Vor wenigen Wochen haben Unbekannte den Mainzer Grünen-Vorsitzenden Kozubek bedroht und seine Wohnung beworfen. Ein Angriff, der Spuren hinterlassen hat. Die Ereignisse des 19. Dezember beschäftigen Christoph Kozubek noch immer stark. „Das macht etwas mit einem“, sagt der Co-Kreisvorsitzende der Mainzer Grünen über den Angriff, den er an jenem Freitagabend erlebt hat. Er habe lange mit sich gerungen, ob er an die Öffentlichkeit gehen solle. Nun wolle er es tun, „da das ganze langsam eine Tragweite erreicht, dass man Bedenken haben muss“. Was ist passiert? Am Abend jenes 19. Dezembers habe er in seiner Wohnung in der Altstadt aufgeräumt, als er durch das gekippte Fenster etwas gehört habe, erzählt der 36-Jährige. Kurz darauf habe jemand gerufen, „Stirb, du grüner Hurensohn“, und es seien Eier gegen das Haus geworfen worden, sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite. Auf der Straße habe er drei vermummte Personen gesehen. Er habe sofort die Polizei angerufen, doch dort habe man nur erklärt, dass die Täter wahrscheinlich bereits über alle Berge seien und er doch am nächsten Morgen auf der Wache Anzeige erstatten solle – obwohl er gesagt habe, dass er sich gerade nicht sicher fühle, schildert er im Gespräch mit dieser Redaktion. (…) Denn die Würfe auf das Haus und die Rufe seien bei Weitem nicht das einzige. Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden seien in den vergangenen Monaten immer wieder Schmierereien an der Hauswand aufgetaucht . „Tod den Altparteien“, „Nur die AfD“, „Remigration jetzt“, solche Dinge stünden da immer wieder (…) Die drohende Konsequenz aus derlei Angriffen sei, dass sich die Leute nicht mehr trauten, sich zu engagieren – sei es im öffentlichen Raum oder in den sozialen Netzwerken, betont der Grünen-Vorsitzende. Er merke dies auch bei sich selbst zuweilen, dass er keine Lust habe, sich den Hassnachrichten im Internet auszusetzen, wie es sie gehäuft zum Beispiel im Kommunalwahlkampf gegeben habe. Die Täter hinter den Würfen auf die Wohnung hätten unter anderem ein Ziel, vermutet Kozubek: „Die wollen, dass wir still werden. Auch deshalb rede ich darüber, denn still dürfen wir nicht werden.“

via az mainz: Würfe und Drohung: Angriff auf Mainzer Grünen-Vorsitzenden