Ein ehemaliges Ratsmitglied fordert die Gemeinde auf zu prüfen, ob Feuerwehrleute eine Dienstverfehlung begangen haben – sie sollen in Uniform Spalier für ein Hochzeitspaar aus der rechten Siedler-Szene in Bargdorf gestanden haben. Weitere Vorwürfe beziehen sich auf ein Betretungsverbot „indigener Germaniten“. Bargdorf wirkt auf den ersten Blick wie ein Hort der Ruhe. Landwirtschaftlich geprägtes Dorfleben auf der einen Seite, das von Wald und Natur umgebene Wochenendhausgebiet Große Heide auf der anderen. Eine Gegend zum Durchatmen und Entspannen. Doch hinter der idyllischen Fassade gärt es seit Jahren – und nun stehen erneut Befürchtungen im Raum, dass sich in dem Bienenbütteler Ortsteil rechtsextreme und völkische Strukturen festsetzen könnten. (…) Schelle-Grotes Schreiben lenkt den Blick auch auf das Wochenendhausgebiet Große Heide. Dort ist vor Kurzem auf einem Privatgrundstück ein Betretungsverbotsschild mit dem Logo der „United Indigenous Nations“ aufgetaucht. Für Schelle-Grote ein Alarmsignal – er sieht darin einen Zusammenhang mit der Gruppierung „Indigenes Volk Germaniten“, zu der Beobachter der Szene auch Bewohner in Bargdorf rechnen. Die Gruppierung selbst versteht sich nach eigener Darstellung als Nachfahren germanisch-alemannischer Vorfahren, als eigene ethnische Volksgruppe. „Diese Gruppe erkennt nur die Grenzen von 1937 an. Die Anwendung des deutschen Rechtes empfindet diese Gruppe als diskriminierend“, schreibt Schelle-Grote. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig habe sogenannte „indigene Sonderrechte“ ausdrücklich ausgeschlossen. Und, so sein Hinweis: Die Gruppierung werde im Verfassungsschutzbericht Baden-Württembergs geführt und beobachtet. „Ich halte diese Gruppe nicht für harmlose Spinner, sondern für Feinde der demokratischen Ordnung, denen wir uns entgegensetzen sollten“, so Schelle-Grote. Auch die Grünen-Ratsfrau Petra Andreas-Stiller schlägt Alarm. Sie befürchtet mit Blick auf die Große Heide, „dass vor unseren Augen ein Wohngebiet mit völkischen Siedlern und Reichsbürgern entsteht, das für sich einen rechtsfreien Raum schafft“. Eine Einschätzung, die auch Olaf Meyer von der RADAR-Informationsstelle Lüneburg/Uelzen teilt, die sich mit rechtsextremen Strukturen in der Region beschäftigt. Er spricht von einem ganzen Netzwerk „völkischer Sippenverbände“ in der Region.

via az online: Feierten Feuerwehrleute mit rechten Siedlern aus Bargdorf? „Völkische Hochzeit“ und „indigene Germaniten“ im Fokus


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