Rechte Straf- und Gewalttaten sind auf Rekordhoch. Zahlen, die t-online vorliegen, zeigen nun, wie sich Delikte bundesweit genau verteilen. Mit einer Überraschung. In den östlichen Bundesländern ist es 2024 im Verhältnis zur Einwohnerzahl am häufigsten zu rechten Straftaten und auch zu rechten Gewaltdelikten wie Körperverletzung gekommen. Nur ein westliches Bundesland liegt bei den rechten Gewalttaten auf den ersten fünf Plätzen, bei den Straftaten ist es keines. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Clara Bünger hervor, die t-online exklusiv vorliegt. Straftaten können von Propagandadelikten, Beleidigung, Volksverhetzung und Sachbeschädigung bis hin zu Gewalttaten wie Körperverletzung und Brandstiftung reichen. Brandenburg verzeichnet mit 142 rechten Straftaten auf 100.000 Einwohner gerechnet die meisten rechten Straftaten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (139 pro 100.000 Einwohner), Sachsen-Anhalt (137), Thüringen (135) und Sachsen (104). Erst danach folgen die Großstädte Berlin (76), Hamburg (73) und Bremen (57). Das Saarland verzeichnet 54 Straftaten pro 100.000 Einwohner, Schleswig-Holstein 51. Schon 2023 hatten Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen an der Spitze der Tabelle gelegen – allerdings mit 96, 93, 86, 84 und 66 rechten Straftaten pro 100.000 Einwohnern. Somit knackte 2023 noch kein einziges Bundesland die 100er-Marke. 2024 hat sich das drastisch geändert: Der gesamte Osten überspringt die Marke nun. Gewalttaten: Der gesamte Osten – und ein Bundesland im Westen Mit Blick speziell auf rechte Gewaltdelikte ist die Lage ähnlich. Hier allerdings liegt mit Hamburg auch ein westliches Bundesland auf den vorderen Plätzen. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet mit 7,17 Gewalttaten pro 100.000 Einwohnern die meiste Aggression von rechts. Es handelt sich dabei vor allem um Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung. In die Statistik sind aber auch Brandstiftung, räuberische Erpressung sowie ein Totschlag eingeflossen. Nach Mecklenburg-Vorpommern mit 7,17 folgen Thüringen mit 6,32 und Hamburg mit 6,24 rechten Gewaltdelikten pro 100.000 Einwohnern. Sachsen-Anhalt vermeldet 4,96, Brandenburg 4,42 und Sachsen 3,06, gefolgt von Bremen mit 2,56 und Berlin mit 2,42 rechten Gewaltdelikten heruntergebrochen auf 100.000 Einwohner.
via t-online: Diese Bundesländer sind Brennpunkte rechter Gewalt