Pubertätsblocker sind derzeit ein großes Thema in der Diskussion um trans Menschen. Eine große neue Studie bestätigt nun: Die Medizin senkt das Risiko massiv, dass betroffene Jugendliche an Suizid denken. Trans Menschen leiden laut einer Reihe von Studien eher an mentalen Problemen und Suizid-Gedanken. Sogenannte Pubertätsblocker, die das Eintreten der Pubertät vorübergehend unterdrücken, können dieses Risiko bei jungen Menschen aber erheblich senken, wie eine neue Kohortenstudie jetzt bestätigt hat. Die im Juli im Fachjournal “JAMA Network Open” veröffentlichte Untersuchung von Dr. Clair Kronk von der angesehenen New Yorker “Icahn School of Medicine at Mount Sinai” hatte Krankenkassen-Abrechnungsdaten von mehr als 230.000 Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren analysiert. Die Teilnehmenden wurden für die Untersuchung in vier Gruppen unterteilt: Trans Kinder und Jugendliche mit sowie ohne Behandlung durch Pubertätsblocker und cisgeschlechtliche Jugendliche mit sowie ohne Behandlung – letztere erhielten die Medikamente primär aufgrund von vorzeitiger Pubertät. Die Forschenden rechneten dann Störfaktoren wie Demografie, sozioökonomischen Status, Region und lokale politische Rahmenbedingungen heraus. – Werbung – Suizidale Gedanken gehen um 80 Prozent zurück Das Ergebnis: Die Daten bestätigen, dass junge trans Menschen im Vergleich zu cisgeschlechtlichen Gleichaltrigen eine deutlich höhere Diagnoserate bei Affektstörungen, also psychischen Erkrankungen, sowie bei suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen aufweisen. Doch bei jenen trans Jugendlichen, die Pubertätsblocker einnahmen, konnte das Risiko von Affektstörungen um fast die Hälfte und von suizidalen Gedanken um sogar 80 Prozent gesenkt werden. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Gabe von Pubertätsblockern dazu beitragen kann, die bestehenden Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit zwischen trans- und cisgeschlechtlichen Jugendlichen teilweise auszugleichen. Die Autor*innen weisen aber auch darauf hin, dass es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, die zwar einen statistischen Zusammenhang zwischen der Vergabe von Pubertätsblockern und besserer psychischer Gesundheit feststellte, dies aber noch nicht zwingend beweise, dass das eine direkt die Ursache für das andere ist. Faktoren wie die Unterstützung durch die Familie, der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung, Selbsthilfegruppen oder andere psychosoziale Einflüsse konnten nicht berücksichtigt werden, da diese aus den analysierten Krankenkassendaten nicht hervorgehen

via queer: Lebensrettende Medikamente Studie: Pubertätsblocker können Suizide bei trans Jugendlichen verhindern

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