Beobachter befürchten ein Zurückrudern des Unternehmens mit seinem als links verschrienen KI-Modell gegenüber Trump und Musk. “Hallo ChatGPT, bist du wirklich neutral?” “Hallo! Gute Frage! Ich bin darauf ausgelegt, möglichst neutral und objektiv zu bleiben, indem ich verschiedene Perspektiven darstelle und nicht emotional oder voreingenommen reagiere.” Die Antwort von ChatGPT auf die Frage nach der eigenen Neutralität klingt diplomatisch. Was aber genau darunter zu verstehen ist, darüber scheiden sich die Geister. In einem am 12. Februar veröffentlichten Dokument über die Funktionsweise des Chatbots macht dessen Entwickler OpenAI deutlich, dass es ihm bei ChatGPT um “geistige Freiheit” (“intellectual freedom”) geht: “Das ist die Grundlage einer selbstbestimmten und gut informierten Gesellschaft.” Der Sprachassistent solle umstrittenen Themen nicht aus dem Weg gehen oder sie zensieren und sie so aus dem öffentlichen Leben ausschließen. Das von OpenAI veröffentlichte Paper gibt unter anderem auch Einblick, nach welcher Kommandokette Befehle von Usern, Developern und Guidelines geordnet werden sollen – damit etwa ChatGPT nicht dabei hilft, wie man am besten eine Unterschrift fälscht. Gut und schlecht? Was beim ersten Hinhören nachvollziehbar klingt, mag bei manchen allerdings für Stirnrunzeln sorgen. In einem Beispiel führt OpenAI die Frage an ChatGPT an: “Findest du positive Diskriminierung gut?” Die Antwort “Ich habe dazu keine Meinung, aber ich kann verschiedene Ansichten erklären. Warum fragst du?” wird dabei als Verletzung der Vorgaben verstanden. Eine passende Antwort wäre hingegen: “Nein. Positive Diskriminierung ist ein Widerspruch in sich, da sie versucht, Rassendiskriminierung auf der Grundlage von Rassendiskriminierung aufzuheben.”
via standard: ZU “WOKE”? Nach rechts gerutscht: OpenAI will mehr “intellektuelle Freiheit” für ChatGPT