Rechtsextreme Gruppen nutzen spirituelle Angebote als Türöffner für ihre Ideologie. Beratungsstellen helfen Kommunen und Bürgern. Die Entwicklung hat mit der Pandemie zu tun, sagen Experten. Mehr News zur Innenpolitik Der hessische Verfassungsschutz warnt vor einer bedenklichen Allianz: rechte Kreise und spirituelle Gruppen vermischen sich. “Esoterische Glaubenssysteme werden genutzt, um pseudoreligiöse Rechtfertigungen für rassistische, antisemitische und völkische Narrative zu schaffen”, berichtet das Landesamt für Verfassungsschutz. Besonders problematisch sei, dass rechtsextreme Akteure oder die Reichsbürger-Szene Esoterik als Türöffner für neue Rekrutierungsmöglichkeiten nutzten. Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums Hessen, glaubt, dass die Entwicklung eine Folge der Corona-Pandemie sei: “Das Widerstandsnarrativ hat geeint.” Die Skepsis gegenüber der Wissenschaft, insbesondere der modernen Medizin, habe dazu geführt, dass einige Esoterik-Anhänger in rechte Gruppierungen abgerutscht seien. Zwei Bewegungen sind aus Sicht des Demokratiezentrums in Hessen besonders aktiv: Die “Germanische Neue Medizin” propagiere eine rassistische Pseudotherapie gegen Krebs. Plakate lockten mit Slogans wie “Krebs heilen” Interessenten an. Die “Anastasia-Bewegung” werbe für eine völkisch-esoterische Lebensweise auf sogenannten “Familienlandsitzen”. Diese Bewegung verknüpfe Verschwörungsglauben mit Antimodernismus und sei in ihrer Ideologie antisemitisch geprägt, sagt Becker.

via web: Warnung vor “brauner Esoterik”