Als die Akteurinnen der bayerischen AfD im Sommer 2024 sich für den Bundestagswahlkampf rüsteten, wählten sie für ihre ersten Kundgebungen und Demonstrationen Titel wie »Remigration statt Massenmigration« und »Es reicht! Migration aussetzen«. Das war nicht nur ein Hinweis auf die rassistische Kampagne, die – neben offener Queer- und Transfeindlichkeit – bei den weit mehr als 1000 Wahlveranstaltungen und Infoständen im Vordergrund stehen sollte. Es bewies auch die Aggressivität des bayerischen Landesverbands, der zu den radikalsten Teilen der Partei gehört. Akteurinnen der Bayern-AfD sorgten beispielsweise in der Vergangenheit dafür, dass der »Dexit« in die Programme der Bundespartei hineingeschrieben wurde. Zu einem Zeitpunkt, als die Bundespartei den aus dem neofaschistischen Feld stammenden Begriff »Remigration« noch abzuwehren versuchte, verabschiedeten die Mitglieder beim bayerischen AfD-Landesparteitag am 24. November im mittelfränkischen Greding die »Bayerische Resolution für Remigration« – und das mit nur einer einzigen Gegenstimme. (…) Bayerische AfD-Landtagspolitikerinnen ermöglichten IB-Aktivistinnen im letzten Jahr eine Veranstaltung mit Michael Scharfmüller vom österreichischen »Info Direkt«-Magazin im Maximilianeum. Und sie holten wenig später den »Edition Antaios«-Stammautoren Thor von Waldstein zu einem Vortrag über den »Volksbegriff in der deutschen Geistesgeschichte« ebenfalls in den Landtag. Zwei AfD-Abgeordnete organisierten für Mitglieder völkischer Burschenschaften aus Deutschland und Österreich eine »burschenschaftliche Festkneipe« in der Gaststätte des Landtags. Zu den Teilnehmenden gehörte der »Gothia Berlin«-Burschenschafter Christoph Birghan, der (auf Platz 17 auf der bayerischen AfD-Landesliste) nun ebenfalls in den Bundestag eingezogen ist. Alexander Wolf ist über die Hamburger Landesliste eingezogen. Er ist aber ebenfalls Mitglied der Münchner Burschenschaft Danubia, für sie hat er das Liederbuch »Schlachtruf« herausgegeben, das NS-Liedgut und terrorverherrlichende Gesänge enthält: »Ich spreng’ den Mast in Südtirol, den Bahnhof von Trient! Der Rucksack ist mit Sprengstoff voll, hei, wie die Lunte brennt!« Derlei ideologische Nähe zum Rechtsterrorismus gibt es auch bei der Bayern-AfD.

via nd: AfD-Bayern: Mit ideologischer Nähe zu Rechtsterrorismus Bayerns AfD fördert Identitäre und andere Akteure rechts außen