Der Bürobedarfshändler Böttcher steht wegen möglicher AfD-Nähe in der Kritik. Nun gibt es nach SPIEGEL-Informationen im Unternehmen eine ungewöhnliche Idee, damit umzugehen. Der Vorstandschef der Böttcher AG, Udo Böttcher, will »monatlich finanziell honorieren«, wenn die Mitarbeitenden sein Unternehmen in sozialen Netzwerken gegen kritische Berichterstattung verteidigen. Das zeigen E-Mails, die dem SPIEGEL vorliegen. Das Bürobedarfsunternehmen landete Anfang des Jahres in den Schlagzeilen, weil der Verdacht einer Strohmannspende an die rechtsextreme AfD im Raum stand. Die 999.900 Euro, die ein damaliges Aufsichtsratsmitglied der Partei gespendet hatte, stammten von Böttcher. Der will von der Zuwendung an die AfD nichts gewusst haben. Kritik gab es dennoch, unter anderem von Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) aus Jena, wo die Böttcher AG einen Sitz hat. In seinem WhatsApp-Status teilte Unternehmenschef Böttcher danach noch weiter Beiträge, die AfD-Narrative verbreiten, nachdem er zuvor seine Social-Media-Profile noch bereinigt hatte. Freiwillige WhatsApp-Gruppe Nachdem der SPIEGEL Ende Juli darüber berichtet hatte, bat das »Feel Good Management« des Unternehmens alle Mitarbeitenden, sich im Netz zu wehren: »Wer hinter unserer Firma steht, zeigt Haltung öffentlich, klar und unbequem, falls nötig.« Man solle aber respektvoll bleiben. Chef Böttcher beschwerte sich einen Tag später über die Berichterstattung. In einer weiteren E-Mail am Tag darauf kündigte er eine freiwillige WhatsApp-Gruppe an, um auf »mediale Angriffe« zu reagieren. Es gehe um »Meinungsfreiheit, gesunden Menschenverstand und eine faire Darstellung, nicht um Spaltung«.
via spiegel: Nach hoher Spende an die AfD Mitarbeitende sollen Böttcher AG im Netz verteidigen
