Die AfD legt in NRW massiv zu. Auch bundesweit scheint sie die Partei der Stunde zu sein. Wie konnte es so weit kommen? Eine Datenanalyse liefert überraschende Antworten. (…) Die Bundestagswahl am 23. Februar war für die AfD ein historischer Erfolg. Mit 20,8 Prozent hatte sie ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl verdoppelt. Damit ist zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine in großen Teilen rechtsextreme Partei zweitstärkste Kraft im Parlament. Auch bei Landtagswahlen kennen die Werte für die AfD nur eine Richtung – nach oben. In Thüringen, Sachsen und Brandenburg erzielte die Partei im vergangenen Jahr Ergebnisse um 30 Prozent. Und auch auf kommunaler Ebene geht es voran. In Ostdeutschland schon länger. Im Westen könnte nun Nordrhein-Westfalen eine entscheidende Wegmarke für die AfD sein, sich dort und in anderen Bundesländern flächendeckend zu etablieren. Darauf deutet der Erfolg der Partei bei der NRW-Kommunalwahl hin. (…) Der aktuelle Erfolg der AfD rührt auch daher, dass die AfD von allen Parteien zurzeit die höchste „Bindekraft“ besitzt: 88 Prozent ihrer Wähler bei der Bundestagswahl im Februar würden die AfD laut RTL/ntv-Trendbarometer auch im Sommer 2025 wieder wählen. Die Bindekraft aller anderen Parteien ist deutlich geringer. Der Politikwissenschaftler Höhne führt dies darauf zurück, dass die AfD inzwischen über loyale Stammwähler verfüge, die sich als Teil einer Gesinnungsgemeinschaft verstehen. „Da ist ein Milieu herangewachsen, das die Menschen auch auf der Gefühlsebene zusammenhält“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Deshalb ist es falsch, den Erfolg der AfD einfach mit dem Protestwahlmotiv zu erklären.“

vis handelsblatt: Warum ist die AfD so stark? Diese Grafiken geben Aufschluss