regimes in Bezug auf die Menschenrechte abzulenken“, heißt es in einem offenen Brief, den unter anderem die deutsche Nationalspielerin Paulina Krumbiegel von Juventus Turin sowie Bayern Münchens ehemalige Torhüterin Erin Nayler aus Neuseeland unterzeichneten. Die Behandlung von Frauen in dem Land spreche für sich, hieß es weiter. (…) Die insgesamt 106 Fußballerinnen aus allen Kontinenten kritisieren jedoch, dass gerade eine Partnerschaft mit einem Unternehmen aus Saudi-Arabien die Fortschritte und Entwicklungen des Frauenfußballs in den vergangenen Jahren „weit zurückwerfen“ würden. „Die saudische Führung tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen, sondern auch die Freiheit aller anderen Bürger“, heißt es in dem Schreiben. „Stellen Sie sich vor, wenn von LGBTQ+-Spielerinnen, von denen viele Heldinnen unseres Sports sind, erwartet wird, bei der WM 2027 für den staatlichen Ölkonzern eines Regimes zu werben, das genau die Beziehungen kriminalisiert, in denen sie leben und für die sie stehen.“

via 11freunde: Fußballerinnen kritisieren FIFA-Saudi-Deal „Tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen“

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Jugendpfarrer Lothar König ist tot – „Er hat seinen Kopf für eine bessere Welt hingehalten“

Der langjährige Leiter der Jungen Gemeinde Jena wurde durch sein Engagement gegen Rechtsextreme bekannt. Mit 70 Jahren ist er jetzt gestorben. Lothar König ist tot. Der DDR-Oppositionelle, Antifaschist und langjährige Jenaer Jugendpfarrer starb am Montag im Alter von 70 Jahren. Das teilte seine Tochter, die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss, auf ihren Social Media-Kanälen mit. „Bis zum Ende blieb er Fußballer, Punk und ‚Langhaariger‘ dessen krasser Freiheitsdrang immer seinen Weg bestimmte“, schrieb König-Preuss. „Er hat seinen Kopf – auch im Wortsinne – für andere Menschen, für eine bessere Welt hingehalten, an der er trotz aller Widrigkeiten nie verzweifelte, nie die Hoffnung verlor.“ (…) 1990 kam König nach Jena und leitete von da an 29 Jahre lang die Junge Gemeinde (JG) der Evangelischen Kirche. Er machte die JG zu einem Zufluchtsort für junge Linke und Mi­gran­t*in­nen und zu einer Institution in der Arbeit gegen die rechtsextreme Szene in Thüringen. Er beteiligte sich aber auch prominent an linken Demonstrationen zu anderen Themen, etwa gegen Atomkraft oder den G8-Gipfel in Heiligendamm. Wiederholt wurden die JG und König dafür aus der rechten Szene bedroht und angegriffen. Auch staatlichen Repressionen war König ausgesetzt.

via taz: Jugendpfarrer Lothar König ist tot „Er hat seinen Kopf für eine bessere Welt hingehalten“

siehe auch: Jugendpfarrer und Kämpfer gegen Rechtsextremismus Lothar König ist tot »Bis zum Ende blieb er Fußballer, Punk und Langhaariger«: Der ehemalige Stadtjugendpfarrer von Jena, Lothar König, ist nach Angaben seiner Familie im Alter von 70 Jahren gestorben. Einer der bekanntesten und streitbarsten Pfarrer Deutschlands ist tot: Der ehemalige Stadtjugendpfarrer von Jena, Lothar König, ist nach Angaben seiner Familie im Alter von 70 Jahren gestorben. König sei nicht nur Pfarrer und Vater gewesen. »Er war ein Freund, ein Gegenüber, ein Kämpfer, einer mit dem man Abende und Nächte diskutieren, schwelgen, lachen, trinken konnte«, heißt es in einer von seiner Familie veröffentlichten Erklärung. König habe sein Leben lang seinen Kopf »für eine bessere Welt hingehalten, an der er trotz aller Widrigkeiten nie verzweifelte, nie die Hoffnung verlor.« König wurde 1954 im heutigen Landkreis Nordhausen geboren. Er leitete von 1990 bis 2019 die Junge Gemeinde Stadtmitte in Jena. Nicht nur dort, sondern bundesweit setzte er sich gegen Rechtsextremismus ein. 1997 wurde er mit einem Schlagring am Kopf verletzt, die Wunde, die er dabei davontrug, blieb immer sichtbar. König erlebte aus unmittelbarer Nähe auch mit, wie sich im Jena der Neunzigerjahre die rechtsextreme Szene immer weiter radikalisierte, aus der später das Kerntrio des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) hervorgehen sollte.

https://twitter.com/KatharinaKoenig/status/1848360017486909721

Neonazi-Aufmarsch in Marzahn Wieder mal Arbeit für die Antifa – #outnumbered

In Marzahn versammelten sich 1.500 An­ti­fa­schis­tin­nen zu einer Demo. Neonazis hatten zuvor zu einem Aufmarsch aufgerufen.Es gibt sie noch, Berlins starke antifaschistische Szene. Das hat sie am Samstagnachmittag in Marzahn-Hellersdorf bewiesen. Rund 1.500 An­ti­fa­schis­tin­nen kamen in den Bezirk, um unter dem Motto „Patriarchat sterben lassen – antifaschistisch kämpfen“ gegen Gewalt gegen Frauen und gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Aufgerufen hatten antifaschistische und queerfeministische Gruppen. Die hohe Teil­neh­me­rin­nen­zahl war ein klares Zeichen der Mobilisierung, besonders wegen eines angekündigten Aufmarschs von Neonazis. Deren Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ sowie die neu gegründeten jugendlichen Neonazi-Gruppen „Jung und Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) hatten unter dem Motto „Gegen Linkspropaganda und Lügen der Antifa“ zu einer Gegendemo aufgerufen. Bei der Antifa-Auftaktkundgebung am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße trennten nur einige hundert Meter die beiden Gruppen voneinander. „Wir stellen uns gegen Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Faschisten, die sich hier immer mehr Räume nehmen!“, rief eine Aktivistin zu Beginn der Antifa-Demo. In Redebeiträgen wurden die steigenden Angriffe auf queere Menschen thematisiert sowie Femizide und die Forderung nach der Legalisierung von Abtreibungen. Schilder der „Omas gegen Rechts“, Transgender-Flaggen, Banner der „Letzten Generation“ und Plakate für ein AfD-Verbot prägten das Bild. Gegen 17 Uhr setzte sich der Demozug in Bewegung und zog die Raoul-Wallenberg-Straße hinunter durch die Plattenbausiedlungen. Abgeschirmt von der Polizei, marschierten dahinter Neonazis mit Deutschland- und Reichskriegsflaggen, in 90er-Jahre-Skinhead-Optik mit Springerstiefeln, Glatzen und Lonsdale-Shirts. Einige trugen T-Shirts vom Dritten Weg. Statt der angemeldeten 400 Personen, waren es nur rund 100, die hinter einem „Stoppt den linken Terror!“-Banner durch Marzahn zogen und Parolen skandierten wie „Ost, Ost, Ostdeutschland!“ oder „Bambule, Randale, Rechtsradikale!“. Immer wieder zeigten die auffällig jungen Teil­neh­me­rin­nen das als Hasssymbol eingestufte sogenannte „White Power“-Zeichen, bei dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis formen, während die anderen Finger abgespreizt sind. Nicht alle An­woh­ne­rin­nen befürworten die Antifa-Demo Während die Antifas durch die Blocks zogen und „Nazischweine, raus aus den Kiezen!“ riefen, jubelten ihnen einige An­woh­ne­rin­nen von den Balkonen zu. Ein Banner mit „Gegen Nazis!“ wurde von einem Balkon ausgerollt. Ein kurdischer Mann, der mitlief, berichtete der taz, er sei häufig Opfer rassistischer Anfeindungen und wünsche sich mehr solcher Demos im Kiez. Das galt nicht für alle Anwohner*innen: Andere schwenkten von ihren Balkonen aus Deutschlandflaggen, die in vielen Fenstern hängen, grölten „A, Eff, De!“ und zeigten den Hitlergruß, auf der Straße wie auch auf den Balkonen.

via taz: Neonazi-Aufmarsch in Marzahn Wieder mal Arbeit für die Antifa