Nach dem Vorfall mit Jugendlichen wird gegen Arno Bausemer ermittelt. Neue Enthüllungen zeigen skandalöse Mitarbeiter*innennetzwerke. Der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer steht nach zwei Vorfällen innerhalb kurzer Zeit unter Druck. Nach einer Auseinandersetzung mit zwei Jugendlichen in Stendal, bei der ein 14-Jähriger verletzt wurde und nach Angaben des Landeskriminalamts möglicherweise ein Schlagwerkzeug zum Einsatz kam, ermittelt die Polizei nun auch wegen des Verdachts auf eine Verkehrsstraftat gegen den Politiker. Die AfD will die Ermittlungen vorerst abwarten. Bausemer war nach Angaben der Polizei einen Tag nach der Auseinandersetzung bei einer Verkehrskontrolle angehalten worden. Die Polizeiinspektion Stendal bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass gegen eine »der Immunität unterliegende Person« ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Verkehrsstraftat eingeleitet wurde. Aus Sicherheitskreisen wurde dpa bestätigt, dass es sich um Bausemer handelt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur soll der Verdacht bestehen, dass er alkoholisiert am Steuer saß. Der Vorfall mit den Jugendlichen ereignete sich vergangenen Donnerstagabend in Stendal. Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt (LKA) sollen zwei Jugendliche AfD-Wahlwerbung beschädigt haben. Anschließend sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Jugendlichen und einer Person gekommen, die parlamentarische Immunität genießt. Dabei sei möglicherweise ein Schlagwerkzeug eingesetzt worden. Einer der Jugendlichen habe leichte Verletzungen erlitten und musste im Krankenhaus behandelt werden. Nach MDR-Informationen wurden bei einem der14-Jährigen eine leichte Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Verletzungen an Lippe und Zahnfleisch festgestellt. Der zweite Jugendliche schilderte dem MDR, Bausemer habe einen Baseballschläger benutzt und seinen Freund damit »vom Roller geholt«. (…) Im Jahr 2023 war bekannt geworden, dass Bausemer in den Bewerbungsunterlagen für die AfD-Europawahlliste Angaben zu seiner beruflichen Ausbildung gemacht hatte, die nicht zutrafen. So hatte er eine »journalistische Berufsausbildung beim MDR (Volontariat)« angegeben. Der MDR erklärte damals, Bausemer habe 2010 ein neunmonatiges Volontariatspraktikum absolviert, das dort nicht als abgeschlossene Berufsausbildung gelte. Bausemer räumte ein, dass sein Volontariat lediglich neun Monate gedauert habe. Die AfD rügte Bausemer wegen der falschen Angaben. Der Bundeskonvent entschied jedoch zugleich, ihn auf der Liste für die Europawahl zu belassen. Der Bundesvorstand hatte zunächst eine zweijährige Ämtersperre beschlossen. Das Landesschiedsgericht in Sachsen-Anhalt verhängte diese jedoch nicht. Bausemer behielt seinen Listenplatz und zog somit 2024 ins Europaparlament ein. Vetternwirtschaft und mögliche Neonazi-Kontakte Eine Recherche von »Table.Briefings« vom März offenbarte unzählige Überkreuzanstellungen bei der AfD im Europaparlament. Auch Arno Bausemer wurde erwähnt, mit der Anstellung von Magdalena Behn, der Partnerin des AfD-Abgeordneten Petr Bystron. Das Europäische Parlament hob im Mai 2025 Bystrons Immunität auf, wegen Ermittlungen zu mutmaßlicher Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Betrug. Die Beschäftigung Behns ist dabei nicht das einzige von Bausemers Anstellungsverhältnissen, das für Aufsehen sorgt. Als örtliche Assistenten arbeiten für Bausemer unter anderem Steffen G. und Sebastian Koch, denen Verbindungen in die Neonazi-Szene der Altmark nachgesagt wurden. So soll G. laut der antifaschistischen Rechercheseite »Sachsen-Anhalt Rechtsaussen« am 6. April 2019 bei einem Fackelmarsch von Neonazis der »Bürgerinitiative Magdeburg« mit einem bekannten Gewaltverbrecher der lokalen Neonazi-Szene ein Transparent mit der Aufschrift »Heimat verteidigen« getragen haben. Bereits 2013 soll G. in einem Facebook-Post den Holocaust geleugnet haben: »Es ist FAKT, dass der Holocaust nicht das schlimmste Ereignis der Menschheitsgeschichte ist, sondern bewusst hochgepuscht und missbraucht wird, um die perversen Ziele, blutsaufender Satansanbeter durchfuehren zu koennen. Nennen wird das Kind doch einfach beim Namen. Zionisten.« G. trat später der Jungen Alternative bei und ist jetzt Lokalpolitiker der AfD im Norden Sachsen-Anhalts. Auch Sebastian Koch, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Altmark-West, soll laut »Sachsen-Anhalt Rechtsaussen« Verbindungen in die Neonazi-Szene haben. Der »Spiegel« berichtete in einer Reportage über extreme AfD-Kandidaten über Koch. Dieser kandidiert auf Platz 8 der Landesliste in Sachsen-Anhalt für den Einzug in den Landtag und scheint, so der »Spiegel«, »besonders wenig Berührungsängste mit Neonazis« zu haben. Anfang des Jahres soll Koch außerdem ein Selfie mit »einer rechtsextremen Führungsfigur der Rockergruppe Hells Angels Altmark« geteilt haben. Seine politische Laufbahn habe er bei der Neonazi-Kameradschaft »Freie Nationalisten Altmark-West« begonnen. Vergangenen Sommer soll sich Koch laut dem »Spiegel« vor einem Banner der rechtsextremen Bruderschaft »Kameradschaft Kommando Werwolf« fotografiert haben lassen. Auf der Website »AfD-Verbot« des Zentrums für Politische Schönheit, wird Koch vorgeworfen, er habe eine KZ-Gedenkstätte als »Steuergeldverbrennungsanlage« bezeichnet. Dem »Spiegel« ließ Kochs Anwalt ausrichten, er lehne jede Form von Extremismus und Rassismus ab.
via nd: Affäre um AfD-Politiker Bausemer spitzt sich zu
siehe auch: AUFHEBUNG DER IMMUNITÄT BEANTRAGT Staatsanwalt will gegen AfD-Politiker Bausemer ermitteln Nach der mutmaßlichen Attacke des AfD-Europaabgeordneten Arno Bausemer mit einem Baseballschläger auf einen 14-Jährigen will die Staatsanwaltschaft Stendal gegen den Politiker ermitteln.Deren Sprecher, Staatsanwalt Thomas Kramer, sagte der Volksstimme am Dienstag, die Akten zum Vorfall seien bei der Behörde eingegangen; NACH ATTACKE MIT BASEBALLSCHLÄGER „Die Immunitätsaufhebung wird gerade beantragt“ – AfD-Politiker könnte längere Haftstrafe drohen Arno Bausemer auf dem Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt in Weißandt-Gölzau 2023 Quelle: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt Ein AfD-Europaabgeordneter gerät nach einem Schlag mit einem Baseballschläger und einer Alkoholfahrt ins Visier der Justiz – nun könnte ihm eine längere Haftstrafe drohen. ach dem mutmaßlichen Einsatz eines Schlagwerkzeugs gegen einen Jugendlichen will die Staatsanwaltschaft Stendal gegen den AfD-Europaabgeordneten Arno Bausemer ermitteln. „Die Immunitätsaufhebung wird gerade beantragt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Laut Anzeige werde der Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung erhoben. Bei einer Verurteilung kann die Tat mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren geahndet werden. Bausemer soll bei der körperlichen Auseinandersetzung um ein Wahlplakat in Stendal in der vergangenen Woche einen Jugendlichen geschlagen haben.
siehe dazu auch: Trunkenheit am Steuer? Polizei stoppt AfD-Politiker – einen Tag nach Angriff auf 14-Jährigen Wegen einer Auseinandersetzung um ein Wahlplakat steht der AfD-Politiker Arno Bausemer im Fokus. Nun soll er betrunken Auto gefahren sein. Einen Tag nach einer Auseinandersetzung um ein Wahlplakat ist der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer bei einer Verkehrskontrolle von der Polizei angehalten worden. Ohne den Namen des Politikers zu nennen, teilte die Polizeiinspektion Stendal mit: “In diesem Zusammenhang wurde wegen des Verdachtes einer Verkehrsstraftat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.” Die Polizei sprach von “einer der Immunität unterliegenden Person”. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es sich dabei um Bausemer handelt. Demnach soll der Verdacht bestehen, dass er alkoholisiert war; Griff AfD-Abgeordneter zum Baseballschläger? Attacke auf Jugendlichen erschüttert Sachsen-Anhalt Eklat in Sachsen-Anhalt: Hat ein AfD-Politiker einen 14-Jährigen mit einem Baseballschläger gejagt? Das LKA ermittelt, Grüne und Linke sind empört. 43 Prozent in den Umfragen, Sachsen-Anhalt fest im Blick – die AfD scheint auf dem Weg zu einem historischen Wahlerfolg zu sein. Doch nun, wenige Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, steht ein Europaabgeordneter der in Teilen gesichert rechtsextremen Partei im Zentrum eines Gewaltvorwurfs: Er soll in Stendal einen 14-Jährigen mit einem Baseballschläger verfolgt und verletzt haben. Dementsprechend groß ist jetzt die Empörung beim politischen Gegner: „Wer als Abgeordneter einen Menschen mit einem Baseballschläger attackiert, hat jedes Maß verloren“, erklärte Linken-Fraktionschefin Eva von Angern

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