In Sachsen-Anhalt könnte die rechtsextreme AfD bald den ersten Ministerpräsidenten Deutschlands stellen. Die Partei plant einen Rundumschlag gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt, darunter Frauen- und Gleichstellungspolitik. (…) Würden die Pläne der AfD Sachsen-Anhalt umgesetzt, hätte das weitreichende Konsequenzen. Für Migranten und Homosexuelle, Kirchen und Schulen, Kultur und Justiz. Ich war vor Kurzem in Magdeburg, der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt, und habe dort mit Menschen gesprochen, die direkt von den Plänen der AfD betroffen wären. Ich war bei Vereinen, denen die Förderungen entzogen werden sollen, habe mit dem Vorsitzenden des Richterverbandes über den geplanten Umbau der Justiz gesprochen, Lehrer und Gewerkschafterinnen gefragt, wie sie damit umgehen, dass die AfD die Lehrpläne umschreiben will.
Die Förderungen für Frauen und Gleichstellung etwa in der Wissenschaft will die AfD in Sachsen-Anhalt einstellen, Frauenquoten abschaffen. Das Abtreibungsrecht soll verschärft werden. Das „Recht auf körperliche Unversehrtheit“, heißt es im Programm, müsse „auch für ungeborenes Leben gelten“. Die AfD will, dass bei Beratungsterminen vor einem geplanten Schwangerschaftsabbruch verpflichtend eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt wird. Und dann wäre da noch die Gleichstellungspolitik, mit der die AfD Schluss machen will. In Magdeburg habe ich mit der Landesbeauftragten für Frauen- und Gleichstellungspolitik gesprochen. Sarah Schulze setzt sich gegen Diskriminierung, Vorurteile und Gewalt ein. Doch wenn es nach der AfD geht, soll sich das wohl ändern. Unter dem Titel „Gleichstellungsbeauftragte abschaffen“ hat die Partei dem Thema in ihrem Programm einen eigenen Unterpunkt gewidmet.
via profil: Mutter, Ehefrau, Erzieherin: das Frauenbild der AfD
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