AfD-Politiker Tim Schramm kämpfte als Freiwilliger in der ukrainischen Armee und kritisierte „Russenstusser“ in seiner Partei. Nun soll er aus der Partei fliegen. Im Ausschlussantrag, der WELT vorliegt, wirft der NRW-Vorstand Schramm vor, sich „in höchstem Maße parteischädigend“ verhalten zu haben. Innerhalb des größten Landesverbands der AfD soll ein Mitglied ausgeschlossen werden – weil er als Freiwilliger zwischen März und Juni dieses Jahres Teil der ukrainischen Armee war. Die Antragsschrift des nordrhein-westfälischen Landesvorstands gegen den Wuppertaler Kommunalpolitiker Tim Schramm liegt WELT vor. Das zwölfseitige Schreiben ist auf vergangenen Montag datiert und richtet sich an das Landesschiedsgericht der Partei. Verfasser ist der AfD-Europaabgeordnete Hans Neuhoff, der Mitglied des Landesvorstands ist. Beantragt ist zudem eine Bestätigung des sofortigen Entzugs der Mitgliedsrechte, den der Vorstand mehrheitlich beschlossen hat. „Der Antragsgegner hat mit seinem Kampfeinsatz als Angehöriger der ukrainischen Armee und mit seinen Aussagen bei der anschließenden publizistischen Verwertung dieses Einsatzes schwerwiegend gegen die Grundsätze und die Ordnung der Partei verstoßen und einen daraus resultierenden schweren Schaden für die Partei verursacht“, heißt es in dem Antrag. Der 22-jährige Schramm hatte nach eigenen Angaben als Mörserschütze und Drohnenpilot aktiv gegen die russische Armee gekämpft. „Dabei hat er nach eigener Aussage auch auf Menschen geschossen“, heißt es im Ausschlussantrag. In Interviews habe er „in prahlerischer Manier über seine Unternehmung“ berichtet, wirft ihm der Landesvorstand vor. Die AfD vertrete allerdings eine „anti-interventionistische Linie“ und lehne Waffenlieferungen ab.

via welt: „Mit seinem Kampfeinsatz schweren Schaden für die AfD verursacht“